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Unerwünschte Finanzflüsse, Steuervermeidung und die globale Mindeststeuer. Implikationen für Afrika

Titel: Unerwünschte Finanzflüsse, Steuervermeidung und die globale Mindeststeuer. Implikationen für Afrika

Hausarbeit , 2022 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Herb (Autor:in)

VWL - Innovationsökonomik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwieweit können internationale Lösungsstrategien, wie die globale Mindeststeuer, dazu beitragen, das zunehmende Problem unerwünschter Finanzströme in afrikanischen Ländern zu bekämpfen? Zunächst werden grundlegende Begriffe geklärt und die konkreten Wirkungskanäle der unerwünschten Finanzströme erläutert. Im nachfolgenden wird darauf eingegangen, wer unerwünschte Finanzströme verursacht und inwiefern verschiedene Finanzströme besonders gefährdet sind. Abschließend werden Lösungsvorschläge kritisch bewertet, um zu evaluieren inwiefern IFFs verhindert werden können, oder ob diese Maßnahmen nicht ernste Einschränkungen für Länder in Subsahara-Afrika darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Grundlegende Begriffe und Akteure

2.1Unerwünschte Finanzströme

2.2Aufbau des internationalen Steuersystems

3.Wirkungskanäle der Steuervermeidung

4.Verursacher und Betroffene des IFF-Risiko

4.1Handel

4.2Direktinvestitionen

4.3Portfolioinvestitionen

4.4Bankengeschäfte

5.Folgen der IFF

6.Lösungsansätze

6.1BEPS 2.0

7.Chancen und Risiken für afrikanische Länder

8. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die Seminararbeit analysiert die Problematik unerwünschter Finanzströme (IFF) in afrikanischen Ländern und untersucht, inwieweit internationale Lösungsstrategien, insbesondere die globale Mindeststeuer im Rahmen des BEPS-2.0-Aktionsplans, zur Bekämpfung dieser Missstände beitragen können sowie welche Auswirkungen diese Reformen für den afrikanischen Kontinent haben.

  • Grundlagen und Definition unerwünschter Finanzströme
  • Wirkungskanäle der internationalen Steuervermeidung
  • Analyse der Hauptverursacher und betroffener Finanzströme in Afrika
  • Kritische Bewertung der OECD-Reform "BEPS 2.0" aus afrikanischer Perspektive
  • Standortattraktivität und entwicklungspolitische Implikationen

Auszug aus dem Buch

3. Wirkungskanäle der Steuervermeidung

Unternehmen verwenden verschiedene Techniken um Steuervermeidung zu betreiben, mit dem Ziel ihre globale Steuerlast zu minimieren. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.3) Die wichtigsten Techniken sind die Verrechnungspreismanipulation, die strategische Positionierung des intellektuellen Eigentums, die Schuldenverlagerung durch konzerninterne Darlehen, sowie das Ausnutzen von Steuerabkommen. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.3) Bei konzerninternen Transaktionen wird das sogenannte „arms length principle“ oder auch Fremdvergleichsgrundsatz, verwendet. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.3) Dieses schreibt vor das interne Preise zwischen verbundenen Parteien den Preisen entsprechen sollten, die zwischen unabhängigen Parteien gelten würden. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Grundsätzlich sollen also konzerninterne Geschäfte zu gleichen Konditionen durchgeführt und besteuert werden wie konzernexterne Geschäfte. Problematisch ist, dass es einen großen Interpretationsspielraum gibt und es manchmal keine vergleichbaren Transaktionen von unbeteiligten dritten gibt, die als Ausgangspunkt dienen. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Logischerweise führt dieses freiwillige Instrument dazu, dass konzerninterne Transfers oftmals über- oder unterbewertet sind.

Unternehmen verlangen bspw. einen geringeren Preis für Exporte die aus Hochsteuer- zu Niedrigsteuerländern gehen oder einen höheren Preis für Importe aus Niedrigsteuerländern, um die globale Steuerschuld zu minimieren. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Grundsätzlich nutzt diese Strategie zur Steuerminimierung die Freiheit des Fremdvergleichsgrundsatzes aus, indem Transaktionen innerhalb eines Unternehmens so abgewickelt werden, das sie eben oftmals nicht diesem Prinzip entsprechen. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Studien belegen den Zusammenhang das es bei konzerninternen- und externen Transaktionen deutliche Unterschiede in der Höhe der Besteuerung gibt. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Eine zweite sehr häufig verwendete Technik zur Minimierung der Steuerlast ist die strategische Positionierung des intellektuellen Eigentums einer Unternehmung in einem Niedrigsteuerland. (Vgl. Beer, de Moij, Liu, 2019, S.4) Unternehmen führen ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Land A durch, transferieren aber die Eigentumsrechte der Patente ins Niedrigsteuerland B, wo die Einkommensströme niedriger besteuert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die ökonomische Tragweite unerwünschter Finanzströme für Afrika und führt in die Fragestellung zur Wirksamkeit internationaler Lösungsansätze wie der globalen Mindeststeuer ein.

