Konzept und Probleme der 'sozialen Stadt'


Hausarbeit, 2007

14 Seiten, Note: 2,3

Christoph Böhm (Autor)


Leseprobe

A. Inhaltsverzeichnis

1. Was ist das Bund-Lander Programm „soziale Stadt“ und in wie fern hat und hatte es Erfolg?

2.1 Zur Notwendigkeit des Programms
2.2 Ziele und Aufgaben
2.3 Das Beispiel des Quartiersmanagement in Berlin

3. Erfolge und Aussichten

B Literaturverzeichnis

C Bibliographie

D Eidesstattliche Erklarung

1. Was ist das Bund-Lander Programm „soziale Stadt“ und in wie fern hat und hatte es Erfolg?

Ich mochte mich in dieser Arbeit mit dem Bund-Lander Programm „soziale Stadt“ beschaftigen. Dieses Programm wurde erstmals auf der Bauministerkonferenz im Jahr 1996 beschlossen um dann im Jahr 1999 durch den Aspekt der „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf ‘ erganzt zu werden. Diese Erganzung hatte ihren Grund in der stetig zunehmenden Erkenntnis der fehlenden sozialen Komponente (vgl. ROGGENTHIN 1999: 82) im bisher beschlossenen Programm. Durch dieses Programm reagieren Bund und Lander auf die sich stark geanderten Rahmenbedingungen in den Stadten. Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und mit ihr haben sich auch die Stadte gewandelt. Das Programm umfasst uber 360 Pragrammgebiete und rund 252 einzelne Stadte und Gemeinden (vgl. Abbildung 1). Das Fordervolumen belauft sich pro Gebiet (von 1999 bis 2003) auf ca. 1 Mio. € (vgl. AEHNELT 2005: 64). Es ist sowohl in den alten wie auch in den neuen Bundeslandern angelegt und versucht gerade auch die immer noch vorhandene Kluft zwischen Ost und West, im Bereich der Stadtentwicklung, zu kitten.

Ich mochte versuchen in dieser Arbeit das Programm „soziale Stadt“ naher zu betrachten um anschliefiend der Frage nachzugehen ob das Programm erfolgreich war und es immer noch ist.

2.1. Zur Notwendigkeit des Programms

Zu den Hintergrunden der sozialen Probleme und damit der Notwendigkeit eines solchen Programms ist grundlegend zu sagen dass hier der Strukturwandel der Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Der stetige und beschleunigte Wandel, beginnend in den letzten zwei Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts, hat sich drastisch auf die Stadtentwicklung ausgewirkt. Zu aller erst sind hier die Phanomene der Globalisierung zu nennen. Diese haben eine gravierende Auswirkung auf die Arbeitsmarktsituation und fuhrten zuletzt zu einer steigenden Arbeitslosigkeit. Damit eng verbunden ist die Regionalisierung und die ansteigende Entsolidarisierung der Gesellschaft. Dies alles und die „soziale Abwartsspirale“ (ROGGENTHIN 1999: 80) fuhrten zur Entstehung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf. Diese Stadtteile sind gepragt durch eine hohe Einwohnerzahl und einer Diskrepanz zwischen den Faktoren Arbeitsplatzangebot, Ausbildungsniveau und Qualitat der Wohnungen des Stadtteils und den gleichen Faktoren der benachbarten Stadtteile.

Die angesprochene soziale Abwartsspirale in diesen Stadtteilen wird noch durch die zunehmende und sich selbst verstarkende soziale Sekregation verstarkt. Das heifit hier dass sich Einkommensreiche und Einkommensschwache zusehends entmischen (vgl. FRIEDRICHS 1983: 217) und dieser Prozess noch durch die Aufwertung anderer Gebiete beschleunigt wird. In den neuen Bundeslandern haben wir zudem noch weitere, historisch bedingte, Hintergrunde dieser Entwicklung. Hier ist zuerst die Transformation zu nennen. Mit ihr ist die Anderung des komplette Wirtschafts- und Planungssystems im Rahmen der Wiedervereinigung gemeint. Zudem kommt in diesen Landern eine plotzliche und verstarkte Suburbanisierung dazu welche zu einem „Ausbluten der Innenstadte“ fuhrt. Durch die meist ungeklarten Eigentumsverhaltnisse gerade in den innerstadtischen Altbaugebieten wurden Investoren abgeschreckt und die Abwartsspirale fur diese Quartiere verstarkt. In den neuen Bundeslandern kamen zudem noch in hoher Zahl vorhandene Plattenbauten und die von den abgeruckten Besatzungsmachten zuruckgelassenen Kasernenanlagen hinzu. Diese meist schlecht angebundenen, im peripheren Raum liegenden, Quartiere konnten sich bestens zu Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf entwickeln. (HEINEBERG 2006: 245).

