„In zehn Jahren wird intellektuelles Kapital die am meisten beachtete Größe im Jahresbericht
sein. Die traditionellen Finanzkennzahlen werden nicht verschwinden, aber sie
werden zur Beurteilung des Unternehmenswertes und –potenzials sekundär werden“.
Immaterielle Werte erreichen eine immer größer werdende Bedeutung im Wirtschaftsleben
aufgrund des Strukturwandels mit steigender Bedeutung der Dienstleistungs- und
Hochtechnologieunternehmen. Jedoch werden diese Werte im traditionellen
Rechnungswesen nur unzureichend abgebildet und geben somit den Investoren des Unternehmens
nur ungenügend Auskunft über den tatsächlichen Unternehmenswert. Um
sich im Wettbewerb zu differenzieren und den Unternehmenswert zu steigern, müssen
die Unternehmen vermehrt Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände vornehmen.
Dabei besteht das Problem der Messung immaterieller Werte, da diese anderen
Gesetzen gehorchen und neue Ansätze der Planung, Steuerung und Kontrolle erforderlich
sind, als dies bei der Messung materieller Vermögensgegenstände der Fall ist. Die
unterschiedlichen Ziele im Rechnungswesen erfordern auch unterschiedliche Messverfahren.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einige Ansätze zur Messung immaterieller Werte
darzustellen und zu diskutieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Darstellung
des Skandia Navigators; ein Modell für die Messung und Bewertung immaterieller
Werte im Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Zielsetzung
2 Bedeutung immaterieller Werte
3 Modelle für die Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände
3.1 Discounted cash flow Modelle
3.2 Multiplikatorenansätze
3.3 Realoptionen-Ansatz
3.4 Überrendite und Residualeinkommen
3.5 Indikatorenansätze
3.6 Schlussfolgerung
4 Der Skandia Navigator
4.1 Aufbau des Skandia Navigators
4.1.1 Finanzfokus
4.1.2 Kundenfokus
4.1.3 Prozessfokus
4.1.4 Fokus Erneuerung und Entwicklung
4.1.5 Humanfokus
4.1.6 Zusammenfassung
4.2 Kritik am Skandia Navigator
4.3 Abschließendes
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Messung und Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände im Kontext der IFRS-Berichterstattung, da traditionelle Finanzkennzahlen deren Wertbeitrag oft nur unzureichend abbilden. Das primäre Ziel besteht darin, verschiedene Messansätze kritisch zu diskutieren und insbesondere den Skandia Navigator als Modell zur Erfassung intellektuellen Kapitals detailliert darzustellen.
- Bedeutung und Klassifikation immaterieller Ressourcen
- Methoden zur monetären Bewertung (DCF, Multiplikatoren, Realoptionen, Residualeinkommen)
- Konzeption und Aufbau des Skandia Navigators als Indikatorenmodell
- Detaillierte Analyse der fünf Perspektiven des Skandia Navigators
- Kritische Würdigung der Anwendbarkeit und Validität der vorgestellten Bewertungsmodelle
Auszug aus dem Buch
4.1 Aufbau des Skandia Navigators
Der Skandia Navigator, ein Indikatorenmodell, ist eine “unternehmensbezogene Umsetzung der Balanced Scorecard”46. Dieser Navigator „soll einen Ausgleich von finanziellem und intellektuellem Vermögen [...] repräsentieren. Die traditionelle Konzentration auf monetäre Größen wird durch weitere Kenngrößen zur Beschreibung und Steuerung der intellektuellen Fähigkeiten ergänzt.“47 Das Modell hat zum Ziel das Wissenskapital im Unternehmen zu erfassen und zu quantifizieren, um daraufhin entscheidungsrelevante Informationen liefern zu können.48
Skandia betrachtet sein Unternehmen aus fünf Perspektiven, welche die Bausteine für den Navigator legen.49 Dies sind die Bereiche, auf die ein Unternehmen seine Aufmerksamkeit lenken sollte. Die Module Kunden-, Prozess-, Humanfokus sowie der Fokus Erneuerung und Entwicklung bilden das Intellektuelle Kapital im Unternehmen. Zusammen mit dem Finanzfokus, der „nach Analysen des schwedischen Finanzdienstleisters Skandia [im] [...] traditionellen Rechnungswesen[...] den Unternehmenserfolg nur teilweise“50 darstellen kann, stellen diese Module den Skandia Navigator dar. Im Folgenden werden die einzelnen Elemente des Navigators näher beleuchtet und die vom Unternehmen entwickelten Indikatoren dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Zielsetzung: Einführung in die wachsende Bedeutung immaterieller Werte und die daraus resultierende Notwendigkeit für neue Messmethoden im modernen Rechnungswesen.
2 Bedeutung immaterieller Werte: Definition und Klassifizierung immaterieller Ressourcen sowie die Erläuterung des Begriffs Intellektuelles Kapital als wertschöpfender Faktor.
3 Modelle für die Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände: Gegenüberstellung verschiedener Bewertungsansätze wie DCF, Multiplikatoren, Realoptionen und Indikatorenmodelle.
4 Der Skandia Navigator: Detaillierte Vorstellung des von Leif Edvinsson entwickelten Navigators zur Visualisierung und Steuerung des intellektuellen Kapitals.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit weiterer Forschung zur Integration immaterieller Werte in das Controlling und die Unternehmensberichterstattung.
Schlüsselwörter
Immaterielle Werte, Intellektuelles Kapital, Skandia Navigator, Unternehmensbewertung, Wissensmanagement, IFRS, Finanzkennzahlen, Humankapital, Strukturkapital, Kundenkapital, Performance Measurement, Messmethoden, Wertschöpfung, Controlling, Indikatorenmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation, Messung und Bewertung von immateriellen Werten, die in der klassischen Finanzberichterstattung oft nicht ausreichend abgebildet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Intellektuellen Kapitals und die praktische Anwendung von Indikatorenmodellen, speziell des Skandia Navigators.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Methoden zur Bewertung immaterieller Güter zu diskutieren und den Skandia Navigator als ein praktikables Instrument zur Steuerung wissensbasierter Unternehmen vorzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Bewertungsansätze analysiert, vergleicht und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht gängiger Bewertungsmodelle und eine tiefgehende Analyse der fünf Perspektiven des Skandia Navigators.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intellektuelles Kapital, Wissensmanagement, Bewertungsmethoden, immaterielle Vermögensgegenstände und Unternehmenssteuerung.
Was macht den Skandia Navigator als Modell besonders?
Er fungiert als eine unternehmensbezogene Umsetzung der Balanced Scorecard und ergänzt traditionelle Finanzkennzahlen um nicht-monetäre Indikatoren aus den Bereichen Kunden, Prozesse, Mitarbeiter sowie Erneuerung und Entwicklung.
Welche Kritik wird am Skandia Navigator geübt?
Kritisiert wird unter anderem die teils willkürliche Gewichtung der Indikatoren und die Schwierigkeit, das Modell standardisiert auf andere Branchen oder Unternehmen zu übertragen.
- Citar trabajo
- Katja Lehmann (Autor), 2007, Controlling immaterieller Werte im Kontext der IFRS-Berichterstattung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151000