Diese Exegese behandelt die Perikope „Die Frage nach der Steuer/Der Zinsgroschen“ aus Markus 12, 13-17. Die Ausarbeitung erfolgt auf Grundlage einer eigenen Übersetzung aus dem Novum Testamentum Greace. Die Perikope erzählt das Gespräch zwischen den Pharisäern und Herodianern, die Jesus fragen, ob man dem Kaiser Steuern zahlen sollte. Jesus antwortete, dass man dem Kaiser das geben soll, was ihm gehört und Gott das, was sein ist.
Ich habe mich für die Perikope entschieden, da ich die Fragestellung sehr interessant finde und mir gleich Assoziationen in Zusammenhang zu der nationalsozialistischen Zeit eingefallen sind. Nach dem ersten Lesen der Perikope Mk 12,13-17 kommen viele Fragen auf. Warum kommen Pharisäer und Herodianer zusammen zu Jesus? Warum loben sie ihn zuerst? Warum antwortet Jesus nicht mit einer deutlichen Antwort? Steht ein theologisches Problem hinter der Steuerfrage? Was bedeutete die Steuer für die Menschen in dieser Zeit? Wie ist Jesus Antwort aufzufassen und gibt es eine heutige Relevanz? Daran anknüpfend wird die Perikope in dieser Exegese unter Berücksichtigung der folgenden Forschungsfrage zu untersuchen:
Welche Interpretationsmöglichkeiten gibt es für die Antwort Jesu und wie groß ist ihre heutige Relevanz?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Verortung des Evangeliums
3. Eigene Übersetzung
4. Kontextanalyse
4.1 Gliederung des Gesamtevangeliums
4.2 Verhältnis zur vorausgehenden und nachfolgenden Perikope
5. Textanalyse
5.1 Gliederung der Perikope
5.2 Linguistische Textanalyse
6. Form- und Gattungskritik
7. Einzelexegese
8. Synoptischer Vergleich
9. Redaktionskritik
10. Hermeneutische Besinnung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich das Ziel, die Perikope von der „Frage nach der Steuer“ (Markus 12,13-17) exegetisch zu erschließen und die zugrunde liegende Forschungsfrage zu beantworten, welche Interpretationsmöglichkeiten für die Antwort Jesu bestehen und welche Relevanz diese für die heutige Zeit besitzt.
- Historische Verortung des Markusevangeliums
- Kontextuelle Einordnung der Perikope in das Markusevangelium
- Gattungskritische Analyse, insbesondere Paradigma und Chrie
- Detaillierte Einzelexegese der Verse 13-17
- Synoptischer Vergleich mit Matthäus und Lukas sowie redaktionskritische Bewertung
- Perspektivierung der Fragestellung auf die heutige Zeit und Relevanz für den Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
14) Und sie kommen und sagen ihm: Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und du dich um niemanden kümmerst. Denn du siehst nicht auf das Angesicht der Menschen, sondern du lehrst nach der Wahrheit den Weg Gottes. Ist es erlaubt dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht? Zahlen wir oder zahlen wir nicht?
Die Gruppen kommen zu Jesus und sind vermeintlich nett zu ihm, sie loben ihn und könnten auch nur eine politische und rechtliche Beratung von ihm einfordern. Doch wie Jesus auch später selbst bemerkt, verfolgen sie eine bestimmte Intention. Die Ansprache beginnt mit einer captatio benevolentiae, welches ein rhetorisches Mittel ist und den Angesprochenen oder die Leser zuerst einmal lobt und indirekt um das Wohlwollen bittet. Die Gruppen loben Jesus indem sie ihn wahrhaftig nennen und als Lehrer betiteln. Damit bringen sie zum Ausdruck, dass sie ihn als einen aufrechten, zuverlässigen Mann sehen oder als den, „der Gottes Offenbarung verkündet oder der Offenbarer ist“. Wahrhaftig sein und Lehrer werden in einem Satz auf Jesus bezogen, welches auch bedeuten kann, dass sie ihn als einen Lehrer darstellen, der die Wahrheit vermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Perikope und formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Interpretation der Antwort Jesu und deren heutiger Relevanz.