2.2. Ziele und Aufgaben

„Ziel war und ist es, mit einer aktiven und integrativ wirkenden Stadtentwicklungspolitik der sozialraumlichen Spaltung innerhalb von Stadten und der Abwartsentwicklung benachteiligter Stadtquartiere umfassend zu begegnen.“ (HAACK 2005: 55). Diese Formulierung fast die offiziellen Zielsetzungen, wie die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen, die Stabilisierung der wirtschaftlichen Basis der Stadtteile und die Starkung des Gebietsimage, der Identifikation mit den Quartieren, recht gut zusammen. Denn nur durch eine ganzheitliche (integrative) und eine aktive, hier auch eine sozialpolitische, Stadtentwicklungspolitik kann den Problemen der Quartiere entgegengewirkt werden.

Ganz konkret wird dies in den Aufgaben des Programms. Zum einen will man hier das Wohnumfeld durch die Erhaltung und Umgestaltung von Strafien und Platzen erreichen. Der Ausbau von sozialer Infrastruktur wirkt hier besonders auf die schon beschriebenen Probleme der oft peripher liegenden Quartiere in den neuen Bundeslandern. Als wichtigste Ausgabe wird die neu gestaltete soziale Stadtentwicklungspolitik gesehen. Hier sollen neue Impulse fur Steuerungsformen in der Stadtpolitik gesetzt werden. Konkret heifit das, dass auch externe Akteure zur Planung herangezogen werden. Hier hat sich der Begriff des Quartiersmanagment entwickelt. Dies stellt eine Form da in der ressortubergreifend Akteure der unterschiedlichsten Bereiche der Stadtpolitik zusammengefuhrt werden und dadurch die sich uberlagernden Probleme einzelner Bezirke bewaltigt werden konnen (vgl. KRUMM 2005:123). Auch Aehnelt formuliert diese Funktionen: „Ihm [dem Quartiersmanagement] kommt neben den operativen Aufgaben der Akteursvemetzung und Mittelbundelung die Funktion des „Scharniers“ zwischen der Verwaltung und den Quartiersbewohnern zu.“ (AEHNELT 2005: 71).

2.3. Das Beispiel des Quartiersmanagement in Berlin

Nach der Konzeption des Programms im Jahr 1999 wurde in einigen deutschen Landern wie Bremen, Hamburg und Berlin das Instrument des Quartiersmanagements eingesetzt. Hier werden einzelne Quartiere, meist Stadtteile wie Neukoln, von der alleinigen Gesamtverwaltung des Senats befreit und durch eine Kombination aus Selbstverwaltung durch Anwohner und externe Akteure in Verbindung mit der Senatsverwaltung ersetzt. Dabei stehen die folgenden Strukturmerkmale im Vordergrund:

- Ein neu geschaffenes Team im jeweiligen Stadtteil, das direkt mit den Menschen in der Nachbarschaft zusammenarbeitet und dem Konzept vor Ort ein Gesicht verleit
- Vor-Ort- Buros
- Die Verbesserung der Zusammenarbeit der einzelnen Verwaltungsebenen
- Ein individuelles Handlungskonzept, welches die Starken und Schwachen des Quartiers beschreibt
- Ein starkere Einbindung der Menschen in die Entscheidungsprozesse im Stadtteil
- Einen Fonds um eine Finanzgewalt unmittelbar beim Quartiersmanagement zu schaffen (vgl. MUHLBERG 2006).

In der Praxis sieht das ganze dann so aus, das durch die Einbindung von Bildungseinrichtungen in den Stadtteilen neue Lernmodelle in Kindertagesstatten eingefuhrt werden oder dass Ausbildungscafes in der Nachbarschaft sehr gut von den Einwohnern angenommen werden. Zudem werden Projekte wie zum Beispiel der Bau von Jugendtreffs realisiert. Des Weiteren werden Strukturen ins Leben gerufen die bei der Job- oder Ausbildungsplatzsuche helfen. Hierbei wird besonders auf die Einwohner mit Migrationshintergrund eingegangen um ihnen bei den oft grofien Sprachprobleme zu helfen. Auch bei den Gestaltungsmoglichkeiten der Strafien und Platze werden die Einwohner mit einbezogen. So wurden zum Beispiel innerhalb von grofien und kleinen Aktionen im Quartier Zentrum Kreuzberg / Oranienstrafie Strafienpflasterungen erneuert und Hauseingange verschonert und in Abstimmungen unter den Schulern wurde uber die neue Schulhofgestaltung abgestimmt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Konzept und Probleme der 'sozialen Stadt'
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Siedlungsgeographie
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V150440
ISBN (eBook)
9783640618095
ISBN (Buch)
9783640617685
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Siedlungsgeographie, Soziale Stadt, Bund-Länder Programm
Arbeit zitieren
Christoph Böhm (Autor), 2007, Konzept und Probleme der 'sozialen Stadt', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150440

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