Im Zentrum der Lehrprobe steht das Anti-Märchen in Georg Büchners "Woyzeck". Das Werk, welches 1836/1837 geschrieben wurde, beeinflusste die Moderne in besonderem Maße und gilt als Anfangspunkt des sozialen Dramas in Deutschland. Erst vor knapp hundert Jahren wurde Georg Büchners letztes Stück im Müncher Prinzregentheater uraufgeführt. Das Drama, das nur als Fragment überliefert wurde und in dem Büchner die Bedrängungen, Verhängnisse und Qualen stellvertretend für alle Opfer darstellt, gehört zu den meistgelesenen Schullektüren in der Oberstufe.
Die dritte Prüfungslehrprobe im Fach Deutsch findet im Oberstufenkurs eines Gymnasiums statt. Sowohl das Arbeits- als auch das Sozialklima können als harmonisch bezeichnet werden. Die Kursteilnehmer arbeiten gerne in Gruppen, wobei die Kursgemeinschaft als gut bezeichnet werden kann.
Die vorliegende Stunde stellt die achte Einheit der insgesamt zwölfstündigen Sequenz "Georg Büchners Woyzeck" dar. Die Unterrichtssequenz begann damit, dass mit den Schülern Hintergrundinformationen zum Drama erarbeitet wurden. Dabei wurde die Strömung des Vormärz untersucht und Büchners Biografie behandelt. Insbesondere wurden hierbei Texte des "Hessischen Landboten" analysiert, um Büchners politische Gesinnung ergründen zu können. In den darauffolgenden Stunden problematisierten die Schüler ihren eigenen Schuldbegriff anhand eines authentischen Falles aus der Gegenwart, wobei sie sich ihrer eigenen Rechtsmaßstäbe bewusst wurden, und erkannten dabei den Zusammenhang zwischen der Frage nach der Willensfreiheit und der Möglichkeit eines ethischen Schulbegriffs. Des Weiteren entwickelten die Lernenden Vorstellungen zu den Figuren des Stückes aus und erkannten die Verwendung des Grotesken bei Büchner.
Inhaltsverzeichnis
- Vorüberlegungen zur Unterrichtsstunde
- Pädagogisch-psychologische Vorbemerkungen zur Klasse
- Sachanalyse
- Methodisch-didaktische Überlegungen
- Verortung der Stunde im Fachlehrplan
- Einbettung der Stunde in der Unterrichtssequenz
- Angestrebte Kompetenzen und Lernziele der Stunde
- Begründung der Methoden und Medien
- Geplanter Stundenverlauf
- Verwendete Literatur
- Primärliteratur
- Forschungsliteratur
- Anlagen
- PowerPoint-Präsentation
- Arbeitsblatt „Das Anti-Märchen in Büchners Woyzeck“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Unterrichtsstunde analysiert das Anti-Märchen in Szene 21 von Georg Büchners „Woyzeck“. Ziel ist es, die Schüler*innen mit den literarischen Mitteln und der Aussagekraft dieses Anti-Märchens vertraut zu machen und dessen Kontrast zu traditionellen Märchen aufzuzeigen. Die Stunde soll die Fähigkeit der Schüler*innen zur Textinterpretation und zum Vergleich verschiedener literarischer Werke schulen.
- Das Anti-Märchen als literarisches Stilmittel
- Kontrast zwischen traditionellem Märchen und Anti-Märchen
- Büchners Welt- und Menschenbild in „Woyzeck“
- Die Rolle des Märchens im Kontext der Handlung
- Determinismus und die Darstellung der Figuren
Zusammenfassung der Kapitel
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit den Vorüberlegungen zur Unterrichtsstunde, inklusive pädagogisch-psychologischer Aspekte der Lerngruppe, einer Sachanalyse des Anti-Märchens in "Woyzeck" und methodisch-didaktischen Überlegungen zur Stunde. Die Sachanalyse konzentriert sich auf die Szene 21 und den Kontrast zum Märchen "Die Sterntaler". Es wird der Gegensatz zwischen idealistischem und pessimistischem Weltbild herausgearbeitet.
Schlüsselwörter
Georg Büchner, Woyzeck, Anti-Märchen, Volksmärchen, Die Sterntaler, Determinismus, soziales Drama, Textinterpretation, Weltbild, Kontrast, Literarische Analyse.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Das Anti-Märchen im Woyzeck. Dritte Prüfungslehrprobe im Fach Deutsch an einem Gymnasium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502892