2. Historische Verortung des Evangeliums: Untersuchung der Fragen zu Autor, Adressaten, Ort, Zeit und Intention des Evangeliums anhand verschiedener Fachliteratur.
3. Eigene Übersetzung: Erstellung einer eigenen Übersetzung sowie Erläuterung problematischer oder bedeutsamer sprachlicher Passagen.
4. Kontextanalyse: Gliederung des Gesamtevangeliums und Analyse der Position und des Verhältnisses der gewählten Perikope zu den umliegenden Texten.
5. Textanalyse: Gliederung der Perikope in Abschnitte sowie Untersuchung linguistischer Elemente wie Wortfelder, Tempus und Stilmittel.
6. Form- und Gattungskritik: Einordnung der Perikope in die Gattungen Paradigma (Dibelius) und Chrie (Berger) zur Bestimmung des „Sitz im Leben“.
7. Einzelexegese: Detaillierte exegetische Besprechung und Beantwortung der zu Beginn aufgeworfenen Fragestellungen.
8. Synoptischer Vergleich: Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Markusevangelium und den Parallelstellen bei Matthäus und Lukas.
9. Redaktionskritik: Untersuchung der redaktionellen Bearbeitung der Perikope durch die Evangelisten Lukas und Matthäus im Vergleich zu Markus.
10. Hermeneutische Besinnung: Reflexion über Verstehensschwierigkeiten im heutigen Unterrichtskontext und abschließende Zusammenfassung der Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Markus 12,13-17, Der Zinsgroschen, Exegese, Pharisäer, Herodianer, Kaisersteuer, Redaktionskritik, Paradigma, Chrie, Verantwortung, Gottes Herrschaft, Staat, heutige Relevanz, Kirche, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse der Perikope von der „Frage nach der Steuer“ aus dem Markusevangelium (Mk 12,13-17).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung, das Verhältnis von Kirche und Staat, die ethische Verantwortung des Menschen gegenüber weltlichen und göttlichen Ansprüchen sowie die gattungskritische Analyse des Textes.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Interpretationsmöglichkeiten es für die Antwort Jesu gibt und wie groß deren Relevanz für die heutige Zeit einzuschätzen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische historisch-kritische Methoden der Exegese angewendet, darunter Textanalyse, Kontextanalyse, Form- und Gattungskritik, ein synoptischer Vergleich sowie eine redaktionskritische Untersuchung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine eigene Übersetzung, Detailanalysen der linguistischen Struktur, die gattungsgeschichtliche Einordnung als Paradigma und Chrie sowie die eingehende Exegese einzelner Verse und der synoptischen Parallelen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Exegese, Markus 12,13-17, Kaisersteuer, Gottes Herrschaft, Verantwortung und heutige Relevanz.
Warum ziehen Pharisäer und Herodianer gemeinsam in den Kampf gegen Jesus?
Obwohl diese Gruppierungen politisch und religiös unterschiedliche Ansichten vertreten, eint sie das gemeinsame Ziel, Jesus im Wort zu fangen, um einen Anklagegrund gegen ihn zu finden.
Warum stellt das Zeigen des Dinars im Tempel eine Provokation dar?
Das Zeigen der kaiserlichen Münze, die den Kaiser als anbetungswürdig darstellt, im heiligen Tempel wird von frommen Juden als Verstoß gegen das Bilderverbot und als Anbetung von Götzen empfunden.
Wie lässt sich die Antwort Jesu heute deuten?
Die Antwort Jesu wird als Herausforderung zur verantwortlichen Unterscheidung zwischen staatlicher Autorität und der umfassenden Herrschaft Gottes gedeutet, wobei die Treue zu Gott Vorrang hat.
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- Aylin Sayin (Autor), 2019, Exegese Perikope "Die Frage nach der Steuer/Der Zinsgroschen" aus Markus 12, 13-17, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1508384