Medien und Terror: Die Rolle des Internets für den internationalen Terrorismus


Hausarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Beziehung zwischen modernen Medien und internationalem Terror

3. Die Rolle des Internets für den internationalen Terrorismus
3.1 Inhalte terroristischer Internetseiten
3.2 Terroristische Möglichkeiten durch das Internet
3.3 Zur Eindämmung der Macht des internationalen Terrors

4. Resümee

5. Bibliographie

1. Einleitung

Die wechselseitige Beziehung zwischen Medien und Terrorismus ist schon so alt, wie der Wunsch beider Seiten große Menschenmassen anzusprechen. In Deutschland ist die Nutzung moderner Medien durch Terroristen explizit im Deutschen Herbst 1977 in Erscheinung getreten. Anhänger der Roten Armee Fraktion instrumentalisierten alle Medienformen, um ihre Taten und Forderungen bekannt zu geben. So sendeten sie z. B. mehrere Videoaufnahmen des deutschen Managers und Wirtschaftsfunktionärs Hanns Martin Schleyer, den Mitglieder der RAF zunächst wochenlang zur Geisel und später ermordet haben, an verschiedene Fernsehstationen, um Aufsehen zu erregen und ihren Erhebungen Nachdruck zu verleihen.

Dennoch führt die Angewiesenheit auf traditionelle Medien wie Fernsehen, Zeitung und Radio dazu, dass Terroristen in gewisser Weise von den Journalisten abhängig sind. Denn diese müssen die terroristischen Botschaften als so interessant und publikumstauglich einschätzen, dass sie sie veröffentlichen und sich somit selbst zum „Mitverbreiter der Botschaft [machen], egal welche Stellung [sie] beziehen“[1]. Terrororganisationen, die die Macht der Bilder als primäre Waffe für sich entdeckt haben, planen seither Aktionen und Anschläge dahin, dass sie gefilmt werden oder inszenieren sie sogar selbst für die Kamera[2].

Doch ist mit fortschreitenden Technologien in den letzten Jahren vor allem das Internet als Sprechrohr für militante, terroristische und radikale Gruppen avanciert. Hier können sie selbst bestimmen, was veröffentlicht wird und direkt mit dem Publikum in Kontakt treten sowie auf eigene Art die Selbst- und Feindbilder konstruieren. Neben Propaganda, Rekrutierung und psychologischer Kriegsführung kann das Internet modernem Terrorismus zu unterschiedlichsten Zwecken dienen, die in Kapitel 3 dieser Arbeit genannt und näher erläutert werden. Gabriel Weimann bezeichnet das Cyberspace demnach als „globale Arena“[3], in der alle gesuchten Terroristen und radikalen Organisationen vertreten und zum Kampf bereit stehen. Terroristische Webseiten werden für ein besonders großes Publikum entwickelt, in verschiedenen Sprachen angeboten und manchmal sogar „kindgerecht“ konzipiert. Denn die Kinder, die mit dem Terror aufwachsen, sind später eher bereit dazu terroristische Organisationen finanziell oder als Mitglied zu unterstützen. Zukunftsorientiertes Handeln ist für Terrorvereinigungen also auch via Internet möglich.

Es wird klar, dass das Internet unter anderem für „al Qaida und seine Unterstützer zu einem guten Ersatz für den Verlust ihrer Lager und ihres Territoriums in Afghanistan geworden (…) [ist], von wo sie ganz bequem operieren“[4] können. Die Lücke, die durch das Verbot der Terrororganisationen entstanden ist, wird durch das Internet optimal geschlossen. Und dadurch, dass es solch ein dynamisches Phänomen ist, in dem aufstellen, verändern und/oder löschen von Webseiten ein Leichtes ist, stellt sich die staatliche Bekämpfung des Terrors durch das Internet als äußerst schwierig dar. Dennoch werden immer wieder verschiedene Vorschläge zur Bekriegung oder Eindämmung der Terrorgefahr im Internet und anderen Medien gegeben.

