1 Einführung in das Thema
Dieser Bericht basiert auf der Exkursion nach Brüssel vom 16.11.09-19.11.09, indem die
Gruppe der HS-Esslingen (Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege) viele
verschiedene Institutionen besucht hat die unter Anderem für diesen Fachbereich von
großer Bedeutung sind. Besucht wurden das Europäisches Parlament, der Europäische
Rat und die Kommission, die Landesvertretung Baden- Württemberg, die Niederlassung
des Caritasverbandes und der Wirtschafts- und Sozialausschuss.
Mein Grund an dieser Exkursion teilzunehmen bestand darin, mich intensiver mit dem
Thema Europa auseinander zu setzen und zu verstehen, was dort eigentlich alles
passiert. Denn Europa ist heutzutage ein sehr wichtiges Thema mit dem sich die
Menschen meiner Meinung nach allerdings immer noch nicht hinreichend befassen.
Grund hierfür ist sicherlich auch die Tatsache, dass ein schlechter Informationsfluss
herrscht und die Menschen einfach nicht genau wissen was auf europäischer Ebene
geschieht. Versucht man sich dennoch mit dem Thema zu befassen, findet man sich auf
den vielen unübersichtlichen Internetseiten schlecht zurecht. Ich denke, dass dies auch
ein Grund für die schlechte Wahlbeteiligung der im Juni statt gefundenen Europawahl ist
an der alle 27 Mitgliedsstaaten beteiligt waren. Diese betrug nur 43,1% und liegt damit
sogar noch einmal unter dem Wert der letzten Europawahl.1
In den besuchten Institutionen haben wir verschiedene Themenbereiche angesprochen,
von denen ich eines in diesem Bericht näher beschreiben möchte. Es handelt sich hierbei
um das von vielen erwähnte Europäische Sozialmodell. Meine Entscheidung dieses
Themengebiet näher zu beschreiben basiert auf der Tatsache, dass in den
Unterschiedlichen Vorträgen genauso viele unterschiedliche Meinungen bezüglich dessen
genannt wurden. Umso sinnvoller erscheint es mir sich selber ein Bild darüber zu machen
was darunter zu verstehen ist und welche Auswirkungen es haben könnte. Es ist zudem
ein Themenbereich, der vor allem in der Sozialen Arbeit Relevanz hat.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema
1.1 Aufbau der Arbeit
2. Überblick über die besuchten Institutionen
3 Europäisches Sozialmodell
3.1 Geschichtlicher Überblick des Europäischen Sozialmodells
3.2 Versuch einer Definition
3.3 Auswertung der Fragen zum europäischen Sozialmidell
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Dieser Exkursionsbericht verfolgt das Ziel, das komplexe Gebilde der europäischen Institutionen sowie deren Arbeitsweisen näher zu beleuchten. Basierend auf Besuchen vor Ort untersucht die Arbeit insbesondere die Bedeutung und Umsetzbarkeit des „Europäischen Sozialmodells“ als zentrales Themenfeld im Kontext der Sozialen Arbeit.
- Struktur und Aufgaben der europäischen Institutionen
- Entwicklung und geschichtlicher Kontext des Europäischen Sozialmodells
- Definitionsproblematiken und wissenschaftliche Einordnung
- Kontroverse Einschätzungen zur Zukunft des sozialen Europas
- Bedeutung europäischer Politik für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Geschichtlicher Überblick des Europäischen Sozialmodells
Der Begriff des europäischen Sozialmodells wurde 1980 von dem damaligen Kommissionspräsidenten Jaques Delors medienwirksam eingeführt. Mit der Formel des europäischen Sozialmodells ging es ihm darum, dass „die europäische Integration nicht alleine auf ökonomische Felder begrenzt bleiben kann, sondern eine soziale Dimension im weiteren Sinne einbeziehen muss“6. Delors strebte damit einer Strategie der Europäisierung zur Verbindung von Sozialem Ausgleich und ökonomischen Fortschritt an.
