Google Earth – NASA World Wind – MS Virtual Earth: Ein wissenschaftlicher Vergleich aus Sicht der Geodäsie und Geoinformatik


Studienarbeit, 2008
66 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Earth Viewer

3 Google Earth
3.1 Entwicklung
3.2 Datengrundlage
3.3 Systemvoraussetzungen
3.4 Geodätische Gesichtspunkte.
3.5 Überblick
3.6 Grundfunktionen
3.6.1 Benutzeroberfläche
3.6.2 Einstellungen
3.6.3 Arbeiten mit Orten
3.6.4 Arbeiten mit Ebenen
3.7 Spezielle Funktionen
3.7.1 Overlays
3.7.2 Integration von 3D Modellen
3.7.3 Verwendung von GPS Geräten
3.7.4 Implementierung eigener Daten
3.8 Anwendungen
3.8.1 Erzeugen eines Bild Overlays
3.8.2 Erstellen und Implementieren eines 3D Modells mittels Sketch Up
3.8.3 Implementieren eines aus Luftbildern erzeugten Höhenmodells
3.9 Vor- und Nachteile

4 Nasa World Wind
4.1 Entwicklung
4.2 Datengrundlage
4.3 Systemvoraussetzungen
4.4 Geodätische Gesichtspunkt
4.5 Überblick
4.6 Funktionen
4.6.1 Benutzeroberfläche
4.6.2 Suchfunktion und Ebenen
4.6.3 Satellitenbilder, Karten und Luftbilder
4.7 Spezielle Funktionen
4.7.1 Einbindung von Daten
4.7.2 Funktionserweiterungen
4.8 Anwendungen
4.8.1 Erzeugen von Overlays
4.9 Vor- und Nachteile

5 Microsoft Virtual Earth
5.1 Entwicklung
5.2 Datengrundlage
5.3 Systemvoraussetzungen
5.4 Geodätische Gesichtspunkte
5.5 Überblick
5.6 Grundfunktionen
5.6.1 Benutzeroberfläche
5.6.2 Suchfunktion, Wegbeschreibungen und Sammlungen.
5.7 Spezielle Funktionen
5.7.1 Pfade und Polygone
5.7.2 Kartenüberlagerung und 3D Objekte
5.8 Anwendungen
5.8.1 Erstellen und implementieren eines 3D Modells
5.8.2 Kartenüberlagerung
5.9 Vor- und Nachteile

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Benutzeroberfläche von Google Earth

Abb. 2: Einstellungen in Google Earth

Abb. 3: Ebenenenfenster Google Earth

Abb. 4: Import von GPS-Daten Google Earth

Abb. 5: Echtzeit GPS Google Earth

Abb. 6: Overlay durch Koordinateneingabe in Google Earth

Abb. 7: Overlay durch Verschiebung des Orthobildes in Google Earth

Abb. 8: Google Sketch Up Benutzeroberfläche mit Modell

Abb. 9: Luftbild vom späteren Standort des Modells in Google Earth

Abb. 10: Google Ansicht unter Modell in Google Sketch Up

Abb. 11: Modell auf Bild referenziert

Abb. 12: Modell in Google Earth importiert

Abb. 13: Höhenmodell Gronau erzeugt aus Luftbildern

Abb. 14: 3D Ansicht Höhenmodell Gronau in PCI Geomatica FLY!

Abb. 15: Höhenmodell Gronau als Bild Overlay in Google Earth

Abb. 13: Benutzeroberfläche NASA World Wind 1.4

Abb. 14: Layer Manager in NASA World Wind.

Abb. 15: I-Cubed ESAT World Landsat 7 Bild von New York.

Abb. 16: NLT Landsat 7 links Visible Color und rechts Pseudo Color Bilder

Abb. 17: On Earth Landsat 7 links Visible Color und rechts Pseudo Color

Abb. 18: Geocover Landsat 7 links Geocover 1990 und rechts Geocover

Abb. 19: USGS Orthobild, links s/w 1 m/Pixel, rechts Farbe 0,25 m/Pixel

Abb. 20: USGS Topo Map in Nasa World Wind

Abb. 21: Waldbrände in Kalifornien 22.10.2007, 21:00 UTC, Aqua

Abb. 22: Fenster GPSTracker in Nasa World Wind.

