Ulrike Meinhof. Journalistin oder Terroristin. Rebellion im Medium der Worte


Seminararbeit, 2008
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Die Sprache Ulrike Meinhofs als Journalistin
l. Auf lexikalischer Ebene

III. Die Sprache Ulrike Meinhofs als Terroristin
l. Auf lexikalischer Ebene

IV. Resümee – Rebellion im Medium der Sprache

V. Quellen- und Literaturverzeichnis
l. Quellen
2. Internetquellen
3. Literatur
4. Online Artikel
5. Nachschlagewerke

„Sie war und ist die wichtigste Journalistin, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg hatte, und zugleich die, die am besten schrieb. Noch heute sind ihre Artikel in ihrer Schärfe und Klarheit das Beste, was man über jene Jahre, die sie analysieren, lesen kann. Ihre Texte sind so intensiv, daß sie nach Umsetzung drängen […] Sie geben denen, die sie lesen, die Sicherheit, der Kampf gegen Ungerechtigkeit sei notwendig und lohne sich – wenn auch nicht materiell, so doch moralisch. Das machte sie, von der Gegenseite her gesehen, gefährlich.“ (Helma Sanders-Brahms).1

I. Einleitung

Unfassbar, dass Ulrike Meinhof,2 eine der angesehensten Journalistinnen der 60er Jahre, plötzlich ihre berufliche Tätigkeit aufgab und ihre beiden Töchter zurückließ, um in den Untergrund zu gehen. Zunächst arbeitete sie von l959 bis l969 für die linke Zeitschrift konkret,3 bei der sie von l96l bis l964 Chefredeakteurin war und mit dessen Herausgeber, Klaus Rainer Röhl, sie von l96l bis l967 verheiratet war und zwei Töchter hatte. In dieser Zeit wurde sie zu einer Symbolfigur der deutschen Linken.4 Sie nahm an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Demonstrationen teil, bis sie l970 Gründungsmitglied und Führungsperson der Roten Armee Fraktion (RAF)5 wurde, deren ideologisches Konzept sie maßgeblich mitverfasste.

Aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit stellte Sprache für Meinhof stets ein wichtiges Medium dar, derer sie sich sowohl in ihrer Zeit als Journalistin als auch während ihrer terroristischen Tätigkeit bediente. Beide Abschnitte zeigen dabei ein rebellisches Bild auf, welches sich im Verlauf der Zeit zuspitzte und vom Wort zur Tat überschritt. Ihr psychischer Wandel und die Geschichte einer immer „außerparlamentarischer“ werdenden Linken, lassen sich an den Meinhof-Texten genau ablesen, wie im Folgenden noch zu sehen sein wird.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Sprache Ulrike Meinhofs und will dabei die Instrumentalisierung und Funktionalisierung ihrer Worte in den Stationen als Journalistin und als Terroristin6 herausarbeiten. Hierzu gilt vorweg zu sagen, dass Sprache nicht nur das wichtigste Ausdrucksmittel darstellt, welches menschliches Denken und Handeln vermittelt, sondern auch Abbild der Wirklichkeit ist. Da Worte also im Mittelpunkt des Interesses dieses Beitrags stehen, können anhand der Meinhof-Texte einerseits Aussagen über die damaligen gesellschaftspolitischen Verhältnisse getroffen werden und andererseits müssen historische Fakten ebenso in die sprachliche Analyse einfließen, um einzelne Äußerungen in den richtigen Kontext einordnen zu können. Ausgangspunkt bietet dabei weniger eine Corpusfülle als vielmehr eine selektierte Auswahl der Kolumnen und Polemiken Meinhofs hinsichtlich ihres Aussagewertes. Zur sprachwissenschaftlichen Fundierung erscheinen an den relevanten Stellen Anmerkungen in Form einer Fußnote, die hierbei zur Sprachanalyse verhelfen sollen, jedoch nur einen möglichen Ansatzpunkt aufzeigen. Grundlegende Fundamente bieten hierzu die Begründer der Semiotik Ferdinand de Saussure mit seinem Cours de linguistique générale, Charles Sanders Peirce, sowie das Organonmodell von Karl Bühler und die Diskussion um die Verwendung von Politsprache. Aufgrund des begrenzten Umfangs umfasst die Untersuchung hierbei lediglich die Ebene der Lexik. Im Zusammenhang mit den gesellschaftspolitischen Ereignissen betrachtet, lassen sich auf dieser Grundlage einige interessante Aussagen über die Sprache Ulrike Meinhofs und ihre Person treffen.

