Das Jahr 2008 stand im Zeichen der Finanzkrise und exorbitanter Ölpreisschwankungen verbunden mit neuen Allzeithochs. Aber auch der Goldpreis markierte 2008 ein Rekordhoch und überschritt zum ersten Mal die 1.000 USD-Marke. Keine Kursfeststellungen gab es jedoch für das „Blaue Gold“, wie der lebensnotwendige Rohstoff Wasser oft bezeichnet wird. Denn dafür existiert kein Terminmarkt und es werden auch keine Börsenpreise ermittelt. Dennoch wird Wasser als eines der interessantesten Investmentthemen der Zukunft gesehen. Nicht nur aufgrund des nachhaltigen Charakters, den ein Investment in die Wasserbranche beinhalten kann, sondern vor allem wegen des hohen Potentials, den dieser Markt in sich birgt.
In Deutschland befindet sich die Wasserinfrastruktur und -versorgung vorwiegend in öffentlicher Hand, andere Länder haben jedoch bereits damit begonnen, diesen Bereich zu privatisieren. Außerdem sind in vielen Staaten teure Projekte zur Sicherung der Wasserversorgung geplant. Einige wenige davon sind inzwischen schon abgeschlossen. So kostete eines der bislang größten Wasserkraftprojekte der Welt, der 3-Schluchten-Damm in China, schätzungsweise 75 Mrd. USD.
Ungeachtet vieler Diskussionen, ob die Übertragung dieses Ressorts in gewinnorientierte Hände ethisch vertretbar ist und unter welchen Rahmenbedingungen dies geschehen kann, eröffnet diese Entwicklung neue und vielversprechende Investmentmöglichkeiten.
Die vorliegende Arbeit greift dieses Thema aus Investorensicht auf. Dabei geht es jedoch nicht um den Handel mit der Ressource Wasser, sondern darum, welche Möglichkeiten sich dem Privatanleger bieten, an dieser Entwicklung zu profitieren.
Zum Einstieg erfolgt in Kapitel 2 zunächst ein Überblick über die Ressource „Wasser“. Dies beinhaltet die weltweiten Wasservorkommen sowie die globalen Veränderungen der Wasserverfügbarkeit. Außerdem wird der weltweite Investitionsbedarf aufgezeigt. Kapitel 3 zeigt verschiedene Möglichkeiten, wie der Privatanleger an diesem Trend partizipieren kann und Kapitel 4 betrachtet die Wertentwicklung einiger Investments im kurzfristigen Zeitablauf. Zum Abschluss erfolgt eine Schlussbemerkung in Kapitel 5.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 WASSER – EIN KOSTBARES GUT
2.1 Weltweite Wasserknappheit
2.2 Veraltete Infrastruktur
2.3 Investitionsbedarf
3 ANLAGEMÖGLICHKEITEN
3.1 Unternehmensbeteiligungen
3.2 Investmentfonds
3.3 Zertifikate auf Wasserindizes
4 PERFORMANCE AUSGEWÄHLTER INVESTMENTS
5 SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit analysiert die Wasserbranche aus der Perspektive von Privatanlegern, um aufzuzeigen, wie diese von der wachsenden globalen Nachfrage und dem immensen Investitionsbedarf im Wassersektor profitieren können. Dabei wird untersucht, welche konkreten Anlagemöglichkeiten – von Unternehmensbeteiligungen bis hin zu spezialisierten Fonds und Zertifikaten – zur Verfügung stehen und wie sich diese in der Vergangenheit entwickelt haben.
- Globale Wasserkrise und Ressourcenverfügbarkeit
- Infrastruktureller Investitionsbedarf in Industrie- und Schwellenländern
- Direkte Aktieninvestments in Wasserversorger und Technologieanbieter
- Vergleich von Wasser-Investmentfonds und deren Strategien
- Analyse von Zertifikaten auf internationale Wasserindizes
Auszug aus dem Buch
2.1 Weltweite Wasserknappheit
Trotz dieser scheinbar großen Vorkommen haben derzeit etwa 1,1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Mrd. leben ohne sanitäre Einrichtungen. Dieser Missstand hat fatale Folgen: So sterben jedes Jahr 2,2 Mio. Menschen, darunter 1,4 Mio. Kinder, an Durchfallerkrankungen, welche unmittelbare Folge verunreinigten Wassers und mangelnder Hygiene sind. Insgesamt sind auf Wassermangel und verseuchtes Trinkwasser jedes Jahr 12 Mio. Todesfälle zurückzuführen.
