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Der Erzähler im "König Rother"

Titel: Der Erzähler im "König Rother"

Hausarbeit , 2010 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Bachelor Daniel Hitzing (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Autor des König Rother (KR) ist uns nicht bekannt. Auch wenn über das Leben eines Wolfram von Eschenbach nur gemutmaßt werden kann, so liegt uns in diesem Fall nicht einmal der Name des Schriftstellers vor.
Trotz allem bleibt er uns nicht vollständig verborgen, da es im KR zahlreiche Textstellen gibt, in denen der Epiker aus der Erzählung hervortritt. Die Analyse dieser Ausschnitte, der die Textausgabe von Peter Stein zugrundeliegt, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Dabei ist die zentrale Frage, ob Informationen über die Erzählerpersönlichkeit gewonnen werden können, wobei die Diskussion, ob es sich beim Erzähler um einen Spielmann handelte, nicht aufgegriffen werden soll.
Hierzu werden die entsprechenden Belege aus dem Text in Kategorien zusammengefasst und interpretiert. Zunächst werden die Textstellen näher betrachtet, bei denen der Autor auf eine zugrundeliegende Quelle verweist und die Wahrheit seiner Erzählung beteuert. Desweiteren ist die Verwendung des Gedankenstrichs und exklamatorischer Formeln auffällig, mit denen sich, zusammen mit den direkten Publikumsanreden, eingehender beschäftigt wird. Zuletzt richtet sich der Fokus der Analyse auf Aussagen, in denen der Erzähler als moralische Instanz oder Normgeber fungiert.
Daran anschließend folgt eine Diskussion, die die gewonnenen Ergebnisse in den Kontext der bisherigen Forschung setzt.
In einem letzten Schritt sollen die Resultate der vorherigen Arbeitsschritte prägnant zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER ERZÄHLER IM KÖNIG ROTHER

2.1 QUELLE UND WAHRHEIT

2.2 ORALITÄT

2.3 NORM UND MORAL

3. DISKUSSION

4. FAZIT

5. LITERATUR

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Hervortreten der Erzählerpersönlichkeit im mittelhochdeutschen Versepos „König Rother“. Ziel der Analyse ist es, durch die Kategorisierung und Interpretation ausgewählter Textstellen zu klären, welche Funktionen der Erzähler ausübt und inwiefern sich daraus Rückschlüsse auf die Erzählerpersönlichkeit ziehen lassen, ohne dabei die Frage nach der Identität als Spielmann aufzugreifen.

  • Quellenberufungen und Wahrheitsbeteuerungen als Erzähltechnik
  • Die Bedeutung von Oralität durch Parenthesen und Exklamationen
  • Direkte Publikumsanreden zur Steuerung der Aufmerksamkeit
  • Die Rolle des Erzählers als moralische Instanz und Normgeber

Auszug aus dem Buch

2.1 Quelle und Wahrheit

Der Autor des KR tritt an verschiedenen Punkten des Werks hervor, wenn es darum geht, sein Wissen zu belegen oder dem Leser die Wahrhaftigkeit seiner Erzählung zu versichern.

Bei den Belegen wird er nicht konkret, sondern weist auf eine abstrakte Quelle, wie ein „buch“2, ein liet“3, oder ein „scophpch“4 hin. Diese Verweise finden sich auch in Formulierungen wie „Nu saget man uns von scazze unde van golde“5 oder „nu ne weiz ich […]“6, wobei er zwar auf die explizite Nennung einer zugrundeliegenden Schrift verzichtet, aber mit den Formeln Ich weiß nicht und Man sagt angedeutet werden soll, dass die Geschichte nicht von ihm selbst, sondern von jemand anderem stammt. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Technik in mittelhochdeutschen Versepen,7 mit der die Erzählung legitimiert werden soll.

Die Wahrheitsbeteuerungen lassen sich an den Versen 219 und 641 festmachen. Bei der ersten Textstelle macht der Autor eine Einschränkung. „als ech kann virstan mich“8 zeigt zum einen an, dass die Informationen nicht in der zugrundeliegenden Quelle vorhanden waren. Zum anderen ergibt sich daraus, dass er deswegen nicht für die Wahrheitsbeteuerung seiner Aussage garantieren kann, da er sich selber unsicher ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Fragestellung zur Erzählerpersönlichkeit und legt das methodische Vorgehen sowie die zugrunde liegende Textausgabe fest.

2. DER ERZÄHLER IM KÖNIG ROTHER: Dieses Kapitel analysiert systematisch die Textbelege für Quellenberufungen, wahrheitssemantische Beteuerungen, orale Elemente und die moralisch-normative Instanz des Erzählers.

3. DISKUSSION: Die gewonnenen Ergebnisse werden hier kritisch in den Kontext bestehender Forschungsliteratur eingeordnet und mit den Ansätzen von Fluss, Wiegand und Pörksen verglichen.

4. FAZIT: Das Fazit stellt fest, dass das Hervortreten des Erzählers eine spezifische mittelhochdeutsche Erzähltechnik widerspiegelt und nicht zur Identifizierung einer konkreten Erzählerpersönlichkeit dient.

Schlüsselwörter

König Rother, Erzählerpersönlichkeit, mittelhochdeutsches Epos, Oralität, Quellenberufung, Wahrheitsbeteuerung, Publikumsanrede, Parenthese, Exklamation, Normgeber, Literaturwissenschaft, Versdichtung, Erzähltechnik, Mittelalter, Stoffüberlieferung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Hervortreten der Erzählerfigur im mittelhochdeutschen Versepos „König Rother“ und untersucht, wie sich der Erzähler durch spezifische sprachliche Mittel in den Text einbringt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Legitimierung der Erzählung durch Quellenberufungen, den Merkmalen der Mündlichkeit (Oralität) sowie der Rolle des Erzählers als Vermittler gesellschaftlicher Normen und Moralvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob durch die Analyse der Erzähler-Eingriffe Informationen über die spezifische Erzählerpersönlichkeit gewonnen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Analyse, bei der Textstellen in Kategorien zusammengefasst, interpretiert und mit den Ergebnissen der bisherigen Forschung kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Quellenberufungen und Wahrheit, die Analyse oraler Strukturen wie Parenthesen und Ausrufe sowie die Betrachtung des Erzählers als normgebende Instanz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Erzählerpersönlichkeit, Oralität, König Rother, Quellenberufung und Erzähltechnik.

Warum spielt die Unterscheidung von „Quelle und Wahrheit“ eine Rolle?

Sie dient als Technik der Legitimation, um dem Epos einen historischen Anspruch zu verleihen, obwohl der Autor keine konkreten Quellen benennt.

Welche Bedeutung haben die Parenthesen im Text?

Sie fungieren als Kommentare des Erzählers, die den formalen Rahmen seiner Erzählsituation unterstreichen und ihn als den überlegenen Vermittler des Stoffes positionieren.

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Details

Titel
Der Erzähler im "König Rother"
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Bachelor Daniel Hitzing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V150168
ISBN (eBook)
9783640616879
ISBN (Buch)
9783640616633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erzähler Erzählerpersönlichkeit Erzählerperson Spielmann Spielmannsdichtung Spielmannepik mittelhochdeutsch König Rother König Rother Autor
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Daniel Hitzing (Autor:in), 2010, Der Erzähler im "König Rother", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150168
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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