Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Empathie und Enkulturation in Evan Thopmsons „Mind in Life“

Titel: Empathie und Enkulturation in Evan Thopmsons „Mind in Life“

Seminararbeit , 2008 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Carolin Catharina Wolf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Grundlage für die vorliegende Arbeit bildet die Publikation Mind in Life – Biology, Phenomenology, and the Sciences of Mind des kanadischen Professors der Philosophie Evan Thompson (*1962), namentlich Kapitel 13, Empathy and Enculturation.
‚Empathy’, welche Thompson als „central feature of the human experience“ beschreibt, ist eine spätere englische Übersetzung des deutschen Worts ‚Einfühlung’, begründet von Theodor Lipps (1851-1914). Sie bezeichnet die „Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung anderer Menschen einzufühlen“ oder – mit Thompsons Worten – „the mental capacity, involving cognition and emotion, to understand another person’s perpective, another person’s thoughts and feelings.” Ausschlaggebend ist also das Vermögen einen Menschen von außen zu erfassen und sich in ihn einzufühlen, ohne dabei aber seine eigenen Grenzen zu überscheiten: Gefühle werden nachvollzogen und eingesehen, aber nicht unbedingt geteilt. „Die Identifikation mit einem anderen und die Sorge um ihn, ohne die eigene Identität aufzugeben, ist der springende Punkt bei menschlichem Mitgefühl“, erörtert der Verhaltensforscher Frans De Waal (*1948) in diesem Zusammenhang. Dies setze eine „gewisse kognitive Fähigkeiten voraus, deren wichtigste ein gut entwickelter Sinn für das Ich und die Fähigkeit zur Übernahme der Perspektive eines anderen sind.“ De Waal, dessen Arbeit im vorliegenden Text (ebenfalls) eine tragende Rolle spielt, widmet sich der Frage, ob Tiere, insbesondere Primaten, ebenso wie der Mensch zur Empathie befähigt sind: „Kritiker sagen, es gäbe keine Möglichkeit zu erkennen, was im Kopf eines Tieres vor sich geht,“ erläutert er; Ethologen jedoch versuchen, genau solche mentalen Prozesse bei ihnen zu rekonstruieren.
Im Folgenden sollen nicht nur die Verhaltensforschung, sondern auch die Entwicklungspsychologie und die Phänomenologie nach Edmund Husserl (1859-1938) ihren Beitrag leisten, zwei Erscheinungsformen der Empathie näher zu beleuchten: Erstens die Tatsache, dass das Bewusstsein einer Person ein gewisses Maß empathischen Verhaltens voraussetzt, und zweitens, dass menschliches Bewusstsein aus Entwicklungsprozessen von Enkulturation entsteht. Letzteres ist der Grund, warum menschliche Subjektivität, also die individuelle Wahrnehmung eines Individuums, von Anbeginn Intersubjektivität ist oder wie Thompson sagt: „No mind is an island. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Intentionality and Open Intersubjectivity

3 The Phenomenological Concept of Empathy

4 Die vier Hauptaspekte der Empathie

4.1 Affective and Sensorimotor Coupling

4.2 Imaginary Transposition

4.3 Mutual Self and Other Understanding

4.4 Moral Perception

5 Enculturation

6 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Empathie im Kontext der phänomenologischen Forschung von Evan Thompson und analysiert, wie menschliche Subjektivität untrennbar mit Intersubjektivität und kulturellen Prägungsprozessen verwoben ist.

  • Phänomenologische Grundlagen der Intersubjektivität und Intentionalität
  • Die Differenzierung verschiedener Empathie-Formen (vom sensomotorischen Coupling bis zur moralischen Wahrnehmung)
  • Die Rolle der kognitiven Empathie bei Mensch und Tier
  • Der Einfluss von Enkulturation und kultureller Sozialisation auf das Bewusstsein
  • Das Verhältnis von Empathie, Mitgefühl und moralischem Handeln

Auszug aus dem Buch

4 Die vier Hauptaspekte der Empathie

Die Phänomenologie unterscheidet vier verschiedene Typen beziehungsweise Hauptaspekte der Empathie. Diese Unterscheidung ist detailreicher als die weiter oben aufgeführte Unterscheidung, welche die Psychologie trifft. Im Einzelnen – die vier Stufen laufen nicht zwangsläufig chronologisch ab – sind zu nennen:

1. Affective and Sensorimotor Coupling: Die passive oder unfreiwillige Kopplung oder Paarung meines Körpers mit dem Körper eines anderen in der Wahrnehmung und Handlung.