Abb. 23: Overlay in NASA World Wind

Abb. 24: Verschiebungen an Bildübergängen in Virtual Earth

Abb. 25: Benutzeroberfläche Virtual Earth 3D

Abb. 26: Benutzeroberfläche Microsoft Virtual Earth 3DVIA

Abb. 27: 3D Modell in Virtual Earth.

Abb. 28: Benutzeroberfläche Microsoft MapCruncher.

Abb. 29: Überlagerung durch Orthobild in Microsoft Virtual Earth.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Koordinatentransformation

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Erde aus dem Weltall sehen oder jeden Ort der Welt anfliegen und aus der Luft beobachten, all dies ist heutzutage, zumindest virtuell, für die Nutzer von Satelliten Software oder so genannten Earth Viewern (Erd Beobachtern) möglich. In dieser Beziehung hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Spätestens seit der Veröffentlichung von Google Earth im Jahre 2005 begann ein regelrechter Wettlauf in Sachen Erdbeobachtungssoftware. Die Geoinformationsbranche wurde für die Masse zugänglich gemacht und entwickelt sich seitdem mit sehr hoher Geschwindigkeit. Geodaten können nun von jedem und von überall her über das Internet kostenlos genutzt werden. Innerhalb kürzester Zeit schritt die Entwicklung von verschiedenen Systemen voran, so dass es heute eine Vielzahl von Anbietern solcher Earth Viewer gibt. Ob Client Systeme oder Web Mapping Systeme, die unterschiedlichen Systeme bieten jede Menge Möglichkeiten für die verschiedensten Anwendungen.

Im Internet werden viele verschiedene Earth Viewer kostenlos angeboten und die Entwicklung geht ständig weiter. Die wohl bekanntesten dieser Earth Viewer sind Google Earth, NASA World Wind und Microsoft Virtual Earth. Alle drei haben etwas gemeinsam, sie bieten Bilddaten der Erde an und ermöglichen es dem Nutzer per Mausklick auf dem virtuellen Globus zu navigieren und somit jeden Ort der Welt zu erkunden, sofern es die Auflösung der Bilddaten zulässt. Sie bieten ihren Nutzern Informationen mit einem Ortsbezug, so genannte Geoinformationen. Aber jeder dieser Earth Viewer bietet verschiedene Funktionen und Datengrundlagen und es lassen sich unterschiedliche Anwendungen mit jedem von ihnen durchführen, so dass es gewisse Unterschiede zwischen ihnen gibt.

Im Rahmen dieser Studienarbeit sollen Google Earth, NASA World Wind und Microsoft Virtual Earth miteinander verglichen werden. Dabei wird auf die Datengrundlage, die verschiedensten Funktionen und die Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Earth Viewer eingegangen. Die einzelnen Funktionen werden zunächst beschrieben und einige davon später praktisch angewandt, so dass ein direkter Vergleich zustande kommt.

2 Earth Viewer

So genannte Earth Viewer, was soviel heißt wie Erd- oder Planetenbeobachter, sind computergestützte Programme und webbasierte Dienste, welche die Erdoberfläche mittels verschiedener Geodaten global visualisieren. Man unterscheidet die Earth Viewer in zwei verschiedene Systemtypen. Einmal die Web Mapping Systeme, welche die Betrachtung der räumlichen Daten mit einem aktuellen Webbrowser ermöglichen ohne ein zusätzliches Programm zu installieren. Und zum anderen die Client Systeme, für welche die Installation eines Software Clients auf dem Rechner erforderlich ist. Google Earth und NASA World Wind sind solche clientbasierten Earth Viewer, während Microsoft Virtual Earth eine Web Mapping Anwendung ist. Das heißt um Google Earth und NASA World Wind nutzen zu können, muss erst die entsprechende Software, welche in der Regel kostenlos zu Verfügung gestellt wird, herunter geladen und installiert werden. Microsoft Virtual Earth hingegen kann direkt genutzt werden indem man die Adresse http://maps.live.com/ in die Adresszeile eines Webbrowsers eingibt und auf diese Seite wechselt. Jeder dieser Earth Viewer visualisiert Satellitenbilder, Luftbilder, Straßendaten und einiges mehr, also einen globalen Datenbestand über das Internet. Web Mapping Systeme haben den Vorteil, dass man sie an jedem Rechner, welcher über eine Internetverbindung verfügt, nutzen kann ohne etwas installieren zu müssen. Client Systeme setzen zwar die Installation der Client Software voraus, jedoch verfügen sie in der Regel über zusätzliche Funktionen welche die Web Mapping Anwendungen nicht anbieten.