Diese Überlegung ist unter Anderem eine Folge des Vertrages von Maastrich. Dort hat man erkannt, dass die Kluft zwischen Wirtschafts- und Währungspolitik und der Sozialpolitik immer größer wurde. Erklären kann man diese damit, dass die Wirtschafts und Währungspolitik immer mehr auf der europäischen Ebene organisiert wurde, die Sozialpolitik hingegen weiter auf der nationalen Ebene verharrte. Hier setzt laut Ulrike Haß das europäische Sozialmodell ein, da es versucht ein „sozialpolitisches Äquivalent zur Wirtschafts- und Währungsorganisation auf Unionsebene zu errichten“7.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema: Die Autorin erläutert den Anlass der Exkursion nach Brüssel und begründet ihr Interesse an der europäischen Politik sowie die Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit.
1.1 Aufbau der Arbeit: Dieser Abschnitt gibt einen kurzen Überblick über die methodische Gliederung des Berichts in Institutionsvorstellung, Schwerpunktthema und Auswertung der geführten Experteninterviews.
2. Überblick über die besuchten Institutionen: Es werden die verschiedenen besuchten Einrichtungen wie das Parlament, der Rat, die Kommission sowie Verbände vorgestellt und deren spezifische Aufgaben in der EU skizziert.
3 Europäisches Sozialmodell: In diesem Hauptkapitel wird das Schwerpunktthema eingeführt, das sich mit der Frage nach einem einheitlichen sozialen Europa und dessen Zukunftsfähigkeit auseinandersetzt.
3.1 Geschichtlicher Überblick des Europäischen Sozialmodells: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge des Modells durch Jaques Delors und den Einfluss des Vertrages von Maastricht nach.
3.2 Versuch einer Definition: Hier wird die Problematik beleuchtet, dass es aufgrund der Vielfalt der nationalen Wohlfahrtsmodelle keine einheitliche Definition des Europäischen Sozialmodells gibt.
3.3 Auswertung der Fragen zum europäischen Sozialmidell: Die Autorin fasst die unterschiedlichen Meinungen der besuchten Referenten zum Modell zusammen und stellt diese gegenüber.
4 Resümee: Die Autorin zieht ein persönliches Fazit zur Exkursion, reflektiert ihren Erkenntnisgewinn über die Funktionsweise der EU und kritisiert den Repräsentationsaufwand der Institutionen.
Schlüsselwörter
Europa, Europäisches Sozialmodell, Europäische Institutionen, Exkursion, Soziale Arbeit, Wohlfahrtsmodell, Europäische Integration, Sozialpolitik, Wirtschafts- und Währungspolitik, Europäisches Parlament, Europäische Kommission, Europäischer Rat, Sozialer Zusammenhalt, Subsidiarität, Institutionenkunde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Exkursionsbericht?
Die Arbeit dokumentiert eine Studienexkursion nach Brüssel, bei der zentrale europäische Institutionen besucht wurden, um deren Arbeitsweise und Bedeutung für die Soziale Arbeit besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben der Vorstellung der EU-Institutionen liegt der Fokus auf der Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Europäischen Sozialmodell“ und der Frage, wie Soziales und Wirtschaftliches auf europäischer Ebene in Einklang gebracht werden können.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das komplexe politische Konstrukt Europas verständlich zu machen und die kontroversen Debatten um ein einheitliches Sozialmodell sowie dessen Realisierbarkeit aus Sicht verschiedener Experten zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Ansatz, bestehend aus der Teilnahme an Expertenvorträgen in den Institutionen, der Protokollierung von Diskussionsergebnissen sowie einer Literaturrecherche zum theoretischen Hintergrund.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Institutionskunde und eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Europäischen Sozialmodell, ergänzt durch die Auswertung von Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Europäisches Sozialmodell, EU-Institutionen, Integration, Soziale Arbeit, Wohlfahrtsstaaten und Subsidiaritätsprinzip.
Warum wird das Europäische Sozialmodell als kontrovers angesehen?
Es ist kontrovers, weil die EU-Mitgliedstaaten historisch gewachsene, sehr unterschiedliche Sozialsysteme haben, was eine Harmonisierung erschwert und die Frage aufwirft, ob ein einheitliches Modell überhaupt erstrebenswert ist.
Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit bei dieser Thematik?
Die Soziale Arbeit ist von europäischen Entscheidungen direkt betroffen. Die Autorin verdeutlicht, dass Fachkräfte auf EU-Ebene Präsenz zeigen müssen, um ihre Interessen und die Anforderungen ihrer Zielgruppen zu vertreten.
- Quote paper
- Ramona Schwartz (Author), 2009, Exkursion nach Brüssel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150448