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Männer und Hausarbeit: Ein Wandel in der deutschen Familie?

Title: Männer und Hausarbeit: Ein Wandel in der deutschen Familie?

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Eckert (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Orientierungen für Männer sind schwieriger geworden. Hielt man in Vergangenheit am traditionellen Vorbild des Vaters und Großvaters fest, stehen Männern heute unterschiedliche Orientierungsmuster zur Verfügung. Das führt mitunter dazu, dass der moderne Mann eine bessere Vorstellung von der gesellschaftlichen Rolle einer Frau hat, als von seiner eigenen.
Männer versuchen erst seit kurzem beide Lebens- und Arbeitsbereiche miteinander zu verbinden. Heutzutage wollen immer weniger Frauen zwischen Beruf oder Familie entscheiden und erheben Anspruch auf beides. Strebt die Frau danach, Kind und Karriere zu verbinden, ist er an der Reihe alle privaten Arbeiten mit ihr zu teilen und sie somit zu entlasten. Vom modernen Mann wird mehr gefordert. Die Doppelbelastung der Frau ist dabei nichts Neues mehr.
Soviel zur Idealvorstellung. Doch inwieweit decken sich Vollkommenheit und Realität? Wie verhalten sich beide Geschlechter in der neuen Situation tatsächlich? Ist die private Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter gefährdet, da sie vom Mann übernommen wird oder ist alles noch beim Alten? Und wie steht es überhaupt um die häuslichen Fähigkeiten der Männer? Womit hängen unsere Einstellungen über die geschlechtlichen Rollenzuweisungen eigentlich zusammen?
Im Folgenden wird auf die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und familiärer Sozialisation eingegangen. Ausgehend von der These, dass gesellschaftliche Umstände die Erziehung bedingen und umgekehrt, wird die bisherige, historisch geprägte Struktur in Haushalt und Familie beschrieben. Anschließend findet eine Auseinandersetzung mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation statt, die Themen, wie die Entstehung von Geschlechtsidentität und die Bedeutung, der Eltern als Rollenmodelle, behandelt. In einem weiteren Punkt stehen die Geschlechter-Arrangements, gemeint ist hier die tatsächliche Aufgabenverteilung zwischen Frau und Mann innerhalb Haushalt und Familie, im Fokus der Betrachtungen. Zum Schluss bleibt zu klären, ob eine Neubewertung von Erwerbs- und Hausarbeit den Wegfall verfestigter Rollenzuweisungen ermöglicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN GESELLSCHAFT UND FAMILIÄRER SOZIALISATION. FRÜHER UND HEUTE.

2.1. DIE BISHERIGE STRUKTUR IN HAUSHALT UND FAMILIE

2.2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE SOZIALISATION

3. GESCHLECHTER-ARRANGEMENTS

3.1. MÄNNER UND HAUSARBEIT

4. BRAUCHEN WIR EINE NEUE BEWERTUNG VON ARBEIT?

5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN

6. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel innerhalb der deutschen Familie unter besonderer Berücksichtigung der männlichen Beteiligung an der Hausarbeit. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob sich trotz gesellschaftlicher Veränderungen ein Wandel in den Geschlechterrollen feststellen lässt oder ob traditionelle Muster der Arbeitsteilung in Haushalt und Familie weiterhin dominieren.

  • Historischer Wandel der Familienstrukturen und Arbeitsteilung
  • Die Rolle der geschlechtsspezifischen Sozialisation für das spätere Rollenverhalten
  • Empirische Analyse der faktischen Beteiligung von Männern an der Hausarbeit
  • Theoretische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bewertung von Erwerbs- und Hausarbeit
  • Kritische Reflexion über die Beharrungskraft traditioneller Geschlechter-Arrangements

Auszug aus dem Buch

2.1. Die bisherige Struktur in Haushalt und Familie

In der vorindustriellen, bäuerlichen Familie gab es das Problem der Trennung zwischen häuslicher und außerhäuslicher Arbeit nicht in der Form, wie es sich später ausgebildet hat. Männer und Frauen beschäftigten sich beide fast den ganzen Tag mit Haus und Hof. Zwar übernahmen Frauen alle Arbeiten im Haus, Stall und Garten und erledigten Männer dagegen alle schweren Arbeiten, die einen hohen Krafteinsatz erforderten. Frauen arbeiteten aus diesem Grund länger und kontinuierlicher. Männer dafür kürzer. Doch blieb diese Arbeitsteilung auf die häusliche Sphäre beschränkt. (Beer 1990:205). Der Mann übernahm damals die volle Verantwortung über seine Frau und Nachkommenschaft. Der „Wert“ eines Menschen wurde an seiner Kraft gemessen. Mehr körperliche Kraft bedeutete automatisch mehr Rechte und Verantwortung, weniger Kraft, dementsprechend weniger Rechte.

