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Die politische Mitwirkung der Königin und Kaiserin Kunigunde

Title: Die politische Mitwirkung der Königin und Kaiserin Kunigunde

Seminar Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: David Kirsch (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Als „kluge Ratgeberin, eine tatkräftige Regentin [und als] eine liebe Frau“ wird die Königin und Kaiserin Kunigunde in heutiger Forschungsliteratur beschrieben. Sie war die Ehefrau des bayerischen Herzogs Heinrich IV., der 1002 König des Ostfrankenreiches wurde. Das volkstümliche Bild stellt sie als heilige Frau eines ebenso heiligen Gatten dar. Sowohl Thietmar von Merseburg als auch Adabold von Utrecht bieten in ihren Schriften nur wenige Informationen über Kunigunde, sondern beschäftigen sich hauptsächlich mit ihrem Gemahlen Heinrich. In Annalen wird sie häufig nur in einem Satz erwähnt, aber die Urkunden Heinrich II., in denen sie oft als Intervenientin auftritt, bieten einen gewissen Einblick in ihre Persönlichkeit. Wipo berichtet in seiner Gesta Chuonradi über die Zeit der Kaiserin Kunigunde nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1024 bis zum Herrschaftsantritt Konrad II. Um ein Bild über die historische und poltische Kunigunde entwerfen zu können, bedarf es der Abkehr von den zahlreichen Legenden. So muss „an die Stelle der Konstruktion […] die Rekonstruktion treten“. Mit Beginn des 2. Jahrtausend nahmen Frauen im Ottonenreich immer bedeutendere Positionen und Funktionen ein. Vor allem im 10. und 11. Jahrhundert stieg die Herrschaftsbeteiligung deutlich an. Neben Kaiserinnen wie Adelheid und Theophanu scheint auch Kunigunde aktiv auf die Politik ihres Gatten eingewirkt zu haben. Doch welche Aufgaben besaß die Frau an der Seite Heinrich II. konkret? Konnte sie tatsächlich auf die Politik ihres Mannes einwirken? Wenn ja, in welchen Bereichen war es ihr möglich? Das sind Fragen die in der folgenden Arbeit beantwortet werden sollen. Dazu ist vorerst nötig die Herkunft Kunigundes, ihre Heirat mit Heinrich II. und Krönung zur Königin vorzustellen, um anschließend ihre Teilhabe an der Politik zu zeigen. Dies wird in ihrer Rolle als Intervenientin, in ihren allgemeinen Aufgaben und in der Zeit ihrer Witwenschaft untersucht. Zum Schluss folgen ein Vergleich mit anderen Königinnen und eine Zusammenfassung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herkunft, Heirat und Krönung

3. Teilhabe an der Politik Heinrich II.

3.1. Kunigunde als Intervenientin

3.2. Kunigundes Rolle am Hof und ihre Herrschaftsaufgaben

3.3. Kunigundes Rolle während der Witwenschaft

4. Vergleich mit anderen Herrscherinnen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die tatsächlichen politischen Handlungsspielräume und die Mitwirkung der Kaiserin Kunigunde an der Regierung ihres Ehemannes, Heinrich II., um das volkstümliche Bild der heiligen Frau durch eine historische Rekonstruktion zu ersetzen.

  • Die politische Rolle Kunigundes als Intervenientin in Urkunden.
  • Die Aufgaben der Kaiserin bei der Hofhaltung und Repräsentation.
  • Die Wahrnehmung militärischer und administrativer Regierungsaufgaben durch Kunigunde.
  • Der Vergleich von Kunigundes Einfluss mit dem anderer ottonischer Herrscherinnen.
  • Die Bedeutung Kunigundes als Regentin während der Zeit ihres Witwenstandes.

Auszug aus dem Buch

3.1. Kunigunde als Intervenientin

Als Intervenientin, also Fürsprecherin bei der Urkundenausstellung Heinrich II., nimmt Kunigunde eine entscheidende Funktion in der Regierung ihres Mannes ein. Mittelalterliche Urkunden verwiesen nämlich auch auf die Personen, die beim Austeller Fürbitte leisteten. Diese Rolle erhält besondere Bedeutung, weil nicht alle Menschen Zugang zum König oder Kaiser hatten, sodass sie selbst als Bittsteller hätten auftreten können. Vielmehr gab es einen überschaubaren Beraterkreis, in dem vor allem bei Heinrich II. Kunigunde die entscheidende Person gewesen ist, da sie ihm als Gattin am nächsten stand. Kunigunde intervenierte demnach auch während der gesamten Regierungszeit am häufigsten. Nach den Untersuchungen Pflefkas sind es exakt 149 von 509 Urkunden Heinrich II., das entspricht 29 Prozent. Diese Urkunden dienen dem Historiker auch als wichtigste Quellen über Kunigunde.

