Unternehmerischen Investitionsentscheidungen muss eine besondere
Aufmerksamkeit geschenkt werden, da diese eine hohe Kapitalbindung
nach sich ziehen und kurzfristig nicht revidiert werden können. Außerdem wirken sich deren Folgen auch auf andere Unternehmens-bereiche, wie beispielsweise Fertigung, Personal oder Absatz, aus. Da diese Entscheidungen von Individuen getroffen werden, hängt das Ergebnis einer solchen Entscheidung von dem spezifischen Zielsystem der verantwortlichen Person ab.
Bevor aber eine Investitionsentscheidung getroffen werden kann, ist eine präzise Beschreibung des angestrebten Ziels erforderlich. Erst dadurch wird ein Beurteilungskriterium für die Entscheidungs-alternativen geliefert und die Denkrichtung für die Problemlösung vorgegeben. Unter einem Ziel ist dabei „das Anstreben eines bestimmten Zustands in einem beabsichtigten Ausmaß“ zu verstehen. Als optimal gilt eine Investition dann, wenn mit dieser die definierten Ziele am besten erreicht werden. Das in der Literatur am häufigsten genannte Ziel der Gewinnmaximierung ist zu diesem Zweck allerdings zu undifferenziert. Daher hat die vorliegende Seminararbeit die Intention, die Zielsetzungen in der Investitionstheorie genau zu erörtern. In Kapitel zwei werden dabei in drei Unterpunkten die
für die Investitionstheorie wesentlichen Ziele beleuchtet. Kapitel drei beschäftigt sich mit der Frage, welcher Zielinhalt letztlich maximiert werden soll, also mit der Operationalisierung der Zielgröße. Die Zeitpräferenz des Geldes in Verbindung mit der FISHER-Separation ist Inhalt des Kapitels vier. Im letzten Punkt werden die Ergebnisse der Seminarbarbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 GRUNDLAGEN DER INVESTITIONSTHEORIE
2 ZIELANALYSE
2.1 MONETÄRE ZIELE
2.2 FRISTIGKEIT DER ZIELE
2.3 BERÜCKSICHTIGUNG VON UNSICHERHEIT
3 OPERATIONALISIERUNG DER ZIELGRÖßE
3.1 GEWINN UND RENDITE
3.2 ZAHLUNGS- UND ERFOLGSGRÖßEN
3.3 ENTNAHME- UND ENDWERTMAXIMIERUNG
4 ZEITPRÄFERENZ
5 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Investitionsentscheidungen und analysiert die notwendige Operationalisierung von Zielgrößen, um eine rationale Grundlage für Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit zu schaffen.
- Abgrenzung von Investitionstheorie und Investitionsrechnung
- Charakterisierung monetärer Zielsysteme und deren Fristigkeit
- Umgang mit Unsicherheit in der Investitionsplanung
- Operationalisierung des Gewinnbegriffs durch Zahlungsströme
- Rolle der Zeitpräferenz und Fisher-Separation auf Kapitalmärkten
Auszug aus dem Buch
3.3 ENTNAHME- UND ENDWERTMAXIMIERUNG
Die Höhe des erzielbaren Totalgewinns hängt von der Entnahmestruktur (oder den zeitlichen Konsumpräferenzen) der Eigenkapitalgeber ab. Dabei wird der Gedanke fokussiert, dass der Haushalt des Investors und dessen Konsumbedürfnisse in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Das Unternehmen des Investors wird nur als Mittel zum Zweck der privaten Einkommenserzielung begriffen. Das Ziel ist, den Strom der Konsumentnahmen in seiner zeitlichen Struktur und seiner Breite zu optimieren.
Grundsätzlich stehen zwei Zielgrößen zur Verfügung, um den individuellen Konsumpräferenzen der Eigenkapitalgeber nachzukommen: die Entnahmemaximierung oder Endwertmaximierung. Aus Vereinfachungsgründen wird in diesem Zusammenhang von einem endlichen Planungszeitraum ausgegangen.