II. Die Sprache Ulrike Meinhofs als Journalistin

Ab dem Wintersemester l955/56 studierte Ulrike Meinhof an der Marburger Universität Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik. Noch im selben Jahr trat sie der seit l956 vom Bundesverfassungsgericht verbotenen KPD bei. Im nächsten Jahr wechselte sie an die Universität von Münster, wo sie ab l958 kurzeitig Mitglied des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) war und für verschiedene studentische Blätter schrieb. Im Folgejahr brach sie ihr Studium ohne akademischen Abschluss ab und zog auf Anfrage der konkret -Redaktion nach Hamburg, um sich dort als verantwortliche Auslandsredakteurin der journalistischen Tätigkeit zu widmen. Drei Jahre später stieg sie zur Chefredakteurin auf.7 Ihr erster Beitrag zeigt die schnelle Entwicklung der Journalistin und wie zuverlässig sie die außenpolitischen Aufgaben in der Redaktion erfüllte.

1. Auf lexikalischer Ebene

Dieser erste Artikel erschien l959 unter dem Titel Der Friede macht Geschichte. Darin bejubelte Meinhof zum einen die Sonde Lunik II, welche von der Sowjetunion am l3. Dezember auf den Mond geschossen worden war und damit den Sputnik-Vorsprung noch weiter ausgebaute. Zum anderen rühmte sie den Besuch von Nikita Chruschtschow im Herbst desselben Jahres in den Vereinigten Staaten. Sie hoffte dabei nach seiner Rede als erster sowjetischer Ministerpräsident vor der UNO-Vollversammlung auf das Ende der Rüstungs- politik. Dass der Kreml-Chef einige Monate zuvor Atomraketen nach Ostdeutschland hatte verlegen lassen, die den Frieden in Europa gefährdet hatten, interessierte die Autorin dabei weniger.8

Ihre Begeisterung über die politischen Ereignisse signalisiert Meinhof durch die Verwendung von Lexemen mit Gefühlswerten.9 Hierzu zählen beispielsweise die emotiven Adjektive „atemberaubend“ (Meinhof l980:7), „gigantisch“ (Ebd:9) und „phantastisch“ (Ebd.). Ihr Einvernehmen mit den Taten Chruschtschow als „Gegner“ (Ebd:8) „des McCarthysmus“ (Ebd:7) kommt dabei – nicht zuletzt als erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und Meinhof als politische Interessensvertreterin des kommunistischen Lagers – zum Ausdruck. Das letztlich zitierte Substantiv geht auf den US-amerikanischen Politiker Joseph McCarthy zurück und präsentiert in der Verbindung mit dem Suffix -mus ein Derivat.10 Dabei griff Meinhof auf die McCarthy-Ära zurück, welche auf der Inhaltsseitell für die Ära der 50er Jahre und der durch ihn verursachten antikommunistischen Verschwörungs- theorien metaphorisch bereits Verwendung fand.11 Sie kennzeichnet damit die Machtbereiche „kapitalistisch“ (Ebd:9) als Feind- oder Stigmawort12 und stellt ihm den geschichtlichen Grundbegriff „kommunistisch“ (Ebd.) als Fahnenwort gegenüber. Beide Begriffe tauchen als antithetische Konzepte wiederholt in vielen Kolumnen und Polemiken Meinhofs auf, wie im weiteren Verlauf noch zu sehen sein wird. Dies ist ihr jedoch nicht allein zuzuschreiben, sondern vielmehr dem Wortschatz der Linken insgesamt.13

