Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Frage nach einem moralischen Leader auseinander. Dabei liegt der Fokus auf der Bundesregierung und ihrem „Leadership“ innerhalb der Europäischen Union.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, herauszufinden, inwiefern man Deutschland innerhalb der EU als einen moralischen Leader bezeichnen kann. Dabei soll zudem der Frage auf den Grund gegangen werden, inwieweit Moral und Politik miteinander korrelieren und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies heutzutage hat.
Die Flüchtlingskrise war und ist eine riesen Herausforderung für die Europäische Gemeinschaft. Um eine derartige Krise zu meistern braucht es Leader. Die Frage nach Leadership, ist in einer Gemeinschaft mit 27 Mitgliedstaaten, ohnehin eine komplexe. Die Bundesrepublik Deutschland, hat sich ohne Zweifel in den letzten Jahren zu einem der Leader der Europäischen Union herauskristallisiert. Unteranderem in der Flüchtlingskrise, hat Deutschland in der Außenpolitik der EU eine wichtige Rolle eingenommen.
Betrachtet man nun genau das Beispiel der Flüchtlingskrise, fällt auf, dass es sich hierbei um ein extrem sensibles Thema handelt. Es stellt sich hier also nicht nur die Frage nach der Führung an sich, sondern auch die Frage nach einer moralischen Führung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITIONEN
2.1 BEGRIFFSDEFINITION EUROPÄISCHE UNION
2.2 BEGRIFFSDEFINITION LEADERSHIP
2.3 BEGRIFFSDEFINITION MORAL LEADERSHIP
3 ANALYTISCHE PERSPEKTIVE AUF BASIS DER LITERATUR
3.1 UNTERSUCHUNGSFRAGEN
4 METHODISCHES VORGEHEN
5 DEUTSCHLANDS ENTWICKLUNGEN ZU EINEM DER EU-LEADER
6 DAS DEUTSCHE ANSEHEN IN GROSSBRITANNIEN
6.1 „THE GUARDIAN“
6.2 MEDIENBERICHTE
6.3 SPRACHE DER MEDIEN
7 ERGEBNISSE
8 DISKUSSION
8.1 DEUTSCHLAND ALS LEADER IN DER EU
8.2 DAS DEUTSCHE ANSEHEN IN DEN BRITISCHEN MEDIEN
9 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Deutschland innerhalb der Europäischen Union als moralischer Anführer (Leader) wahrgenommen werden kann, und analysiert dabei insbesondere die deutsche Außenpolitik während der Flüchtlingskrise unter Einbeziehung der Berichterstattung britischer Medien.
- Führungsstil der Bundesregierung im EU-Kontext
- Korrelation zwischen moralischem Handeln und politischer Führung
- Analyse des Deutschlandbildes in der britischen Presse (The Guardian)
- Die Rolle der deutschen Zivilgesellschaft und Regierung in der Flüchtlingskrise
- Untersuchung von moralischem Leadership im politischen Raum
Auszug aus dem Buch
6.2 Medienberichte
Um das deutsche Ansehen in Großbritannien zu betrachten, werden zunächst verschiedene Medienberichte untersucht. Dabei ist auffallend, dass immer wieder ein Vergleich zu der britischen Politik gezogen wird und deutlich moralisches Handeln eingefordert wird. So lautet der Titel eines 2014 erschienen Artikels: „Die Sicht des Guardian auf die Flüchtlingskrise: Europa muss sich dieser moralischen Herausforderung stellen“ (The Guardian 2014). Darin heißt es „die Weigerung der britischen Regierung, Such- und Rettungsmissionen zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer zu unterstützen, ist ein empörender und unmoralischer Akt“ (The Guardian 2014). Des Weiteren wird auf die Werte der EU eingegangen „[...] was für ein grotesker Verrat an den Gründungsprinzipien der EU, einer Organisation, die auf dem Versprechen von Frieden, Wohlstand und Asyl für die Verzweifelten aufgebaut ist“ (The Guardian 2014). Dieser Artikel verdeutlicht, welch große Rolle die britischen Medien der Moral in der Politik während der Flüchtlingskrise zusprechen.
