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Plattformverbote im Vertriebskartellrecht. Zulässigkeit und Auswirkungen auf Luxus- und Markenprodukte

Title: Plattformverbote im Vertriebskartellrecht. Zulässigkeit und Auswirkungen auf Luxus- und Markenprodukte

Seminar Paper , 2022 , 37 Pages , Grade: 10

Autor:in: Michael Imbert (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Zulässigkeit von Plattformverboten im selektiven und nicht-selektiven Vertrieb von Luxus- und Markenprodukten im Lichte des europäischen Kartellrechts. Hersteller verbieten zunehmend den Vertrieb über Drittplattformen, um ihr Markenimage zu schützen. Ein zentrales Element der Analyse ist die EuGH-Entscheidung im Coty-Vorlageverfahren, das die Frage der Rechtmäßigkeit solcher Beschränkungen aufwirft. Die Arbeit beleuchtet die Auswirkungen von Plattformverboten auf den Wettbewerb, bewertet die Metro-Kriterien des EuGH und untersucht die Anwendbarkeit von Gruppen- oder Einzelfreistellungen nach der Vertikal-GVO und Art. 101 Abs. 3 AEUV. Zudem werden die geplanten Änderungen der Vertikal-GVO und Leitlinien in Bezug auf diese Thematik analysiert und auf Plattformverbote außerhalb selektiver Vertriebssysteme übertragen. Die rechtliche Bewertung erfolgt auf Grundlage des europäischen Rechts, wobei die Wettbewerbsaspekte und die Interessen der Markenhersteller im Fokus stehen.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einführung und Gang der Untersuchung

B. Plattformverbote und ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb

C. Zulässigkeit von Plattformverboten innerhalb selektiver Vertriebssysteme

I. Plattformverbote – Wettbewerbsbeschränkung oder vereinbarer Teil des Wettbewerbs?

1. Erfordernis eines selektiven Vertriebs

2. Plattformverbote als objektive Kriterien qualitativer Art

3. Erforderlichkeit von Plattformverboten

4. Diskriminierungsfreie Anwendung

5. Ergebnis

II. Freistellung nach der Vertikal-GVO

1. Der Äquivalenztest

2. Beurteilung der Freistellung nach der Logo-Klausel?

3. Kernbeschränkung nach Art. 4 lit. b) Vertikal-GVO

4. Kernbeschränkung nach Art. 4 lit. c) Vertikal-GVO

5. Ergebnis

III. Einzelfreistellung nach Art. 101 Abs. 3 AEUV

1. Verbesserung der Warenerzeugung durch Plattformverbote

2. Beteiligung der Verbraucher am Gewinn

3. Keine erlässlichen Beschränkungen

4. Keine Ausschaltung des Wettbewerbs

5. Ergebnis

IV. Endergebnis

D. Zulässigkeit von Plattformverboten außerhalb selektiver Vertriebssysteme

I. Wettbewerbsbeschränkung

II. Freistellung nach der Vertikal-GVO

III. Einzelfreistellung nach Art. 101 Abs. 3 AEUV

IV. Ergebnis

E. Novellierung der Vertikal-GVO – Änderung der Plattformpolitik?

F. Fazit

Zielsetzung & Themenschwerpunkte

Die Arbeit untersucht die kartellrechtliche Zulässigkeit von Plattformverboten durch Hersteller gegenüber Händlern, sowohl innerhalb als auch außerhalb selektiver Vertriebssysteme. Das primäre Ziel ist es, unter Einbeziehung der Rechtsprechung des EuGH (insbesondere des "Coty"-Urteils) zu bewerten, ob solche Beschränkungen eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung darstellen oder unter die Gruppen- bzw. Einzelfreistellung fallen können.

  • Analyse der Auswirkungen von Plattformverboten auf den Wettbewerb
  • Prüfung des selektiven Vertriebs im Kontext hochwertiger Marken- und Luxusprodukte
  • Untersuchung der Kernbeschränkungstatbestände gemäß Art. 4 der Vertikal-GVO
  • Bewertung von "milderen Mitteln" (wie Qualitätsvorgaben) im Vergleich zu Plattformverboten
  • Kritische Würdigung der Novellierung der Vertikal-GVO hinsichtlich ihrer Plattformpolitik

Auszug aus dem Buch

A. Einführung und Gang der Untersuchung

Aufgrund ihres hohen Effizienzpotentials haben Online-Handelsplattformen in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Dies liegt unter anderem an geringeren Transaktionskosten, schnelleren Vorgängen und einer breiteren und einfacheren Erreichbarkeit der Kunden. Dennoch sprechen Hersteller sowohl innerhalb als auch außerhalb selektiver Vertriebssysteme vermehrt Plattformbeschränkungen und -verbote aus. Unter Plattformverboten versteht man Vorgaben von Herstellern, welche ihren Abnehmern den Vertrieb über Internetplattformen Dritter untersagen. Die Zulässigkeit solcher Verbote ist eine der meist diskutiertesten Fragen des Vertriebskartellrechts der letzten Jahre.