Allgemein lassen sich Interventionen über das ganze Gebiet nördlich der Alpen finden, aber auch für Italien trat die Königin und Kaiserin ein. Einige Bistümer und Klöster treten jedoch vermehrt auf. Da wären beispielsweise die Bistümer Bamberg, Paderborn, Worms und Salzburg sowie die Klöster Kaufungen und Fulda zu nennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Forschungsfrage nach den konkreten politischen Handlungsmöglichkeiten Kunigundes und stellt die Notwendigkeit dar, die historische Figur von legendenhaften Konstruktionen zu trennen.

2. Herkunft, Heirat und Krönung: Dieses Kapitel behandelt die familiäre Herkunft Kunigundes aus dem Hause der Luxemburger, ihre Heirat mit dem bayerischen Herzog Heinrich und den Prozess ihrer Erhebung zur Königin.

3. Teilhabe an der Politik Heinrich II.: Dieses Kapitel analysiert umfassend die Rolle der Kaiserin als Intervenientin, ihre Aufgaben bei der Hoforganisation sowie ihre politische Verantwortung in Zeiten kriegerischer Konflikte oder der Abwesenheit ihres Gatten.

3.1. Kunigunde als Intervenientin: Der Abschnitt untersucht die Frequenz und Bedeutung von Kunigundes Fürsprache bei der Ausfertigung königlicher Urkunden und deren Zusammenhang mit ihrer politischen Macht.

3.2. Kunigundes Rolle am Hof und ihre Herrschaftsaufgaben: Dieser Teil betrachtet Kunigundes Repräsentationspflichten, ihre administrativen Aufgaben in der Hofhaltung und ihre Rolle als Stellvertreterin in Krisenzeiten.

3.3. Kunigundes Rolle während der Witwenschaft: Das Kapitel schildert Kunigundes politisches Handeln in der Übergangsphase nach dem Tod Heinrichs II. bis zur Wahl seines Nachfolgers.

4. Vergleich mit anderen Herrscherinnen: Der Autor vergleicht Kunigundes Interventionspraxis und ihre politische Rolle mit anderen zeitgenössischen Königinnen wie Adelheid, Theophanu und Gisela.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über Kunigundes politische Gestaltungskraft und ihre Sonderstellung durch die aktive Beteiligung an der Regierung zu Lebzeiten ihres Gatten.

Schlüsselwörter

Kunigunde, Heinrich II., Ottonenreich, Intervenientin, Mittelalter, Herrscherin, Kaiserin, Politik, Urkundenwesen, Regierungsgeschäfte, Memoria, Hofhaltung, Witwenschaft, Kaiserkrönung, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss der Königin und Kaiserin Kunigunde während der Regierungszeit ihres Ehemannes Heinrich II.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion als Intervenientin, den herrschaftlichen Aufgaben am Hof, der politischen Stellvertretung sowie der Rolle der Kaiserin im Vergleich zu anderen Herrscherinnen des 10. und 11. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den tatsächlichen politischen Handlungsspielraum Kunigundes zu bestimmen und zu klären, inwieweit sie aktiv auf die Regierungsgeschäfte einwirken konnte, anstatt sie nur als bloße "heilige" Ehefrau zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine quellenkritische Analyse historischer Urkunden und zeitgenössischer Annalen sowie auf die Auswertung aktueller Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kunigundes Rolle als Bittstellerin bei Urkundenausstellungen, ihre administrative und militärische Verantwortung als Stellvertreterin Heinrichs II. sowie eine vergleichende Einordnung im Kontext ottonischer Herrschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben Kunigunde und Heinrich II. vor allem "Intervenientin", "Herrschaftsausübung", "Regierungsteilhabe" und "ottonisches Herrscherpaar".

Wie unterschied sich Kunigundes politische Rolle von der anderer zeitgenössischer Königinnen?

Der Autor zeigt auf, dass Kunigundes Schwerpunkt im Gegensatz zu anderen Herrscherinnen, deren Einfluss oft in der Witwenschaft lag, in der aktiven Mitwirkung zu Lebzeiten ihres Gatten bestand.

Welches Ereignis wird als Beleg für Kunigundes außergewöhnliche politische Macht angeführt?

Ein besonderer Beleg ist die Belehnung ihres Bruders zum Herzog von Bayern, was als einziger bekannter Fall gilt, in dem eine Königin zu Lebzeiten des Königs eine solche Investitur vollzog.

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Details

Title
Die politische Mitwirkung der Königin und Kaiserin Kunigunde
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Seminar:Heinrich II.: Heiliger oder Gewaltherrscher?
Grade
1,7
Author
David Kirsch (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V151163
ISBN (eBook)
9783640627516
ISBN (Book)
9783640627707
Language
German
Tags
Mitwirkung Königin Kaiserin Kunigunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Kirsch (Author), 2009, Die politische Mitwirkung der Königin und Kaiserin Kunigunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151163
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