In diesem Kontext ist auch die Anwendung der positiven Hochwertwörter „Frieden, Ent- spannung und Koexistenz“ zu nennen, die in dem genannten Artikel wiederum den Bemüh- ungen Chruschtschow, als eingeleitete „Wende der amerikanischen Politik“ (Ebd:8) zuge- schrieben werden und weshalb er laut Meinhof „den Applaus der Völker verdient;“ (Ebd:l2). Etwas anders gestaltet sie ihr Vorgehen in dem Artikel Die Würde des Menschen aus dem Jahr l962. Darin spricht sie über das Grundgesetz als „das einzige Programm der bundes- republikanischen Demokratie, das nicht vom Diktat einzelner Interessensgruppen bestimmt ist, noch von perfektionistischen Weltanschauungssystemen sich herleitet.“ (Ebd:27). Zur genaueren Bestimmung von ,Demokratie’ stellt sie diesem Begriff das substantivische Feind- wort ,Diktatur’ gegenüber und bildet somit ein antithetisches Begriffspaar: „Demokratie ist die einzige Menschenwürde sichernde Form staatlichen Zusammenlebens – Diktatur ist Barbarei, Unmenschlichkeit, Terror, Rückschritt.“ (Ebd.). Mit diesen Worten spricht sie sich zwar als Befürworterin menschlicher Gerechtigkeit und einer demokratischen Staatsform aus, liefert hier aber keine umfassende Definition.14 Interessant für ihre Person ist, dass sie den Begriff des Terrors dabei der gegnerischen Seite zuordnet. Dies soll aber erst im zweiten Kapitel Die Sprache Meinhofs als Terroristin genau untersucht werden, sei aber an dieser Stelle schon einmal angemerkt.

Assoziative Begriffe zum politischen Konzept ,Demokratie’ sind für Meinhof auf Grundlage des besagten Artikels Folgende: „Grundgesetz (Ebd:27), Menschenwürde (Ebd:30), Freiheit (Ebd.), Friedenspolitik (Ebd:28), Entmilitarisierung (Ebd.), Gewaltlosigkeit (Ebd:29), etc.“. Aufgrund der thematischen Beschäftigung mit Rüstungspolitik und deren Ablehnung, kann anhand der letzten drei Substantive geschlussfolgert werden, dass sie den Demokratiebegriff hinsichtlich der damaligen Verhältnisse insgesamt in Frage stellte. Dies verdeutlicht sich auch in ihrem Artikel Enteignet Springer! von l967. Darin spricht sie von „Redemokratisierung“, was durch die Addition des Präfixes Re- (im Sinne von ,wiederholen’) als gebundenes Morphem an das Lexem ,Demokratisierung’ ein neologistisches Derivat bildet.15 Damit besagt Meinhof, dass die damaligen Verhältnisse der BRD einem demokratischen Verständnis nicht entsprachen, sondern vielmehr danach verlangten.

Insgesamt lässt sich ein angehäuftes Vokabular aus dem Bereich marxistischer Theorien, Befreiungsbewegungen der dritten Welt und Begriffen der amerikanischen Bürgerrechts- bewegung erkennen, was in den 60er Jahren der Bundesrepublik im Zuge der Studenten- bewegung auch als „linker Jargon“16 bezeichnet wurde. Als marxistische Wörter finden sich hier in den Polemiken Meinhofs zum Beispiel: „Kommunismus“ (Ebd:30), „Volksbewegung“ (Ebd:73), „Klasse“ (Ebd:l33), sowie die antithetischen Konzeptionen: „Antikommunismus“ (Ebd:l04), „antikapitalistisch“ (Ebd., S.l54), „Anti-Che“ (Ebd:l35) und „Anti-Ho Tschi- minh-Plakat“ (Ebd.). Wobei die letzten beiden in einem Kontext verwendet werden, der viel- mehr die Bestrebungen der staatlichen Regierung beschreibt und Meinhof an dieser Stelle substituierend den Begriff der „etablierten17 Öffentlichkeit“ (Ebd.) anwendet. Mit dem Gebrauch des marxistischen Vokabulars demonstriert sie nicht nur Sachkenntnis, sondern auch eine Protesthaltung gegenüber der damaligen konservativen Regierung und den bestehenden Gesellschaftsverhältnissen.18 Gekoppelt mit gehässigen Ausdrücken – wie „der quengelnde Bündnisbruder in Bonn“ (Ebd:ll), „als Schmidt (Schnauze) […] zu fabeln begann“ (Ebd:29), „ohne zum Bruderkuss mit Strauss zu missraten“ (65), „Doppelzüngigzeit“ (Ebd:82) und „Politiker […] als Schießbudenfiguren“ (Ebd:l34) – überschreitet sie den Rahmen einer politischen Mediensprache und bedient sich vielmehr einer ideologisierten „Funktionssprache“,19 was jedoch ganz im Sinne der Herausgeber von konkret stand.20 Die letzten beiden Beispiele zeigen die häufige Anwendung von Komposita auf, die nach Saussure zumindest teilmotiviert sind.21

