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Der Manifesto antropófago, oder der Versuch Brasilien aufzuwerten

Titre: Der Manifesto antropófago, oder der Versuch Brasilien aufzuwerten

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Stefanie Feller (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Oswald de Andrades Manifesto antropófago von 1928. Ziel ist es die Bedeutung eben dieses Werkes für die brasilianische Kultur, und deren Vorstellungen bezüglich der eigenen Nation darzustellen. Wie sieht de Andrade das Brasilien seiner Zeit? Mittels welches Konzeptes möchte er Brasilien gegenüber Europa abgrenzen, und warum wird eine Abgrenzung als notwendig erachtet?
Dabei beziehe ich mich neben de Andrades Manifesto antropófago vor allem auf Sandführs Dissertation Só a Antropofagia nós une: Assimilation und Differenz in der Figur des Anthropophagen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein Blick in die Geschichte Brasiliens

3 Zum Antropofagia-Konzept bei de Andrade

3.1 Der Movimento antropófago

3.2 Der Manifesto antropófago

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das 1928 veröffentlichte „Manifesto antropófago“ von Oswald de Andrade und analysiert dessen zentrale Rolle bei der Konstruktion einer eigenständigen brasilianischen Identität sowie der kulturellen Abgrenzung gegenüber Europa. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie de Andrade das Brasilien seiner Zeit wahrnahm, welches Konzept er zur kulturellen Emanzipation entwickelte und warum er diese Abgrenzung als essenziell für die nationale Selbstfindung erachtete.

  • Historischer Kontext der brasilianischen Entwicklung und Kolonialgeschichte
  • Das Konzept der „Antropofagia“ als Metapher für kulturellen Synkretismus
  • Die Rolle von Oswald de Andrade im brasilianischen „Modernismo“
  • Transformation kultureller Einflüsse statt bloßer Imitation
  • Das Motiv der „rotura“ (Bruch) als Basis für nationale Autonomie

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Movimento antropófago

Namensgeber des Movimento antropófago war Oswald de Andrades Manifesto antropófago, in dem er die Idee einer anthropophagischen Gesellschaft skizziert. Gleich dem Kannibalen der sich die Kräfte und den Mut des Feindes buchstäblich einzuverleiben suchte, könnte Brasilien die kulturelle Abhängigkeit und damit die post-koloniale Machtkonstellation nur überwinden, indem es das Fremde verschlinge und verinnerliche. Die Anthropophagie steht dabei als Metapher für einen ungehemmten Synkretismus und eine selbstbewusste Form der Kulturaneignung. Damit entwickelt de Andrade eine Möglichkeit, sich das Fremde einzuverleiben und es gleichzeitig zu verwandeln. Dank de Andrade erfährt der Kannibalismus bzw. die Anthropophagie eine Aufwertung; weg vom bloßem Verschlingen und Vernichten hin zur Erschaffung etwas Neuen.

Seine Neudefinition und Neubewertung der anthropophagischen brasilianischen Identität greift (...) den Traum der brasilianischen Romantik von einer Auflösung der Grenzen auf. Während in der Romantik die diskursive Praktik des Vergleichens zwischen „hier“ und „dort“ zu einer nicht überzeugenden Aufhebung der Differenz geführt hat, fordert de Andrades Manifest in aggressiver Manier die Autorität des Zentrums heraus, indem es eine radikale Neubewertung der Opposition des „zivilisierten dort“ und des „wilden hier“ vornimmt, in welcher das „wilde hier“ aufgewertet werden soll. Dieses Konzept impliziert eine positive Wertung der Anthropophagie und steht damit im Kontrast zur Ablehnung des anthropophagen Primitivismus in der sogenannten zivilisierten Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des „Manifesto antropófago“ von 1928 ein und erläutert die Zielsetzung, die Bedeutung dieses Werkes für die brasilianische Identität zu beleuchten.

2 Ein Blick in die Geschichte Brasiliens: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über Brasilien, beginnend bei der Entdeckung und Kolonisierung bis hin zur Entstehung der Republik und dem Aufstieg des Getúlio Vargas.

3 Zum Antropofagia-Konzept bei de Andrade: Dieser Hauptteil analysiert das Konzept der Antropofagia im Kontext des Modernismo, wobei die theoretischen Grundlagen des Movimento antropófago und des Manifests detailliert untersucht werden.

4 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie das Konzept der Antropofagia als philosophisches Werkzeug zur kulturellen Emanzipation Brasiliens dient und seine Relevanz in einer globalisierten Welt beibehält.

Schlüsselwörter

Oswald de Andrade, Manifesto antropófago, Brasilien, Modernismo, Anthropophagie, kulturelle Identität, Synkretismus, Postkolonialismus, Kulturaneignung, rotura, Tupi-Indianer, nationale Selbstfindung, Brasilidade, kulturelle Abhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Oswald de Andrades „Manifesto antropófago“ von 1928 und dessen Einfluss auf das kulturelle Selbstverständnis Brasiliens.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die brasilianische Identitätssuche, das Konzept des kulturellen Kannibalismus (Antropofagia), der Modernismo sowie das Spannungsfeld zwischen kolonialem Erbe und nationaler Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie de Andrade durch sein Konzept eine Abgrenzung gegenüber europäischen kulturellen Einflüssen vollzog, um eine authentische brasilianische Kultur zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Manifests und stützt sich dabei auf einschlägige Forschungsliteratur, insbesondere die Dissertation von T. Sandführ.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung Brasiliens und eine tiefgehende Analyse des Antropofagia-Konzepts, einschließlich der Untersuchung von Begriffen wie „rotura“ und „Assimilation“.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Antropofagia, Modernismo, nationale Identität, kulturelle Transformation und die postkoloniale Kritik an europäischen Hegemonien.

Wie unterscheidet sich de Andrades Sicht auf die „Ureinwohner“ von der klassischen Romantik?

Im Gegensatz zur romantischen Idealisierung des „Edlen Wilden“ wählt de Andrade den anthropophagischen Tupi-Indianer als Symbol des aktiven Widerstands und der kulturellen Aneignung.

Warum spielt der Begriff „rotura“ eine so wichtige Rolle in der Argumentation des Autors?

Der „rotura“ (Bruch) ist essenziell, da er den notwendigen radikalen Bruch sowohl mit der eigenen kolonialen Vergangenheit als auch mit der unkritischen Übernahme europäischer Werte markiert.

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Résumé des informations

Titre
Der Manifesto antropófago, oder der Versuch Brasilien aufzuwerten
Université
Martin Luther University
Note
1,7
Auteur
Stefanie Feller (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
18
N° de catalogue
V150945
ISBN (ebook)
9783640625949
ISBN (Livre)
9783640626144
Langue
allemand
mots-clé
Brasilien Manifesto antropófago Oswald de Andrade Kannibalismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefanie Feller (Auteur), 2009, Der Manifesto antropófago, oder der Versuch Brasilien aufzuwerten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150945
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