Die vorliegende Projektarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung eines Standards zur Durchführung einer Akutschmerztherapie durch Pflegekräfte nach Operationen.
In einem Haus der Schwerpunktversorgung mit ca. 700 Betten besteht seit 2005 ein Akutschmerzdienst der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Aufgrund von Patientenäußerungen gegenüber den Mitarbeitern des Akutschmerzdienstes schien es, als seien die Patienten, die durch den Akutschmerzdienst betreut wurden, zufriedener mit ihrer Schmerzbehandlung als die anderen Patienten.
Um diese Annahme zu objektivieren, wurde 2008 eine Befragung bei den Patienten vorgenommen, die nicht durch den Akutschmerzdienst betreut wurden. Ziel war es, in dieser Gruppe, die Patientenzufriedenheit bezüglich der Schmerztherapie bei Akutschmerzpatienten nach operativen Eingriffen festzustellen und daraus Handlungsrichtlinien abzuleiten. Im Rahmen dieses Projekts wurde die Befragung ausgewertet und die Ergebnisse präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorstellung des Projektthemas
1.2 Abgrenzung der Themenstellung
2 Grundlagen des Projekts
2.1 Rechtliche Voraussetzungen
2.1.1 Recht auf Schmerzbehandlung
2.1.2 Delegation von ärztlichen Tätigkeiten
2.2 Qualitätssicherung in der Akutschmerztherapie
2.3 Tätigkeitsfeld des Akutschmerzdienstes
2.4 Darstellung des Untersuchungsfeldes
2.4.1 Die allgemeinchirurgische Allgemeinstation
2.4.2 Die unfallchirurgische Allgemeinstation
2.4.3 Das Patientenkollektiv
2.4.4 Die Pflegekräfte der Allgemeinstation
3 Evaluation des Schmerzmanagements im Untersuchungsfeld
3.1 Ziele der Evaluation
3.2 Projektschritte
3.2.1 Initiierung des Projekts
3.2.2 Projektauftrag
3.2.3 Gründung des Projektteams
3.2.4 Evaluation anhand von Patientenbefragung
3.2.5 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
4 Entwicklung und Implementierung der Schmerzstandards
4.1 Projektstrukturplan
4.2 Terminplanung
4.3 Kostenplanung
4.4 Projektcontrolling
5 Projektabschluss
5.1 Aufbereitung der Ergebnisse und Vorbereitung der Präsentation
5.2 Präsentation und Moderation der Ergebnisse innerhalb der Abteilungen
6 Ausblick auf zukünftige Projekte im Schmerzmanagement
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Optimierung der Patientenzufriedenheit hinsichtlich der Akutschmerztherapie. Durch die Entwicklung und Implementierung eines evidenzbasierten Standards soll eine strukturierte Schmerzbehandlung etabliert werden, die den Pflegekräften mehr Sicherheit bei der eigenständigen Einleitung schmerztherapeutischer Maßnahmen gibt.
- Analyse des IST-Zustands und der Patientenzufriedenheit
- Rechtliche und organisatorische Grundlagen der Schmerztherapie
- Etablierung eines standardisierten schmerztherapeutischen Algorithmus
- Verbesserung der Versorgungsqualität auf chirurgischen Allgemeinstationen
Auszug aus dem Buch
2.4.4 Die Pflegekräfte der Allgemeinstation
Dass dem Pflegepersonal eine besondere Rolle bei der Schmerztherapie zukommt, attestiert Wulf et al.:“Das Pflegepersonal besitzt dabei im allgemeinen besondere Kenntnisse über die psychische oder psychosoziale Situation des Patienten und kann damit erheblich zum Erfolg einer Schmerztherapie beitragen“ (Wulf et al. 1997: 37).
Diese Sichtweise teilten bei weitem nicht alle Pflegekräfte, so dass hier ein deutlicher Fortbildungs- und Schulungsbedarf zu erkennen war. Die Pflegekräfte der Allgemeinstation haben keine schmerztherapeutische Weiterbildung absolviert, wie die Fachpflegekräfte des Akutschmerzdienstes. Sie maßen Schmerz nicht nach evidenzbasierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern vor allem nach Verhalten und Ausdruck der Patienten (vgl. Schafeutle et al. 2001: 730).
