Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

Der Vater-Sohn-Konflikt in Josef Winklers "Roppongi – Requiem für einen Vater"

Titre: Der Vater-Sohn-Konflikt in Josef Winklers "Roppongi – Requiem für einen Vater"

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 26 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Romy Knobel (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Josef Winklers Novelle Roppongi-Requiem für einen Vater aus dem Jahr 2007 reiht sich in-haltlich und formal in das bisherige Œuvre des Schriftstellers ein. Der Ich-Erzähler ist ähnlich angelegt und auch der Themenkreis um katholisches Dorf und Tod, ebenso wie die Bilder, die montageartig aneinandergereiht werden, sind dem Leser bekannt. Im Zentrum dieses Buches stehen eindeutig der Tod des Vaters, der Tod an sich und der Umgang damit. In vielen Rezensionen wird ein Versöhnungsprozess mit dem Vater deklariert. Ob das tatsächlich der Fall ist, ist fraglich, aber sicher ist, dass der Konflikt zwischen Vater und Sohn dargelegt wird. Dies wird vor allem durch eine stark dichotomische Struktur des Textes deutlich. Sowohl auf der Textoberfläche als auch in Erzählverfahren und Buchaufbau lassen sich kontrastive Aspekte schnell ausmachen. Am auffälligsten in der offensichtlichen Zweiteilung des Buches durch den örtlichen Wechsel von Kärnten nach Varanasi, der auch auf das Gesamtwerk Winklers verweist, das sich von der Trilogie Das wilde Kärnten zu Domra und Roppongi – Requiem für einen Vater hin entwickelt hat. Die Wende im Buch wird durch den Tod des Vaters, der wie eine Mittelzäsur wirkt, markiert. Solche antagonistischen Strukturen in Winklers Œuvre werden in der Literatur oft negiert, weswegen es wichtig erscheint sie in Roppongi klar herauszuarbeiten und ihre konfliktverdeutlichende Funktion zu zeigen. Interessant ist dieser Aspekt auch aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch Josef Winklers oft als Zäsur in seinem Werk beschrieben wird, da der wahrhaftige Tod des Vaters ein bedeutendes Ereignis sei. Demzufolge müssten sich im Text Hinweise auf eine solche Trennung von vor und nach dem Tod des Vaters finden lassen. Was diese Hausarbeit also erreichen will, ist die Herausarbeitung der Manifestation eines Vater-Sohn-Konfliktes auf Textebene, die durch dichotomische Strukturen realisiert wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Requiem für einen Vater

3. Meinungen der Forschung

4. Konflikte und Kontraste

4.1. Die Vater-Sohn Beziehung

4.2. Das erste Kapitel

4.3. Motivkreise und Wortfelder

4.4. Erzählverfahren

4.5. Narayama-Lieder

4.6. Das letzte Kapitel

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Josef Winkler in seiner Novelle "Roppongi – Requiem für einen Vater" durch dichotomische Strukturen auf Textebene einen Vater-Sohn-Konflikt manifestiert und diesen aufarbeitet. Im Fokus steht dabei die Analyse der formalen und inhaltlichen Kontraste, insbesondere im Hinblick auf die geografische und spirituelle Zweiteilung zwischen Kärnten und Varanasi.

  • Analyse des Vater-Sohn-Konflikts in Josef Winklers Werk.
  • Untersuchung dichotomischer Strukturen und kontrastiver Erzählverfahren.
  • Die Rolle der Narayama-Lieder als atmosphärischer und inhaltlicher Gegenpart.
  • Vergleich der Darstellung von Tod und Bestattungsritualen zwischen katholischem Kärnten und hinduistischem Indien.
  • Betrachtung der Versöhnungsthematik und der Aufarbeitung der Familiengeschichte.

Auszug aus dem Buch

4.2. Das erste Kapitel

Der eben eingängig betrachtete Vater-Sohn-Konflikt wird mehr oder weniger durch den Buchtitel vorgegeben. Eine allgemein antagonistische Textstruktur allerdings nicht. Jedoch wird diese schnell erkennbar, wenn man nur die ersten fünf Seiten umfassende Geschichte liest. Es wird die Differenz zwischen hinduistischer und katholischer Totenmusik und der damit verbunden Vorstellung vom Leben gezeigt, dabei bezieht die Erzählerinstanz eindeutig Stellung für die indische Variante, da in possessiver Form von „[u]nsere[r] Hindureligion“ (S. 12) gesprochen wird. Die Ausübung des katholischen Glaubens wird in Vergangenheitsform erzählt, während das Hören der Dhrupad in der Gegenwart „jetzt und heute beim Schreiben“ (S. 13) situiert ist. Von der indischen Musik wird in einem dokumentarisch-faktischen Stil erzählt, während die Kindheitserinnerung an das abendliche Beten des jungen Josef Winkler in Ich-Form mit subjektiven Eindrücken versehen, beschrieben werden. Besonders auffällig in dieser Erinnerung ist die Gegenüberstellung der eiskalten Winternacht mit den heißen Ziegeln des heißen Sparherdes (Vgl. S. 13). Nun sind kalt und heiß keine Kontradiktion sondern Antonyme, wodurch der kontrastive Effekt abgeschwächt oder verstärkt werden kann. Genau dies passiert im Buch in abgewandelter Form mehrfach, jedoch nicht in direkter Gegenüberstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Novelle ein und erläutert die These, dass der Vater-Sohn-Konflikt durch dichotomische Strukturen auf verschiedenen Textebenen realisiert wird.

