In dieser Hausarbeit wird die Frage der gendergerechten Sprache im Slowenischen und Slowakischen aufgegriffen. Beide Sprachen gehören zu den slawischen Sprachen.
Slowakisch hat ein grammatisches Geschlecht, ebenso wie Slowenisch. Anhand sekundärer Quellen (wie empirischen
Studien) wird diese Problematik dargestellt und besprochen. Um Stereotypen und Diskriminierung in der Sprache zu reduzieren, wurde die gendergerechte Sprache eingeführt. Diese verfolgt das Ziel, Ungleichheiten zu minimieren, indem z.B. männliche Formen durch neutrale ersetzt werden (z.B. police officer anstatt policeman) oder das generische Maskulinum abgeschafft
wird (the applicant…he or she anstatt the applicant…he).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Gendergerechte Sprache in der Slowakei
2.1. Das generische Maskulinum
2.2. Die Stereotypisierung von den berufsbezeichnenden Lexemen
3. Gendergerechte sprache in Slowenien
3.1. Die institutionelle Eingriffe um das Gendergerechte Sprache
3.2. Das generische Maskulinum
3.3. Die Stereotypisierung von den berufsbezeichnenden Lexemen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der gendergerechten Sprache im slowakischen und slowenischen Kontext, analysiert dabei den Einfluss grammatischer Strukturen auf das Denken und beleuchtet die Rolle von Institutionen sowie die Wahrnehmung geschlechtsspezifischer Bezeichnungen in der Gesellschaft.
- Die Funktion und Kritik des generischen Maskulinums in der slawischen Sprache.
- Empirische Untersuchung von Einstellungen zur Sprachgerechtigkeit mittels sekundärer Quellen.
- Die Auswirkungen der Sprache auf die Repräsentativität von Frauen und gesellschaftliche Stereotype.
- Institutionelle Maßnahmen zur Förderung nicht-sexistischer Sprachverwendung (Vergleich Slowakei vs. Slowenien).
- Psycholinguistische Aspekte der Berufsbezeichnungen und deren Konnotationen.
Auszug aus dem Buch
3. Die gendergerechte Sprache in Slowenien.
Slowenisch hat ein grammatisches Geschlecht, aber im Gegensatz zum Slowakischen ist seit den 1980er Jahren eine neue Debatte entstanden, die Geschlecht nicht nur als Frage der Grammatik, sondern als „soziologische, kulturelle, anthropologische, psychologische und philosophische Dilemma“ betrachtet (Ledinek et al.: 2021) Das generische Maskulinum wurde bis zur Mitte der 1990er Jahre als Standard verwendet, und die Verwendung sowohl femininer als auch maskuliner Formen zu bezeichnen. Das Generische Maskulinum entwickelte sich erst später zu einem Zeichen von „political correctness“ (Doleschal: 2015). Slowenien ist ein Mitglied der EU und hat die Empfehlung des Europarats zur Abschaffung des sexististischen Sprachgebrauchs befolgt. Das slowenische Ured za žensko politiko (Büro für Frauenpolitik) hat eine besondere Publikation mit Richtlinien zum Gebrauch nicht-sexistischer Sprache herausgegeben: Neseksistična raba jezika (Doleschal: 2015). Laut diesen Richtlinien sollten sowohl weibliche als auch männliche Formen verwendet werden, z.B. dijak (Student) und dijakinja (Studentin), sowie genderneutrale Ausdrücke wie oseba (Person), z.B. oseba, ki je nosila pravice (Person, die Rechte hatte) (Doleschal: 2015). Auch bei Berufen sollten sowohl weibliche als auch männliche Formen benutzt werden, z.B. električar (Elektriker) und električarka (Elektrikerin), čistilka (Putzfrau) und čistilec (Putzmann) (Plemenitas: 2014). Das Problem der Anrede wurde ebenfalls angesprochen. Beide Geschlechter sollten explizit gleich behandelt werden, z.B. Janez Marolt in Sonja Horvat, gsp. Horvat und g. Marolt (Herr Horvat und Frau Marolt) anstelle von g. Marolt und Sonja (Herr Marolt und Sonja) (Doleschal: 2015). In den Zeitungen dominiert jedoch bis heute das generische Maskulinum (Doleschal: 2015). In Slowenien ist die Frage der gendergerechten Sprache nach wie vor ein aktuelles Thema. Im Jahr 2018 hat der Senat der Universität Ljubljana entschieden, dass „die internen Rechtsakte dieser Institution abwechselnd maskuline und feminine grammatische Formen verwenden werden (die Praxis wird alle paar Jahre wechseln) als neutrale Form zur Darstellung von Geschlecht oder verschiedenen Geschlechtsidentitäten“ (Ledinek et al.: 2021). Die Universität Ljubljana ist die erste Institution, die solche Maßnahmen umsetzt und testet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die allgemeine Problematik des generischen Maskulinums und dessen Einfluss auf die Wahrnehmung von Geschlechtern in der Sprache sowie die theoretische Relevanz der Sapir-Whorf-Hypothese.