3 Google Earth

3.1 Entwicklung

Der Ursprung von Google Earth liegt in dem Unternehmen Keyhole Corp. welches 1996 von Michael T. Jones gegründet wurde. Dieses Unternehmen hatte eine Software mit dem Namen „Keyhole“ (Schlüsselloch) entwickelt. Das Programm Keyhole 2, welches ab 2004 für 70 $ pro Jahr genutzt werden konnte, nutzte Satellitenbilder der US-amerikanischen Spionagesatelliten Keyhole als Datengrundlage. Im Jahr 2004 kaufte Google Inc. die Firma Keyhole auf und entwickelte auf dem Grundgerüst der Keyhole Software schließlich Google Earth. Zunächst wurden die Kosten für das Programm gesenkt und seit Ende Juni 2005 ist die Software von Google Earth für den privaten Gebrauch kostenfrei zugänglich.

Mittlerweile bietet Google verschiedene Versionen dieses Earth Viewers an. Zum einen die derzeitige Basisversion Google Earth 4.2 beta welche kostenlos zugänglich ist und keine Registrierung erfordert. Mit ihr wird die Reise auf dem virtuellen Globus ermöglicht, man kann navigieren, suchen und Entfernungen ausmessen. Es lassen sich auch verschiedene Karteschichten ein- und ausblenden und Punktkoordinaten abspeichern. Auch die Darstellung von 3D Modellen wird unterstützt.

Des Weiteren gibt es die Version Google Earth Plus, welche für 20$ pro Jahr genutzt werden kann und über zusätzliche Funktionen gegenüber der Basisversion verfügt. Diese Version bietet einen verbesserten Netzwerkzugang und dadurch höhere Arbeitsgeschwindigkeiten, sie ermöglicht das anschließen von GPS Geräten, so dass eine Positionsbestimmung in Echtzeit möglich wird, oder die Einbindung von bereits vorhandenen GPS Daten. Weiterhin ermöglicht diese Version das Einbinden von Tabellen, womit es möglich ist bis zu 100 Koordinaten aus CSV-Dateien zu importieren. Und Ausdrucke lassen sich mit einer höheren Auflösung, als der Bildschirmauflösung ermöglichen. Die Druckauflösung beträgt 1400 Pixel während die Bildschirmauflösung nur 1000 Pixel beträgt.

Die leistungsfähigste Version ist die Version Google Earth Pro, diese kann für 400$ pro Jahr genutzt werden und ist für den professionellen Einsatz gedacht. Google Earth Pro ermöglicht den Import von bis zu 2500 Koordinaten und Adressen aus CSV-Dateien, die Druckauflösung und der Export von Bildern liegt bei 4800 Pixeln.

Es sind Tools für Flächen und Kreismessungen integriert und zusätzliche Module können für je 200$ dazu gekauft werden. Wie zum Beispiel das GIS-Daten-Import- Modul welches den Import von shapefiles oder TAB - Formaten ermöglicht oder das Movie Making Module mit welchem man Videos im wmv-Format exportieren kann. Die Version Google Earth Enteprise wurde ausschließlich für Geschäftskunden entwickelt, sie besitzt einen umfangreichen Datenbestand und besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Einmal aus Google Earth Fusion, welche Raster-, GIS-, Punkt-, und Geländedaten in den wichtigsten Formaten integriert. Dann aus Google Earth Client, welche die Daten an die Client Software überträgt. Und aus Google Earth Enteprise Client welche das Betrachten, Drucken und Austauschen der Daten ermöglicht.

3.2 Datengrundlage

Google Earth basiert auf dem Format Keyhole Markup Language (KML), dieses entspricht dem XML-Format, welches ein Standard für die Erstellung von maschinenund menschenlesbaren Dokumenten in Form einer Baumstruktur ist (Metadaten). Das KML-Format ermöglicht die Erfassung von verschiedenen georeferenzierten Informationen und den Austausch zwischen seinen Nutzern. Da KML eine Markupsprache ist wie HTML (Hyper Text Markup Language), steuert diese lediglich die Bildschirmausgabe. Google Earth dient dabei als Browser für KML-Dateien, so wie der Internet Explorer als Browser für HTML-Dateien dient.