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Zulässigkeit von Plattformverboten inner- und außerhalb von selektiven Vertriebssystemen untersucht. Hierbei beschränkt sich die Bewertung auf Luxus- und Markenprodukte und bezieht sich insbesondere auf die von dem EuGH getroffene Entscheidung im Coty-Vorlageverfahren des OLG Frankfurt. In diesem Urteil hatte der EuGH einen Depotvertrag eines Kosmetikherstellers zu bewerten, welcher seinen Händlern untersagte, im Vertrieb erkennbare Drittplattformen einzuschalten. Zunächst wird ein Überblick über die Auswirkungen von Plattformverboten auf den Wettbewerb geschaffen. Anschließend wird untersucht, ob die Wahrung des Markenimages für Luxus- und/oder hochwertige Markenprodukte ein zulässiges Ziel zur Einrichtung eines selektiven Vertriebssystems darstellen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung und Gang der Untersuchung: Dieses Kapitel skizziert die wachsende Bedeutung von Online-Plattformen und führt in die zentrale Fragestellung der Zulässigkeit von Plattformverboten im Vertriebskartellrecht ein.

B. Plattformverbote und ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb: Es werden die positiven und negativen ökonomischen Effekte von Drittplattformen abgewogen und Plattformverbote als potenzielle "Preisstabilisierungsmaßnahmen" kritisch hinterfragt.

C. Zulässigkeit von Plattformverboten innerhalb selektiver Vertriebssysteme: Dieses Kapitel prüft, ob Plattformverbote unter die Metro-Kriterien fallen, eine Freistellung nach der Vertikal-GVO ermöglichen oder einzeln nach Art. 101 Abs. 3 AEUV freistellbar sind.

D. Zulässigkeit von Plattformverboten außerhalb selektiver Vertriebssysteme: Die Ausführungen für exklusive Vertriebsformen werden hier mit den Besonderheiten außerhalb selektiver Systeme ergänzt und verglichen.

E. Novellierung der Vertikal-GVO – Änderung der Plattformpolitik?: Eine Bewertung der Auswirkungen der neuen Vertikal-GVO und der Leitlinien auf die derzeitige Plattformproblematik und die Rechtsprechung.

F. Fazit: Eine abschließende kritische Einschätzung, die das Urteil "Coty" bewertet und eine strengere Handhabung der Plattformproblematik zugunsten des Wettbewerbs fordert.

Schlüsselwörter

Plattformverbot, Drittplattform, Selektiver Vertrieb, Kartellrecht, Vertikal-GVO, Markenimage, Luxusprodukte, Wettbewerbsbeschränkung, Äquivalenztest, Kernbeschränkung, Internetvertrieb, Preiskonkurrenz, Europäisches Wettbewerbsrecht, Vertriebskartellrecht, Coty-Urteil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Der Fokus liegt auf der kartellrechtlichen Bewertung von Herstellerverboten, die es Händlern untersagen, Waren über Drittplattformen (wie etwa Amazon oder eBay) zu verkaufen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung behandelt das Spannungsfeld zwischen der Wahrung hochwertiger Markenimages einerseits und der Aufrechterhaltung eines effektiven Wettbewerbs online andererseits.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen Plattformverbote wettbewerbsrechtlich zulässig sind oder als unzulässige Beschränkung eingestuft werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung stützt sich auf eine tiefgehende juristische Analyse der europäischen Rechtsprechung des EuGH sowie der relevanten Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung (Vertikal-GVO) und der zugehörigen Leitlinien der EU-Kommission.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Zulässigkeit innerhalb selektiver Vertriebssysteme, die Anwendung der Kernbeschränkungsregeln nach Art. 4 der Vertikal-GVO und die Übertragung dieser Erkenntnisse auf nicht-selektive Vertriebsstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Plattformverbot, Selektiver Vertrieb, Vertikal-GVO, Markenimage und Wettbewerbsbeschränkung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „Coty“-Urteils?

Der Autor steht dem Urteil kritisch gegenüber und bezeichnet es in der Literatur als "Nikolaus-Urteil", da er dem EuGH vorwirft, Herstellern von Luxuswaren zu weitreichende Möglichkeiten zur Wettbewerbsdämpfung eingeräumt zu haben.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Luxusprodukten und hochwertigen Markenprodukten wichtig?

Die Abgrenzung ist rechtlich umstritten, da der EuGH seine Aussagen auf Luxusprodukte stützte. Der Autor argumentiert, dass eine trennscharfe Differenzierung in der Praxis oft nicht möglich ist, was die Argumentationsgrundlage für weitreichende Plattformverbote ausweitet.

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Details

Title
Plattformverbote im Vertriebskartellrecht. Zulässigkeit und Auswirkungen auf Luxus- und Markenprodukte
College
University of Münster
Grade
10
Author
Michael Imbert (Author)
Publication Year
2022
Pages
37
Catalog Number
V1506152
ISBN (eBook)
9783389074053
ISBN (Book)
9783389074060
Language
German
Tags
plattformverbote vertriebskartellrecht zulässigkeit auswirkungen luxus- markenprodukte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Imbert (Author), 2022, Plattformverbote im Vertriebskartellrecht. Zulässigkeit und Auswirkungen auf Luxus- und Markenprodukte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1506152
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