„Der gestiefelt Kater“ von Ludwig Tieck

Märchen und Satire


Seminararbeit, 2008
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“
2.1 Aufbau und Inhalt des Stücks
2.2 Hauptfiguren
2.3 Handlungsebenen
2.4 Elemente des Märchens
2.5 Satire
2.6 Bedeutung des Stückes

3. Schlussfolgerung

Bibliographie

1. Einleitung

„Es war einmal…“, diese Eingangsformel kennen wir alle noch gut aus unserer Kindheit. Mit ihr beginnen viele der bekanntesten Märchen. Diese, meist mündlich überlieferten Geschichten, erfreuten sich vor allem in der Romantik einer großen Beliebtheit. Meist richten sich diese fantastischen Erzählungen an Kinder. Doch bei „Der gestiefelte Kater: Kindermärchen in drei Akten“ von Ludwig Tieck handelt es sich nicht um ein Stück, dass sich nur an Kinder richtet, denn das Drama enthält mehrere Handlungsebenen, die das Märchen mit literatur- und gesellschaftskritischen Elementen verbinden. Dazu bearbeitete Ludwig Tieck ein Märchen aus der Märchensammlung „Les contes de ma mére l’Oye“ von Perrault.[1] Das so entstandene und 1797[2] erschienene Drama spricht die Zuschauer auf verschiedene Weisen an.

Wie vereint Ludwig Tieck das Märchen vom gestiefelten Kater mit satirischen Elementen? Welche Wirkung erreicht er damit? Dies soll in der folgenden Interpretation des Stückes geklärt werden. Dazu soll der Inhalt und der Aufbau des Stückes, die Hauptcharaktere, die Handlungsebenen, die Elemente des Märchens und der Literatursatire, sowie die Bedeutung des Stücks analysiert werden.

2. Analyse von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“

2.1 Aufbau und Inhalt des Stücks

Das Stück „Der gestiefelte Kater“ von Ludwig Tieck besteht aus drei Akten, einem Prolog, einem Epilog und zwei Zwischenakten.

Das Drama beginnt mit einem Prolog im so genannten „Parterre“, also im Zuschauerraum des Theaters. Dort treffen sich Fischer, Müller, Schlosser, Leutner und Wiesener. Diese stellen die Besucher der Theatervorstellung dar und werden auch unter „Personen“ aufgeführt. Es handelt sich also um ein Stück im Stück. Das fiktive Publikum beginnt das Stück zu diskutieren und zu beurteilen, obwohl sie es noch nicht gesehen haben. Schließlich kommt der Dichter hinter dem Vorhang hervor, um sie zu beruhigen. Danach ist das Publikum begeistert und der erste Akt, und somit die Handlung auf der Bühne, beginnt.

Der Inhalt des im Drama aufgeführten Stücks ist größten Teils wie in dem bekannten Märchen der Brüder Grimm, dass 15 Jahre später herausgegebenen wurde[3]. Nach dem Tod seines Vaters erbt Gottlieb den Kater Hinze. Es stellt sich heraus, dass dieser sprechen kann. Er bittet Gottlieb darum, Stiefel für ihn anfertigen zu lassen. Unterdessen sucht im Palast der König einen Ehemann für seine Tochter. Doch sie kann sich für keinen der Prinzen begeistern. In die Dialoge auf der Bühne sind ständig Kommentare aus dem Zuschauerraum eingefügt. Das fiktive Publikum hinterfragt und kritisiert die Handlung auf der Bühne.

Nach dem Ende des ersten Aktes folgt der erste Zwischenakt. In ihm analysiert das Publikum das Stück auf seine Wirklichkeitsnähe und vergleicht es mit anderen Stücken, wie zum Beispiel der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Im zweiten Akt gelingt es Hinze mit Hilfe der Stiefel, sich am Hof des Königs als Jäger und Diener des Grafen von Carabas auszugeben. Dort erlangt er des Königs Wohlwollen, indem er ihn mit Kaninchen beschenkt. Am Ende des Aktes wird der König vom Publikum verhöhnt. Daraufhin kommt der Dichter auf die Bühne um das Publikum zu beruhigen. Er weist den „Besänftiger“ an, das Publikum zur Ruhe zu bringen. Dieser lässt daraufhin Affen, Bären, Adler und andere Vögel erscheinen. Außerdem fangen die Darsteller auf der Bühne an zu tanzen und der Besänftiger singt dazu.

Auf diese Szene folgt erneut ein Zwischenakt, in dem das fiktive Publikum das Stück auswertet. Bötticher, der nun zusätzlich zum Publikum hinzugekommen ist, wertet das Spiel des Katers detailliert aus.

Der dritte Akt beginnt, als sich der Vorhang zu früh öffnet und die Zuschauer so eine Unterhaltung zwischen dem Dichter und dem Maschinisten beobachten können. Dieser versucht den Maschinisten zu überreden, seine Maschinen zur Belustigung des Publikums einzusetzen. Daraufhin versucht der Hanswurst das verwirrte Publikum zu beruhigen und beschwert sich gleichzeitig über seine Rolle und den Dichter. Schließlich beginnt die Märchenhandlung des dritten Aktes. Der König möchte den Grafen von Carabas kennen lernen. Also bringt Hinze Gottlieb dazu in einen See zu baden und versteckt dessen Kleider. Als der König mit seiner Kutsche vorbeikommt schreit er um Hilfe. Der König lässt Gottlieb von seinen Dienern retten und gibt ihm von seinen Kleidern. Unterdessen läuft Hinze ins Nachbarland und tötet dort den Herrscher, der Popanz genannt wird und sich in alle denkbaren Tiergestalten verwandeln kann, indem er ihn bittet, sich in eine Maus zu verwandeln und ihn dann auffrisst. Nun setzt er Gottlieb, den Grafen von Carabas, mit einer Zeremonie aus der „Zauberflöte“ als Herrscher dieses Landes ein. Daraufhin gibt ihm der König seine Tochter zur Frau.

[...]


[1] Bernd Auerochs: Ludwig Tieck. Der gestiefelte Kater. In: Dramen des 19. Jahrhunderts. Stuttgart: Reclam 1997(=RUB 9631).S.15.

[2] Ebd.S.15.

[3] Herbert Reinelt: Lehrbuch für den Literatur Unterricht in den Klassen 8-10. Zur Entwicklung der Literatur und bedeutender Dichterpersönlichkeiten. 8.Auflage. Berlin: Volk und Wissen 1981.S.68.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
„Der gestiefelt Kater“ von Ludwig Tieck
Untertitel
Märchen und Satire
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
NDL I
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V150836
ISBN (eBook)
9783640620784
ISBN (Buch)
9783640620883
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ludwig Tieck, Satire, Stück im Stück
Arbeit zitieren
Katharina Ochsenfahrt (Autor), 2008, „Der gestiefelt Kater“ von Ludwig Tieck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150836

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