Google Earth verwendet sowohl Rasterdaten als auch Vektordaten. Rasterdaten werden in Form von Pixeln verwaltet. Die Satellitenbilder und Luftaufnahmen in Google Earth sind also Rasterdaten, während Vektordaten zur Definition von Punkten, Linien und Polygonen verwendet werden. Vektordaten sind zum Beispiel das Verkehrsnetz, die Ortschaften und die Ländergrenzen. Die Vektordaten können in Google Earth mit den Rasterdaten verknüpft werden. Für seine Bilddatenbank verwendet Google Earth eine einfache Zylinderprojektion (Plattkarte) mit dem globalen Bezugssystem WGS84. Die einfache Zylinderprojektion ist eine einfache Kartenprojektion, hierbei sind Längen- und Breitengrade abstandstreue, gerade parallele Linien, die sich jeweils im rechten Winkel kreuzen. Man schätzt den Umfang der Google Earth Datenbank auf 150 Terrabyte, wobei den größten Anteil an diesen Daten die Bilddaten einnehmen und den geringeren Anteil die dazugehörigen Indexdateien. Die Satellitenbilddaten stammen hauptsächlich von der NASA und vor allem von dem 1999 gestarteten Satelliten Landsat 7. Blendet man im Ebenenfenster im Ordner „Mehr“ die DigitalGlobe-Abdeckung ein werden die Bildausschnitte mit ihrem Aufnahmedatum im 3D Viewer angezeigt. Die hochaufgelösten Bilder in Google Earth sind Luftbilddaten. Diese werden für Deutschland von der Firma Geocontent GmbH im Auftrag von Google hergestellt.

Weiterhin stellt Google Earth ein digitales Höhenmodell zur Verfügung, dieses wird auch als DEM (Data Elevation Model) bezeichnet. Es wird durch die Einblendung der Geländeebenen aktiviert. Hierbei werden jedem Pixel drei Koordinaten zugeordnet, einmal der Rechtswert, dann der Hochwert und die Höhe. Das Geländemodel welches von Google Earth verwendet wird, arbeitet mit einer Genauigkeit von ungefähr 30 m.

3.3 Systemvoraussetzungen

Google Earth lässt sich auf Windows PC’s, Mac’s und Linux Computern installieren und lässt sich auf der Seite http://earth.google.com kostenlos downloaden. Die Installationsdatei der aktuellen Version hat eine Größe von 12,7 MB. Neuere Versionen können einfach über ältere Versionen installiert werden, so bleiben die eigenen Daten erhalten. Jedoch müssen für die neueste Version Google Earth 4.2 folgende Systemvoraussetzungen für die einzelnen Betriebssysteme erfüllt sein.

Verwendung auf einem Windows PC:

- Betriebsystem: Windows 2000, Windows XP, Windows Vista
- CPU: 500 MHz, Pentium 3
- Systemarbeitsspeicher (RAM): 128 MB RAM
- Festplatte: 400 MB frei
- Netzwerkgeschwindigkeit: 128 Kb/s
- Grafikkarte: 3D-fähige Videokarte mit 16 MB VRAM
- Bildschirm: 1024x768, 16-Bit-High-Color-Bildschirm

Verwendung auf einem Mac:

- Betriebssystem: Mac OS X 10.4 oder höher
- CPU: G3 500 MHz
- Systemarbeitsspeicher (RAM): 256 MB RAM
- Festplatte: 400 MB frei
- Netzwerkgeschwindigkeit: 128 Kb/s
- Grafikkarte: 3D-fähige Videokarte mit 16 MB VRAM
- Bildschirm: 1024 x 768, "Tausende Farben"

Verwendung auf einem Linux Computer:

- Kernel 2.4 oder höher
- glibc 2.3.2 mit NPTL oder höher
- XFree86-4.0 oder x.org R6.7 oder höher
- CPU: 500 MHz, Pentium 3
- Systemarbeitsspeicher (RAM): 128 MB RAM
- Festplatte: 400 MB frei
- Netzwerkgeschwindigkeit: 128 Kb/s
- Grafikkarte: 3D-fähige Videokarte mit 16 MB VRAM
- Bildschirm: 1024x768, 16-Bit-High-Color-Bildschirm

Diese Systemvoraussetzungen sind die Mindestvoraussetzungen um mit Google Earth arbeiten zu können. Bessere Voraussetzungen ermöglichen schnelleres arbeiten und eine höhere Qualität in Google Earth.

