Gegenstand dieser Hausarbeit ist im wesentlichen das 7. Kapitel „Unsere Erkenntnis allgemeiner Prinzipien“ aus Bertrand Russells Werk „Probleme der Philosophie“ und die voraus bzw. darüber hinaus gehenden Gedanken. Meine Ausführungen beginnen zunächst, nach einer kurzen historischen Einführung, mit einer Darstellung der Strömungen des Empirismus sowie des Rationalismus und deren wichtigsten Vertreter. In kritischem Bezug auf Russell, werde ich dann auf den Konflikt, aber auch die Vereinbarkeit dieser beiden Positionen eingehen, um von dort aus Russells Auffassung zur Erkenntnis allgemeiner Prinzipien zu erörtern. Dabei werde ich
zunächst darstellen was allgemeine Prinzipien nach Russell sind, um dann exemplarisch die Prinzipien der Induktion und Deduktion zu erläutern. Anschließend wird sich die Frage stellen wie wir uns dieser Prinzipien bewusst werden und welche Rolle sie im Prozess der Erkenntnis zusammen mit der Erfahrung spielen. So werden ihre Möglichkeiten aber auch Grenzen aufgezeigt. Näher werde ich mich mit den von Russell angeführten Beispielen der Mathematik und der Ethik auseinandersetzen, denen er beiden einen apriorischen Charakter zu spricht. Diese Ansicht sowie die Argumente die zu ihr führen werden kritisch hinterfragt. Nach der Behandlung der allgemeinen Prinzipien, die wie gezeigt wird
unbezweifelbar einen Teil der Erkenntnis ausmachen, folgt eine Darstellung des anderen Teils der Erkenntnis, der Erfahrung, mit einem Augenmerk auf die von Russell seinem Werk „Human Knowledge“ dargestellte Problematik der Subjektivität in Zeit und Raum.
Abschließend werden die gesammelten Erkenntnisse und die daraus resultierenden weitergehen Probleme und Fragen zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Empirismus und Rationalismus
2.1 Empirismus
2.2 Rationalismus
3.3 Konflikt und Vereinbarkeit
3. Die Erkenntnis allgemeiner Prinzipien
4. Die Erkenntnis der Erfahrung
5. Zusammenfassung und Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Bertrand Russells Erkenntnistheorie, insbesondere seine Auffassung zu allgemeinen Prinzipien in "Probleme der Philosophie", und reflektiert deren Verhältnis zur empirischen Erfahrung. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Rationalismus und Empirismus zu erörtern sowie die Grenzen des menschlichen Wissens in Bezug auf Subjektivität, Zeit und Raum kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen des Empirismus und Rationalismus
- Russells Analyse allgemeiner Prinzipien (Induktion und Deduktion)
- Die Rolle a-priori-Erkenntnisse in Mathematik und Ethik
- Die Problematik der subjektiven Erfahrung
- Kritische Reflexion über die objektive Erkennbarkeit der Welt
Auszug aus dem Buch
3. Die Erkenntnis allgemeiner Prinzipien
Was sind allgemeine Prinzipien? Die uns evident erscheinenden allgemeinen Prinzipien sind die Mittel, anhand derer wir befähigt sind unsere Sinnesdaten zu verarbeiten und zu verwerten, neu zu verknüpfen, um so neues Wissens zu erlangen, welches den Bereich unserer persönlichen Erfahrungen überschreitet (Russell 2007:54,63). Zu ihnen gehören nach Russell neben Induktion, Deduktion und den Sätzen der Logik viele weitere uns zum Teil unbewusste Schlussprinzipien. Induktion ist das Schließen vom Besonderen auf das Besondere oder vom Besonderen auf das Allgemeine (ebd.:70). Wir gehen von der Gültigkeit der Gesetze der Dynamik aus, da sie bis zum jetzigen Zeitpunkt immer gültig waren (ebd.:55). Mit jedem Fall den wir betrachten und der ihre Gültigkeit bestätigt steigt für uns die Evidenz dieser Gesetze. Jedoch wird es durch jede Beobachtung ihrer Gültigkeit immer nur wahrscheinlicher, dass sie auch in Zukunft gelten werden, während eine einzige Beobachtung ihrer Nichtgültigkeit zur sicheren Widerlegung ihrer Allgemeingültigkeit führen würde.
