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Ein Fall von Exklusion?

Die Situation türkischer Migranten in Deutschland

Title: Ein Fall von Exklusion?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Fischer (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die Arbeit geht der Frage nach, ob im Hinblick auf türkische Migranten in Deutschland von Exklusion gesprochen werden kann, was im positiven Fall als eine plausible Ursache von Kriminalität gelten könnte.
Dazu wird im ersten Teil recht ausführlich versucht, unter Berücksichtigung verschiedener Bedeutungen des Exklusionsbegriffs zu einem Analyseraster zu gelangen. Geht man der Geschichte des Begriffs Exklusion, seinen Verwendungen und Bedeutungsvarianten nach, so lassen sich schließlich drei Dimensionen unterscheiden: eine sozial-strukturelle, eine institutionelle und eine sozial-emotionale.
Der zweite Teil widmet sich dann gemäß dieses Schemas der Untersuchung der Lage der türkischen Migranten in Deutschland. Dabei wird jede Dimension noch einmal nach objektiven Lebensbedingungen, subjektiver Wahrnehmung der Lebensbedingungen und nach dem faktischen Ausschluss durch Andere analytisch getrennt. Dadurch steht ein hinreichend genaues Analyseinstrument zur Verfügung, um alle wesentlichen, mit dem Begriff Exklusion gemeinten Dimensionen, zu erfassen.
Es zeigt sich, dass die vielfache Benachteiligung türkischer Migranten in Deutschland eine Realität ist. Obwohl sich Exklusionstendenzen zeigen, kann von einer Exklusion der gesamten Gruppe türkischer Zuwanderer keine Rede sein. Einiges deutet freilich darauf hin, dass viele Betroffene ihre Lage subjektiv sehr pessimistisch einschätzen. Im Einzelfall könnte Kriminalität tatsächlich eine Folge der objektiven und subjektiv wahrgenommenen Lebensbedingungen sein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs Exklusion

2.1 Die objektiven Lebensbedingungen

2.2 Subjektive Wahrnehmung der Lebensbedingungen (interne Ressourcen)

2.3 Ausschluss durch Andere

2.4 Inklusion/ Exklusion – eine dichotomische Unterscheidung?

3. Analyse der Situation türkischer Migranten in Deutschland

3.1 Methodische Anmerkungen

3.2 Sozial-strukturelle Dimension

3.2.1 Die objektiven Lebensbedingungen

3.2.2 Die subjektive Wahrnehmung der Lebensbedingungen

3.2.3 Ausschluss durch Andere

3.3 Institutionelle Dimension

3.3.1 Die objektiven politischen Partizipationsmöglichkeiten

3.3.2 Die subjektive Wahrnehmung und Bewertung der Einflusschancen

3.3.3 Ausschluss durch Andere von politischer Partizipation

3.4 Sozial-emotionale Dimension

3.4.1 Der objektive Grad der Einbindung

3.4.2 Die subjektive Wahrnehmung der Einbindung

3.4.3 Ausschluss durch Andere

3.5 Symbolische Dimension

4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Lebenssituation türkischer Migranten in Deutschland als ein Fall von Exklusion interpretiert werden kann, um daraus potenzielle Ursachen für Kriminalität abzuleiten. Dabei wird ein dreidimensionales Analyseraster (sozial-strukturell, institutionell, sozial-emotional) angewendet, um die faktische Integration sowie subjektive Wahrnehmungen und Ausgrenzungserfahrungen zu bewerten.

  • Theoretische Fundierung des Exklusionsbegriffs in der Soziologie
  • Analyse der sozial-strukturellen Benachteiligung türkischer Migranten
  • Institutionelle Aspekte der politischen Teilhabe und Partizipation
  • Sozial-emotionale Einbindung und subjektive Diskriminierungserfahrungen
  • Diskussion der symbolischen Exklusion als Bindeglied gesellschaftlicher Konflikte

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die objektiven Lebensbedingungen

Betrachtet man im Rahmen der Sozial-strukturellen Dimension zuerst die Schulbildung, so bestehen starke Unterschiede zwischen der deutschen Bevölkerung und den verschiedenen Zuwanderergruppen. Obgleich die zweite Generation deutlich höhere Schulabschlüsse erreicht, als die Generation der selbst Zugewanderten, bestehen erhebliche Unterschiede im Vergleich zur deutschen Bevölkerung fort. Während 2004 nur 2% der Deutschen die Schule ohne Abschluss verließen, taten dies 21% der türkischen Zuwanderer. Weibliche Migranten verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss als männliche. Auch bei den erreichten Schulabschlüssen zeigt sich ein deutlicher Vorteil bei den Deutschen. 27% der Deutschen verlassen die Schule mit einem Abitur, im Gegensatz zu 10% unter den türkischen Zuwanderern. Eine solche Benachteiligung von Migranten im Bildungssystem ist besonders deshalb relevant, da Bildung in der modernen Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Chancen und für die Minimierung sozialer Risiken darstellt.