2. Imaginary Transposition: Die imaginäre Bewegung oder Transposition von mir an die Stelle eines Anderen.

3. Mutual Self and Other Understanding: Das Verstehen eines Anderen als Anderer für mich und vor mir als Anderer für einen Anderen.

4. Moral Perception: Die moralische beziehungsweise sittliche Wahrnehmung von jemand Anderem als Person.

Thompson nutzt diese Typologie, um neuere empirische Studien über Empathie zu gliedern; ebenso soll in der vorliegenden Arbeit verfahren werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in Evan Thompsons Werk "Mind in Life" ein und definiert Empathie als zentrales Merkmal menschlicher Erfahrung, das weit über einfache psychologische Mechanismen hinausgeht.

2 Intentionality and Open Intersubjectivity: Dieses Kapitel erläutert Husserls Konzept der Intentionalität, welche die Offenheit des Bewusstseins gegenüber der Welt und anderen Subjekten als grundlegend voraussetzt.

3 The Phenomenological Concept of Empathy: Es wird dargelegt, dass Empathie eine spezifische Form der Intentionalität darstellt, die es ermöglicht, fremdes Erleben unmittelbar als solches zu erfahren.

4 Die vier Hauptaspekte der Empathie: Dieses Kernkapitel gliedert den empathischen Prozess in vier Stufen: sensomotorische Kopplung, imaginäre Transposition, wechselseitiges Verständnis und moralische Wahrnehmung.

5 Enculturation: Das Kapitel beleuchtet, wie kulturelle Sozialisation das menschliche Bewusstsein und die Fähigkeit zur symbolischen Kommunikation durch den Prozess der Enkulturation grundlegend formt.

6 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass menschliche Subjektivität von Beginn an Intersubjektivität ist und moralisches Verhalten tief in evolutionären und sozialen Impulsen verwurzelt liegt.

Schlüsselwörter

Empathie, Enkulturation, Intersubjektivität, Phänomenologie, Intentionalität, Spiegelneuronen, kognitive Empathie, Moral, soziale Interaktion, joint attention, Bewusstsein, menschliche Entwicklung, Subjektivität, Mitgefühl, Cultural Artifacts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Phänomen der Empathie auf Basis von Evan Thompsons Publikation "Mind in Life" und untersucht dessen interdisziplinäre Bedeutung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die phänomenologische Fremderfahrung, die verschiedenen Ausprägungsstufen der Empathie sowie die Rolle kultureller Prägung durch Enkulturation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Empathie kein einfaches Alles-oder-Nichts-Phänomen ist, sondern eine vielschichtige Grundlage menschlicher Subjektivität und Intersubjektivität.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein phänomenologischer Ansatz gewählt, der durch Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung, Entwicklungspsychologie und Hirnforschung ergänzt und untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Intentionalität, die detaillierte Darstellung der vier Empathie-Aspekte sowie die Untersuchung der kulturellen Sozialisation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Empathie, Enkulturation, Intersubjektivität und Intentionalität.

Wie unterscheidet sich "Affektive Kopplung" von der "Imaginären Transposition"?

Die affektive Kopplung beschreibt eine passive, angeborene, meist körperliche Resonanz, während die imaginäre Transposition einen aktiven, kognitiven Perspektivwechsel darstellt.

Warum ist Enkulturation für das Verständnis von Empathie so wichtig?

Enkulturation ermöglicht erst die Aneignung von Sprache und komplexen Symbolen, wodurch individuelle Subjektivität überhaupt erst in einen intersubjektiven Kontext gestellt werden kann.

Inwieweit spielt die Forschung an Tieren eine Rolle?

Die Arbeit nutzt vergleichende Studien (besonders bei Primaten), um zu zeigen, dass Vorformen von Empathie und Hilfsbereitschaft tiefe evolutionäre Wurzeln haben.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Empathie und Enkulturation in Evan Thopmsons „Mind in Life“
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Carolin Catharina Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
26
Katalognummer
V150187
ISBN (eBook)
9783640613427
ISBN (Buch)
9783640613625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empathie Enkulturation Evan Thopmsons Life“
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Catharina Wolf (Autor:in), 2008, Empathie und Enkulturation in Evan Thopmsons „Mind in Life“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150187
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum