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Eine empirische Untersuchung zur Veränderung von Körperwahrnehmung durch Praktiken der Selbstvermessung

Titre: Eine empirische Untersuchung zur Veränderung von Körperwahrnehmung durch Praktiken der Selbstvermessung

Thèse de Bachelor , 2019 , 54 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Wie viele Schritte bin ich heute gelaufen? Wie war meine Schlafqualität? Wie viel Wasser habe ich heute getrunken? Und wie viele Kalorien habe ich dabei verbraucht? Wie schnell und wie weit bin ich gerade gejoggt? All diese Fragen und noch viele weitere können heutzutage sogenannte Self-Tracker beantworten. Durch diese lassen sich nahezu alle Körperzustände vermessen und überwachen. Ziel der Vermessung des Selbst ist es, sich und seinen Körper besser zu verstehen und die gemessenen Werte zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern, um gesünder und aktiver zu leben. Das Besondere daran ist, dass man für diese Messverfahren und Auswertungen kein zusätzliches Wissen benötigt, sondern komplett eigenständig vorgehen kann. Self-Tracking-Gadgets können Apps, Armbänder oder andere unauffällige, kleine Geräte sein, die im Alltag all die Körper- und Verhaltensdaten aufzeichnen und auswerten, die vorher nicht sichtbar waren. Bestimmte Algorithmen verrechnen die Daten und bereiten sie in Form von Zahlen, Kurven und Statistiken für den Nutzer ansprechend auf. Im heutigen modernen Zeitalter sind sie sehr leicht zu beschaffen, teilweise sogar kostenlos, leicht bedienbar und so einer großen Gruppe zugänglich. Mittlerweile sind sie zu einem gesellschaftlichen Phänomen geworden.

Die wissenschaftliche Aufbereitung und die daraus abzuleitende vermeintliche Objektivität der Daten und Zahlen übt offenbar eine große Anziehungs- und Überzeugungskraft auf den Menschen aus. Sie erwecken den Anschein, die Realität genauso abzubilden, wie sie ist und damit exakter zu sein als die subjektive, menschliche Wahrnehmung. Dass die Daten aber auch immer in den richtigen Kontext gesetzt werden und richtig analysiert werden müssen, wird dabei oft vergessen. Gerade im Sportbereich, in dem es schon immer um die Steigerung der Leistungsfähigkeit ging, werden die Tracking-Gadgets häufig genutzt. Doch entfremden wir uns durch solche Selbstvermessungspraktiken nur mehr von unserem Körper und uns selbst oder lernen wir unseren Körper besser zu verstehen? Dieser Forschungsfrage möchte ich in dieser Arbeit besonders in Bezug auf den Bereich Sport- und Fitness nachgehen und herausfinden, wie sehr Fitness-Apps das Verhältnis zu unserem eigenen Körper beeinflussen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

2. Grundlagen

2.1 Begriffsbestimmungen

2.1.1 Self-Tracking

2.1.2 Lifelogging

2.1.3 Quantified-Self-Bewegung

2.2. Aktueller Forschungsstand

2.3 Geschichtlicher Hintergrund

2.3.1 Selbstthematisierung im Tagebuch um 1800

2.3.2 Einführung erster mechanischer Geräte um 1900

2.3.3 Selbstvermessung im 21. Jahrhundert

3. Verobjektivierung des Subjekts

3.1 Self-Tracking zwischen Leib und Körper

3.1.1 Anthropologische Philosophie: Dualität des menschlichen Körpers

3.1.2 Neophänomenologische Soziologie: Leib sein und Körper haben

3.1.3 Wahrnehmung von objektivierten Zahlenkörpern

3.2. Sichtweisen auf Verobjektivierung

3.2.1 Self-Tracking als Befreiung und Selbstermächtigung

3.2.3 Self-Tracking als Naturbeherrschung

4. Selbstexperiment: Was machen Lauf-Apps mit mir und meinem Körper?

4.1 Methoden

4.2 Kommentar zur Autoethnografie

4.3 Verwendete Apps

4.3.1 Runtastic

4.3.2 Nike Run Club

4.3.3 Appvergleich

4.4 Durchführung des Experiments und Auswertung

4.4.1 Technik vs. leibliches Gefühl

4.4.2 Motivationsaspekt

4.4.3 Abhängigkeit von Technik

4.4.4 Schlussfolgerungen: neue Körper- und Subjekverhältnisse?

5. Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Bereiche

5.1 Der Mensch als Ware: Social Surveillance und Big Data

5.2 Self-Tracking in Unternehmen und im Gesundheitswesen

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Self-Tracking-Applikationen auf das Verhältnis zwischen dem menschlichen Körper und dem Subjekt, wobei insbesondere die Auswirkungen auf die individuelle Körperwahrnehmung analysiert werden.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit der Verobjektivierung des Subjekts durch Daten.
  • Empirisches Selbstexperiment zur Nutzung von Lauf-Apps („Runtastic“ und „Nike Run Club“).
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen technikbasierter Leistungsoptimierung und subjektivem Körperempfinden.
  • Untersuchung gesellschaftlicher Folgewirkungen durch Big Data und Überwachungsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Technik vs. leibliches Gefühl

