6. Zusammenfassung
Güterstandsschaukelmodelle erweisen sich als sinnvoll im Rahmen der Vermögensübertragung unter Ehegatten, um die hierbei anfallende Schenkung- und Erbschaftssteuer zu umgehen und Pflichtteilsansprüche von Abkömmlingen zu reduzieren.
Als ungünstig im Gütergemeinschaftsmodell zeigt sich die nachteilige Wirkung der Verschiebung der Erbquote.
Grundsätzlich wird im Gütergemeinschaftsmodell der Wechsel von der Zugewinngemeinschaft in die Gütergemeinschaft und wieder zurück schenkungsteuerlich nicht berührt. Deshalb kann mit diesem Modell die Reduzierung von Pflichtteilsansprüchen von Abkömmlingen erreicht werden, ohne dass diese einen Pflichtteilsergänzungsanspruch auf die dem ausgleichsberechtigten Ehegatten übertragenen Vermögensgegenstände geltend machen können.
Dieses Modell ist allerdings nur lohnenswert, sofern [...]
Im Gütertrennungsmodell wird die Reduzierung von Pflichtteilsansprüchen von Abkömmlingen ebenfalls durch Vermögensübertragung ermöglicht. Jedoch erfolgt diese durch einen Zugewinnausgleich, der [...].
Auch dieser Zugewinnausgleich ist nach Rechtsprechung vom 12.07.2005 nicht schenkungsteuerbar, weshalb es den Pflichtteilsberechtigten auch hier an der Grundlage für einen Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB mangelt.
Jedoch ist dieses Modell der Güterstandsschaukel mit Risiken behaftet.
Sollte die Ausgleichsforderung, die nach § 1378 Abs. 1 BGB entsteht, durch eine Übertragung von Vermögensgegenständen, wie z.B. Grundstücken, Betrieben, Wertpapieren, an Erfüllung statt beglichen werden, stellt dies ein entgeltliches Rechtsgeschäft und somit einen entgeltlichen Veräußerungs- und Anschaffungsvorgang dar, der ertragsteuerlich betrachtet wird, sofern z. B. bei Grundstücken und Rechten die Behaltensfrist von 10 Jahren nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG unterschritten wird.[...]
Im Allgemeinen sind die Schaukelmodelle probate Instrumente erbschaft- und schenkungsteuerliche Vorteile auszunutzen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Die Erbfolge
1.1 Ehegattenerbrecht
2. Der Pflichtteil
2. 1 Pflichtteilsermittlung
2.2 Pflichtteilsrestanspruch, Pflichtteilsergänzungsanspruch
2.3 Verjährung von Pflichtteilsansprüchen
3. Eheliche Güterstände ( § 1363 – § 1390 BGB)
3.1 Zugewinngemeinschaft gemäß § 1363 BGB
3.2 Gütertrennung gemäß § 1414 BGB
3.3 Gütergemeinschaft
4. Die Güterstandsschaukel – u. a. als Instrument zur Reduzierung von Pflichtteilsanprüchen von Abkömmlingen
4. 1 Das Gütergemeinschaftsmodell
4. 2 Das Gütertrennungsmodell
4. 2 1 Schenkungsteuerliche Betrachtung der Güterstandsschaukel
4.2.2 Steuerliche Risiken bei der Übertragung von Vermögensgegenständen an Erfüllungs statt
4.2.3 Risiken des vorzeitigen Zugewinnausgleiches
4.3 Grenzen der Güterstandsschaukelmodelle
5. Fliegender Zugewinnausgleich
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen ehevertraglicher Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen von Güterstandsvereinbarungen auf Pflichtteilsansprüche von Abkömmlingen, wobei insbesondere die steuer- und erbrechtlichen Einflüsse der sogenannten Güterstandsschaukel analysiert werden.
