Jeder Mensch sollte sein Leben so gestalten, dass er sich wohlfühlt und möglichst gesund ist. Durch verschiedene Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten zur eigenen Gesundheit trägt der Einzelne hier Verantwortung und steht vor Herausforderungen für sich und seine Familie. Doch die dazugehörige Fähigkeit zur Bewältigung dieser Aufgabe ist nicht angeboren, sondern muss erlernt werden:
Unter Health Literacy versteht man Gesundheitswissen und -kompetenz. Health Literacy ist ein wichtiges Thema, denn sie wird definiert als die Fähigkeit, für die Gesundheit positive Entscheidungen zu treffen, und befähigt zur Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme für die eigene Gesundheit.
Doch immer wieder liest man von benachteiligten Kindern aus Hartz-IV-Haushalten, deren Gesundheit durch die Armut der Eltern beeinträchtigt ist, wie beispielsweise in einer Bertelsmann Studie. Aus einigen dieser Kinder werden junge Erwachsene, deren Ziel es ist, trotz widriger Umstände jene Kreise zu überwinden. Eine wirksame Unterstützung dabei kann die BaE-Maßnahme sein, die in Kapitel 3 näher betrachtet wird.
Ernährung ist ein alltägliches Thema, welches Auswirkungen auf den Geldbeutel und die Leistungsfähigkeit hat. Gerade während der Zeit der Ausbildung und der ersten eigenen Wohnung müssen die jungen Erwachsenen sich das erste Mal selbstverantwortlich versorgen oder sogar bereits für eine junge Familie sorgen. Deswegen bietet sich ein von den in der Maßnahme zuständigen Sozialpädagogen angeleitetes Projekt zum Thema gesunder und budgetfreu
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Nachhaltigkeit
3. Regionaler Bereich
4. Lebenslage und Lebensphase der Klienten
5. Zeitlicher Ablauf
6. Akquise von Projektteilnehmern
7. Fazit und Reflexion der Nachhaltigkeit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit entwickelt ein nachhaltiges Projektkonzept für Auszubildende im SGB II-Bezug, um durch die Vermittlung von Gesundheitswissen (Health Literacy) zu einer bewussten, gesunden und budgetfreundlichen Ernährungsweise zu befähigen.
- Förderung der Gesundheitskompetenz bei jungen Erwachsenen in prekären Lebenslagen.
- Vermittlung von praktischem Wissen über gesunde Ernährung bei kleinem Budget.
- Partizipative Gestaltung von Lerninhalten durch Einbezug individueller Erfahrungen.
- Nachhaltige Verankerung der Ernährungsthematik im Alltag durch praktische Anwendungen wie Kochbucherstellung und Essensplanung.
- Verknüpfung von Ernährungsphysiologie mit ökologisch-ökonomischen Aspekten (Low Waste).
Auszug aus dem Buch
Die Lebenslage und Lebensphase der Klienten
Durchweg haben die Teilnehmer des Projektes einen individuell gearteten Förderbedarf, der sie zur Teilnahme an der Maßnahme berechtigt. Sie stammen häufig aus prekären Verhältnissen und sind sozial benachteiligt. Ihre Heimatstadt hat mit 11,6% im April 2020 eine hohe Arbeitslosenquote (vgl. IntQ.2: Agentur für Arbeit 2020) und 2016 die höchste Kriminalitätsrate Deutschland pro 100.000 Einwohner (vgl. IntQ.3: Rohrer 2017). Um diese Kreise zu überwinden und allgemein ein selbstständiges, vom Leistungsbezug unabhängiges Leben in der Mitte der Gesellschaft aufzubauen, kann der ausgeweitete Einfluss von uns als Arbeitgeber mit sozialpädagogischer Unterstützung richtungsweisend sein. Unter Einbezug und Berücksichtigung der oft sozial stark eingegrenzten Kontexte der Teilnehmer erlangt das Projekt eventuell auch hier positiven Einfluss. Denn in einer polarisierenden Gesellschaft, in der das Normalarbeitsverhältnis ausgehöhlt wird, haben jüngere Menschen, die noch keine Anpassungs- und/oder Verdrängungs-mechanismen entwickelt haben, viele Nachteile (vgl. Butterwegge et al. 2008, S. 65). Diese Spaltung in Arm und Reich führt bei Jugendlichen zu Anspannungen und Belastungen (vgl. Palentien et al. 1999, S. 34).