2. Gendergerechte Sprache in der Slowakei: Dieses Kapitel untersucht die Einstellungen zur geschlechtergerechten Sprache im slowakischen Kontext sowie die psycholinguistische Wahrnehmung von Berufsbezeichnungen.
2.1. Das generische Maskulinum: Dieser Abschnitt analysiert die Ergebnisse von Studien zum generischen Maskulinum in Slowakien und betrachtet die Debatten über Repräsentativität und Sprachökonomie.
2.2. Die Stereotypisierung von den berufsbezeichnenden Lexemen: Es wird analysiert, wie spezifische Berufsbezeichnungen konnotiert sind und wie diese die Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Arbeitswelt beeinflussen.
3. Gendergerechte sprache in Slowenien: Dieser Teil betrachtet die spezifische Entwicklung in Slowenien, wobei die Debatte über Geschlecht als soziales Dilemma im Fokus steht.
3.1. Die institutionelle Eingriffe um das Gendergerechte Sprache: Hier werden die Richtlinien des slowenischen Büros für Frauenpolitik sowie die kontroversen Maßnahmen der Universität Ljubljana beleuchtet.
3.2. Das generische Maskulinum: Die Analyse der Verwendung grammatikalisch männlicher Formen in slowenischen Stellenanzeigen über mehrere Jahrzehnte wird hier dargestellt.
3.3. Die Stereotypisierung von den berufsbezeichnenden Lexemen: Dieser Abschnitt wertet wegweisende slowenische Wörterbücher aus, um festzustellen, inwieweit diese Geschlechterstereotype reproduzieren.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit aus den untersuchten Aspekten und vergleicht den Entwicklungsstand der geschlechtergerechten Sprache in der Slowakei und Slowenien.
Schlüsselwörter
gendergerechte Sprache, generisches Maskulinum, Slowenisch, Slowakisch, Sprachpolitik, Stereotype, Diskriminierung, Berufsbezeichnungen, linguistische Relativität, institutionelle Richtlinien, institutionelle Maßnahmen, lexikografische Konzepte, soziale Repräsentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Verwendung und Wahrnehmung der gendergerechten Sprache, insbesondere des generischen Maskulinums, im slowakischen und slowenischen Sprachraum.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die grammatische Geschlechterstruktur, die Auswirkungen dieser Strukturen auf die soziale Realität sowie institutionelle sprachpolitische Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede im Umgang mit gendergerechter Sprache zwischen Slowenien und der Slowakei basierend auf vorhandener Literatur und empirischen Daten darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse unter Einbeziehung empirischer Studien, Korpusanalysen und der Untersuchung von Wörterbüchern sowie Stellenanzeigen.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des generischen Maskulinums, die Untersuchung der Stereotypisierung von Berufsbezeichnungen und die Darstellung institutioneller Eingriffe in beiden Ländern.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind gendergerechte Sprache, Sprachpolitik, Geschlechterstereotype, generisches Maskulinum sowie der interlingualen Vergleich zwischen dem Slowakischen und Slowenischen.
Welchen Stellenwert nehmen Wörterbücher laut der Arbeit für die Sprachentwicklung ein?
Wörterbücher codieren die Sprache und präsentieren ideale Muster; die Arbeit zeigt, dass sie oft soziale Einstellungen und Vorurteile der Redakteure wiederspiegeln.
Warum ist die Entscheidung der Universität Ljubljana so umstritten?
Die Entscheidung, abwechselnd maskuline und feminine Formen in internen Rechtsakten zu verwenden, wurde von vielen als künstlicher und absurder Eingriff in die Natürlichkeit der Sprache kritisiert.
- Quote paper
- Katarzyna Skorska (Author), 2024, Gendergerechte Sprache im Vergleich: Unterschiede zwischen Slowakisch und Slowenisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1508656