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Vom Aktivismus zum Anschluss: Die sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei

Titre: Vom Aktivismus zum Anschluss: Die sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 27 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Mohr (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als Hitler im September 1938 die auf der Münchner Konferenz abgesegnete Annexion des Sudetenlandes bekannt geben konnte, wurde der Anschluss propagandistisch mit der Parole untermauert, die Sudetendeutschen „heim ins Reich“ geholt zu haben. Das impliziert zweierlei:

1.: „Die“ Sudetendeutschen hätten schon einmal in diesem Reich gelebt; das von Hitler nach dem Anschluss Österreichs ausgerufene „Großdeutsche Reich“ sei also eine Neufassung des Alten Reiches; und 2. habe der „deutsche Stamm“ der Siedler in Böhmen und Mähren von der Auflösung des alten Reiches bis zur Gründung der Tschechoslowakei stets die Rückkehr in einen (preußisch-) deutsch beherrschten Staat gewünscht.

Vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Verhältnis der deutschen Siedler in den ‚historischen Ländern’ zum tschechischen Nationalstaat. Im Besonderen soll auf die Entwicklung der ‚Sudetendeutschen Partei’ Konrad Henleins eingegangen werden, die sich als Sammlungspartei, als die alleinige Vertreterin der sudetendeutschen Belange verstand und diese Belange vor allem in der Auseinandersetzung mit der ČSR verortete. Zunächst werden in einem kurzen historischen Abriss die Grundlagen des deutsch- tschechischen Verhältnisses in den später als ‚Sudetengebiet’ bezeichneten Ländereien geschildert.

Unter welchen Bedingungen konnte die Henleinbewegung – von der Sdp zur sudetendeutschen Heimatfront – entstehen und wachsen?. Stimmt ihr Selbstverständnis, ‚Sprachrohr’ von homogenen sudetendeutschen Interessen zu sein, mit der Wirklichkeit überein? Und inwiefern arbeitete überhaupt Henleins Partei selbst zielstrebig auf den Anschluss hin?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Deutsche und Tschechen im Habsburgerreich

2. 1. Die ‚historischen Länder’ Habsburgs in der Geschichte

2.2. Das Ende des Habsburgerreiches

3. Die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei

3.1. Demographische und Politische Grundlagen

3.2. Die Sudetendeutschen in den Außenbeziehungen der Weimarer Republik

3.3. Die deutschen Parteien in der Tschechoslowakei

4. Gründungszeit und Durchbruch der Sammlungsbewegung Henleins

4.1. Die Wirtschaftskrise und das Ende von DNP und DNSAP

4.2. Die SHF als Sammlungsbewegung

4.3. Inneres Ringen um die Programmatik der SHF

4.4. Heimatfront und sudetendeutsche Parteien

4.5. Der Durchbruch: Der Wahlerfolg von 1935

5. Das Einschwenken der SdP auf Anschlusskurs

5.1. Die SdP als Gegenstand der nationalsozialistischen Außenpolitik

5.2. Die Neuausrichtung der SdP

5. 3. Die SdP als ‚Fünfte Kolonne’ Hitlers

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis der sudetendeutschen Minderheit zum tschechoslowakischen Staat sowie den Aufstieg der Sudetendeutschen Partei (SdP) unter Konrad Henlein, wobei analysiert wird, inwieweit die Partei zielstrebig auf den Anschluss an das Deutsche Reich hinarbeitete.

  • Historische Grundlagen des deutsch-tschechischen Verhältnisses im Habsburgerreich.
  • Entwicklung und Radikalisierung der sudetendeutschen politischen Landschaft.
  • Rolle von Wirtschaftskrisen und nationalen Ressentiments bei der Mobilisierung.
  • Wandlung der SdP von einer sammlungspolitischen Organisation zur „Fünften Kolonne“ Hitlers.

Auszug aus dem Buch

4.2. Die SHF als Sammlungsbewegung

Seit dem Beginn der 30er Jahre gab es von Seiten der DNP und DNSAP Bestrebungen, auf die Vereinigung aller ‚antimarxistischen’ Parteien in einer übergreifenden Sammlungspartei hinzuwirken; Krebs etwa hatte die Vorstellung einer ‚Sudetendeutschen Volksfront’. Unter dem Eindruck seiner eigenen Verurteilung und der Belastung seiner Partei suchte er einen möglichst Unbelasteten, dem er die Führung der Volksfront anvertrauen wollte und fand ihn schließlich im Bankangestellten und Turnlehrer Konrad Henlein. Henlein verfügte als Leiter des ‚Deutschen Turnverbandes’ über eine gewisse Popularität. Seine Fähigkeit als Leiter einer Großorganisation stand auch nicht in Frage: Unter Henleins Ägide wuchs der Turnverband auf 180.000 Mitglieder an, darüber hinaus legte er Wert auf nationalpolitische Erziehung und formte den Verband unter Ausrichtung auf seine Person zu einem „straff organisierten, kämpferischen“ Verein.

