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Ausländer in der DDR

Betrachtung des ambivalenten Lebens spezifischer Ausländergruppen in der DDR unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Absichten seitens des SED-Regimes

Titel: Ausländer in der DDR

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Meyer (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Genau wie die junge Bundesrepublik stand die DDR in der unmittelbaren
Nachfolgeschaft des Dritten Reiches. Da es jedoch, anders als dies in der BRD der Fall
war, in der DDR keine öffentliche Debatte um die Vergangenheit gab, schwelte eine
unausgesprochene Feindschaft gegenüber anderen Menschen, anderen Kulturen und
anderen Lebensweisen im Habitus der DDR-Bevölkerung mit.
1
Dieser Umstand zeigte
sich frühzeitig im Bestehen der jungen sozialistischen Republik, was zu einem
gewichtigen Teil das künftige ambivalente Verhältnis zwischen DDR-Deutschen und
Ausländern fundierte.
Die ersten Ausländer, die sich bis zum Ende der DDR auf deutschem Boden
aufhalten sollten, waren die sowjetischen Armee- und Zivilangehörigen. Während des
Dritten Reiches war von Seiten der NS-Propaganda stets vor der Bedrohung aus dem
Osten gewarnt worden. Kurz nach Ende des Krieges, bzw. schon während der letzten
Kriegstage schienen sich die geschürten Befürchtungen zu bewahrheiten. Mit den
heranrückenden russischen Truppen kam es zu Vertreibungen der Deutschen aus den
Ostgebieten, zu Plünderungen sowie zu Demontagen vorhandener Industrieanlagen.
Durch die Gräuel und die unfassbaren Verluste, die Russland während des Krieges
erfahren musste, erscheinen in der Rückschau diese Maßnahmen als psychologisch
gerechtfertigt und verständlich. Doch die zeitgenössischen Deutschen sahen darin und
vor allem in den massenhaften russischen Gräueltaten an der deutschen
Zivilbevölkerung die unzähligen Vergewaltigungen deutscher Frauen können hier
exemplarisch genannt werden nur ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die tradierten Ängste Nachkriegsdeutschlands – Das Bild der schlechthinnigen Fremden als Grundlage eines ambivalenten Verhältnisses

2. Vom allgemeinen Umgang mit Ausländern in der DDR

2.1. Sowjetbürger – Zivilpersonen und Besatzungstruppen in der DDR- Gesellschaft

2.2. Die DDR als Hort politisch Verfolgter – Asylsuchende und politische Emigranten

2.3. Zwischen politischer Instrumentalisierung und gesellschaftlicher Abschottung – Ausländische Studenten in der DDR

2.4. Arbeitskräftekooperation zum Aufbau des internationalen Sozialismus – Die Situation der Vertragsarbeiter

3. Wie Sand in der Hand – Zusammenfassung, Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen der DDR-Gesellschaft und verschiedenen Ausländergruppen unter Berücksichtigung der repressiven und kontrollierenden Absichten des SED-Regimes. Ziel ist es aufzuzeigen, wie staatliche Instrumentalisierung und Segregation den Alltag der Ausländer prägten und inwiefern echte menschliche Kontakte trotz staatlicher Verbote existierten.

  • Die historische Belastung durch das Verhältnis zu den sowjetischen Besatzungstruppen.
  • Die politische Instrumentalisierung von Asylsuchenden und Emigranten.
  • Die Lebensbedingungen und gesellschaftliche Einbindung ausländischer Studenten.
  • Der Status und die Arbeitsbedingungen der Vertragsarbeiter im Rahmen der sozialistischen Integration.
  • Das Spannungsfeld zwischen offizieller Propaganda und gesellschaftlicher Realität.

Auszug aus dem Buch

2.1. Sowjetbürger – Zivilpersonen und Besatzungstruppen in der DDR- Gesellschaft

Jüngeren Schätzungen zufolge hielten sich zwischen 1945 und 1994 – bis zum endgültigen Abzug der alliierten Besatzungsmächte – insgesamt etwa 10 Millionen Bürger der Sowjetunion als Soldaten, Zivilbeschäftigte der Streitkräfte sowie deren Familienangehörige auf deutschem Boden auf. Doch wie verlief das Zusammenleben zwischen Deutschen und Russen? Was wussten die einen über die anderen und in welchem Rahmen konnten beide Gruppen miteinander agieren?

Wie wir dies bei den ausländischen Asylsuchenden, bei den Studenten und den Vertragsarbeitern noch sehen werden, wäre das Urteil, dass die sowjetischen Staatangehörigen in der DDR nicht gern gesehen und dementsprechend gesellschaftlich isoliert wurden, zu kurzsichtig. Wahrscheinlich ist eher, dass der Alltag, in dem Deutsche und Russen direkt miteinander agierten, einem „[…] Paradox parallelen Zusammen- und Nebeneinanderlebens [und] hermetischer Abschottung [entsprach].“

