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Wird der Bundestag durch zunehmende außerparlamentarische Entscheidungsfindung entmachtet?

Zum Wesen und Gehalt einer Entparlamentarisierung auf nationaler Ebene

Title: Wird der Bundestag durch zunehmende außerparlamentarische Entscheidungsfindung entmachtet?

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Thesen zur Entparlamentarisierung sind keine Erscheinung der letzten Jahre, son- dern so alt, wie das Parlament selbst. Während der letzen Jahre ist vor allem die Ent- machtung des Bundestages durch außerparlamentarische Entscheidungsfindung ins Zentrum medialen Interesses gerückt. Dies liegt nicht nicht zuletzt auch an Äußerungen prominenter Befürworter dieser Entmachtungs-These, wie dem Bundesverfassungsrich- ter Hans-Jürgen Papier.

Beobachter und Beteiligte des politischen Geschehens machen demnach eine schleichende Entmachtung des Bundestages aus, die durch die Verlagerung von Entscheidungen in Expertenkreise und Verhandlungen zwischen Regierung und Verbänden entsteht. Das Wesen und der Gehalt, dieser Entparlamentarisierungsthese sollen nun untersucht werden, um die Frage zu klären, ob sich der Bundestags durch die beschriebenen Prozesse tatsächlich seiner Entmachtung gegenübergestellt sieht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entparlamentarisierung unterschiedlichen Ursprungs

2.1 Entmachtung durch föderale Abstimmungsprozesse

2.2 Informalisierung im Rahmen der europäischen Integration

3. Die Vielfalt extraparlamentarischer Entscheidungsfindung

4. Entparlamentarisierung als tatsächliche Gefahr?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen und den Gehalt der These einer Entparlamentarisierung des Bundestages. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine schleichende Entmachtung durch die Verlagerung von Entscheidungsprozessen in außerparlamentarische Gremien und informelle Verhandlungsrunden tatsächlich stattfindet oder ob diese Befürchtungen im Kontext der parlamentarischen Realität entkräftet werden können.

  • Analyse der Ursachen für informelle politische Entscheidungsprozesse
  • Untersuchung von Machtverschiebungen durch föderale Abstimmungsprozesse und europäische Integration
  • Kategorisierung extraparlamentarischer Gremien wie Expertenschmieden und Verhandlungsrunden
  • Bewertung demokratischer Prinzipien wie Legitimation, Transparenz und parlamentarische Kontrolle
  • Kritische Würdigung der Entparlamentarisierungsthese im Vergleich zur institutionellen Praxis

Auszug aus dem Buch

4. Entparlamentarisierung als tatsächliche Gefahr?

Bei Betrachtung der oben beschriebenen Ausprägungen außerparlamentarischer Entscheidungsfindung in Beratergremien und korporatistischen Verhandlungen, stellt sich nun die Frage, ob die Entwicklungen tatsächlich als entparlamentarisierender Prozess bewertet werden können. Die zentrale Frage hierzu muss lauten, welchen Einfluss außerparlamentarische Gremien auf die Entscheidungsfindung durch Regierung und Parlament ausüben. Sowie umgekehrt die Frage nach der Rolle des Bundestages und seinen Mitwirkungsmöglichkeiten bei Verhandlungen außerhalb seiner Mauern. Da die Politikwissenschaft hierauf keine einheitliche Antwort findet, sollen an dieser Stelle sowohl Befürworter, als auch Gegner der Entparlamentarisierungsthese aufgeführt werden, um dem vorherrschenden Dissens gerecht zu werden.

An dieser Stelle sollen zunächst die Befürchtungen und die Kritik einiger Beobachter des politischen Geschehens angeführt werden, die die Entparlamentarisierungsthese untermauern.

So herrscht zum einen die Befürchtung, dass der Bundestag durch korporatistische Verhandlungen zum reinen Ratifizierungsorgan verkommt, dass keine andere Möglichkeit hat, als an anderer Stelle getroffene Entscheidungen abzusegnen (Blumenthal, 2003). „Der Kompromisscharakter und die Tauschbeziehungen solcher Verhandlungslösungen erlauben es nicht, irgendeinen Teil des Pakets aufzuschnüren, ohne es als Ganzes zu gefährden“ (Schüttemeyer, 2007, 243). Eine Ablehnung der Verhandlungsergebnisse durch die Parlamentsmehrheit ist folglich nicht ohne Gesichtsverlust und Bloßstellung der Regierung in der Öffentlichkeit möglich und verbleibt daher zumeist als unwählbare Option (Blumenthal, 2003).