Die Teilnehmer*innen befinden sich im SGB II-Leistungsbezug und sind daher finanziell knapp aufgestellt. Sie starten die Ausbildung mit unter 25 Jahren, sind also zum Zeitpunkt des Projektes zwischen 17 und 27 Jahren alt. In diesem Alter sind sie dabei, erwachsen zu werden. Viele von ihnen wohnen das erste Mal allein oder planen, auszuziehen. Daher müssen Sie günstig für sich, für sich und ihren Partner oder für sich und ihre Familie mit kleinen Kindern kochen. Um langfristig keine Mangelerscheinungen auszubilden und fit für die Arbeit zu sein, sollte die Nahrung nicht nur bezahlbar, sondern auch gesund sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Health Literacy für benachteiligte junge Erwachsene und stellt das Projekt zum Thema gesunde und budgetfreundliche Ernährung innerhalb der BaE-Maßnahme vor.
2. Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert das Wirkungs- und Handlungsziel des Projekts, das auf den tatsächlichen Bedürfnissen der Teilnehmenden basiert und diese aktiv einbezieht.
3. Regionaler Bereich: Es wird der institutionelle Rahmen der BaE-Maßnahme erläutert und die Notwendigkeit sozialpädagogischer Unterstützung bei der Vermittlung finanziell bewusster Lebensführung dargelegt.
4. Lebenslage und Lebensphase der Klienten: Das Kapitel beschreibt die sozioökonomische Prekarität der Zielgruppe und wie das Projekt dabei helfen kann, eigene Ressourcen zur Lebensbewältigung zu entwickeln.
5. Zeitlicher Ablauf: Hier wird die Struktur der wöchentlichen projektbegleitenden Treffen beschrieben, die von der Einführung über Grundlagenerarbeitung bis hin zu praktischen Übungen reicht.
6. Akquise von Projektteilnehmern: Das Kapitel thematisiert die Gewinnung von Teilnehmenden für das Projekt durch freiwillige Partizipationsmöglichkeiten innerhalb des regulären Unterrichts.
7. Fazit und Reflexion der Nachhaltigkeit: Das Fazit resümiert, dass das Projekt durch Wissenstransfer, praktische Tools und Öffentlichkeitsarbeit eine nachhaltige Wirkung auf den Alltag der Jugendlichen entfaltet.
Schlüsselwörter
Health Literacy, Soziale Arbeit, SGB II-Bezug, gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit, Armut, Jugendarbeitslosigkeit, Berufsausbildung, Gesundheitskompetenz, Haushaltsplanung, Prävention, Partizipation, soziale Benachteiligung, Lebensmittelunverträglichkeiten, Preisbewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Ernährungsprogramms für sozial benachteiligte junge Erwachsene im SGB II-Bezug, um deren Gesundheitskompetenz im Kontext eines begrenzten Budgets zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Gesundheitsförderung, finanzieller Haushaltsschulung, dem Empowerment junger Erwachsener in der Berufsausbildung sowie nachhaltigen Konsumentscheidungen.
Welches primäre Ziel verfolgt das Projekt?
Das Ziel ist es, durch die Vermittlung von Ernährungswissen und praktischen Fertigkeiten die Health Literacy der Teilnehmenden langfristig zu verbessern, damit sie trotz finanzieller Einschränkungen gesund leben können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Das Projekt nutzt einen partizipativen und handlungsorientierten Ansatz der Sozialen Arbeit, der auf der Verknüpfung von theoretischem Wissen mit konkreten Lebensalltagserfahrungen (z.B. durch Einkaufsanalysen und Kochen) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Bedarfsanalyse, die Rahmenbedingungen der Maßnahmen (BaE), detaillierte inhaltliche Bausteine zur Ernährung und praktisches Alltagswissen wie Wochenplanung und Budgetierung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?
Besonders prägend sind Begriffe wie Health Literacy, SGB II-Bezug, Empowerment, Nachhaltigkeit und soziale Benachteiligung.
Wie gehen die Teilnehmenden mit dem Thema "Zucker" um?
Das Projekt analysiert Zucker als Suchtmittel, identifiziert Bezeichnungen in Zutatenlisten und visualisiert Zuckergehalte, um ein Bewusstsein für versteckte Stoffe in Lebensmitteln zu schaffen.
Wie werden die erworbenen Kenntnisse nachhaltig in den Alltag integriert?
Durch die Erstellung eines gemeinsamen Kochbuchs und eines individuellen „unendlichen Essensplans“ auf Karteikarten werden konkrete Werkzeuge geschaffen, die den Transfer in den Alltag über das Projektende hinaus sichern.
Welche Rolle spielt das Thema "Low Waste" in der Projektgestaltung?
Low Waste dient als zentrales Element zur ökonomischen Ressourcenoptimierung, indem der vollständige Verbrauch von Lebensmitteln gelernt wird, um Kosten zu senken und Abfall zu vermeiden.
- Quote paper
- Luise Brandner (Author), 2020, Gesunde Ernährung trotz Hartz IV. Nachhaltiges Programm zur Verbesserung der Health Literacy bei Auszubildenden im SGB II-Bezug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1510458