Menschliches Handeln wird in modernen Gesellschaften über allgemein anerkannte Normen- und Wertevorstellungen geregelt. Dennoch gibt das Phänomen, dass Individuen kriminell werden. Dieser Aufsatz widmet sich den Gründen von Kriminalität und zeigt auf, dass dieses Problem ein immer bedeutenderes für die Gesellschaft wird. In Folge des erhöhten Sicherheitsbedarfs in unserer Gesellschaft werden immer neue Gesetze verabschiedet. Gerade ihnen ist es aber zu verdanken, dass der Straf- und Justizapparat immer weiter aufgebläht wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prolegomena - Was ist Gesellschaft?
3. Ursachen krimineller Tendenzen
4. Kriminell Handelnde
5. Erscheinungen im Umgang mit Kriminalität
6. Abschließende Bemerkungen
7. Quellenverzeichnis
8. Thesenpapier
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung von abweichendem Verhalten innerhalb komplexer Gesellschaften, wobei sie der Frage nachgeht, wie Gesellschaften mit Normen, Werten und Kriminalität umgehen und warum ein vollständiger Normkonsens in der Praxis kaum erreichbar ist.
- Gesellschaftliche Normbildung und interpersonelle Interaktion
- Kriminologische Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten
- Stigmatisierungsprozesse und der "Labelling Approach"
- Sozialisationsprozesse als Einflussfaktor auf das Gewaltpotential
- Strafvollzugspraxis und die Problematik der Resozialisierung
Auszug aus dem Buch
4. Kriminell Handelnde
Kriminalität ist das Missverhältnis zwischen den geltenden Normen und den von jedem Individuum verinnerlichten Handlungsabläufen. Fasst man den Begriff etwas abstrakter könnte man ihn auch als Folge des Strafrechts betrachten. Wenn wir Kriminalität so definieren, wird uns bewusst dass die Hauptursache dessen, was als Gefährdung der inneren Sicherheit angesehen wird, das Gesetz selbst ist. „Wir müssen zumindest feststellen, dass wir einen gewissen Einfluß auf die Art und das Ausmaß der Kriminalität haben, soweit wir die Inhalte des Strafrechts festlegen können. Natürlich wird, wenn wir eine bestimmte Art von Strafrecht nicht als kriminell behandeln, das in Frage stehende Verhalten nicht beseitigt. Andererseits können die Folgen einer Definition von abweichenden Verhalten als »kriminell« weit reichen – und diese Folgen sind nicht immer wünschenswert für die Gesellschaft.“
Wenn wir uns Gedanken über die Pathologie der Gesellschaft machen, so haben wir zunächst einmal festzustellen, in wieweit die Individuen zufrieden mit sich selbst sind, zumindest objektiv gesehen. Die folgende Tabelle gibt einerseits darüber Aufschluss, inwieweit einzelne Berufsgruppen mit ihrem Einkommen zufrieden sind, andererseits zeigt sie aber auch auf, wie viel Prozent der jeweiligen Berufsgruppe als unterversorgt gelten und dies im Vergleich zwischen Ost und West.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die anthropologische und soziologische Frage ein, warum der Mensch in komplexen Gesellschaften lebt und wie das Phänomen der Kriminalität in diesem Kontext zu bewerten ist.
2. Prolegomena - Was ist Gesellschaft?: Das Kapitel definiert den Begriff Gesellschaft durch grundlegende Normen, Kultur und theoretische Perspektiven wie die Klassentheorie und Schichtungstheorie.
3. Ursachen krimineller Tendenzen: Es wird analysiert, warum trotz gesellschaftlicher Normen kriminelles Verhalten entsteht und wie sich soziale sowie ökonomische Bedingungen auf das Individuum auswirken.
4. Kriminell Handelnde: Dieses Kapitel betrachtet die Definition von Kriminalität als Missverhältnis zwischen Normen und Verhalten sowie die Auswirkungen von Armut und sozialem Druck auf Straftaten.
5. Erscheinungen im Umgang mit Kriminalität: Hier werden historische und moderne Ansätze der Strafpraxis, der Stigmatisierung und der Resozialisierung kritisch hinterfragt.
6. Abschließende Bemerkungen: Der Autor resümiert die Notwendigkeit von Reformen in der Demokratie und der Strafvollzugspraxis, um den sozialen Frieden langfristig zu sichern.
7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur, Zeitschriften und Internetquellen.
8. Thesenpapier: Zusammenfassung der wichtigsten Argumente der Arbeit in sieben zentralen Thesen.
Schlüsselwörter
Kriminalität, abweichendes Verhalten, Gesellschaft, Normen, Werte, Stigmatisierung, Sozialisation, Labelling Approach, Resozialisierung, Strafvollzug, soziale Ungleichheit, Devianz, Demokratie, Konflikt, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe von Kriminalität und abweichendem Verhalten in einer modernen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen soziale Normen, die Rolle des Staates bei der Gesetzgebung, die Auswirkungen der Sozialisation auf das Gewaltpotential sowie die Stigmatisierung von Straftätern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Gesellschaften funktionieren, warum ein vollkommener Normkonsens utopisch ist und wie eine gerechtere Strafpraxis aussehen könnte.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und kriminologischer Ansätze, ergänzt durch statistische Daten zur Lebenszufriedenheit und Kriminalitätsentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von abweichendem Verhalten, dem Labelling Approach nach Goffman, dem Einfluss der Sozialisation und der Kritik an der aktuellen Strafvollzugspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kriminalität, Devianz, Stigmatisierung, Normen, Resozialisierung und soziale Ungleichheit.
Warum spielt die Schichtungstheorie in dieser Untersuchung eine Rolle?
Sie hilft zu erklären, wie soziale Herkunft und der Status in der Gesellschaft die Chancen auf Erfolg oder das Risiko von Kriminalität beeinflussen.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien bei der Kriminalitätswahrnehmung?
Der Autor argumentiert, dass Medien durch die Dramatisierung des "Bösen" das öffentliche Meinungsbild prägen und dadurch eine objektive Bewertung von abweichendem Verhalten erschweren.
Welche Bedeutung hat das Thesenpapier am Ende des Buches?
Es dient der prägnanten Zusammenfassung der zentralen Schlussfolgerungen des Autors bezüglich der Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher Struktur, staatlichem Handeln und Kriminalitätsentstehung.
- Quote paper
- Sven Paschke (Author), 2002, Die normale Gesellschaft und ihr Komplement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15104