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Selbststabilisierung für traumatisierte Klientinnen*

Eine quantitative Untersuchung am Beispiel der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V.

Title: Selbststabilisierung für traumatisierte Klientinnen*

Bachelor Thesis , 2024 , 82 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carla Wittenberg (Author)

Pedagogy - Social pedagogy
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Summary Excerpt Details

Stabilisierung erfolgt nachhaltig, wenn diese aus dem Selbst erwächst und so, dass das Abhängigkeitsgefüge in dem Rahmen des Unterstützungssystems entmachtet wird. Nach traumatisierenden Erlebnissen können Sicherheits-, Reorientierungs- und Distanzierungsvermögen durch Kontrollverlust- sowie Ohnmachtsempfindungen aus der Balance geraten. Das Unterstützungssystem, unter anderem die Infrastruktur der Frauenberatungsstellen, begleiten in diesen Zeiten. Jedoch besteht die Gefahr die Abhängigkeit zu schüren und so die Selbstwirksamkeit nicht nachhaltig zu fördern. Für diese Forschungsarbeit wurde ein Selbststabilisierungsbeutel mit Materialien entwickelt, welcher integriert in einen quantitativen Befragungsprozess auf seine Anwendbarkeit sowie in Ansätzen auf seine Wirksamkeit geprüft wurde. Somit wird untersucht, ob das Material für alle Klientinnen* der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V. gleichermaßen anwendbar und wirksam ist. Die Befragung ergab Kriterien für unterschiedlich hohe Wirkungstendenzen sowie ein favorisierter Pool an Übungen, während eine einzelne Methode als untauglich herausgestellt werden konnte. So bot die Forschung klare Verbesserungsimpulse sowie einen produktiven Aufschlag für ein Selbststabilisierungstool, welches belasteten Personen an die Hand gegeben werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V.

3 Rahmung der Forschung

3.1 Aktueller Forschungsstand zum Thema Selbststabilisierung

3.2 Erläuterung der Zielgruppe

3.3 Erörterung von Forschungsziel und -hypothese

4 Methodik des empirischen Verfahrens

4.1 Erörterung der Stichprobenwahl

4.2 Vorstellung des Einstiegsfragebogens

4.3 Erörterung des Selbststabilisierungsbeutels

4.4 Vorstellung des Abschlussfragebogens

4.5 Erläuterung und Begründung der Auswertungsmethode

5 Deskriptive Analyse der empirischen Ergebnisse

5.1 Beschreibung der Daten des Einstiegsfragebogens

5.2 Beschreibung der Daten des Abschlussfragebogens

5.3 Auswertung der Ergebnisse

5.4 Diskussion der Ergebnisse

6 Reflexion

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit ein eigens entwickeltes Selbststabilisierungsset für traumatisierte Klientinnen* der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V. gleichermaßen anwendbar und wirksam ist, um bestehende Wartezeiten bis zu einer therapeutischen Begleitung zu überbrücken und Selbstwirksamkeit zu fördern.

  • Entwicklung und Prüfung eines Selbststabilisierungsbeutels zur Trauma-Stabilisierung.
  • Analyse der Anwendbarkeit und Wirksamkeit für diverse Bedürfnisse und Belastungsgrade.
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Alter, Traumathemen und bevorzugten Übungstechniken.
  • Identifikation von Faktoren, die den Zugang zu Stabilisierungsmaßnahmen erleichtern oder erschweren.
  • Ableitung von praktischen Verbesserungsimpulsen für das Beratungsangebot der Frauenberatungsstelle.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

„Wie hätte ein Mensch überlebt, wenn in ihm nicht Selbstheilungskräfte, (Über- )Lebenswillen und etwas, das ihn tröstet, zur Verfügung stehen?“ (Reddemann 2001: 17).

Während eines Ereignisses, welches unser Gehirn als zu drastisch einstuft, als dass wir es angemessen verarbeiten könnten, Flucht oder Kampf keine Optionen darstellen, schaltet der Körper von innen heraus in den Freeze-Modus. Wir selbst schützen uns in diesen Momenten unbewusst vor dem Nichtaushaltbaren. Dieser funktionale Schutz kann im Nachgang zu Folgesymptomen führen, was wiederum die Traumaarbeit erfordert. Es gibt viele Traumatherapiepraxen, Traumafachberatungsstellen und weitergebildete, traumasensibel Arbeitende in diversen Berufszweigen und dennoch beklagen Betroffene zurecht, dass die Wartezeiten zu lang sind oder die Frequenz der Sitzungen zu gering. Es bedarf mehr und kontinuierlichere Unterstützung. Eine Traumafolgestörung beherrscht das Leben der Betroffenen täglich und stetig. Da ist viel Raum, um sich allein mit den Symptomen zu fühlen.

Aus diesem Grund ergibt sich der Bedarf die Selbststabilisierungskräfte anzuregen. Hieraus das Selbstwirksamkeitsgefühl wiedererlangt und gestärkt wird, was nach Erfahrungen von Kontrollverlust und Ohnmachtsempfindungen besonders relevant ist. Stabilisierungsarbeit ist der erste Schritt zur Integration des Erlebten in die Biografie. Erfolgt diese ausschließlich in Zusammenarbeit mit Anleitenden, entwickelt sich schnell ein Abhängigkeitsverhältnis und es ergeben sich potentiell Dynamiken mit weiteren Momenten des Erlebens von Kontrollverlust während der gemeinsamen Arbeit oder des Ohnmachtsgefühls in den Zeitfenstern ohne externe Begleitung. Hier setzt diese Forschungsarbeit an. Die Selbststabilisierung für traumatisierte Klientinnen* der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V. wird anhand einer quantitativen Befragung untersucht. So soll folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Inwieweit ist das eigens erstellte Selbststabilisierungsset für alle Klientinnen* gleichermaßen anwendbar/wirksam?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Bedarf an niederschwelliger Selbststabilisierung bei traumatisierten Menschen während langer Wartezeiten und stellt die Forschungsfrage zur Wirksamkeit des entwickelten Selbststabilisierungssets.