Neben den Verhandlungen mit Interessengruppen und Verbänden beurteilen die Vertreter der Entparlamentarisierungsthese auch die Schaffung von Expertenkommissionen und Sachverständigen-Gremien als kritisch und hinterfragen deren Sinn und Zweck.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um die Entmachtung des Bundestages ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.

2. Entparlamentarisierung unterschiedlichen Ursprungs: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ursprünge der Informalisierung, insbesondere im föderalen System und im Rahmen der europäischen Integration.

3. Die Vielfalt extraparlamentarischer Entscheidungsfindung: Hier werden unterschiedliche Typen von Gremien, wie etwa Kommissionen und tripartistische Verhandlungsrunden, kategorisiert und beschrieben.

4. Entparlamentarisierung als tatsächliche Gefahr?: Das Kapitel kontrastiert die kritischen Positionen zur Entparlamentarisierung mit empirischen Befunden und Gegenargumenten aus der Politikwissenschaft.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass auf nationaler Ebene keine eindeutige Entmachtung des Bundestages nachgewiesen werden kann.

Schlüsselwörter

Bundestag, Entparlamentarisierung, Entmachtung, Gesetzgebungsverfahren, Extraparlamentarische Entscheidungsfindung, Politikberatung, Expertenkommissionen, Korporatismus, Demokratische Legitimation, Gewaltenteilung, Europäische Integration, Föderalismus, Parlamentarismus, Kontrolle, Willensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der These, dass der deutsche Bundestag zunehmend durch Gremien außerhalb des Parlaments entmachtet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Rolle von Expertenkommissionen, korporatistische Verhandlungen, föderale Abstimmungsprozesse und die Einflüsse der europäischen Integration.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Untersuchung der Entparlamentarisierungsthese, um zu klären, ob der Bundestag tatsächlich an Einfluss und Kontrollmöglichkeiten verliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Gegenüberstellung von politikwissenschaftlichen Befürworter- und Gegnerpositionen zur Entparlamentarisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Informalisierung, die Typologie extraparlamentarischer Gremien und die Argumente bezüglich einer möglichen Gefährdung demokratischer Grundprinzipien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Entparlamentarisierung, Parlamentarismus, Politikberatung, Machtbalance, Exekutive und Legislative.

Warum wird der Föderalismus als Ursache für Entparlamentarisierung genannt?

Der Föderalismus führt zu einer Verlagerung von Kompetenzen der Landesparlamente hin zu den Landesregierungen und dem Bundesrat, was die parlamentarische Gestaltungskraft einschränkt.

Inwiefern beeinflusst die europäische Integration den Bundestag?

Durch die Verlagerung von Zuständigkeiten auf die EU-Ebene sowie die bindende Kraft zwischenstaatlicher Verhandlungen nimmt der direkte Einflussbereich des Bundestages auf bestimmte Politikfelder ab.

Wie entkräften Kritiker die These des "reinen Ratifizierungsorgans"?

Kritiker führen an, dass Parlamentarier weiterhin durch Ausschussarbeit und Fraktionszwänge substanziellen Einfluss auf Gesetzesvorlagen ausüben und der Bundestag die letztinstanzliche Entscheidung behält.

Welche Rolle spielen Expertenkommissionen für die Politikgestaltung?

Kommissionen dienen der Gewinnung externer Expertise, werden aber auch dazu genutzt, gesellschaftliche Akzeptanz für politische Vorhaben zu generieren.

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Details

Title
Wird der Bundestag durch zunehmende außerparlamentarische Entscheidungsfindung entmachtet?
Subtitle
Zum Wesen und Gehalt einer Entparlamentarisierung auf nationaler Ebene
College
Zeppelin University Friedrichshafen
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V150700
ISBN (eBook)
9783640621262
ISBN (Book)
9783640621750
Language
German
Tags
Wird Bundestag Entscheidungsfindung Wesen Gehalt Entparlamentarisierung Ebene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Wird der Bundestag durch zunehmende außerparlamentarische Entscheidungsfindung entmachtet?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150700
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