Seit Einführung des IFRS 2 und damit der Verpflichtung, Aktienoptionspläne als Kosten zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, hatten betroffene Aktiengesellschaften ausreichend Zeit, die Änderungen in ihrem Berichtswesen zu implementieren. Diese Untersuchung soll klären, ob die Bewertungen durch die Unternehmen in den Jahresabschlüssen gemäß den Anforderungen des IFRS 2 durchgeführt werden und ob in den zurückliegenden Jahresabschlüssen signifikante Unterbewertungen zu beobachten sind, die eine Motivation nachvollziehen lassen, dass die Kosten von Unternehmen möglichst gering bilanziert werden. Im Speziellen soll geprüft werden, ob Unternehmen des M- und S-Dax die formalen Anforderungen der Bilanzierung nach IFRS 2 einhalten und ob insbesondere die zur Bewertung von Aktienoptionsplänen notwendigen Parameter Volatilität und Dividendenrendite zu bilanzpolitischen Zwecken manipuliert werden. Hinweise hierfür ergeben sich aus Vergleichsstudien in den USA. Des Weiteren werden die Thesen untersucht, ob Unternehmen mit größerer Marktkapitalisierung stärker Bilanzpolitik betreiben, ob Barvergütungen auf Grund der Verschlechterung der Eigenkapitelquote einen größeren Anreiz zur Bilanzmanipulation erzeugen und ob in Krisenzeiten aufgrund tendenziell negativer Geschäftsergebnisse stärker Bilanzpolitik betrieben wird. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Bilanzpolitik in Verbindung mit dem IFRS 2 für Standardsetter, Kapitalmarktakteure und Wirtschaftsprüfer aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsstand
2. Bilanzierung aktienbasierter Vergütungsformen nach IFRS 2
2.1 Anwendungsbereich und Zielsetzung des IFRS 2
2.2 Bilanzansatz nach IFRS 2
2.3 Bewertung von Aktienoptionen nach IFRS 2
2.4 Angaben des IFRS 2 im Anhang des Geschäftsberichtes
3. Bilanzpolitik – Definition, Motive und Möglichkeiten
3.1 Beschreibung, Arten und Grenzen von Bilanzpolitik
3.2 Motive für Bilanzpolitik
3.3 Bilanzpoltische Spielräume innerhalb des IFRS 2
4. Empirische Analyse
4.1 Untersuchung der Struktur der Stichprobe
4.1.1 Design der Untersuchung
4.1.2 Stichprobe
4.1.3 Ertragslage und Entwicklung der untersuchten Unternehmen
4.1.4 Korrelation der Unternehmensgröße mit dem Medieninteresse und der Größe des Aktienoptionsprogrammes
4.2 Normenkonforme Bilanzierung
4.2.1 Design der Untersuchung
4.2.2 Empirische Ergebnisse der Untersuchung auf Normenkonformität
4.2.3 Diskussion der Ergebnisse
4.3 Evaluation bilanzpolitischer Bewertungsspielräume
4.3.1 Design der Untersuchung
4.3.2 Empirische Ergebnisse und Diskussion der Nutzung von Ermessensspielräumen
5. Untersuchung von Unternehmen in ausgewählten Situationen
5.1 Unternehmen mit negativer Ertragslage
5.2 Unternehmen mit kurzer Börsenhistorie
6. Evaluation der eingesetzten Verfahren
7. Handlungsalternativen für den Kapitalmarkt, Wirtschaftsprüfer und den Standardsetter
7.1 Implementierung eines Dividendenschutz
7.2 Weitere Handlungsalternativen für Wirtschaftsprüfer, Standardsetter und Kapitalmarktakteure
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Unternehmen außerhalb des DAX 30 bei der Bilanzierung von Aktienoptionsplänen nach IFRS 2 Bilanzpolitik betreiben, indem sie Bewertungsspielräume ausnutzen oder formale Anforderungen verletzen. Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Analyse zu klären, ob signifikante Unterbewertungen existieren und welche Faktoren (z.B. Unternehmensgröße, wirtschaftliche Lage) die Qualität der Bilanzierung beeinflussen.