Entlehnung aus dem Englischen finden sich in Beispielen wie „politics“ (Ebd:25), „Come back“ (Ebd:39) und „Establishment“ (Ebd:l40), was im Zuge der internationalen Friedens- bewegungen auch in den Schriften Meinhofs Eingang fand.

[...]


1 Sanders-Brahms, S. 53.

2 Ulrike Marie Meinhof wurde am 7. Oktober l934 in Oldenburg geboren und beging am 9. Mai l976 in Stuttgart-Stammheim in ihrer Zelle Selbstmord. Da in der vorliegenden Arbeit keine biographische Darstellung erfolgen soll, verweise ich hier auf die Biographie von Bettina Röhl für faktische Vertiefung.

3 Die Zeitschrift konkret ist eine überregionale, kulturpolitische Zeitschrift und existiert bis heute. Sie wurde l955 als undogmatisches Sprachrohr von der linken Studentenpostille unter dem Vorgängernamen Studenten- kurier gegründet und l957 in konkret unbenannt. Die Zeitung erschien einmal monatlich und hatte zeitweise eine Auflage von 200.000 bis 250.000 Stück. Vgl. Röhl, S. 2l7-225 und http://www.konkret-verlage.de/kvv/kvv.php.

4 Vgl. Interview mit Ditfurth „Sie war die große Schwester der 68er“.

5 „Die RAF: Name einer Ende der l960er Jahre in Anlehnung an die Theorie und Praxis der latein- amerikanischen Stadtguerilla gegründeten und in den l990er Jahren aufgelösten terroristischen Gruppierung in der Bundesrepublik Deutschland, die unter systematischem Einsatz von Terror, insbesondere Anschlägen auf Personen des öffentlichen Lebens und auf politische und ökonomische Institutionen, und Mord nach diffusen sozialrevolutionären Zielen strebte. Nach Gesinnung und politisch-ideologischer Richtung gehörte die RAF zu den besonders gewaltbereiten linksterroristischen Gruppierungen der westlichen Länder. Sie unterstellte den westlich-europäischen Gesellschaften, wie schon die studentische Außerparlamentarische Opposition (APO) vor ihr, faschistoide Tendenzen und klagte insbesondere die angeblich nicht aufgearbeitete und immer noch wirkende nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands an.“, Definition nach Schmidt, S. 623, Sp. 2. Detaillierte Auseinandersetzung in: Aust, Stefan: Der Baader-Meinhof-Komplex, Neuausgabe l.Auflage, Hamburg 2008.

6 „Terrorismus (von lateinisch terror und französisch terreur = Schrecken bereitendes Geschehen), ein »schillernder Begriff« mit dem Bedeutungskern von Bestrebungen, die durch systematischen Einsatz von Mitteln, die Schrecken verbreiten, insbesondere Androhung und Anwendung physischer und psychischer Gewalt, gekennzeichnet sind und typischerweise auf »Disziplinierung« oder »Bestrafung« tatsächlicher oder vorgeblicher Gegner zielen. […] Der Terrorismus umfasst, den Selbstdeutungen der Terroristen nach zu urteilen, unterschiedliche politische Richtungen: beispielsweise den Rechts- und Linksterrorismus, den nichtstaatlichen Terrorismus und den Stadtterrorismus, […] in städtischen Gebieten angesiedelten, mitunter als Stadtguerilla bezeichneten Terrorismus, zu dem auch die terroristischen Bewegungen in den westlichen Industrieländern zählten, z.B. die Rote Armee Fraktion.“, Definition nach Schmidt, S. 7l0, Sp. 2.