Die Menschen der damaligen Zeit waren darauf angewiesen, ihr Eigentum zu verteidigen, nur ein starker Mensch konnte dies gewährleisten. So übernahmen Männer nicht nur die Bestimmung über eine Frau, sondern dienten ihrem Schutz, da sie damals allein nicht lebensfähig gewesen wäre. Auch, wenn sie Erbin war, war sie zur lohnlosen Mitarbeit für ihren Ehemann verpflichtet. „So erwirbt die Erbin eines Bauernhofes mit dem Tod des Vaters zwar sein Eigentum, ist aber dennoch zur lohnlosen Mitarbeit für ihren Ehemann verpflichtet; zur Eigentumssicherung ist ihre Heirat funktionale Voraussetzung. Diese Person unterliegt weiterhin Kontroll- und Machtbefugnissen des Ehemanns, obwohl formal Eigentümerin von Grund und Boden. Eine Frau – als Erbin, Ehefrau, unentgeltliche Arbeitskraft – verkörpert in ihrer Person eine dreifache (objektive) Funktionsbestimmung zur Sicherung der patriarchalen Eigentumsordnung.“ (Beer 1990:188).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die theoretische Basis durch Pfau-Effingers Modell der Geschlechter-Arrangements und skizziert die Fragestellung nach einem Wandel der Rollenverteilung in der deutschen Familie.

2. DIE WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN GESELLSCHAFT UND FAMILIÄRER SOZIALISATION. FRÜHER UND HEUTE.: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Übergang von vorindustriellen Strukturen zu modernen Familienbildern und den Einfluss der Sozialisation auf die Rollenidentität.

2.1. DIE BISHERIGE STRUKTUR IN HAUSHALT UND FAMILIE: Eine historische Analyse zeigt auf, wie durch die Industrialisierung die strikte Trennung von männlicher Erwerbsarbeit und weiblicher Hausarbeit entstand und normativ verfestigt wurde.

2.2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE SOZIALISATION: Hier wird untersucht, wie Eltern durch Erziehung und Rollenvorgaben bereits früh die Grundlagen für geschlechtstypisches Verhalten legen, was die Chancen auf egalitäre Strukturen langfristig einschränkt.

3. GESCHLECHTER-ARRANGEMENTS: Dieses Kapitel verknüpft die Erkenntnisse zur Sozialisation mit der aktuellen Aufgabenverteilung in Haushalten.

3.1. MÄNNER UND HAUSARBEIT: Auf Basis empirischer Daten wird belegt, dass die tatsächliche Beteiligung von Männern an der Hausarbeit auch in modernen Familien gering bleibt und von traditionellen Männlichkeitsbildern dominiert wird.

4. BRAUCHEN WIR EINE NEUE BEWERTUNG VON ARBEIT?: Es wird diskutiert, ob eine gesellschaftliche Neudefinition von Arbeit notwendig ist, um die strukturelle Benachteiligung von Frauen aufzuheben und Männer stärker in den familiären Alltag zu integrieren.

5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Das Fazit stellt fest, dass sich die Geschlechterrollen trotz vieler gesellschaftlicher Veränderungen als erstaunlich resistent erwiesen haben und eine geschlechtsneutralere Sozialisation der Kinder der Schlüssel für zukünftige Veränderungen sein könnte.

6. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten soziologischen und fachwissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Hausarbeit, Geschlechter-Arrangements, Sozialisation, Rollenverteilung, Familie, Geschlechtsidentität, Erwerbstätigkeit, patriarchale Strukturen, Gender, Arbeitsteilung, geschlechtsspezifische Sozialisation, Emanzipation, Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Geschlechterrollen in der deutschen Familie seit den letzten Jahrzehnten und analysiert, inwieweit Männer sich an der Hausarbeit beteiligen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Familienstruktur, die prägende Wirkung der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie die Diskrepanz zwischen modernen Einstellungen und faktischem Verhalten in der Haushaltsteilung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszufinden, ob Männer den Frauen ihre Rolle im Haushalt streitig machen oder ob ein tatsächlicher Wandel in Richtung egalitärer Geschlechterverhältnisse stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von Pfau-Effingers Modell der Mikroebene (Geschlechter-Arrangements) und bezieht sich auf vorhandene empirische Studien zur familialen Arbeitsteilung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung, den Mechanismen der geschlechtsspezifischen Sozialisation von Kindern sowie der aktuellen Beteiligung von Männern an verschiedenen häuslichen Tätigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hausarbeit, Sozialisation, Geschlechter-Arrangements, Rollenverteilung, Familie und geschlechtsspezifische Sozialisation.

Warum zeigt die empirische Analyse so wenig Wandel bei der Hausarbeit?

Die Arbeit zeigt, dass Männern die Kompetenz für Hausarbeit oft fehlt, da diese früh in der Erziehung vernachlässigt wurde, und dass die traditionelle Rolle des Mannes als Ernährer weiterhin stark verankert ist.

Welche Rolle spielt die Erziehung der Kinder für die Zukunft?

Die Autorin schließt, dass die "Söhne von heute die Ehemänner von morgen sind" und dass nur eine geschlechtsneutralere Sozialisation durch die Mütter eine echte Veränderung in der Aufgabenverteilung zukünftiger Generationen bewirken kann.

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Details

Title
Männer und Hausarbeit: Ein Wandel in der deutschen Familie?
College
http://www.uni-jena.de/  (Sozialwissenschaft)
Course
Soziologische Theorien sozialen Wandels
Grade
1,7
Author
Anna Eckert (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V15060
ISBN (eBook)
9783638202978
ISBN (Book)
9783638682855
Language
German
Tags
Männer Hausarbeit Wandel Familie Soziologische Theorien Wandels
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Eckert (Author), 2002, Männer und Hausarbeit: Ein Wandel in der deutschen Familie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15060
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