Zunächst ist mir aufgefallen, dass meine eigene Körperwahrnehmung nicht immer mit den gemessenen Daten übereinstimmt. Oft standen sie sogar im Widerspruch zueinander: Ich konnte mich gut fühlen und schlechte Ergebnisse haben und andersherum. Gerade am Anfang hatte ich oft das Gefühl schneller zu laufen, als mir die App angezeigt hat:

„11:40 Uhr: Mir geht es gut und ich laufe etwas schneller. Zum ersten Mal schaue ich wieder auf die App und bin enttäuscht, dass meine Pace langsamer ist, als ich dachte.“ (Notiz 26.5.)

Mittlerweile habe ich das Gefühl auf Basis meiner Erfahrungen die Geschwindigkeit besser einschätzen zu können. Ich kann nachvollziehen, dass einige Nutzer diese bessere Kalkulierbarkeit von Leistungen mit dem Aspekt verbinden, sich selbst bzw. seinen Körper besser zu verstehen. Wolf (2012) assoziiert mit der Möglichkeit, dieses Wissen über sich selbst zu erlangen sogar eine Befreiung aus der vorherigen Unkenntnis.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Grundlagen: Einführung in begriffliche Definitionen (Self-Tracking, Lifelogging, Quantified-Self), den Forschungsstand sowie eine historische Einordnung der Selbstvermessung.

3. Verobjektivierung des Subjekts: Theoretische Auseinandersetzung mit der Dualität von Leib und Körper sowie den verschiedenen Sichtweisen auf Objektivierungsprozesse durch Messdaten.

4. Selbstexperiment: Was machen Lauf-Apps mit mir und meinem Körper?: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und detaillierte Auswertung der persönlichen Erfahrungen mit Lauf-Apps im Hinblick auf Körperwahrnehmung, Motivation und Technikabhängigkeit.

5. Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Bereiche: Analyse der soziologischen Folgen von Datenverwertung, Big Data und Überwachungskulturen durch Self-Tracking.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der Ausgangs-Forschungsfrage unter Einbeziehung theoretischer Konzepte.

Schlüsselwörter

Self-Tracking, Quantified-Self, Leib, Körper, Verobjektivierung, Fitness-Apps, Autoethnografie, Daten, Selbstoptimierung, Big Data, Körperwahrnehmung, Überwachung, Subjektivität, Digitalisierung, Lebensführung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation untersucht, inwiefern die Nutzung von Self-Tracking-Technologien, insbesondere Fitness-Apps, das Verhältnis eines Individuums zu seinem eigenen Körper verändert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die philosophische Unterscheidung von Leib und Körper, die methodische Anwendung der Autoethnografie und die soziologischen Implikationen von quantifizierten Daten in der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob durch die kontinuierliche Selbstvermessung eine Entfremdung stattfindet oder ob das Subjekt seinen Körper dadurch bewusster wahrnimmt und steuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin nutzt den Ansatz der Autoethnografie, bei dem sie in einem zweimonatigen Selbstexperiment ihr eigenes Laufverhalten und ihre damit verbundenen Gefühle mithilfe von Apps protokolliert und reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Körperverständnisses (u.a. Plessner, Gugutzer) und eine empirische Auswertung des Experiments, in dem aufgezeigt wird, wie Technik in die Körperwahrnehmung eingreift.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Self-Tracking, Verobjektivierung, Leib, Subjektivität, Körperwahrnehmung sowie gesellschaftliche Aspekte wie Big Data und soziale Überwachung.

Warum empfindet die Autorin eine Abhängigkeit von der Technik?

Die Autorin stellt fest, dass ihre Motivation zu laufen stark an die Dokumentation der Daten geknüpft ist; ohne die App fehlt ihr das "Gefühl der Gültigkeit" ihrer sportlichen Betätigung.

Welche Rolle spielt der "innere Schweinehund" im Kontext der Apps?

Laut der Arbeit wirken Tracking-Apps als externe Autorität, die dem leiblichen Widerstand (Trägheit/Schweinehund) entgegenwirken und das Subjekt zur Einhaltung sportlicher Disziplin zwingen können.

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Résumé des informations

Titre
Eine empirische Untersuchung zur Veränderung von Körperwahrnehmung durch Praktiken der Selbstvermessung
Université
University of Siegen  (Philosophische Fakultät)
Note
1,7
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
54
N° de catalogue
V1502528
ISBN (PDF)
9783389068502
ISBN (Livre)
9783389068519
Langue
allemand
mots-clé
Self-Tracking Selbstvermessung Körperwahrnehmung empirisch gadgets fitness
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2019, Eine empirische Untersuchung zur Veränderung von Körperwahrnehmung durch Praktiken der Selbstvermessung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502528
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Extrait de  54  pages
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