Bei der Entnahmemaximierung (oder auch Einkommensstreben) sind das Vermögen am Ende des Planungszeitraums (also das Endvermögen) und die zeitliche Struktur der Entnahmen für alle Investitionsalternativen identisch. Es wird daher das Ziel verfolgt, die Breite des Entnahmestroms zu maximieren. Dabei ist es möglich, dass der Investor die Zeitstruktur der Entnahmen so festlegen kann, dass beispielsweise das Einkommen in den ersten beiden Jahren jeweils doppelt so hoch sein soll wie in den letzten drei Jahren.
Im Fall der Endwertmaximierung (oder auch Vermögensstreben) sind die Zeitstruktur und das Niveau der Entnahmen festegelegt und das Endvermögen soll maximiert werden. Auch dieses Konzept ist so flexibel, dass gleich bleibende oder variable Entnahmen berücksichtigt werden können. Da aus Vereinfachungsgründen als Grundlage ein endlicher Planungszeitraum gewählt wird, tritt das Problem auf, dass das Endvermögen bewertet werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 GRUNDLAGEN DER INVESTITIONSTHEORIE: Einführung in die Begrifflichkeiten und Abgrenzung zwischen Investitionsrechnung als Anwendung und Investitionstheorie als normative Entscheidungslehre.
2 ZIELANALYSE: Untersuchung der Zielhierarchien, der Bedeutung monetärer Ziele sowie der Problematik von Unsicherheit in Investitionsprozessen.
3 OPERATIONALISIERUNG DER ZIELGRÖßE: Diskussion verschiedener Ansätze zur Erfolgsmessung, insbesondere der Vergleich zwischen Gewinn, Rendite sowie entnahme- und endwertorientierten Ansätzen.
4 ZEITPRÄFERENZ: Analyse der zeitlichen Bewertung von Zahlungsströmen auf Kapitalmärkten und die Bedeutung der Fisher-Separation für Investitionsentscheidungen.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über die Notwendigkeit definierter Zielsysteme für rationale Investitionsentscheidungen.
Schlüsselwörter
Investitionstheorie, Investitionsrechnung, Totalgewinnmaximierung, Entnahmemaximierung, Endwertmaximierung, Zeitpräferenz, Fisher-Separation, Unsicherheit, Kapitalmarkt, Eigenkapitalrendite, Zahlungsströme, Investitionsentscheidung, Zielgröße, Unternehmensfortführung, Konsumpräferenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit den theoretischen Zielsetzungen in der Investitionstheorie und der Frage, wie diese Ziele operationalisiert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Zielanalyse, die Operationalisierung von Zielgrößen, die Berücksichtigung von Unsicherheit und die Rolle der Zeitpräferenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die für die Investitionstheorie wesentlichen Ziele zu erörtern und aufzuzeigen, wie diese für rationale Investitionsentscheidungen konkretisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Ableitung normativer Entscheidungskriterien auf Basis finanzwissenschaftlicher Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die monetären Ziele, die Operationalisierung durch Zahlungsströme statt Erfolgsgrößen sowie den Einfluss der Zeitpräferenz auf das Investitionsvolumen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Begriffe wie Totalgewinnmaximierung, Fisher-Separation, Zahlungsströme und Unsicherheit sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.
Warum ist die Maximierung der Rendite laut Autorin problematisch?
Die Renditemaximierung ist keine eigenständige Zielgröße, da sie durch einen geringen Kapitaleinsatz beeinflusst werden kann und im Vergleich zur Totalgewinnmaximierung nicht alle Erfolgskomponenten widerspiegelt.
Inwiefern beeinflusst das Modell von Hirshleifer die Fisher-Separation?
Auf einem unvollkommenen Kapitalmarkt, bei dem der Kreditzins den Habenzins übersteigt, scheitert die Separation von Zeit- und Konsumpräferenz, wodurch die individuellen Präferenzen des Kapitalgebers wieder entscheidungsrelevant werden.
- Citation du texte
- Ann-Kristin Block (Auteur), 2010, Zielsetzungen in der Investitionstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150790