Diese Situation wird nicht nur durch den Klimawandel, welcher Schätzungen zufolge lediglich für 20% der zunehmenden Wasserknappheit verantwortlich ist, sondern vielmehr durch das anhaltende Bevölkerungswachstum verschärft. So hat sich die Weltbevölkerung seit 1960 auf heute 6,7 Mrd. Bewohner verdoppelt. Die Vereinten Nationen erwarten bis 2050 einen weiteren Anstieg auf mindestens 8, im Extremfall sogar 11 Mrd. Menschen. Abbildung 2 veranschaulicht die unterschiedlichen Schätzungen.
Mehr Menschen benötigen aber nicht nur mehr Wasser, sondern auch mehr Nahrungsmittel, was eine erhöhte landwirtschaftliche Produktion zur Folge haben wird. Heute verbraucht die Landwirtschaft 70% des Wassers, 20% entfallen auf die Industrie und 10% auf die Haushalte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Wassers als künftiges Investmentthema vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und eines immensen Investitionsbedarfs in die Infrastruktur.
2 WASSER – EIN KOSTBARES GUT: Dieses Kapitel erläutert die globale Wasserknappheit, den maroden Zustand der Infrastruktur und den daraus resultierenden massiven Investitionsbedarf.
3 ANLAGEMÖGLICHKEITEN: Hier werden verschiedene Wege für Privatanleger aufgezeigt, wie sie durch Aktien, Investmentfonds oder Zertifikate an der Wasserwirtschaft partizipieren können.
4 PERFORMANCE AUSGEWÄHLTER INVESTMENTS: In diesem Abschnitt wird die historische Wertentwicklung verschiedener Wasser-Aktien, Fonds und Indizes kurzfristig analysiert.
5 SCHLUSSBEMERKUNG: Die Schlussbemerkung resümiert die Attraktivität des Sektors, mahnt jedoch aufgrund politischer Abhängigkeiten zur Vorsicht und betont die Notwendigkeit einer langfristigen Anlagestrategie.
Schlüsselwörter
Wasserbranche, Investition, Wasserknappheit, Infrastruktur, Trinkwasser, Wasserversorgung, Aktien, Investmentfonds, Wasserindizes, Privatanleger, Wasserinfrastruktur, Rendite, Nachhaltigkeit, Weltbevölkerung, Anlagehorizont
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Wasserbranche als Investitionsmöglichkeit für Privatanleger, um von langfristigen Trends wie dem globalen Wassermangel und dem notwendigen Infrastrukturausbau zu profitieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die physische Wasserverfügbarkeit, der enorme weltweite Investitionsbedarf für Sanierungen und die verschiedenen Finanzinstrumente, die Anlegern zur Verfügung stehen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Privatanlegern einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu geben, wie sie Kapital in den Wassersektor investieren können, ohne dabei den Handel mit der Ressource selbst zu fokussieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse, die auf Daten aus internationalen Studien, Geschäftsberichten und Finanzmarktanalysen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der globalen Wassersituation, eine detaillierte Darstellung von Anlageklassen und eine performanceorientierte Auswertung ausgewählter Wasser-Investments.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wasserinvestments, Infrastruktur, Wasserknappheit, Fondsmanagement und Marktanalyse.
Wie wichtig ist der langfristige Anlagehorizont bei Wasserinvestments?
Da der Sektor stark von politischen Entscheidungen und großen Infrastrukturprojekten abhängt, ist ein langer Anlagehorizont essenziell, um kurzfristige Marktschwankungen auszugleichen.
Welche Rolle spielt die Privatisierung der Wasserversorgung in diesem Kontext?
Die Arbeit identifiziert Privatisierungen in verschiedenen Ländern als einen Treiber für Investmentchancen, da dadurch vormals öffentliche Bereiche für privates Kapital geöffnet werden.
Warum wird Wasser oft als "Blaues Gold" bezeichnet?
In Anlehnung an den Ölsektor unterstreicht dieser Begriff die lebensnotwendige Bedeutung der Ressource und ihre zunehmende Knappheit, die sie zu einem wertvollen Anlageobjekt macht.
- Arbeit zitieren
- Matthias Bretz (Autor:in), 2009, Investments in die Wasserbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150164