3.4 Geodätische Gesichtspunkte

Google Earth verwendet eine einfache Zylinderprojektion für seine Bilddatenbank mit dem Bezugssystem WGS 84 (World Geodetic System 1984). Längen- und Breitengrade sind dabei abstandstreue, gerade parallele Linien. Diese kreuzen sich jeweils im rechten Winkel. WGS 84 ist dabei das Datum und Referenzellipsoid. Bei der Zylinderprojektion handelt es sich um eine Mercatorprojektion, d.h. eine Zylinderprojektion entlang des Äquators. Dabei werden die abgebildeten Flächen mit zunehmendem Abstand vom Äquator größer. Google löst dieses Problem mit einer dynamischen Anpassung des Maßstabes.

Die Bilddaten in Google Earth sind Sattelitenbilddaten des Landsat 7 Projektes mit einer Auflösung von 15 m/Pixel und Luftbilder welche durch überfliegen der Gebiete erzeugt wurden. Dabei werden so genannte True Orthofotos erzeugt, diese haben in Google Earth eine maximale Auflösung von 0,1 m/Pixel. Das digitale Geländemodell in Google Earth ist nur gering aufgelöst und hat eine Genauigkeit von ca. 30 m. Dadurch kommt auch keine genaue Verschneidung mit 3D Objekten, welche man implementieren kann, zustande. Die Bilddaten besitzen unterschiedliche Qualitäten und beim Übergang von unterschiedlichen Bilddaten kann man teilweise Verschiebungen feststellen. So weisen die Bilddaten Lageungenauigkeiten auf, die bis zu 150 m betragen können.

3.5 Überblick

Google Earth ist ein Earth Viewer mit zahlreichen Funktionen. Vor der Benutzung muss man jedoch die Software installieren, da Google Earth ein Client System ist. Nach der Installation wird die freie Navigation auf dem virtuellen Globus ermöglicht und somit kann jede Stelle der Erde betrachtet werden. Der Benutzer kann Karten, Satelliten- und Luftbilder betrachten, außerdem wird ein digitales Geländemodell geboten und das Betrachten von 3D-Objekten ermöglicht. Position und Höhe werden angegeben und über Ebenen lassen sich zahlreiche Kartenelemente oder interessante Punkte einblenden. Über eine Suchfunktion lassen sich Adressen und Branchen suchen und anzeigen, Routenplanungen durchführen und anschließend virtuell abfliegen. In der neuesten Version von Google Earth wurde nun auch der Blick in die Sterne ermöglicht. Als spezielle Funktionen werden die Speicherung von Orten und Wegbeschreibungen und das Markieren und Veröffentlichen von Punkten geboten. Die Satelliten- und Luftbilder lassen sich in allen gängigen Formaten speichern und das Bild, die aktuelle Ansicht oder eine selbst erstellte Ortsmarke direkt per E-Mail versenden. Auch das Messen einer Strecke oder eines Pfades ist in Google Earth möglich. Man kann auch eigene Daten implementieren, beispielsweise Karten oder Bilder als Overlays oder über Web Mapping Services (WMS) einfügen und Daten von GPS Geräten implementieren. 3D Objekte lassen sich über das Google Warehouse herunterladen oder über Google Sketch Up erzeugen und dann direkt in Google integrieren. Google Earth überzeugt durch eine einfache Bedienbarkeit und schnelles laden der Daten.

3.6 Grundfunktionen

3.6.1 Benutzeroberfläche

Startet man Google Earth, so hat man die in Abbildung 1 dargestellte Benutzeroberfläche vor sich über welche man die verschiedensten Funktionen ausführen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Benutzeroberfläche von Google Earth [Google Earth]