- Gesetzliche Erbfolge und Pflichtteilsrecht
- Eheliche Güterstände (Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung, Gütergemeinschaft)
- Die Güterstandsschaukel als Instrument zur Pflichtteilsreduzierung
- Steuerrechtliche Aspekte der Vermögensübertragung unter Ehegatten
- Risikoanalyse bei vorzeitigem Zugewinnausgleich
Auszug aus dem Buch
4. 2 Das Gütertrennungsmodell
Die Reduzierung der Pflichtteilsansprüche von Abkömmlingen wird ermöglicht, indem man das Vermögen und somit den späteren Nachlass des ausgleichspflichtigen Ehegatten durch die Übertragung des Vermögens an den anderen Ehegatten im Rahmen, der durch die ehevertragliche Vereinbarung von Gütertrennung, entstandenen Ausgleichsforderung, im Punkt „3.1 Zugewinngemeinschaft gemäß § 1363“ erläutert, verringert. Je geringer der Nachlass ist, desto geringer ist auch der Wert des Vermögens, den die Pflichtteilsberechtigten geltend machen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Erbfolge: Erläuterung der gesetzlichen Erbfolge, der Universalsukzession und der Testierfreiheit im Kontext familiärer Ansprüche.
2. Der Pflichtteil: Darstellung des schuldrechtlichen Anspruchs von Pflichtteilsberechtigten sowie Grundlagen zu Ermittlung, Verjährung und Ergänzungsansprüchen.
3. Eheliche Güterstände ( § 1363 – § 1390 BGB): Analyse der verschiedenen Güterstandsarten und deren spezifischer Auswirkungen auf Vermögensverhältnisse bei Scheidung oder Tod.
4. Die Güterstandsschaukel – u. a. als Instrument zur Reduzierung von Pflichtteilsanprüchen von Abkömmlingen: Untersuchung von Güterstandsschaukelmodellen als legale Gestaltungsmittel zur steueroptimierten Vermögensübertragung und Pflichtteilsminimierung.
5. Fliegender Zugewinnausgleich: Erörterung einer alternativen Gestaltungsform, deren steuerliche Bewertung jedoch als freigebige Zuwendung von der des Gütertrennungsmodells abweicht.
6. Zusammenfassung: Abschließende Bewertung der Eignung von Schaukelmodellen im Kontext der Vermögensnachfolge und der erbrechtlichen Pflichtteilsbeschränkung.
Schlüsselwörter
Güterstandsschaukel, Pflichtteilsanspruch, Abkömmlinge, Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung, Gütergemeinschaft, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Zugewinnausgleich, Pflichtteilsergänzungsanspruch, Nachlassreduzierung, Ehevertrag, Vermögensübertragung, Erbrecht, Fliegender Zugewinnausgleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Nutzung ehevertraglicher Vereinbarungen, insbesondere der Güterstandsschaukel, um erbschaftsteuerliche Vorteile zu erzielen und Pflichtteilsansprüche von Abkömmlingen zu reduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen das Pflichtteilsrecht, die verschiedenen ehelichen Güterstände gemäß BGB sowie die steuerlichen Konsequenzen von Vermögensübertragungen zwischen Ehegatten im Erbfall.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Güterstandsschaukel als Instrument eingesetzt werden kann, um Pflichtteilsansprüche von Kindern rechtssicher und steueroptimal zu verringern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die gesetzliche Bestimmungen des BGB und des ErbStG sowie relevante Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und des Bundesgerichtshofs (BGH) auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Mechanismen der Gütergemeinschaft und Gütertrennung, die steuerliche Betrachtung der Güterstandsschaukel sowie Risiken bei der Übertragung von Vermögensgegenständen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Güterstandsschaukel, Pflichtteilsreduzierung, Zugewinngemeinschaft, Vermögensübertragung und erbschaftsteuerliche Optimierung.
Was unterscheidet den „Fliegenden Zugewinnausgleich“ vom Gütertrennungsmodell?
Beim fliegenden Zugewinnausgleich wird der Güterstand der Zugewinngemeinschaft beibehalten, während beim Gütertrennungsmodell der Güterstand gewechselt wird; steuerlich führt dies zu einer unterschiedlichen Bewertung als freigebige Zuwendung.
Welches steuerliche Risiko besteht bei der Übertragung von Immobilien innerhalb einer Güterstandsschaukel?
Die Übertragung von Immobilien kann bei Nichteinhaltung bestimmter Behaltensfristen oder bei Einordnung als entgeltliches Rechtsgeschäft zu ertragsteuerlichen Konsequenzen führen.
- Citar trabajo
- Claudia Gottschalk (Autor), 2008, Reduzierung von Pflichtteilsansprüchen von Abkömmlingen im Rahmen einer sog. „Güterstandschaukel“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150157