Auf staatlicher Ebene erstreckte sich dieses Paradoxon zwischen Abgrenzung auf der einen und Glorifizierung auf der anderen Seite. Die einfachen Rotarmisten und Sowjetbürger wurden von staatlicher Ägide aus isoliert und weitgehend aus dem Alltag herausgehalten. Nur wenn öffentliche Veranstaltungen anstanden, – die jährlichen Maifeierlichkeiten oder internationale Versammlungen wie die Weltfestspiele 1951 wären entsprechende Beispiele – sah man auch im größeren Umfang russische Bürger auf deutschen Straßen. Verdiente Sowjetbürger hingegen wurden zu regelrechten Helden stilisiert und öffentlichkeitswirksam inszeniert. So tourten Juri Gagarin und Walentina Tereschkowa durch die DDR, wurden mit Orden und Auszeichnungen überschüttet und man benannte sogar Straßen und öffentliche Plätze nach ihnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die tradierten Ängste Nachkriegsdeutschlands – Das Bild der schlechthinnigen Fremden als Grundlage eines ambivalenten Verhältnisses: Dieses Kapitel erläutert die psychologische Ausgangslage der DDR-Bevölkerung, geprägt durch Kriegserfahrungen und das Ausbleiben einer öffentlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

2. Vom allgemeinen Umgang mit Ausländern in der DDR: Der Hauptteil analysiert die spezifischen staatlichen Strategien zur Kontrolle und Einbindung unterschiedlicher Ausländergruppen im Kontext einer statischen Gesellschaft.

2.1. Sowjetbürger – Zivilpersonen und Besatzungstruppen in der DDR- Gesellschaft: Untersuchung der ambivalenten Beziehung zu den sowjetischen Streitkräften, die zwischen offizieller Glorifizierung und alltäglicher Segregation schwankte.

2.2. Die DDR als Hort politisch Verfolgter – Asylsuchende und politische Emigranten: Beleuchtung der Aufnahme politisch Verfolgter, deren Status stark von den außenpolitischen Interessen der SED-Führung abhängig war.

2.3. Zwischen politischer Instrumentalisierung und gesellschaftlicher Abschottung – Ausländische Studenten in der DDR: Analyse der Situation ausländischer Studierender, die als diplomatisches Kapital eingesetzt wurden, während ihr privater Kontakt zur Bevölkerung unterbunden wurde.

2.4. Arbeitskräftekooperation zum Aufbau des internationalen Sozialismus – Die Situation der Vertragsarbeiter: Darstellung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Vertragsarbeiter, die zur Kompensation des Arbeitskräftemangels unter strengen, ausbeuterischen Auflagen ins Land geholt wurden.

3. Wie Sand in der Hand – Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Abschließende Betrachtung, die belegt, dass die DDR-Führung trotz strikter Reglementierung das Entstehen menschlicher Kontakte nie vollständig verhindern konnte.

Schlüsselwörter

DDR, Ausländerpolitik, SED-Regime, Segregation, Vertragsarbeiter, ausländische Studenten, sowjetische Streitkräfte, Migration, politische Emigranten, Sozialismus, Fremdenfeindlichkeit, Integration, Alltagsgeschichte, GSSD, DDR-Bevölkerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Leben und den gesellschaftlichen Status von Ausländergruppen in der DDR sowie den Umgang des SED-Regimes mit diesen Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen sowjetische Zivilpersonen und Besatzungstruppen, Asylsuchende und politische Emigranten, ausländische Studenten sowie Vertragsarbeiter.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das ambivalente Verhältnis zwischen der DDR-Gesellschaft und Ausländern aufzuzeigen, welches zwischen staatlicher Kontrolle, politischer Instrumentalisierung und alltäglichen menschlichen Interaktionen schwankte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historische Analyse durch, die auf der Auswertung von Regierungsabkommen, Statistiken und Sekundärliteratur basiert, um die Lebenswirklichkeit der Ausländer zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte, die jeweils eine spezifische Ausländergruppe (Sowjetbürger, Emigranten, Studenten, Vertragsarbeiter) detailliert unter den Aspekten Arbeitsalltag, soziale Einbindung und staatliche Segregation beleuchten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen DDR, SED-Regime, Segregation, Vertragsarbeiter, politische Emigranten, sowjetische Streitkräfte, Instrumentalisierung und Integration.

Wie war der Status der ausländischen Studenten in der DDR?

Die Studenten dienten der DDR als „diplomatisches Kapital“, wurden jedoch ideologisch kontrolliert und gesellschaftlich von der eigenen Bevölkerung abgeschottet, was häufig zu chaotischen Verhältnissen führte.

Was kennzeichnete das System der Vertragsarbeiter?

Vertragsarbeiter wurden im Rahmen sozialistischer Regierungsabkommen angeworben, um wirtschaftliche Defizite auszugleichen. Sie waren jedoch entrechtete Arbeitskräfte, die unter strengen Kontrollen in Wohnheimen isoliert lebten.

Welche Rolle spielte die Nationalität in der DDR?

Die DDR war auf die fixierte Nationalität ausgerichtet; dies förderte die staatliche Segregationspolitik und erschwerte Liebesbeziehungen zwischen Deutschen und Ausländern massiv.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausländer in der DDR
Untertitel
Betrachtung des ambivalenten Lebens spezifischer Ausländergruppen in der DDR unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Absichten seitens des SED-Regimes
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Migration und Zwangsmigration im 19./20. Jahrhundert
Note
1,3
Autor
Daniel Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
33
Katalognummer
V150414
ISBN (eBook)
9783640617043
ISBN (Buch)
9783640616404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausländer DDR SED Ausländerpolitik Vertragsarbeiter politische Flüchtlinge ausländische Studenten GSSD Sowjetische Truppen Sozialismus Bruderkampf Asyl Emigration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Meyer (Autor:in), 2010, Ausländer in der DDR , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150414
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Leseprobe aus  33  Seiten
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