Das Engagement deutscher Banken im Islamic Banking


Hausarbeit, 2009
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemdarstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Gang der Untersuchung

2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1. Grundpfeiler des islamischen Finanzwesens
2.2. Zielgruppenanalyse

3. Mögliche Gründe für den Misserfolg von Islamic Banking in Deutsch­land

4. Die Commerzbank als Beispiel für Islamic Banking in Deutschland

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemdarstellung

Eine weltweit rasante Entwicklung des islamischen Finanzwesens wird von einigen als neuer globaler Megatrend aufgefasst. Mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 180 Milliarden bis 250 Milliarden US-Dollar gilt Islamic Finance als attraktiver Markt, den Wachstumsraten von 10 bis 15 Prozent pro Jahr auch für westliche Fi­nanzkonzerne anziehend erscheinen lassen[1]. Auch für deutsche Banken bietet das Kundensegment der Muslime ein interessantes Potenzial. Jedoch konnte sich im Gegensatz zu Deutschland, in Großbritannien das Islamic Banking Konzept erfolg­reich etablieren, hingegen sich deutsche Banken mittlerweile fast vollständig aus die­sem Markt zurück gezogen haben.

1.2. Ziel der Arbeit

Die generelle Zielsetzung der vorliegenden Hausarbeit besteht darin, einen Beitrag zur Erfassung und Erklärung zum bisherigen Misserfolg von Islamic Banking zu leis­ten. Hierbei stehen die Gründe und mögliche Lösungen von fehlerhaften Ansätzen im Vordergrund. Ein praktischer Eindruck soll letztendlich am Beispiel der Commerz­bank entstehen. Vorkenntnisse zu islamischen Finanzprodukten wird beim Leser vo­rausgesetzt, da auf diese Grundlagen in der Hausarbeit nicht eingegangen werden kann.

1.3. Gang der Untersuchung

Mit den beschriebenen Zielsetzungen ist der Gang der Untersuchung bereits vorge­zeichnet. Kapitel zwei soll im ersten Abschnitt die Grundpfeiler des islamischen Fi­nanzwesens benennen und kritisch durchleuchten. Im zweiten Abschnitt geht es da­rum die Zielgruppe von Islamic Banking in Deutschland zu analysieren, um ein po­tenzial feststellen zu können. Das dritte Kapitel beleuchtet die bisherigen Gründe, welche zum Misserfolg führte und gibt ansatzweise Lösungsvorschläge für die Zu­kunft. Im vierten Kapitel wird der Werdegang von einem islamischen Fonds der Commerzbank beschrieben. Die Hausarbeit schließt mit einem Fazit.

2. Konzeptionelle Grundlagen

2.1. Grundpfeiler des islamischen Finanzwesens

Banken, die sich dazu entscheiden ein islamisches Produktportfolio aufzubauen, soll­ten drei Gruppen von Restriktionen beachten: Der erste Pfeiler stellt die Struktur der Bedarfe von muslimischen Kunden dar. Zweitens die Basis der sharia Finanzproduk­te als Standardverträge und drittens banktechnische und juristische Anforderungen.

Abbildung 1: Aufbau eines islamischen Produktportfolios

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[2]

