Die Voraussetzungen des Vorliegens und die Zusammensetzung des Kapitalkontos unter besonderer Berücksichtigung eines sog. Finanzplandarlehens

Die Zusammensetzung des Kapitalkontos i.S.d. § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG


Studienarbeit, 2009

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

I Verzeichnis Uber verwendete Abkurzungen

1 Einleitung

2 Ausgangsfall

3 Definition und Ausweis von Finanzplandarlehen
3.1 Finanzplandarlehen sind Fremdkapital
3.2 Ausnahme Finanzplandarlehen als Eigenkapital

4 Voraussetzungen fur Finanzplandarlehen

5 Der Begriff des Kapitalkontos
5.1 Aufbau eines Kapitalkontos

6 Ausgleichs- bzw. abzugsfahig Verluste

7 Fazit

II Literaturverzeichnis

I Verzeichnis Uber verwendete Abkurzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Gerade in Zeiten der Weltwirtschaftskrise geraten Gesellschaften immer haufiger in Kri- sensituationen infolge von Liquiditatsengpassen. Umso schwieriger gestaltet sich jedoch die Situation fur Gesellschaften wenn im Falle einer allgemeinen Kreditklemme Finanzin- stitute nicht in der Lage sind einen drohenden Liquiditatsengpass mit Hilfe von Darlehen zu uberbrucken.

Ein weiteres Problem ist in dem Kapitalbedarf fur eine geplante Expansion der Gesell- schaft zu sehen. Benotigt die Gesellschaft frisches Geld, um etwa neue Geschaftsfelder zu erschlieBen oder Projekte durchzufuhren, ist der erste Gang zur Hausbank. Haufig ist es aber dann so, dass die erforderlichen Mittel der Gesellschaft aus eigener Tasche als Darle­hen zur Verfugung gestellt werden mussen, da Banken eine Finanzierung, trotz Stellung geeigneter privater Sicherheiten, gerade in der aktuellen Finanzmarktsituation, verweigern.[1]

Umso weitreichender sind die Folgenden die sich aus dem Urteil IV R24/03 des Bundesfinanzhofs aus dem Jahre 2005 ableiten lassen.

Demnach erhoht das von einem Kommanditisten an seine KG gewahrte Darlehen sein Ka- pitalkonto i.S.d. § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG, wenn es den vertraglichen Bestimmungen zu- folge wahrend des Bestehens der Gesellschaft vom Kommanditisten nicht gekundigt werden kann und wenn das Guthaben im Falle seines Ausscheidens oder der Liquidation der Gesellschaft mit einem eventuell bestehenden negativen Kapitalkonto verrechnet wird.[2]

In folgender Arbeit sollen nun die einzelnen Voraussetzungen fur ein Vorliegen eines Fi- nanzplandarlehens sowie die Zusammensetzung des Kapitalkontos i.S.d. § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG erlautert werden.

2 Ausgangsfall

Die Klagerin und Revisionsklagerin (Klagerin) ist eine GmbH & Co. KG. Sie befasst sich mit der Entwicklung, der Unterhaltung und dem Betrieb einer Golfsport- und Clubanlage. An ihrem Stammkapital waren zum 31. Dezember 1998 neben anderen Kommanditisten A, B und C jeweils mit einer --eingezahlten-- Stammeinlage von 7 500 DM als Treugeber- Kommanditisten beteiligt.

Die genannten Kommanditisten gewahrten der Klagerin im Streitjahr (1998) jeweils ein zinsloses Darlehen in Hohe von 2 500 DM. Hierzu war gemaB § 8 Abs. 4 des Gesell- schaftsvertrags jeder Kommanditist oder Treugeber der KG verpflichtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 1: Ausgangssituation des BFH Urteils nach eigener Darstellung

Die Absatze 5 bis 7 des § 8 des Gesellschaftsvertrags lauten: "Das Darlehen nach Abs. 4 ist unverzinslich. Es wird fur die Laufzeit der Kommanditbeteiligung bzw. des Treuhand- verhaltnisses gewahrt. Die Gesellschaft ist zur vorzeitigen Ruckzahlung des Darlehens nach Abs. 4 auch in Teilbetragen berechtigt. Vorzeitige Ruckzahlungen mussen anteilig an alle Gesellschafter geleistet werden. Die Ruckzahlung des Darlehens findet nicht statt, so- weit bei vorzeitigen Ruckzahlungen oder bei Ausscheiden des Kommanditisten/Treugebers die Kapitalkonten (§ 7 Abs. 1 bis 4) insgesamt negativ sind. Im Falle des Ausscheidens wird das Darlehen nach Abs. 4 als zusatzliche Gesellschafterleistung auf den negativen Saldo der Kapitalkonten verrechnet. Ein danach verbleibender Betrag ist dem ausscheiden- den Kommanditisten/Treugeber zuruckzubezahlen."