2. Die Beziehung zwischen modernen Medien und internationalem Terror

Die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington, D. C. eröffneten eine neue Dimension des internationalen Terrorismus; nicht nur im Bezug auf das Ausmaß der Katastrophe, sondern auch das des öffentlichen Schocks. Globalisierte Medien verhalfen den Terroristen dazu, ihren Anschlag postwendend in die ganze Welt zu übertragen. Eine solche „Live-Inszenierung des unglaublichen Schreckens“[5] verstärkte den Schrecken in der westlichen Welt enorm.

Die Vermittlung des Terrors in bewegten Bildern führte dazu, dass die öffentliche Meinung wesentlich beeinflusst und die Politik des jeweilig eigenen Landes öffentlich in Frage gestellt wurde. Mit den Anschlägen wurde also genau das erreicht, was die Attentäter und ihre terroristischen Organisationen erreichen wollte: sie wirkten sich maßgebend auf nachfolgende politische Reaktionen und Entscheidungen aus. Schon 1940 stellte General Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkrieges, fest: „Public opinion wins war“. Terroristen von heute scheinen diese These peinlich genau zu berücksichtigen, was zeigt, dass Eisenhower richtig lag: Attentate werden auf ihre Medienwirksamkeit hin inszeniert[6]. Je besser die Bilder über den Terror, desto medienwirksamer und beeinflussender sind sie. Somit wird klar, dass eine Wechselbeziehung zwischen Terroristen und Medienschaffenden besteht. Die Entwicklung der Medien beeinflusst die Ausprägungsformen des Terrors; der Terror beeinflusst Medien, Politik und Gesellschaft.

Die Nutzung verschiedener Medien, fokussiert jeweils unterschiedliche Aspekte des Terrors und somit wird z. B. zur Konstruktion von Feind-Freund-Bildern die Realität geformt. Medien selbst können auf diese Weise zum „öffentlichkeitswirksamen Faktor der Politik“[7] werden. Der Vietnamkrieg, dessen schreckliche Bilder innerhalb kürzester Zeit um die ganze Welt gingen, ist ein Paradebeispiel für die Macht der Medien, die sich moderne Terroristen zu Eigen machen. Über die ganze Welt rollte Ende der 1960er-Jahre nach der Veröffentlichung verschiedener Pressefotos des Vietnamkrieges eine riesige Protestwelle gegen das Gefecht und seine grausamen Folgen. Ob die extrem große öffentliche Betroffenheit auch ohne die brutalen Bilder zustande gekommen wäre, ist fragwürdig. Ein Beispiel solcher Bilder, die um die ganze Welt gingen, zeigt Abbildung 1.

Abbildung 1: Phan Thi Kim Phuc (Mitte) flieht gemeinsam mit anderen Kindern nach einem fehlgeleiteten amerikanischem Napalm-Angriff aus ihrem Dorf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.bk-siegburg.de/projekte/1968/projectusa/Texte/vietnamkrieg.htm (22.02.2008)

[...]


[1] Vgl. Rützer, Florian: „Online-Terrorismus“ und die Medien.

[2] Vgl. Ebd.

[3] Vgl. Weimann, Gabriel: www.terror.net: How Modern Terrorism uses the Internet. Special Report No. 116, March 2006.

[4] Rützer, Florian: „Online-Terrorismus“ und die Medien. 15. Juli 2004.

[5] Bernhofer, Martin: Medien – Terror – Krieg. Informationstext zu einem internationalen Symposion am 9. September 2002 im RadioKulturhaus Wien anlässlich des ersten Jahrestages des Anschlages auf das World Trade Center in New York.

[6] Wie die Bombenattentate auf drei U-Bahn-Züge und einen Doppeldeckerbus am 07. Juli 2005 in London zeigten.

[7] Bernhofer 2002

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Medien und Terror: Die Rolle des Internets für den internationalen Terrorismus
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Seminar: Europa im Focus des internationalen Terrorismus
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V150913
ISBN (eBook)
9783640622573
ISBN (Buch)
9783640622955
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Terror, Rolle, Internets, Terrorismus
Arbeit zitieren
Julia Krüger (Autor), 2008, Medien und Terror: Die Rolle des Internets für den internationalen Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150913

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