In einem weiteren Artikel von 2014 gehen die Autoren Alberto Nardelli und Philip Oltermann auf die Meinung zu Migration innerhalb der Bevölkerung ein. Es werden hierbei anhand Statistiken die verschiedenen Wahrnehmungen der britischen sowie der deutschen Bevölkerung dargestellt. In diesem Artikel nennt der Guardian Deutschland „the EU’s most influential member“ (Nardelli und Oltermann 2014). Dabei wird deutlich, dass sich die beiden Länder in zwei sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln, wenn es um das Thema Migration geht. Die Statistiken zeigen nicht nur, dass die deutsche Bevölkerung positiver auf Migration reagiert, sondern auch, dass die deutsche Regierung einen zufriedenstellenderen „Job“ macht (Nardelli und Oltermann 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Rolle Deutschlands in der Flüchtlingskrise und definiert das Ziel, den moralischen Führungsanspruch der Bundesregierung in der EU kritisch zu untersuchen.
2 DEFINITIONEN: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten EU, Leadership sowie das Konzept des Moral Leadership wissenschaftlich präzisiert und eingeordnet.
3 ANALYTISCHE PERSPEKTIVE AUF BASIS DER LITERATUR: Hier werden theoretische Grundlagen und existierende Ansätze zur Untersuchung von politischem Leadership und der Rolle von Moral in der Politik diskutiert.
4 METHODISCHES VORGEHEN: Dieses Kapitel erläutert die empirische Vorgehensweise, insbesondere die Analyse von Medienberichten des Guardian im Zeitraum von 2014 bis 2017.
5 DEUTSCHLANDS ENTWICKLUNGEN ZU EINEM DER EU-LEADER: Der Autor beschreibt den Aufstieg Deutschlands zur zentralen Führungsmacht innerhalb der EU anhand der Bewältigung aufeinanderfolgender Krisen wie der Euro- und Flüchtlingskrise.
6 DAS DEUTSCHE ANSEHEN IN GROSSBRITANNIEN: Dieser Abschnitt wertet spezifische Publikationen des Guardian aus, um das Bild der deutschen Politik und Gesellschaft in der britischen Öffentlichkeit während der Flüchtlingswelle nachzuzeichnen.
7 ERGEBNISSE: Die Ergebnisse fassen die Beobachtungen zur Wahrnehmung Deutschlands als moralischer Leader zusammen und reflektieren die abweichenden politischen Positionen im deutsch-britischen Vergleich.
8 DISKUSSION: Hier wird kritisch reflektiert, ob Deutschland den Status als moralischer Leader dauerhaft innehat und welche Limitationen die Analyse aufweist.
9 FAZIT: Das Fazit fasst die Arbeit zusammen und bestätigt, dass Deutschland im untersuchten Zeitraum maßgeblich als moralischer Anführer innerhalb der EU wahrgenommen wurde.
Schlüsselwörter
Deutschland, Europäische Union, Moral Leadership, Flüchtlingskrise, politische Führung, Angela Merkel, Außenpolitik, The Guardian, britische Medien, Migration, moralisches Handeln, EU-Politik, Wertepolitik, Zivilgesellschaft, Europa.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle Deutschlands als Führungsmacht innerhalb der Europäischen Union, speziell unter dem Aspekt eines „moralischen Führungsstils“ während der europäischen Flüchtlingskrise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Politik und Moral, der historischen Entwicklung der deutschen Führungsrolle in der EU sowie der medialen Konstruktion dieses Deutschlandbildes im Ausland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Deutschland aufgrund seines Handelns in der Flüchtlingskrise aus Sicht der europäischen Partner und insbesondere der britischen Presse als moralischer Leader bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Untersuchung von Medienberichten, primär der britischen Zeitung „The Guardian“, im Zeitraum von 2014 bis 2017.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Entwicklung Deutschlands zum EU-Leader sowie eine detaillierte Inhaltsanalyse der britischen Mediendarstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Zentrale Begriffe sind Moral Leadership, Flüchtlingskrise, Außenpolitik, europäische Integration und das deutsch-britische Image der Bundesregierung unter Angela Merkel.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung des „Guardian“ zur Flüchtlingskrise im Vergleich zur britischen Regierungsmeinung?
Die Analyse verdeutlicht, dass die Zeitung Deutschland oft als moralisches Vorbild darstellt und die britische Regierung für deren restriktive Haltung und mangelnde humanitäre Unterstützung stark kritisiert.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des moralischen Führungsanspruchs?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland im untersuchten Zeitrahmen aufgrund seines Handelns und der Wahrnehmung durch die Zivilgesellschaft sowie Medien durchaus als moralischer Leader innerhalb der EU bezeichnet werden kann.
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- Anonym (Author), 2020, Leadership im politischen System der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1507029