Die Dokumentation von Schmerzen fand unzureichend statt. Im Pflegebericht wurde lediglich vermerkt, dass der Patient Schmerzen äußerte. In der Regel interpretierte die Pflegekraft die Schmerzstärke und verabreichte ein Medikament aus der Bedarfsanordnung. Hier sahen sich die Pflegekräfte bei der Durchführung einer Schmerztherapie nicht an explizite Anordnungen des Arztes gebunden und neigten dazu den Patienten nur zurückhaltend und nur nach Aufforderung Schmerzmittel zukommen zu lassen. Aufgrund der Unkenntnis von Nebenwirkungsprofilen und falschen Überzeugungen erhielten die Patienten deshalb zu wenig Schmerzmittel (vgl. Lavies et al. 1992: 319). Donovan et al. fanden in einer Studie mit 353 Schmerzpatienten heraus, dass insgesamt weniger als ein Viertel der angeordneten Medikamentendosis verabreicht wurde (vgl. Donovan et al. 1987: 74).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische und ökonomische Notwendigkeit einer adäquaten postoperativen Schmerztherapie sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen.
2 Grundlagen des Projekts: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Voraussetzungen, die Qualitätssicherung nach Donabedian und analysiert die spezifischen Gegebenheiten der chirurgischen Stationen.
3 Evaluation des Schmerzmanagements im Untersuchungsfeld: Der Fokus liegt auf der Planung und Durchführung einer Patientenbefragung zur Erhebung des IST-Zustands sowie der methodischen Projektinitiierung.
4 Entwicklung und Implementierung der Schmerzstandards: Hier wird der Projektstrukturplan vorgestellt und die praktische Umsetzung der Arbeitspakete, inklusive Kosten- und Zeitplanung, detailliert beschrieben.
5 Projektabschluss: Dieses Kapitel behandelt die Aufbereitung der Projektergebnisse und die Moderation der Ergebnisse vor den beteiligten Abteilungen.
6 Ausblick auf zukünftige Projekte im Schmerzmanagement: Abschließend werden Potenziale für weitere Verbesserungen wie Fortbildungen zur "Pain-Nurse" und die Anpassung von Dokumentationsunterlagen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Akutschmerztherapie, Schmerzmanagement, Pflegequalität, Projektmanagement, Patientenzufriedenheit, Chirurgie, Standardisierung, Schmerzalgorithmus, Qualitätssicherung, postoperative Schmerzbehandlung, Dokumentation, Fortbildung, Schmerzmessung, Krankenhausversorgung, Delegation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Schmerzmanagements durch die Entwicklung und Implementierung eines einheitlichen Standards für chirurgische Stationen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die Qualitätssicherung, rechtliche Aspekte der Delegation bei der Schmerztherapie und das Projektmanagement in einem Klinikkontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Steigerung der Patientenzufriedenheit, indem eine strukturierte und evidenzbasierte Schmerztherapie für Patienten nach operativen Eingriffen sichergestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein deskriptives Verfahren im Querschnitt angewendet, basierend auf einer Patientenbefragung, um den IST-Zustand zu objektivieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Erhebung und Analyse des IST-Zustands, die methodische Strukturierung des Projekts sowie dessen Umsetzung und Abschluss.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Akutschmerztherapie, Schmerzstandardisierung, Patientenzufriedenheit und chirurgische Pflegequalität.
Warum war die Einbeziehung der Rechtsabteilung erforderlich?
Dies war notwendig, um den entwickelten Schmerzalgorithmus rechtlich abzusichern, da die eigenständige Einleitung der Therapie durch Pflegekräfte eine rechtliche Grauzone berührte.
Welche Rolle spielt die "Pain-Nurse" in diesem Kontext?
Die Weiterbildung zur "Pain-Nurse" wird als wesentlicher Faktor für die Zukunft gesehen, um als Multiplikator in den Abteilungen eine fundierte Schmerztherapie zu fördern.
- Quote paper
- Frank Gotsmann (Author), 2010, Entwicklung und Implementierung einer Akutschmerztherapie durch Pflegekräfte auf chirurgischen Allgemeinstationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150515