Diese Arbeit geht der Frage nach, inwiefern in angegebener Fabel die Darstellung von (politischer) Macht, gegenüber dem Individuum, als ein für die Interpretation der Fabel wichtiger Bezugspunkt angesehen werden kann. Hierbei wird in erster Linie auf von der bisherigen Forschung als zweideutig auslegbare Eigenheiten der Fabel -so z.B. die Darstellung des Messer Gaster - Bezug genommen und textuell interpretiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Messer Gaster la grandeur Royale ?
3. Der Magen und die Glieder
4. ›Orator in fabula‹ - Politische Rhetorik versus literarische Form
5. Macht und Individuum
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die politische Dimension von La Fontaines Fabel "Les Membres et l’Estomac" (III, 2) durch eine textnahe Analyse, um die ambivalente Darstellung von Macht und die Rolle des Individuums zu klären, wobei insbesondere die intertextuellen Bezüge und die literarische Gestaltung hinterfragt werden.
- Analyse der Machtdarstellung und Machtverhältnisse in der Fabel.
- Untersuchung der Intertextualität (insbesondere der Figur "Messer Gaster").
- Textuelle Analyse der Diskurs- und Histoire-Ebene.
- Reflexion über die literarische Form versus politische Rhetorik.
- Untersuchung der Körpermetaphorik und sozio-ökonomischer Konzepte.
Auszug aus dem Buch
3. Der Magen und die Glieder
S’il a quelque beoin, tout le corps s’en reent. De travailler pour luy les membres e laant, Chacun d’eux reolut de vivre en Gentil-homme, Sans rien faire, alleguant l’exemple de Gater. (V. 5-8)
Couton sieht hier den Spott gegen einen als unnütz und überflüssig deklarierten Adel gegeben, was letztlich für das Gesamtbild der Fabeln zu erkennen gibt, dass L.F. nicht nur die übliche Gesellschaft, sondern auch das Hofleben beschreiben wollte (vgl. Couton: 1959, 41-43). Auf die Aussage ”sans rien faire“ eingehend kann die zeitbedingte Situation berücksichtigend angemerkt werden, dass es damals neben den Adligen des Hofes Ludwigs XIV. auch die grands seigneurs gab, die ebenfalls zum Adel gehören und ungefähr 350.000 Menschen ausmachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zur Fabel "Les Membres et l’Estomac" und stellt die Fragestellung nach der Deutung der Macht in der Fabel vor.
2. Messer Gaster la grandeur Royale ?: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung und intertextuelle Herkunft der Figur "Messer Gaster" als zentrales Element für das Machtverständnis der Fabel.
3. Der Magen und die Glieder: Das Kapitel untersucht die Beziehung zwischen dem Magen als Machtinstanz und den Gliedern und analysiert die ökonomischen sowie sozialen Implikationen dieser Körpermetapher.
4. ›Orator in fabula‹ - Politische Rhetorik versus literarische Form: Hier wird der Kontrast zwischen der klassischen politischen Rhetorik (Agrippa Menenius) und der literarischen Form La Fontaines erörtert.
5. Macht und Individuum: Der Abschnitt widmet sich der Bedeutung der Körpermetapher im politisch-literarischen Diskurs des 17. Jahrhunderts und der Rolle des Individuums in diesem Machtgefüge.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Fabel Machtverhältnisse auf diskursiver Ebene reflektiert und durch ihre Struktur als komplexes literarisches Werk auszeichnet.
Schlüsselwörter
La Fontaine, Les Membres et l’Estomac, Macht, Messer Gaster, Individuum, politische Rhetorik, Körpermetapher, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Fabel, Diskurs, Rabelais, Staatskörper, Soziale Moral, Ökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die politische Dimension der La-Fontaine-Fabel "Les Membres et l’Estomac" unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung von Macht und der Rolle des Individuums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Intertextualität, die Körpermetaphorik des Staates, das Verhältnis von Macht und Individuum sowie die formale Gestaltung der Fabel als literarisches Werk.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie diese spezifische Fabel unter dem Aspekt der Macht zu lesen und zu deuten ist, insbesondere im Hinblick auf ihre Zweideutigkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine textuelle Analyse durch, die auf der Untersuchung der Diskurs- und Histoire-Ebene basiert und den intertextuellen Kontext einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Analyse der Figur "Messer Gaster", die Beziehung zwischen Magen und Gliedern, das Spannungsfeld zwischen Rhetorik und Dichtung sowie die philosophischen Implikationen des Machtbegriffs.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Macht, Körpermetapher, Intertextualität, Messer Gaster, literarische Satire und die ökonomische Dimension in La Fontaines Fabeln.
Welche Rolle spielt die Figur Messer Gaster in der Argumentation?
Messer Gaster dient als zentrales intertextuelles Bindeglied zu Rabelais und symbolisiert in der Fabel eine machtvoll-materialistische Instanz, die zur Reflexion über Ordnung und Fortschritt anregt.
Wie bewertet der Autor die politische Intention von La Fontaine?
Der Autor vertritt den Standpunkt, dass La Fontaine keine rein subversive Satire übt, sondern durch eine subtile, ironische Struktur eine allgemeine Einsicht über Machtverhältnisse und das Individuum im Staate vermittelt.
- Quote paper
- Paolo Parisi (Author), 2010, Die politische Dimension in La Fontaines Fabel 'Les Membres et l’Estomac' (III, 2), dargelegt anhand einer textuellen Analyse der Darstellung von Macht und Individuum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150973