Im Hauptfenster dem so genannten 3D Viewer sieht man den virtuellen Globus auf dem man nach Belieben navigieren kann. Weiterhin befindet sich in der linken oberen Ecke des 3D Viewers die Übersichtskarte welche weitere Perspektiven der Erde zeigt. Oben rechts befinden sich die Navigationsbedienelemente mit welchen sich das Bild verschieben, neigen, zoomen und um den Ansichtspunkt drehen lässt. Die Navigation kann jedoch auch über die Maus oder die Tastatur erfolgen. Unten im 3D Viewer befindet sich die Statusleiste, diese zeigt die Koordinaten, die Geländehöhe, die aktuelle Sichthöhe und Statusinformationen zur Bildübertragung an. Die Anzeige der Koordinaten und der Sichthöhe kann unter Einstellungen verstellt werden. Über der Übertragungsanzeige werden Informationen zur Herkunft der jeweiligen Bilddaten eingeblendet. Auf der linken Seite befindet sich die Seitenleiste, welche auch ausgeblendet werden kann, so dass man den 3D Viewer im Vollbildmodus hat. In dieser befindet sich das Suchfenster, in welchem man nach Orten, Branchen und Wegbeschreibungen suchen kann. Außerdem das Fenster „Orte“, dort können Ortsmarken gesucht, gespeichert und verwaltet werden. Und noch das Fenster „Ebenen“, dieses Fenster enthält eine Vielzahl von Datenpunkten, welche ein- und ausgeblendet werden können, wie z. B. Straßen, Grenzen, Gelände, 3D Modelle und weitere. In Abbildung 1 sind die Ländergrenzen eingeblendet. Oberhalb des 3D Viewers befindet sich eine Symbolleiste auf der einige Grundfunktionen von Google Earth mit dem Klick auf die jeweiligen Symbole ausgeführt werden können. Das Setzen von Ortsmarken und das Hinzufügen von Polygonen, Pfaden oder Overlays und das Einblenden eines Lineals, so dass Entfernungen oder ganze Pfade gemessen werden können. Außerdem befinden sich dort Symbole um die aktuelle Ansicht im 3D Viewer zu drucken, per E-Mail zu versenden oder in Google Maps zu betrachten und eines um in die Weltraumansicht zu wechseln. In der Version 4.2 von Google Earth ist es möglich in die Weltraumansicht zu wechseln um Sterne und Planeten zu beobachten. Alle Funktionen und Einstellungen können aber auch über die ganz oben liegende Menüleiste aufgerufen werden.

3.6.2 Einstellungen

In Google Earth lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen um Darstellung des Bildmaterials und den Symbolen im 3D Viewer zu verändern. Über Tools > Optionen öffnet sich das in Abbildung 2 dargestellte Fenster über welches die verschiedensten Einstellungen vorgenommen werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Einstellungen in Google Earth [Google Earth]

In der Registerkarte 3D-Ansicht kann man Einstellungen im 3D Viewer ändern. Der Detailbereich legt fest wie groß das hoch auflösende Bild angezeigt wird, außerhalb dieses Bereiches verschwimmt das Bild. Auch die Farbdarstellung lässt sich verändern und die Anisotrope Filterung erzeugt ein weicher wirkendes Bild beim betrachten der Erde in einem Neigungswinkel. Setzt man jedoch alle Einstellungen so, dass man die höchste Qualität der Daten im 3D Viewer erreicht wird sich unter Umständen die Geschwindigkeit beim Arbeiten mit Google Earth verringern. Außerdem lässt sich noch die Beschriftungsgröße ändern und der Grafikmodus, in Windows wird meist DirectX verwendet. Auch die Anzeige der Breite und Länge im 3D Viewer kann von Dezimalgrad, auf Grad, Minuten, Sekunden, auf Grad, Dezimalminuten oder auf UTM-Koordinaten (Universal Transversal Mercator) umgestellt werden, genauso wie die Anzeige der Höhe von Fuß, Meilen auf Meter, Kilometer umgestellt werden kann. Auch die Kartengröße der Übersichtskarte und das Zoomverhältnis lassen sich verstellen. Über die Registerkarte Cache kann man die Einstellungen für Arbeitsspeicher- und Festplatten-Cache verstellen. Erhöht man die Größe des Arbeitsspeicher- und Festplatten-Cache kann man die Arbeitsgeschwindigkeit in Google Earth verbessern. Jedoch kann es sein, dass sich dadurch andere Anwendungen verlangsamen, dies ist jedoch systemabhängig.

Weiterhin kann man die Einstellungen für Touren und die Navigation in Google Earth über die jeweilige Registerkarte verändern, dies betrifft hauptsächlich die Geschwindigkeit und die Kameraeinstellungen. Allgemeine Einstellungen wie die Sprache lassen sich unter der Registerkarte Allgemein verstellen. Sollte man einmal Fehleinstellungen vorgenommen haben, so dass es zu Problemen beim Arbeiten mit Google Earth kommt, kann man über den Button „Auf Standard zurücksetzen“ die Standardeinstellungen, so wie sie bei der Installation waren wiederherstellen.

