Durch die allg. diskutierte Zunahme der Komplexität1 realen Marktgeschehens
ist es zunehmend wichtiger, dass betriebswirtschaftliches Wissen auch in den
Bereichen zum Einsatz kommt, die traditionell einer Ökonomisierung kritisch
gegenüber stehen, beispielsweise die Erwachsenenbildung.2 Dies gilt vor
allem auch für Institutionen der Weiterbildung die öffentlich gefördert werden.
Diese müssen sich im Spannungsfeld zwischen Markt/Gewinnmaximierung
und „öffentlicher Verantwortung“ behaupten.3 Hintergrund dieses Ansatzes ist
der Gedanke, dass mit knappen Mitteln effizient umgegangen werden muss,
um den größtmöglichen Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen. Zum anderen
ist es die Notwendigkeit sich den sich ständig ändernden Bedingungen in der
Gesellschaft anzupassen, um weiterhin erfolgreich am Markt agieren zu
können.4 Im Rahmen dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden,
inwiefern Management und Betriebswirtschaft für die Institutionen der
Weiterbildung notwendig sind.
Geschichtlicher Hintergrund der Weiterbildung
Betrachtet man die Entwicklung der Weiterbildung beginnend mit den 70iger
Jahren des vorherigen Jahrhunderts, dann bleibt festzuhalten, dass zunächst
vor allem politische Ziele im Vordergrund standen (vgl. Meisel 1999). [...]
1 Schlutz (1999) nennt folgende Tendenzen: „Das Nachlassen der öffentlichen
Aufmerksamkeit, geringere oder selektivere Förderung und zunehmende Konkurrenz
verlangen den Institutionen und Initiativen mehr Steuerungskapazitäten, Beweglichkeit,
Wirtschaftlichkeit und nachweisbare Wirksamkeit ab“. (S. 23).
2 Bekannt ist bspw. der Ausspruch: „Bildung ist keine Ware“.
3 Das dies nicht immer optimal funktioniert zeigt das Beispiel Volkshochschulen, es gibt
zahlreiche Fälle, in denen Pseudowissenschaft im Namen der Volksbildung angeboten
worden ist (vgl. Wunder 1996, S.3). Ein interessantes Beispiel sind Astrologiekurse an
Volkshochschulen (vgl. Bitzer 1996, S. 138f.).
4 Als Schlagwort sei hier der Begriff der „Lernenden Organisation“ genannt (vgl. Senge,1990).
Inhaltsverzeichnis
WEITERBILDUNGSMANAGEMENT
EINLEITUNG
GESCHICHTLICHER HINTERGRUND DER WEITERBILDUNG
DAS MANAGEMENT DER WEITERBILDUNG
WEITERBILDUNGSMARKETING
CONTROLLING
ORGANISATIONSENTWICKLUNG (OE)
PERSONALENTWICKLUNG (PE)
KRITISCHE WÜRDIGUNG DES WEITERBILDUNGSMANAGEMENTS
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern betriebswirtschaftliche Prinzipien und professionelle Managementansätze auf die Institutionen der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung übertragen werden können, um den wachsenden Anforderungen an Effizienz und Anpassungsfähigkeit gerecht zu werden.
- Notwendigkeit betriebswirtschaftlichen Wissens in der Weiterbildung
- Methoden und Instrumente des Weiterbildungsmarketings
- Rolle des Controllings als Steuerungs- und Führungsinstrument
- Bedeutung der Organisationsentwicklung als Instrument des geplanten Wandels
- Strategische Personalentwicklung zur Sicherung von Qualifikationsanforderungen
Auszug aus dem Buch
Weiterbildungsmarketing
In der Betriebswirtschaft werden drei Arten von Marketing unterschieden (vgl. Wöhe 1993, S.632f.):
• Absatzorientiertes Marketing
• Marktbezogenes Marketing
• Sozio-Marketing als interdisziplinärer Ansatz
Das absatzorientierte Marketing, auch Business-Marketing genannt, beschreibt das klassische Verständnis des Marketings. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt hier auf dem Absatzmarkt.
Die Marketingmaßnahmen versuchen somit primär den Absatz zu erhöhen. Dabei müssen Bedürfnisse bei den Zielgruppen geweckt und bedient werden.