In ihrer Erklarung zur gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellung fur das Streitjahr (1998) erklarte die Klagerin einen Verlust in Hohe von 87 095 DM, von dem den genann- ten Treugeber-Kommanditisten entsprechend ihrer Beteiligungsquote jeweils 6 318 DM zugerechnet wurden, obwohl dieser Betrag zusammen mit dem Verlustanteil von 2 908 DM aus dem Vorjahr den Kapitalanteil der Kommanditisten jeweils um 1 726 DM uber- stieg. Zusammen mit dem Bescheid uber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen fur 1998 vom 7. Juli 2000 stellte der Beklagte und Revisionsbe- klagte (das Finanzamt --FA--) mit Bescheid uber die Feststellung von Besteuerungsgrund­lagen nach § 15a Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) im Hinblick auf § 15a Abs. 1 EStG den ausgleichs- bzw. abzugsfahigen Verlustanteil jeweils in Hohe von 4 592 DM (6 318 DM ./. 1 726 DM) und im Hinblick auf § 15a Abs. 2 EStG den nur mit kunftigen Gewinnen verrechenbaren restlichen Verlustanteil mit jeweils 1 726 DM fest.[3]

Das Finanzamt erkannte somit das von den Kommanditisten an die Gesellschaft gewahrte Darlehen nicht als Eigenkapital an, womit der Kapitalanteil der Kommanditisten von 7.500 Euro auf 10.000 Euro gestiegen ware.

Dies hatte zur Folge gehabt, dass die den Kommanditisten zugerechnete Verluste im Hin- blick auf § 15a Abs. 1 EStG ausgleichs- bzw. abzugsfahig gewesen waren.

Die Klagerin erhob zunachst gegen den Bescheid Einspruch ein, der jedoch vom Finanz- amt abgewiesen wurde, woraufhin die Klagerin Klage beim Finanzgericht erhob.

Da diese ebenfalls abgewiesen wurde, legte die Klagerin beim Bundesfinanzhof Revision ein.

Der Bundesfinanzhof gab der Revision statt und erkannte die von den Gesellschaftern ein- gebrachten Darlehen als Finanzplandarlehen und somit als Eigenkapital an.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Voraussetzungen des Vorliegens und die Zusammensetzung des Kapitalkontos i. S. des § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG unter besonderer Berucksichtigung eines sog. Finanzplandarlehens darzustellen.

[...]


[1] Vgl.: Fiala, Johannes: Gesellschafterdarlehen sofort abschreiben fur mehr Liquiditat, Vermogen und Steuern, Seite 22, Ausgabe 01 vom 02.01.2009,

[2] Vgl.: BFH, Urteil vom 7. 4. 2005 - IV R 24/ 03; FG Baden-Wurttemberg

[3] Vgl.: BFH, Urteil vom 7. 4. 2005 - IV R 24/ 03; FG Baden-Wurttemberg

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Voraussetzungen des Vorliegens und die Zusammensetzung des Kapitalkontos unter besonderer Berücksichtigung eines sog. Finanzplandarlehens
Untertitel
Die Zusammensetzung des Kapitalkontos i.S.d. § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG
Hochschule
Fachhochschule Hof
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V150419
ISBN (eBook)
9783640615766
ISBN (Buch)
9783640615735
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FINANZPLANDARLEHENS, 15a EStG, Estg, 15a, Kapitalgesellschaft
Arbeit zitieren
Alexander Schmidt (Autor), 2009, Die Voraussetzungen des Vorliegens und die Zusammensetzung des Kapitalkontos unter besonderer Berücksichtigung eines sog. Finanzplandarlehens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150419

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