7 Vgl. Röhl, S. l84-l94 und 326-332.

8 Historische Angaben, vgl. Wesemann, S. l56.

9 Vgl. Hermann (2002), S. 356-362.

10 Vgl. Erben, S. 56-72.

11 Bei den Begriffen Inhalts (Referent) und Ausdrucksseite (Zeichen) und beziehe ich mich an dieser Stelle auf den strukturalistischen Ansatz nach Ferdinand de Saussure, der hierfür entsprechend die Termini image acoustique und signifié (Bezeichnung) oder signifiant (Bezeichnetes) verwendet. Vgl. Saussure, S. 76-93. Dem Organonmodell Karl Bühlers entsprechend werden hierzu analog die Begriffe Darstellung und Ausdruck benutzt. Vgl. Bühler, S. 24-33.

12 Innerhalb der politischen Semantik differenziert man zwischen Fahnen- oder Leitwörter, welchen eine positive Konnotation zukommt, und Feind- oder Stigmawörtern, die hingegen einen negativen Beiwert haben. Vgl. Hermanns (l994), S. l7.

13 Vgl. Jäger, S. l00, Eintrag: „ Kapitalismus, (Spät-)Kapitalismus: […] ist ein polemischer Begriff, oft zur Bezeichnung eines Gegner”.

14 Laut Armin Burckhardt ist die wissenschaftliche Untersuchung politischer Sprache eine Teildisziplin zwischen Linguistik und Politologie, die weniger dem theoretischen als vielmehr dem angewandten Teilbereicht zuzu- ordnen ist. Aufgrund der praktisch-kritischen Ausrichtung müssen politische Begriffe ihm nach definiert werden, um das Verhältnis von Ideologie und Methode zu bestimmen. Im Fall Meinhofs als Journalistin handelt es sich seiner Unterteilung von politischer Sprache gemäß um eine politische Mediensprache. Vgl. Burckhardt, S. 75f.

15 Vgl. Erben, S. 7l.

16 Vgl. Boesch, S. 267.

17 Das adjektivische Attribut bezeichnet eine „Standesordnung einer staatlichen oder öffentlichen Körperschaft oder eines (organisierten) Verbandes […], dass mehr damit gemeint ist als »herrschende Gesellschaftsschicht«. Heute meint der Begriff vor allem die Gesellschaftsordnung des Spätkapitalismus, […].“, Jäger, S. 95.

18 „das marxistische Vokabular der Studentenbewegung und ihre Systemüberwindungs-Ziele.“, Wengeler, S. 379.

19 „Innerhalb des poltiktypischen Sprachstils hat Dieckmann die »der organisatorischen Verständigung innerhalb des staatlichen Apparates und seiner Institution« dienende Sprachschicht als »Funktionssprache« von der ideologische Deutung nach außen an die Öffentlichkeit vermittelnde Schicht der »Meinungssprache« abge- hoben.“, zitiert nach Burckhardt, S. 80.

20 Vgl. Wesemann, S. l56.

21 Grundsätzlich betrachtet Saussure sprachliche Zeichen im Bezug auf die Wirklichkeit als arbiträr. Hinsichtlich zusammengesetzter Lexeme schreibt er Komposita aber eine Teilmotiviertheit zu. Vgl. Saussure, S. l84. Charles Sanders Peirce hingegen teilt Zeichen in Subkategorien ein, wobei das Ikon motiviert ist und damit ein Abbild der Wirklichkeit darstellt. Vgl. Ungerer, S. 372, Sp. 2 – 375, Sp. 2.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Ulrike Meinhof. Journalistin oder Terroristin. Rebellion im Medium der Worte
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Deutsche Sprachgeschichte des 20. Jahrhunderts
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V151047
ISBN (eBook)
9783640623891
ISBN (Buch)
9783640623846
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organonmodell, Ulrike Meinhof, Ferdinand Saussure, Journalistin-Terroristin, Rebellion im Medium der Worte
Arbeit zitieren
Diana Ingeborg Klein (Autor), 2008, Ulrike Meinhof. Journalistin oder Terroristin. Rebellion im Medium der Worte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151047

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