Dieses Verständnis von Marketing stößt im öffentlich geförderten Weiterbildungsmarkt auf mehr oder weniger große Widerstände (vgl. Petzold 1999 und Meisel 1999, S. 434.). Doch auch die erweiterte Version des Marketingverständnisses, das marktbezogene Marketing wird kritisch betrachtet. Bei dieser Version gibt es neben dem Absatzmarkt noch andere Märkte die bedient werden müssen. Namentlich seien der Arbeitsmarkt oder Finanzmarkt erwähnt. Marketing ist demnach eine am Gesamtmarkt orientierte Unternehmensführung. Meisel (1999, S.434) berichtet von der Forderung „...die wirtschaftsüblichen Kategorien des kommerziellen Marketing umzudenken und zu ergänzen...“.
Zusammenfassung der Kapitel
WEITERBILDUNGSMANAGEMENT: Eine einleitende Betrachtung über die Notwendigkeit von betriebswirtschaftlichem Wissen und dem historischen Wandel der Weiterbildung hin zu professionellen Managementanforderungen.
DAS MANAGEMENT DER WEITERBILDUNG: Erläutert die Definition von Management im Kontext von Bildungsinstitutionen und differenziert zwischen strategischem, operativem und funktionalem Management.
WEITERBILDUNGSMARKETING: Diskutiert verschiedene Marketingansätze und die Notwendigkeit einer Serviceorientierung bei der Vermittlung von Bildungsdienstleistungen.
CONTROLLING: Beleuchtet das Controlling als integratives Führungsinstrument zur Steuerung pädagogischer Prozesse unter Berücksichtigung qualitativer und quantitativer Daten.
ORGANISATIONSENTWICKLUNG (OE): Beschreibt die Organisation als soziales System und definiert OE als geplanten Wandel zur Anpassung an gesellschaftliche Veränderungsprozesse.
PERSONALENTWICKLUNG (PE): Analysiert den Bedarf an systematischer Personalentwicklung, um Beschäftigte auf neue Kompetenzanforderungen vorzubereiten.
KRITISCHE WÜRDIGUNG DES WEITERBILDUNGSMANAGEMENTS: Hinterfragt den Nutzen und die Gefahren der Übernahme betriebswirtschaftlicher Terminologien in die Erwachsenenpädagogik.
ZUSAMMENFASSUNG: Fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine Brücke zwischen pädagogischer Aufgabe und Ökonomisierung.
Schlüsselwörter
Weiterbildungsmanagement, Erwachsenenbildung, Betriebswirtschaft, Marketing, Controlling, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Bildungsqualität, Change Agents, Serviceorientierung, Bildungscontrolling, Ressourcenmanagement, Institutionen, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Frage, ob und wie betriebswirtschaftliche Konzepte und professionelle Managementmethoden in Institutionen der Erwachsenenbildung sinnvoll eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Weiterbildungsmarketing, Controlling, Organisationsentwicklung sowie Personalentwicklung im Kontext der beruflichen Weiterbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Management und Betriebswirtschaft für Institutionen der Weiterbildung notwendig sind, um Ressourcen effizient zu verwalten und erfolgreich am Markt zu agieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Managementtheorien auf die spezifischen Strukturen und Gegebenheiten der Weiterbildungsinstitutionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden vier zentrale Aspekte – Marketing, Controlling, OE und PE – detailliert beleuchtet und ihre Anwendbarkeit auf pädagogische Organisationen kritisch erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Weiterbildungsmanagement, Bildungscontrolling, Organisationsentwicklung und die Schnittstelle zwischen Pädagogik und Ökonomie.
Warum ist eine "kritische Würdigung" des Managements so wichtig?
Sie ist wichtig, weil sie davor warnt, pädagogische Dienstleistungen rein durch "alte" betriebswirtschaftliche Begriffe zu ersetzen, ohne den tatsächlichen pädagogischen Mehrwert oder die spezifische Qualität zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielt die "Pluralität" im Weiterbildungsbereich?
Meisel weist darauf hin, dass aufgrund der unterschiedlichen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Institutionen keine einheitlichen Managementkonzepte einfach "übergestülpt" werden dürfen.
- Citar trabajo
- Rouven Schäfer (Autor), 2003, Weiterbildungsmanagement, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15108