Die von Krebs anvisierte Bildung einer ‚Volksfront’, die neben den klassisch negativistischen Parteien auch den BdL und die Christlich- Sozialen umfassen sollte, scheiterte jedoch. Die Agrarier brachten Henlein jedoch viel Wohlwollen entgegen, auch unter dem Einfluss der sich besonders stark radikalisierenden Landjugend, die nicht durch eine schroffe Abwehrhaltung aus der Partei getrieben werden sollte. Allerdings beharrte der BdL auf dem Aktivismus; eine starke, koordiniert agierende deutsche Bewegung sollte ihrer Vorstellung nach die Türen für eine offensivere sudetendeutsche Politik im Parlament öffnen.

Am 1. Oktober proklamierte Henlein, getragen vor allem von DNSAP und Kameradschaftsbund (KB) in einem Gasthof in Eger die ‚Sudetendeutsche Heimatfront’ (SHF). In seinem Aufruf „An alle Sudetendeutschen“ forderte er die „Überwindung des Partei- und Klassenkampfes“, das Ende des „zaghafte[n] Parteiwesen[s]“, bekennt sich zur „deutschen Kultur- und Schicksalsgemeinschaft“ und formulierte die Vorstellung eines „friedlichen Zusammenlebens der Völker in diesem Staate“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die propagandistische Untermauerung der Annexion des Sudetenlandes 1938 und definiert den Fokus auf die Entwicklung der sudetendeutschen Minderheit sowie der Henleinbewegung.

2. Deutsche und Tschechen im Habsburgerreich: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Verhältnisses zwischen Deutschen und Tschechen nach, von der mittelalterlichen Koexistenz bis hin zu den nationalen Spannungen im 19. Jahrhundert.

3. Die deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei: Hier werden die demographischen Grundlagen und die politisch ambivalente Situation der deutschen Bevölkerung im neuen tschechoslowakischen Nationalstaat analysiert.

4. Gründungszeit und Durchbruch der Sammlungsbewegung Henleins: Der Abschnitt schildert die Radikalisierung sudetendeutscher Parteien unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise und die Entstehung der Sudetendeutschen Heimatfront als Sammlungsbewegung.

5. Das Einschwenken der SdP auf Anschlusskurs: Dieses Kapitel behandelt die zunehmende außenpolitische Vereinnahmung der SdP durch das NS-Regime und ihre Entwicklung zur „Fünften Kolonne“ Hitlers.

6. Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die Hinwendung zum Deutschen Reich das Ergebnis eines längeren politischen Prozesses und der Radikalisierung innerhalb des sudetendeutschen Lagers war.

Schlüsselwörter

Sudetendeutsche, Tschechoslowakei, Konrad Henlein, Sudetendeutsche Partei, SdP, Nationalsozialismus, Anschluss, Minderheitenpolitik, Aktivismus, Negativismus, Kameradschaftsbund, Volksgruppenpolitik, Geschichte, Zwischenkriegszeit, Autonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung der sudetendeutschen Minderheit in der Tschechoslowakei zwischen 1919 und 1939, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Sudetendeutschen Partei (SdP) und deren Hinwendung zum nationalsozialistischen Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der sudetendeutschen Frage, dem Spannungsfeld zwischen tschechischem Nationalstaat und deutscher Minderheit sowie dem Prozess der Radikalisierung und Gleichschaltung sudetendeutscher Gruppierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob die Sudetendeutsche Partei von Beginn an zielstrebig auf den Anschluss an das Deutsche Reich hinarbeitete oder ob dies ein Ergebnis nachfolgender Entwicklungen war.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse und wertet dazu zeitgenössische Quellen sowie eine umfangreiche wissenschaftliche Literatur aus, um die Parteienlandschaft und politische Machtverhältnisse zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen im Habsburgerreich, den Aufstieg der SHF/SdP als Sammlungsbewegung unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise und schließlich die politische Neuausrichtung unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Sudetendeutsche, SdP, Konrad Henlein, Anschluss, Nationalismus, Minderheitenpolitik, Aktivismus sowie der Kameradschaftsbund.

Welche Rolle spielte der Kameradschaftsbund für die Entwicklung der SHF?

Der Kameradschaftsbund lieferte die ideologische Basis und half, Konrad Henlein als eine "unbelastete" Führungspersönlichkeit aufzubauen, was den Aufstieg der Sammlungsbewegung maßgeblich beschleunigte.

Wie reagierte die Prager Regierung auf den Aufstieg der Henleinbewegung?

Prag versuchte zunächst, durch sozioökonomische Förderungen und Zusagen zur Verbesserung der Minderheitenpolitik den sudetendeutschen Radikalismus einzudämmen, scheiterte jedoch angesichts der zunehmenden Anschlussforderungen und des Erfolgs der SdP bei den Wahlen 1935.

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Résumé des informations

Titre
Vom Aktivismus zum Anschluss: Die sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei
Université
University of Frankfurt (Main)
Note
1,0
Auteur
Andreas Mohr (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
27
N° de catalogue
V150163
ISBN (ebook)
9783640617197
ISBN (Livre)
9783640617289
Langue
allemand
mots-clé
Sudetenkrise Konrad Henlein Adolf Hitler Edvard Benes Sudetendeutsche Partei SdP Sudetendeutsche Heimatfront SHF Sudeten Aktivismus Anschluss DNSAP Münchner Konferenz Tschechoslowakei
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Mohr (Auteur), 2008, Vom Aktivismus zum Anschluss: Die sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150163
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Extrait de  27  pages
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