Aufgrund des in der Bundesrepublik Deutschland bekanntlich engen Zusammenhangs zwischen formalem Bildungszertifikat und bekleideter Berufsposition, ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt fortsetzt. Auffällig ist hierbei, dass 28% der Bürger aus der Türkei überhaupt nicht am Erwerbsleben teilnehmen, fast doppelt so viele wie bei der Gruppe der Deutschen. Dabei handelt es sich vor allem um türkische Frauen. Zudem sind Zuwanderer, hier wiederum vor allem die aus der Türkei, überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen (19% der Türken im Vergleich zu 8% unter den Deutschen). Seifert stellt mit Blick auf Nordrhein-Westfalen fest, dass auch formal gleiche Bildungsabschlüsse keine gleichen Zugangschancen zum Arbeitsmarkt für Deutsche und für Menschen mit Migrationshintergrund gewährleisteten. Auch die berufliche Stellung innerhalb des Erwerbssystems und die Aufteilung nach Wirtschaftssektoren spiegeln das Ungleichgewicht zwischen Deutschen und Migranten wider. Zur Illustration kann hierzu etwa der Arbeiteranteil herangezogen werden. 2004 gehörten im Vergleich zu 12% der Deutschen 31-46% der Zuwanderergruppen zu den Arbeitern. Auch finden sie sich häufig in Berufen mit sehr hoher Arbeitsbelastung. Die Unterschiede schlagen sich im Arbeitseinkommen nieder, die aber vor allem durch die Verteilung der Hocheinkommen zustande kommen. Keine Zuwanderergruppe erreicht auch nur annähernd einen so hohen Anteil an höheren Berufspositionen, wie die Deutschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um Integration und Kriminalität türkischer Migranten in Deutschland und führt das theoretische Konzept der Exklusion ein.

2. Definition des Begriffs Exklusion: Dieses Kapitel definiert Exklusion soziologisch und differenziert zwischen objektiven Lebensbedingungen, subjektiver Wahrnehmung und Ausschluss durch Andere.

3. Analyse der Situation türkischer Migranten in Deutschland: Hier wird das theoretische Raster auf die Situation türkischer Migranten in verschiedenen gesellschaftlichen Dimensionen angewandt.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die empirischen Befunde zusammen und diskutiert die Exklusionstendenzen sowie deren potenzielle Verbindung zu kriminellem Verhalten.

Schlüsselwörter

Exklusion, Integration, türkische Migranten, soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Bildungssystem, politische Partizipation, Identität, relative Deprivation, sozial-strukturelle Dimension, institutionelle Dimension, sozial-emotionale Dimension, symbolische Exklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Lebenssituation von in Deutschland lebenden türkischen Migranten unter der soziologischen Perspektive des Exklusionsbegriffs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die sozial-strukturelle, institutionelle und sozial-emotionale Integration, ergänzt durch die Analyse einer symbolischen Dimension der Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Ziel ist es zu klären, ob von Exklusion gesprochen werden kann und ob diese in Form von Benachteiligungen und Ausgrenzung als plausible Ursache für Kriminalität bei Jugendlichen aus dieser Gruppe betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor greift auf existierende Daten (z. B. SOEP, ZfT) zurück und wendet ein auf Heitmeyer basierendes Kategorisierungsschema zur sozialen Desintegration an, um die verschiedenen Dimensionen der Exklusion zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Exklusion erläutert und anschließend die Lebensrealität türkischer Migranten anhand der drei definierten Dimensionen (sozial-strukturell, institutionell, sozial-emotional) sowie einer symbolischen Dimension empirisch untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Exklusion, soziale Ungleichheit, relative Deprivation, Diskriminierungserfahrungen, institutionelle Barrieren und Teilintegration.

Welche Rolle spielt die Erwerbsarbeit im Kontext der Exklusion laut dieser Analyse?

Die Erwerbsarbeit wird als zentraler Faktor für soziale Identität und Anerkennung gewertet; eine Marginalisierung am Arbeitsmarkt führt demnach häufig zu einem Gefühl des Nicht-Gebraucht-Werdens.

Wie wird die symbolische Dimension der Exklusion definiert?

Die symbolische Exklusion wird als Bindeglied verstanden, bei dem durch den gesellschaftlichen Diskurs über Identität und Herkunft der Ausschluss des Anderen als gleichberechtigter Kommunikationsteilnehmer erfolgt.

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Details

Title
Ein Fall von Exklusion?
Subtitle
Die Situation türkischer Migranten in Deutschland
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl für Soziologie)
Course
Soziologie des Konflikts
Grade
1,0
Author
Sebastian Fischer (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V150825
ISBN (eBook)
9783640622559
ISBN (Book)
9783640622924
Language
German
Tags
Exklusion soziale Ungleichheit Migranten Migrationshintergrund Zuwanderer Einwanderer Lebensbedingungen sozial-strukturell Definition Anerkennung Honneth Heitmeyer Kronauer Bude türkisch Türken türkischstämmig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Fischer (Author), 2008, Ein Fall von Exklusion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150825
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