2 Vorstellung der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V.: Dieses Kapitel führt in die Institution ein, erläutert deren Entstehung, das Beratungsangebot sowie das multiprofessionelle Team und die finanzielle Struktur des Vereins.

3 Rahmung der Forschung: Hier werden der aktuelle Forschungsstand zur Selbststabilisierung, eine Definition der Zielgruppe und des Traumabegriffs sowie die hypothesegeleiteten Forschungsziele dargelegt.

4 Methodik des empirischen Verfahrens: Das Kapitel erläutert den quantitativen Forschungsansatz, die Stichprobenwahl, die Konstruktion der Fragebögen (Einstieg/Abschluss) und das entwickelte Stabilisierungstool.

5 Deskriptive Analyse der empirischen Ergebnisse: Dieser Teil beschreibt die erhobenen Daten, wertet die Anwendungsfrequenz und Wirksamkeit der Übungen aus und diskutiert diese im wissenschaftlichen Kontext.

6 Reflexion: Die Reflexion beleuchtet die Grenzen der Studie, wie das geringe Zeitfenster und die fehlende Kontrollgruppe, und kritisiert die methodischen Hürden bei der Datenerhebung.

7 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Notwendigkeit diverser Stabilisierungstechniken für unterschiedliche Bedarfe und gibt Impulse für die praktische Weiterentwicklung des Modells.

Schlüsselwörter

Selbststabilisierung, Trauma, Frauenberatung, Selbstwirksamkeit, Traumafolgestörung, quantitative Forschung, Stabilisierungsbeutel, Ressourcenarbeit, Distanzierung, Sicherheit, Reorientierung, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Symptombewältigung, Psychosoziale Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht, wie traumatisierte Klientinnen* der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V. durch ein selbst entwickeltes Stabilisierungsset ihre Selbstwirksamkeit stärken und Wartezeiten sinnvoll überbrücken können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Traumatherapie, der Prozess der Selbststabilisierung als erste Phase der Traumaarbeit, die Förderung von Ressourcen sowie die psychosoziale Beratung in Schutzräumen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das primäre Ziel ist es, die Anwendbarkeit und Wirksamkeit eines eigens entwickelten Selbststabilisierungssets zu prüfen, um den Betroffenen mehr Autonomie während langer Wartezeiten auf Therapieplätze zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf quantitativer Empirie und nutzt teilstandardisierte Fragebögen (Einstiegs- und Abschlussbefragung), um Symptomveränderungen und Nutzungstendenzen bei den Probandinnen* zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Traumadefinition, Salutogenese), die methodische Beschreibung des Stabilisierungsbeutels sowie die deskriptive Analyse und Diskussion der empirischen Ergebnisse detailliert ausgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbststabilisierung, Trauma, Frauenberatung, Selbstwirksamkeit, Ressourcenarbeit, Distanzierung, Sicherheit, Reorientierung und psychosoziale Beratung.

Inwiefern hat die Identitätsdiagnose einen Einfluss auf die Übungswahl?

Die Untersuchung zeigt, dass beispielsweise Personen mit PTBS oder leichter Belastung andere Übungen (wie die 5-4-3-2-1-Methode) bevorzugen als Betroffene mit akuter Belastungsstörung, die keine klare Neigung aufweisen.

Warum ist laut Autorin die Vielfalt der Übungen entscheidend?

Da die Probandinnen* sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Bedarfe haben, existiert keinen „Königsweg“. Nur durch einen bunten Mix an Übungen kann den diversen Belastungsgraden und Lebensphasen der Zielgruppe gerecht werden werden.

Was war der häufigste Kritikpunkt der Probandinnen*?

Ein wesentlicher Kritikpunkt war, dass es den Probandinnen* teilweise unklar war, in welchen Momenten genau welche Übung am sinnvollsten einzusetzen ist, was auf einen Bedarf an niederschwelligeren Erklärungen hinweist.

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Details

Title
Selbststabilisierung für traumatisierte Klientinnen*
Subtitle
Eine quantitative Untersuchung am Beispiel der Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V.
College
Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe gGmbH  (Sozialpädagogik und Management)
Course
Psychosoziale Versorgung
Grade
1,0
Author
Carla Wittenberg (Author)
Publication Year
2024
Pages
82
Catalog Number
V1508391
ISBN (PDF)
9783389076859
ISBN (Book)
9783389076866
Language
German
Tags
Trauma Traumatisierung Stabilisierung Selbststabilisierung Frauenunterstütztungssystem Traumapädagogik Selbsthilfe Distanzierung Reorientierung Sicherheit Erste Hilfe Trauma Begleitheft Stabilisierungstools Methoden Trauma Traumafachberatung psychosoziale Versorgung Sozialpädagogik Traumatherapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carla Wittenberg (Author), 2024, Selbststabilisierung für traumatisierte Klientinnen* , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1508391
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