- Bilanzierung und Bewertung von Aktienoptionen nach IFRS 2
- Methoden und Motive bilanzpolitischer Spielräume
- Empirische Untersuchung zur Normenkonformität in M- und S-Dax
- Analyse der Manipulation von Bewertungsparametern (Volatilität, Dividende)
- Handlungsempfehlungen für Kapitalmarkt, Wirtschaftsprüfer und Standardsetter
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Seit Einführung des IFRS 2 und damit der Verpflichtung, Aktienoptionspläne als Kosten zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, hatten betroffene Aktiengesellschaften ausreichend Zeit, die Änderungen in ihrem Berichtswesen zu implementieren. Diese Untersuchung soll klären, ob die Bewertungen durch die Unternehmen in den Jahresabschlüssen gemäß den Anforderungen des IFRS 2 durchgeführt werden und ob in den zurückliegenden Jahresabschlüssen signifikante Unterbewertungen zu beobachten sind, die eine Motivation nachvollziehen lassen, dass die Kosten von Unternehmen möglichst gering bilanziert werden. Im Speziellen soll geprüft werden, ob Unternehmen des M- und S-Dax die formalen Anforderungen der Bilanzierung nach IFRS 2 einhalten und ob insbesondere die zur Bewertung von Aktienoptionsplänen notwendigen Parameter Volatilität und Dividendenrendite zu bilanzpolitischen Zwecken manipuliert werden. Hinweise hierfür ergeben sich aus Vergleichsstudien in den USA. Des Weiteren werden die Thesen untersucht, ob Unternehmen mit größerer Marktkapitalisierung stärker Bilanzpolitik betreiben, ob Barvergütungen auf Grund der Verschlechterung der Eigenkapitelquote einen größeren Anreiz zur Bilanzmanipulation erzeugen und ob in Krisenzeiten aufgrund tendenziell negativer Geschäftsergebnisse stärker Bilanzpolitik betrieben wird. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Bilanzpolitik in Verbindung mit dem IFRS 2 für Standardsetter, Kapitalmarktakteure und Wirtschaftsprüfer aufgezeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung, den Aufbau der Arbeit und den Forschungsstand zur Bilanzierung aktienbasierter Vergütungen dar.
2. Bilanzierung aktienbasierter Vergütungsformen nach IFRS 2: Erläutert die regulatorischen Anforderungen, den Anwendungsbereich sowie die Bewertungsmethoden für Aktienoptionen nach IFRS 2.
3. Bilanzpolitik – Definition, Motive und Möglichkeiten: Definiert Bilanzpolitik, beleuchtet die Beweggründe des Managements und identifiziert spezifische Gestaltungsspielräume innerhalb des IFRS 2.
4. Empirische Analyse: Analysiert die formale Einhaltung des IFRS 2 sowie die Nutzung bilanzpolitischer Spielräume bei der Parameterwahl (Volatilität, Dividende) anhand von Unternehmen des M- und S-Dax.
5. Untersuchung von Unternehmen in ausgewählten Situationen: Überprüft Unternehmen mit negativer Ertragslage und kurzer Börsenhistorie auf Hinweise für Bilanzmanipulationen.
6. Evaluation der eingesetzten Verfahren: Reflektiert die methodische Qualität, Objektivität und Validität der durchgeführten empirischen Analyse.
7. Handlungsalternativen für den Kapitalmarkt, Wirtschaftsprüfer und den Standardsetter: Schlägt Maßnahmen wie die Einführung eines Dividendenschutzes und strengere Prüfungsstandards vor, um Bilanzpolitik einzudämmen.
8. Fazit: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und zieht Schlussfolgerungen für zukünftige Forschung und die Praxis.
Schlüsselwörter
IFRS 2, Aktienoptionspläne, Bilanzpolitik, Fair Value, Unterbewertung, Earningsmanagement, Volatilität, Dividendenrendite, M-Dax, S-Dax, Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung, Bilanzanalyse, Big Bath Accounting, Corporate Governance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob deutsche Unternehmen des M-Dax und S-Dax bei der Bilanzierung von Aktienoptionen nach IFRS 2 Bilanzpolitik betreiben, um Kosten künstlich niedrig zu halten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die IFRS-Rechnungslegungsvorschriften für anteilsbasierte Vergütungen, Strategien des Earningsmanagements und die empirische Prüfung der Parameterwahl (Volatilität und Dividenden).
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage ist, ob Unternehmen die Bilanzierung aktienbasierter Vergütungen nutzen, um durch geschickte Wahl von Bewertungsparametern ihre finanzielle Darstellung gezielt zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine quantitative empirische Analyse durch, die auf konsolidierten Geschäftsberichten von Unternehmen des M- und S-Dax basiert und statistische Tests (wie T-Tests) zur Überprüfung der Bilanzqualität einsetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung von Bilanzierungsvorschriften und Manipulationsmöglichkeiten bietet der Hauptteil eine detaillierte empirische Untersuchung, die sowohl formale Compliance als auch materielle Bewertungsspielräume analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IFRS 2, Aktienoptionspläne, Bilanzpolitik, Fair Value, Earningsmanagement, Volatilität, Dividendenrendite sowie M- und S-Dax.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung von Barvergütungen zu Eigenkapitalvergütungen?
Die Arbeit zeigt, dass Barvergütungen jährlich neu bewertet werden müssen, was zu anderen bilanzpolitischen Anreizen führt als bei Eigenkapitalinstrumenten, die einmalig bewertet werden.
Was schlägt der Autor als Lösung für die Manipulation durch Dividendenangaben vor?
Der Autor empfiehlt die Einführung eines verpflichtenden Dividendenschutzes, der den Optionsinhaber für entgangene Dividenden entschädigt und somit den Anreiz zur manipulativen Kürzung der Dividende im Bilanzmodell verringert.
- Quote paper
- Florian Wetjen (Author), 2010, Die Fair Value Veröffentlichung von Aktienoptionsplänen nach IFRS 2 bei Unternehmen außerhalb des Dax 30, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150997