Dabei sind gerade in Deutschland die Bedarfe der muslimischen Kunden am wenigs­ten detailliert erforscht worden. Verschiedene empirische Untersuchungen zeigen jedoch, dass man zwischen individuellen und gruppenbezogenen Aspekten unter­scheiden muss. Daher ist die sharia-Konformität der Produkte zwar wichtig, aber spielt nicht unbedingt die ausschlaggebende Rolle. Eine einheitliche Definition was eine Finanzdienstleistung aus der Sicht der Rechts- und Religionsgelehrten sharia- konform macht ist bis heute nicht vorhanden. Hierbei ist nicht nur das Zinsverbot ent­scheidend, sondern eine Vielzahl weitere Grundsätze. Verboten sind demnach ein fester und sicherer Geldzins, es muss eine Risikopartizipation aller Beteiligten vor­handen sein, die Komponenten der Verträge dürfen nicht vom Zufall abhängen, der Vertrag darf nicht verwerflichen Zwecken (wie Schweinefleisch, Glücksspiel, Alkohol) dienen und die Investition in stark fremdfinanzierte Unternehmen ist verboten[3]. Hin­ sichtlich der Vertragstypen entscheiden sich Banken oftmals für gängige Verträge, die bereits eine Anerkennung unter den Rechtsgelehrten haben. Der Hintergrund dabei ist, dass man nur schwer einschätzen kann, inwieweit sie letztendlich einen Zuspruch bekommen. Zudem erwarten Muslime von ihren Banken meist einen ein­heitlichen Ansatz ihres Produktportfolios. Eine Bank die nur vereinzelt sharia- konforme Finanzprodukte anbietet muss damit rechnen nicht Glaubwürdig zu er­scheinen. Damit die Finanzprodukte erfolgreich abgesetzt werden können, müssen bestimmte banktechnische Gesichtspunkte beachtet werden. So muss ein Produkt vor allem zu passablen Kosten angeboten werden und die Risiken sollten möglichst steuerbar sein. Ein Finanzvertrag muss außerdem rechtlich eindeutig und durchsetz­bar sein. Des weiteren sollte sich der Gerichtsstand in Deutschland befinden. Steuer­liche Konsequenzen können dann hervorgerufen werden, wenn die Vertragskon­struktion in eine Gütertransaktion verwandelt wird. Dadurch kann unter Umständen Mehrwertsteuer anfallen und bei Immobilienkrediten kann sogar mehrfach die Grunderwerbssteuer berechnet werden. Zu beachten sind im internationalen Bereich auch die Quellensteuern, Kapitalgewinnsteuern und Steuern von laufenden Erträgen. Bezüglich der Bilanz können eigentliche Finanztransaktionen in Gütertransaktionen verwandelt werden. Dadurch müssen Realgüter aktiviert werden, was das langfristige Sachanlagevermögen erhöht. Termingeschäfte müssen ebenso in die Bilanz aufge­nommen werden. Außerdem ist die Eigenkapitalbindung ein wesentlicher Faktor. Für Realgüter ist diese meist höher als für Finanzaktiva, so dass ein Nachteil entstehen kann. Letztendlich werden Banken kurz- oder längerfristig Eigentümer von Realakti­va, was mit Risiken verbunden ist. Dadurch kommen innovative Ideen von Risiko­steuerungssystem auf die Bank zu, die bisher noch kaum Anwendung fanden[4].

2.2. Zielgruppenanalyse

Die Zielgruppenanalyse befasst sich mit dem Potenzial von Islamic Banking in Deutschland. Grundlage dafür dienen konkrete Zahlen zur muslimischen Konfession, sowie einige empirische Studien, die sich mit der muslimischen Zielgruppe beschäf­tigt haben. In Deutschland leben circa 3,4 Millionen Muslime, davon sind etwa 2,8 Millionen türkischer Herkunft (Prognose bis 2010: etwa drei Millionen), von denen über 70% länger als zehn Jahre in Deutschland leben und 77% zwischen 14 und 49 Jahre alt sind.

[...]


[1] Vgl. Gassner, M. (2003): S. 732

[2] Vgl. Ebert, H-G.; Thießen, F.; Thurner, N. (2008): S. 32

[3] Vgl. Ebenda: S. 33

[4] Vgl. Ebert, H-G.; Thießen, F.; Thurner, N. (2008): S. 35

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das Engagement deutscher Banken im Islamic Banking
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V150796
ISBN (eBook)
9783640622269
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Engagement, Banken, Islamic, Banking
Arbeit zitieren
Sophus Vandenburg (Autor), 2009, Das Engagement deutscher Banken im Islamic Banking, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150796

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