Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage nach der Lebendigkeit in Göttinnendarstellungen. Als Ausgangspunkt für die Untersuchung bietet sich die Peplos-Kore von der Athener Akropolis an. Sie entstand ca 530 v. Chr. in einer Phase der Spätarchaik, deren Ende durch die Abschaffung der Tyrannis, der Reformen des Kleisthenes und des Aufbaus einer attischen Demokratie markiert ist. Dies ist auch der zeitliche Rahmen, den sich diese Hausarbeit setzt: Der Übergang der Spätarchaik zur Frühklassik. Es soll anhand von Göttinnendarstellung der Formenwandel untersucht werden: Wie wird jeweils in der Spätarchaik und in der Frühklassik Lebendigkeit in den Göttinnendarstellungen erzeugt? Gibt es in den Darstellungen der Spätarchaik zur Frühklassik einen Stilbruch? Es wird sich nur auf Göttinnendarstellung beschränkt, da diese anders konzipiert werden als reine Frauendarstellungen, da an sie andere gesellschaftliche Erwartungen gerichtet werden und ein anderer Status vorausgesetzt wird. Auch erfolgt eine Beschränkung auf Plastiken aus Athen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Peplos-Kore
2.1 Eckdaten
2.2 Beschreibung
2.3 Identifizierung
2.4 Analyse der Stilmittel, die Lebendigkeit erzeugen
3 Athena des Alten Athena-Tempels
3.1 Eckdaten
3.2 Beschreibung
3.3 Deutung der Gigantomachie
3.4 Analyse der Stilmittel, die Lebendigkeit erzeugen
3.5 Vergleich mit der Peplos-Kore
4 Athena des Angelitos
4.1 Eckdaten
4.2 Beschreibung
4.3 Analyse der Stilmittel, die Lebendigkeit erzeugen
4.4 Vergleich mit der Peplos-Kore
5 Fazit
6 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Übergang von der Spätarchaik zur Frühklassik anhand von drei Skulpturen, um zu analysieren, mit welchen Mitteln in archaischen Göttinnendarstellungen Lebendigkeit erzeugt wird und ob sich darin bereits eine Bewegung hin zur klassischen Formensprache abzeichnet.
- Analyse der Lebendigkeit in archaischen Skulpturen
- Vergleichende Untersuchung der Peplos-Kore, der Athena des Alten Athena-Tempels und der Athena des Angelitos
- Betrachtung von Statik und Asymmetrie als Gestaltungsmittel
- Untersuchung des Kontexts der Weihgaben und Kultstatuen
- Reflexion des Wandels von archaischen zu klassischen Darstellungsstrategien
Auszug aus dem Buch
2.1. Eckdaten
Bei der "sogenannten Peplos-Kore" (Abb.1) handelt es sich um eine Mamorskulptur einer aufrecht stehenden bekleideten weiblichen Figur. Sie wird 530 v. Chr. datiert, fällt also in die spätarchaische Epoche. Die Skulptur ist mit 120 cm überlebensgroß und besteht aus parischem Marmor. Derzeit befindet sich sie im Akropolismuseum, wo sie unter der Inventarnummer 679 geführt wird. 1886 konnte man zunächst ihren Kopf und einen Teil ihres Unterkörpers westlich des Erechtheions auf der Athener Akropolis bergen, wobei man diese Fundstücke nicht in Zusammenhang brachte, da sie stilistisch nicht kongruent schienen. Das später entdeckte Fragment des Oberkörpers verband schließlich den "fortschrittlichen Kopf mit einem altmodischen Körper" und man identifizierte sie als eine der Koren, deren Aufstellung auf der Akropolis in der Spätarchaik vermehrt stattfand. Zudem war man überzeugt, sie sei mit einem Peplos bekleidet. Diese beiden Annahmen begründeten die Namensgebung: Peplos-Kore. Die Diskussion um die nicht belegte Zuordnung als Werk des Rampin-Meisters ist ebenfalls nicht abgeschlossen, da es einige stilistische Ähnlichkeiten mit dem Kopf von Rampin gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie in archaischen Göttinnendarstellungen Lebendigkeit erzeugt wird, und umreißt den zeitlichen Rahmen des Übergangs von der Spätarchaik zur Frühklassik.
2 Peplos-Kore: Das Kapitel widmet sich der Beschreibung, Identifizierung und Analyse der gestalterischen Stilmittel der Peplos-Kore, insbesondere ihrer Wirkung im Raum.
3 Athena des Alten Athena-Tempels: Hier wird die Athena aus dem Giebel des Alten Athena-Tempels untersucht, wobei ihre Einbettung in die Gigantomachie und ihre dynamische Körperdarstellung im Vordergrund stehen.
4 Athena des Angelitos: Dieses Kapitel betrachtet die Statuette der Athena des Angelitos als klassisches Werk und analysiert ihre stilistischen Merkmale im Vergleich zur vorherigen Epoche.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Skulpturen zwar unterschiedliche Ansätze verfolgen, aber alle eine subtile Dynamik aufweisen, die den Übergang zur klassischen Formensprache markiert.
6 Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendete Literatur und Quellen zur Erstellung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Peplos-Kore, Athena, Spätarchaik, Frühklassik, Akropolis, Bildhauerei, Lebendigkeit, Statik, Asymmetrie, Marmorskulptur, Rampin-Meister, Gigantomachie, Darstellungsstrategien, Weihgabe, Kunstgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Untersuchung analysiert, mit welchen künstlerischen Mitteln archaische griechische Bildhauer Lebendigkeit und Bewegung in die Darstellung von Göttinnen brachten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die plastische Gestaltung, die Verwendung von Bemalung und die Entwicklung körperlicher Asymmetrien als Vorstufen zum klassischen Kontrapost.
Welches primäre Forschungsziel verfolgt die Autorin oder der Autor?
Ziel ist es zu klären, ob die untersuchten Figuren einen direkten Vorläufer der klassischen, bewegten Skulptur darstellen oder ob ein bewusster Bruch in den Darstellungsstrategien vorliegt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die vergleichende kunsthistorische Analyse der Skulpturen unter Berücksichtigung von Stilkritik und archäologischem Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Peplos-Kore, der Athena des Alten Athena-Tempels und der Athena des Angelitos.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Peplos-Kore, Spätarchaik, Frühklassik, lebendige Skulptur und Athena-Darstellungen.
Inwiefern beeinflusst der Fundort (Akropolis) die Interpretation der Skulpturen?
Der Kontext als Weihgabe oder Kultstatue bestimmt maßgeblich, wie die Figur im Raum wirken sollte und welche kompositorischen Anforderungen an sie gestellt wurden.
Was macht die Peplos-Kore für die Forschung so besonders?
Sie gilt als rätselhaftes Beispiel, da sie stilistische Merkmale archaischer Blockhaftigkeit mit einer subtilen, aufkeimenden Dynamik verbindet, die für die Frühklassik untypisch ist.
Warum wird die Gigantomachie im Kontext des Athena-Tempels gedeutet?
Die Darstellung der Gigantomachie dient als politisches und kosmisches Symbol, das die Rolle der Göttin Athena als Vorkämpferin der Ordnung hervorhebt.
- Arbeit zitieren
- Tanja Schneider (Autor:in), 2020, Mit welchen Mitteln wird bei archaischen Göttinnendarstellungen Lebendigkeit erzeugt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1507307