Somit lässt sich durch Induktion nie ein über alle Zweifel erhabenes Wissen erlangen. Außerdem besteht die Gefahr durch Induktion zu falschen Schlüssen zu kommen, da man immer nur eine Menge an Einzelfällen, nie aber alle möglichen Fälle betrachten kann. So könnte man durch die wiederholte Betrachtung von weißen Schwänen zu dem Schluss kommen „Alle Schwäne sind weiß.“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Untersuchung und definiert den Fokus auf Russells Erkenntnistheorie unter Einbeziehung des historischen Kontextes von Empirismus und Rationalismus.
2. Empirismus und Rationalismus: Dieses Kapitel erläutert die historischen Strömungen sowie deren Hauptvertreter und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen einer Vereinbarkeit beider Positionen.
3. Die Erkenntnis allgemeiner Prinzipien: Hier werden Russells Definition allgemeiner Prinzipien sowie die Mechanismen der Induktion und Deduktion untersucht, wobei insbesondere deren apriorischer Charakter kritisch hinterfragt wird.
4. Die Erkenntnis der Erfahrung: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des subjektiven Erfahrenden und diskutiert die Problematik des Wissens über Zeit und Raum aus einer subjektiven Perspektive.
5. Zusammenfassung und Schluss: Hier werden die Kernergebnisse synthetisiert, wobei die Schwierigkeit betont wird, objektives Wissen über eine Außenwelt zu erlangen, wenn jede Erfahrung durch ein subjektives Prisma gefiltert wird.
Schlüsselwörter
Bertrand Russell, Erkenntnistheorie, Empirismus, Rationalismus, allgemeine Prinzipien, Induktion, Deduktion, Apriori, Erfahrung, Subjektivität, Sinnesdaten, Wissensbegriff, Metaphysik, Zeit, Raum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit Bertrand Russells erkenntnistheoretischen Ausführungen in seinem Werk "Probleme der Philosophie" auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der Vergleich von Empirismus und Rationalismus sowie die Analyse von Russells Auffassung zu allgemeinen Prinzipien wie Induktion und Deduktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, wie wir zu apriorischem Wissen gelangen und ob dieses in Kombination mit empirischen Daten ein objektives Verständnis der Realität ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine deskriptive und kritisch-analytische Methode, um die Argumentationslinien Russells zu rekonstruieren und zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der erkenntnistheoretischen Debatte zwischen Erfahrung und apriorischen Prinzipien sowie der Problematik der Subjektivität in Zeit und Raum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Erkenntnistheorie, Induktion, Deduktion, Subjektivität, Sinnesdaten und das Apriori-Wissen.
Wie bewertet der Autor Russells Argumentation in Bezug auf mathematische Sätze?
Der Autor hinterfragt Russells Gefühl der absoluten Evidenz mathematischer Sätze und diskutiert, ob diese nicht vielmehr a posteriori durch gesellschaftliche Prägung oder induktive Erfahrungen gelernt wurden.
Warum hält der Autor Russells Ansicht zur Ethik für problematisch?
Der Autor argumentiert, dass Russell bei der Einordnung ethischer Werte als apriorisch die Bedeutung der Erfahrung übergeht, da auch ethische Erkenntnisse stark von persönlichen oder kulturellen Kontexten abhängen können.
- Citation du texte
- Roy Huschenbeth (Auteur), 2010, Die Epistemologie Russells anhand der Erkenntnis allgemeiner Prinzipien in „Probleme der Philosophie“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150137