2. Requiem für einen Vater: Hier werden die biografischen Hintergründe des Autors sowie die titelgebende Symbolik des Requiems und deren Bedeutung für das Verhältnis zum verstorbenen Vater beleuchtet.

3. Meinungen der Forschung: Dieser Abschnitt setzt sich mit unterschiedlichen kritischen Reaktionen auf Winklers Werk auseinander, insbesondere mit der kontroversen Bewertung seines Schreibstils und seiner Themenwahl.

4. Konflikte und Kontraste: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert detailliert die verschiedenen antagonistischen Muster im Buch, von der Vater-Sohn-Beziehung bis hin zu den narrativen Verfahren.

4.1. Die Vater-Sohn Beziehung: Die Analyse konzentriert sich auf die repetitive Darstellung des Vaters und die subtile Aufarbeitung der familiären Spannungen innerhalb der Erzählung.

4.2. Das erste Kapitel: Das Kapitel untersucht die einleitenden Kontraste zwischen hinduistischer und katholischer Tradition sowie die metaphorische Gegenüberstellung von Hitze und Kälte.

4.3. Motivkreise und Wortfelder: Hier wird die Bedeutung der wiederkehrenden Motivkreise wie Tod, Geburt, Farben und Elemente für die strukturelle Einheit des Werkes erörtert.

4.4. Erzählverfahren: Dieser Teil widmet sich der repetitiven Erzählweise und der komplexen Verschränkung von faktischen und fiktionalen Realitätsebenen.

4.5. Narayama-Lieder: Die Analyse beleuchtet die Sonderstellung der Narayama-Lieder als "Novelle in der Novelle" und deren inhaltliche Verknüpfung mit dem Haupttext.

4.6. Das letzte Kapitel: Dieses Kapitel behandelt den Abschluss der Versöhnungsbewegung und die Auflösung der polaren Gegensätze am Beispiel des letzten Kapitels "die Glocken von Santa Fé".

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit bestätigt die These der dichotomischen Struktur und reflektiert die abgeschlossene Aufarbeitung des Vater-Sohn-Konflikts durch das Buch.

Schlüsselwörter

Josef Winkler, Roppongi, Vater-Sohn-Konflikt, Dichotomie, Literaturanalyse, Narayama-Lieder, Tod, Katholizismus, Hinduismus, Schreibprozess, Erzählverfahren, Kontrapunktik, Autobiografie, Kärnten, Varanasi.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Novelle "Roppongi – Requiem für einen Vater" von Josef Winkler unter dem Aspekt, wie der Autor einen komplexen Vater-Sohn-Konflikt durch eine dichotomische (gegensätzliche) Textstruktur und Erzählweise aufarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Vater-Sohn-Beziehung, dem Spannungsfeld zwischen katholischer und hinduistischer Tradition, der Rolle des Schreibens als Mittel zur Versöhnung und der Bedeutung von Motiven wie Tod und Farbe.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, nachzuweisen, dass der Konflikt zwischen Winkler und seinem Vater nicht nur inhaltlich, sondern durch ein konsequent antagonistisches Verfahren in allen Textebenen (Struktur, Erzählverfahren, Motivik) manifestiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Beobachtungen, motivgeschichtliche Vergleiche und die Einbeziehung rezensionstheoretischer Positionen nutzt, um die spezifische "Kontrapunktik" in Winklers Werk offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vater-Sohn-Beziehung, die Untersuchung der Kontraste zwischen den Kapiteln (besonders Kärnten vs. Varanasi), die Auswertung von Wortfeldern und Motiven sowie eine detaillierte Betrachtung der Erzähltechnik und der Narayama-Lieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Vater-Sohn-Konflikt, Dichotomie, Kontrapunktik, Narayama-Lieder, Erzählverfahren und der spezifische literarische Stil Josef Winklers.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Todes zwischen den beiden Teilen des Buches?

Im Kärnten-Teil dominiert eine Angst vor dem Tod und ein katholisches Verständnis, während der Varanasi-Teil den Tod als Teil eines natürlichen oder hinduistischen Prozesses mit anderen Farben und Symbolen (z.B. Asche, Orange) darstellt.

Warum spielt die Zahl Drei eine besondere Rolle im Text?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die Zahl Drei im Buch auffällig häufig auftaucht (z.B. drei Generationen, drei Arten von Glocken), was als ein struktureller Verweis auf die drei Väter im Leben des Erzählers interpretiert werden kann.

Welche Funktion haben die Narayama-Lieder?

Sie dienen als "Novelle in der Novelle" und etablieren eine atmosphärische und inhaltliche Korrespondenz zum Haupttext, die den Abschied vom Vater und die Versöhnung mit dem Tod thematisiert.

Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich der Versöhnung mit dem Vater?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Winkler mit dem Buch einen "Schlussstrich" unter die Beziehung und den Tod des Vaters gezogen hat, wobei die Auflösung der Gegensätze in der finalen Integration von Leben und Tod deutlich wird.

Fin de l'extrait de 26 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Der Vater-Sohn-Konflikt in Josef Winklers "Roppongi – Requiem für einen Vater"
Université
http://www.uni-jena.de/  (Literaturwissenschaftliches Institut)
Cours
Literarische Neuerscheinungen
Note
1,0
Auteur
Romy Knobel (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
26
N° de catalogue
V150377
ISBN (ebook)
9783640618361
ISBN (Livre)
9783640618682
Langue
allemand
mots-clé
Kontrapunktitk Dichotomie Josef Winkler winkler Vater
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Romy Knobel (Auteur), 2010, Der Vater-Sohn-Konflikt in Josef Winklers "Roppongi – Requiem für einen Vater", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150377
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint