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Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens

Titre: Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 60 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Burkhard Heling (Auteur)

Economie politique - Histoire
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der europäische Einigungs- und Integrationsprozess hat seit seinem Beginn vor 50 Jahren mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Ursprünglich initiiert, um die Sicherheit in Europa langfristig zu stabilisieren, trat zunehmend der Aspekt wirtschaftlicher Vorteile in den Fokus der Integrationsbemühungen. Die wirtschaftliche Prosperität der Gründerstaaten und der Wunsch, daran teilzuhaben, sind Gründe für viele Staaten, sich der Gemeinschaft anzuschließen.
Jedoch sind bis heute Skepsis und Angst vor Übervorteilung und Verlust nationaler Souveränität und Identität latent in den Köpfen vieler Europäer verankert. Überbürokratisierung, unmäßige Verwaltungskosten, Demokratiedefizite und ungerechte Machtverhältnisse werden den Institutionen und der formalen Ausgestaltung des gemeinsamen Europa vorgeworfen.
Besonders deutlich werden die vorhandenen Interessenkonflikte zwischen den Mitgliedstaaten aber auch den europäischen Institutionen untereinander am Budgetprozess, der in seinem Ergebnis festlegt, wie einerseits die finanziellen Mittel aufgebracht und andererseits verwendet werden sollen. Die Frage, wer wie viel und warum bekommt und wer dafür wie viel bezahlen soll, war Auslöser heftiger Diskussionen und Auseinandersetzungen, die Anfang der 80er Jahre ihren Höhepunkt fanden. Finanzielle Aspekte polarisieren und lassen Kompromisse schwieriger werden. Ressentiments und Vorbehalte den Nachbarn und Partnern gegenüber spiegeln die überwiegend nationalstaatlich orientierte Ausrichtung der Europäer, insbesondere in der Konzentration auf das Verhältnis von Zahlungen und zurückfließenden Mittel, wider.
Viele positive Effekte, die sich aus der Gemeinschaft ergeben, treten in einer verzerrten Wahrnehmung der Individuen in den Hintergrund.
Mitgliedstaaten fürchten um ihre Souveränität, und weite Teile der Bevölkerung sehen die EU Entscheidungen nicht ausreichend legitimiert, da der Einfluss der nationalen Parlamente gering ist.
Viele Verfahrensbedingungen begünstigen den Erhalt des Status-Quo. Eine Lösung oberhalb des kleinsten gemeinsamen Nenners wird, nicht zuletzt wegen immer vielfältigerer Interessen (z.B. durch Erweiterung), immer seltener. Dies äußert sich häufig in den Verhandlungen zur einstimmigen Beschlussfassung. „Die Institutionellen Strukturen der Europäischen Gemeinschaft [würden] suboptimale Politikergebnisse systematisch begünstigen und wenn nicht zum Stillstand, so doch zum Stagnieren des Integrationsprozesses führen.“ (Scharpf, 2009, S. 260)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bewertungskriterien des Budgetverfahrens

3. Deskriptiver Überblick

3.1 Beteiligte Institutionen

3.1.1 Der Europäische Rat

3.1.2 Der Rat der Europäischen Union

3.1.3 Das Europäische Parlament

3.1.4 Die Europäische Kommission

3.2 Aufstellung des Haushaltes

3.3 Konfliktpotential der beteiligten Organe und Institutionen

3.4 Historische Entwicklung des Haushaltsverfahrens

3.4 Spieltheoretische Betrachtung

4. Herausforderungen des Budgetverfahrens

4.1 Allgemeine Probleme

4.1.1 Ausgabenseite

4.1.2 Einnahmeseite

4.1.3 Machtverteilung als Einflussfaktor auf das Budgetverfahren

4.1.4 Zusammenfassung der allgemeinen Problematik

4.2 Mehrjähriger Planungsprozess

4.3 Reformvorschläge

5. Vertrag von Lissabon

5.1 Veränderungen im Budgetverfahren

5.2 Das Mitentscheidungsverfahren (Kodezisionsverfahren)

6. Fazit / Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens vor dem Hintergrund institutioneller Interessenkonflikte, Legitimitätsfragen und Effizienzanforderungen. Dabei steht die Analyse der Machtverteilung zwischen Rat und Parlament sowie die Wirkung des Budgetprozesses im Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und supranationaler Integration im Zentrum der Forschungsfrage.

  • Analyse der institutionellen Rollen (Rat, Parlament, Kommission) im Budgetprozess.
  • Untersuchung von Konfliktpotentialen und spieltheoretischen Aspekten der Haushaltsverhandlungen.
  • Evaluation der Herausforderungen bei der Mittelallokation und Einnahmepolitik (Nettozahlerdebatte).
  • Bewertung des Einflusses des Vertrags von Lissabon auf das künftige Budgetverfahren.

Auszug aus dem Buch

3.4 Spieltheoretische Betrachtung

Solange das Budgetverfahren ohne die Interinstitutionelle Vereinbarung auskommen musste, war der Budgetprozess geprägt von gegenseitiger Blockade der Institutionen. Erst die Interinstitutionelle Vereinbarung hat den Beteiligten eine schnellere Einigung ermöglicht. Die informellen Gespräche sind jedoch nicht offizieller Bestandteil des Verfahrens nach dem EG-Vertrag (Artikel 272) und haben daher freiwilligen Charakter. Inwieweit die gesetzmäßige Ausgestaltung des Haushaltsverfahrens die Probleme fördert oder sogar auslöst, untersucht Luisa Giuriato in einer spieltheoretischen Analyse (Giuriato, 2009), die hier kurz zusammengefasst werden soll.