3.6.3 Arbeiten mit Orten

In der Seitenleiste von Google Earth kann man über das Suchfenster nach Orten suchen. Um einen Ort zu suchen, kann man den Namen des Ortes eingeben und Zusätze wie das Land, Bundesland und Straße und Hausnummer, wobei die Adresssuche zur Zeit noch nicht alle Länder umfasst. Auch die Eingabe von Koordinaten im DMS-Format (51 10’33.00’’N, 10 16’55.30’’W) oder im Dezimalformat (51.176, 10.282) ist möglich, dabei ist zu beachten, dass erst die Breite und dann die Länge eingegeben wird, jeweils durch ein Komma getrennt. Über die Registerkarte Branchen lassen sich auch Geschäftseinträge suchen, so kann man sich zum Beispiel Lebensmittelhändler oder einen Blumenladen in einem bestimmten Ort oder der aktuellen Ansicht anzeigen lassen. Im Suchfenster werden dann die einzelnen Geschäfte angezeigt und man kann diese mit einem Klick darauf auswählen. Auch die Wegbeschreibung dorthin, von einem bestimmten Ort aus, lässt sich sofort anzeigen. Wegbeschreibungen kann man auch über die Registerkarte Wegbeschreibungen im Suchfenster ausgeben lassen, indem man den Startort und das Ziel eingibt. Die Übersicht der Strecke wird im 3D Viewer angezeigt und die Beschreibung der Wegstrecke im Suchfenster. Die Wegbeschreibung lässt sich mit Hilfe der Tourfunktion im Suchfenster abspielen, so dass man die Strecke schon vor

Beginn virtuell abfliegen kann. Die gefundenen Orte, Branchen oder Wegbeschreibungen kann man dann auch unter meine Orte speichern, so dass man jederzeit wieder Zugriff darauf hat, ohne erneut danach zu suchen. Hat man nicht nach einem bestimmten Ort gesucht, sondern etwas Interessantes gefunden und möchte dieses speichern, kann man so genannte Ortsmarken hinzufügen, diese kann man über die Koordinaten des Punktes setzen oder direkt im 3D Viewer auf den Punkt schieben und dann unter meine Orte speichern. Den Ortsmarken kann man eine Beschreibung hinzufügen, ihren Stil und ihre Farbe festlegen, ihre Ansicht einstellen und die Höhe in der sie angebracht werden soll.

Die gespeicherten Ortsdaten in der Seitenleiste im Fenster Orte, lassen sich einfach organisieren. Sie können umgeordnet, umbenannt, ausgeblendet und gelöscht werden. Diese Daten kann man auch mit anderen Google Earth Nutzern austauschen in dem man sie per E-Mail verschickt oder in der Google Earth Community veröffentlicht.

3.6.4 Arbeiten mit Ebenen

Im Ebenen Fenster welches sich unten in der Seitenleiste von Google Earth befindet, lassen sich Daten im 3D Viewer einblenden. Es können Karten, Straßen, Gelände, interessante Punkte, Gebäudedaten, Wetterinformationen und vieles mehr eingeblendet werden. Das Ebenen Fenster zeigt dazu eine Liste an, wie in Abbildung

3 zu sehen, in welcher man mit dem setzen eines Häkchens auswählen kann welche Daten man eingeblendet haben will.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ebenenenfenster [Google Earth]

[...]

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Google Earth – NASA World Wind – MS Virtual Earth: Ein wissenschaftlicher Vergleich aus Sicht der Geodäsie und Geoinformatik
Hochschule
Technische Universität Bergakademie Freiberg  (Institut für Markscheidewesen und Geodäsie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
66
Katalognummer
V150934
ISBN (eBook)
9783640634613
ISBN (Buch)
9783640634583
Dateigröße
3437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Google Earth, Nasa, Nasa World Wind, Word Wind, MS Virtual Earth, Virtual Earth, Geodäsie, Sketch up, Geoinformatik, Earth Viewer
Arbeit zitieren
Tobias Höppner (Autor), 2008, Google Earth – NASA World Wind – MS Virtual Earth: Ein wissenschaftlicher Vergleich aus Sicht der Geodäsie und Geoinformatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150934

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