2.Grundlegende Begriffe und Akteure: Dieses Kapitel definiert unerwünschte Finanzströme, grenzt Steuervermeidung von Steuerhinterziehung ab und erläutert die Strukturen des internationalen Steuersystems.

3.Wirkungskanäle der Steuervermeidung: Hier werden zentrale Methoden wie Verrechnungspreismanipulation, IP-Verschiebungen und Schuldenverlagerung analysiert, mit denen Unternehmen ihre globale Steuerlast minimieren.

4.Verursacher und Betroffene des IFF-Risiko: Das Kapitel untersucht die verschiedenen Finanzwege – Handel, Investitionen und Bankgeschäfte – und identifiziert die Regionen, aus denen das IFF-Risiko für afrikanische Staaten primär importiert wird.

5.Folgen der IFF: Es werden die negativen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Konsequenzen dargelegt, die durch entgangene Steuereinnahmen und Destabilisierungsprozesse entstehen.

6.Lösungsansätze: Dieser Abschnitt beschreibt regulatorische Maßnahmen und stellt das OECD-Projekt BEPS 2.0 sowie dessen Zweisäulenmodell zur Reform der Unternehmensbesteuerung vor.

7.Chancen und Risiken für afrikanische Länder: Es findet eine kritische Auseinandersetzung darüber statt, inwiefern die globalen Reformen tatsächlich den afrikanischen Interessen dienen oder ob sie eher zu bürokratischen Hürden und einem Verlust der steuerpolitischen Souveränität führen.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass IFFs eine ernsthafte Bedrohung darstellen und der BEPS-Plan zwar einen Schritt in die richtige Richtung bedeutet, jedoch keine universelle Lösung für die heterogenen afrikanischen Anforderungen darstellt.

Schlüsselwörter

Unerwünschte Finanzströme, IFF, Steuervermeidung, Globale Mindeststeuer, BEPS 2.0, Afrika, OECD, Steuereinnahmen, Direktinvestitionen, Handel, Unternehmensbesteuerung, Transferpreise, Finanzgeheimnis, Entwicklungspolitik, Steuersystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik unerwünschter Finanzströme, die afrikanische Staaten jährlich Milliarden an Dollar entziehen und Entwicklungsprozesse hemmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Analyse der Wirkungskanäle von Steuervermeidung, die Untersuchung der Hauptverursacher von Finanzrisiken und die Evaluation der OECD-Reform „BEPS 2.0“.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es zu bewerten, ob internationale Lösungsstrategien wie die globale Mindeststeuer das Problem der unerwünschten Finanzflüsse in Afrika effektiv bekämpfen können.

Auf welche wissenschaftliche Methode stützt sich die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. Weltbank, OECD, ICTD) sowie der Auswertung von Daten zu Verletzlichkeit und Risikoexposition afrikanischer Märkte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Finanzströme – wie Handel, Direktinvestitionen und Bankengeschäfte – und untersucht die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Staatseinnahmen afrikanischer Länder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?

Die Kernbegriffe umfassen Unerwünschte Finanzströme (IFF), BEPS 2.0, Steuervermeidung, afrikanische wirtschaftliche Entwicklung und globale Mindeststeuer.

Warum ist das "arms length principle" für afrikanische Staaten relevant?

Da es bei konzerninternen Transaktionen oft zu einer Manipulation von Verrechnungspreisen kommt, wird dieses Prinzip durch Unternehmen häufig umgangen, um Steuern in Niedrigsteuerländer zu verlagern, was die afrikanische Steuerbasis schwächt.

Wie steht die Arbeit zur Rolle der Industrieländer bei der Mindeststeuer?

Der Autor argumentiert, dass die neuen Steuerregeln primär den Industrienationen zugutekommen, während für viele afrikanische Staaten unvorhergesehene bürokratische Hürden und Einschränkungen ihrer steuerpolitischen Souveränität entstehen.

Warum wird die Datenlage in afrikanischen Ländern als problematisch eingestuft?

Die Datenlage ist geografisch und zeitlich lückenhaft, was die Analyse der anfälligsten Finanzflüsse erschwert und darauf hindeutet, dass von einigen Akteuren eine bewusste Intransparenz im Finanzsektor angestrebt wird.

Ist der BEPS-Aktionsplan für Afrika eine "one size fits all"-Lösung?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der großen Heterogenität der afrikanischen Staaten keine einheitliche Lösung existiert und individuelle, panafrikanische Koordinationsansätze zielführender wären.

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Details

Titel
Unerwünschte Finanzflüsse, Steuervermeidung und die globale Mindeststeuer. Implikationen für Afrika
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,0
Autor
Sebastian Herb (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1511687
ISBN (PDF)
9783389078594
ISBN (Buch)
9783389078600
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungsökonomik, Steuern, BEPS 2.0, Afrika
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Herb (Autor:in), 2022, Unerwünschte Finanzflüsse, Steuervermeidung und die globale Mindeststeuer. Implikationen für Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1511687
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