Zur Vereinfachung wird angenommen, dass sich die beteiligten Institutionen wie eine Person bzw. ein Spieler verhalten. Details der Entscheidungsfindung innerhalb der Institutionen werden nicht berücksichtigt. Das Ziel des Europäischen Parlamentes (sowie der Kommission) mit starkem Zentralisierungsinteresse ist die Ausdehnung seines Einflusses, insbesondere durch mehr Verantwortung, über größere Budgets. Dagegen ist der Rat bestrebt, die Ausgaben auf dem befindlichen Niveau und in ihrer Struktur zu erhalten.

Abbildung 2 stellt den Budgetprozess in extensiver Form als Spielbaum dar. Aus der Verhandlung um die Höhe der verschiedenen Kostenarten ergibt sich ein dreistufiges Teilspiel für die obligatorischen und ein vierstufiges Teilspiel für die nicht-obligatorischen Ausgaben. Annahmegemäß entspricht das erste Angebot der Spieler ihren gewünschten Positionen. Der Rat möchte x1CE und x1NCE, das Parlament x2CE und x2NCE durchsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Integrationsprozess der EU und die damit einhergehenden Spannungsfelder zwischen nationaler Souveränität und dem Wunsch nach einer effizienten, legitimierten Budgetpolitik.

2. Bewertungskriterien des Budgetverfahrens: Dieses Kapitel erläutert die EU als Prinzipal-Agenten-Modell und diskutiert die normativen Kriterien wie Legitimität, Effizienz und Gerechtigkeit im Kontext der europäischen Entscheidungsfindung.

3. Deskriptiver Überblick: Der Abschnitt liefert eine formale Beschreibung der beteiligten Institutionen, des Budgetaufstellungsprozesses und der historischen Entwicklung des Verfahrens inklusive einer spieltheoretischen Einordnung.

4. Herausforderungen des Budgetverfahrens: Hier werden zentrale Probleme wie das Common-Pool-Problem, die Nettozahlerdebatte und die Machtverteilung als Einflussfaktoren auf die Budgetallokation sowie der mehrjährige Planungsprozess analysiert.

5. Vertrag von Lissabon: Dieses Kapitel untersucht die institutionellen und verfahrenstechnischen Anpassungen durch den Vertrag von Lissabon, insbesondere die Einführung des Mitentscheidungsverfahrens im Haushalt.

6. Fazit / Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Reformfähigkeit des EU-Haushaltssystems angesichts der komplexen Interessenlagen.

Schlüsselwörter

Budgetverfahren, Europäische Union, Haushaltsdisziplin, Legitimität, Effizienz, Spieltheorie, Institutionelle Interessen, Finanzielle Vorausschau, Interinstitutionelle Vereinbarung, Vertrag von Lissabon, Nettozahler, Mitentscheidungsverfahren, Common-Pool-Problem, Reformbedarf, Haushaltspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens, wobei der Fokus auf den strukturellen Problemen und den daraus resultierenden politischen Konflikten liegt.

Welche Akteure sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Akteure sind das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union (Ministerrat) und die Europäische Kommission, deren wechselseitige Machtdynamiken untersucht werden.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit effizienter, zentralisierter Haushaltsentscheidungen und dem Erhalt nationaler Souveränität gelöst werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer institutionenökonomischen Analyse nutzt der Autor spieltheoretische Ansätze, um die nicht-kooperativen Verhaltensweisen der Beteiligten im Budgetprozess abzubilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des aktuellen Budgetverfahrens, eine Problemanalyse (z.B. Nettozahlerdebatte, Common-Pool-Problematik) und eine Bewertung der Reformen durch den Vertrag von Lissabon.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Budgetprozess, Legitimitätsdefizit, Machtverteilung und fiskalpolitische Koordination geprägt.

Welche Rolle spielen Reformvorschläge wie der Sapir-Report?

Der Sapir-Report dient als Beispiel für einen umfassenden Umbau der Ausgabenstruktur hin zu mehr Wachstumsorientierung, stößt jedoch in der Praxis auf den Widerstand bestehender politischer Interessen.

Wie verändert der Vertrag von Lissabon das Haushaltsverfahren konkret?

Der Vertrag führt das Mitentscheidungsverfahren (Kodezision) für den Haushalt ein und stärkt so formal den Einfluss des Europäischen Parlaments gegenüber dem bisherigen System.

Warum ist das "Common-Pool-Problem" für die EU so relevant?

Es erklärt die Ineffizienz, da die Akteure (Mitgliedstaaten) ein Interesse daran haben, ihre eigenen nationalen oder regionalen Projekte zu finanzieren, während die Kosten dafür von allen Steuerzahlern der Union getragen werden.

Fin de l'extrait de 60 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens
Université
University of Heidelberg
Note
2,0
Auteur
Burkhard Heling (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
60
N° de catalogue
V150423
ISBN (ebook)
9783640619511
ISBN (Livre)
9783640619962
Langue
allemand
mots-clé
EU Europäische Union Europäische Integration Europa Budget EU-Budget Haushalt EU-Haushalt Budgetverfahren Haushaltsverfahren Reform EU-Reform EU-Integration
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Burkhard Heling (Auteur), 2009, Reformbedarf des EU-Haushaltsverfahrens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150423
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Extrait de  60  pages
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