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Neoliberalismus - Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?

Title: Neoliberalismus - Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?

Seminar Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Beate Neubauer (Author)

Business economics - Economic Policy
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Neoliberalismus - Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle? Unter dem Eindruck der aktuellen Finanzkrise wird die Antwort auf diese Frage vermeintlich einhellig ausfallen. Neoliberalismus ist heute Synonym für Raubtierkapitalismus und damit Reichtum für wenige. Einige machen sich das System zu Nutze, während der Großteil die Zeche bezahlt, zum Beispiel der Steuerzahler, der für die Milliardenverluste von öffentlichen Kreditinstituten aufkommen muss. In den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland wäre die Antwort auf die Frage dezidiert anders ausgefallen. Der Slogan der damals noch jungen Marktwirtschaft war „Wohlstand für alle“ und schien sich in den Jahren des Wirtschaftswunders auch zu bewahrheiten. Damals galt Neoliberalismus als Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Was ist also mit dem Neoliberalismus passiert? War die Konzeption schon immer zum Scheitern verurteilt, oder hat das, was heutzutage unter neoliberal verstanden wird nicht mehr viel mit den ursprünglichen Überlegungen zu tun?

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Inhaltsverzeichnis

1 Neoliberalismus – Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?

2 Liberale Konzepte in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik

2.1 Grundlegende Überlegungen zum Liberalismus

2.2 Liberalismus in Wirtschaft und Gesellschaft

3 Neoliberalismus als Schlagwort in der aktuellen Diskussion

3.1 Positionen einzelner Gruppierungen

3.1.1 Die Linke als politische Gruppierung

3.1.2 Globalisierungskritische Gruppierungen

3.1.3 Arbeitnehmerbewegungen

3.1.4 Neoliberalismusverständnis in der tagespolitischen Diskussion

3.2 Kritik am Neoliberalismus

3.2.1 Kritik an der ‚neoliberalen Globalisierung’

3.2.2 Der Staat auf dem Rückzug

3.2.3 Ökonomischer Imperialismus

3.2.4 Kritik an den Grundlagen des Neoliberalismus

4 Ordoliberalismus als Gegenentwurf zum aktuellen Neoliberalismusverständnis

4.1 Charakterisierung des ordoliberalen Programms

4.2 Ordoliberale Reaktion auf die Neoliberalismuskritik

4.2.1 Reaktion auf die Kritik an der ‚neoliberale Globalisierung’

4.2.2 Der schwindsüchtige neoliberale Staat

4.2.3 Der ökonomische Imperialismus auf den Vormarsch

4.2.4 Antworten auf die Kritik an den Grundlagen des Neoliberalismus

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Neoliberalismusbegriffs von einer ökonomischen Grundlage der sozialen Marktwirtschaft hin zu einem negativ besetzten Schlagwort. Ziel ist es, die aktuellen Kritikpunkte zu analysieren und zu prüfen, inwieweit der Ordoliberalismus als ursprüngliche Spielart des Neoliberalismus diese Kritik entkräften kann oder ob die heutige Wahrnehmung den Kern des Konzepts verfehlt.

  • Begriffsbestimmung und historische Einordnung des Liberalismus
  • Analyse der aktuellen neoliberalen Diskussionslandschaft verschiedener Gruppierungen
  • Systematische Untersuchung zentraler Kritikfelder am Neoliberalismus
  • Gegenüberstellung von Neoliberalismuskritik und ordoliberalen Prinzipien
  • Diskussion der Zukunftsfähigkeit ordoliberaler Konzepte in einer globalisierten Welt

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Der Staat auf dem Rückzug

Ein beachtlicher Teil der Kritik am Neoliberalismus beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Markt und Staat. Dem Neoliberalismus wird dabei der Vorwurf gemacht, die Rolle des Staates mehr und mehr einzuschränken zu Gunsten des Wettbewerbs, bis letztendlich nur noch der Minimalstaat übrigbeleibt. Ziel ist es „alle staatlichen Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren […] und ein sich selbst überlassener Markt [soll] zum Gleichgewicht führen“43. Diese Tendenz zeigt sich für die Kritiker in verschiedenen Politikfeldern, wie Deregulierung, Privatisierung, Flexibilisierung und Abbau des Sozialstaates. Der allumsorgende Wohlfahrtsstaat ist auf den Rückzug, es „setzt sich überall das Modell des Wettbewerbs- und Leistungsstaates durch“44. In der Folge werden „soziale Risiken [individualisiert] und vormalige Schutzrechte [abgebaut].45 Nicht mehr die Solidargemeinschaft trägt die Risiken, sondern jeder einzelne ist für sich selbst verantwortlich und den Kräften des Marktes schutzlos ausgeliefert. So führt zum Beispiel eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu „niedrigen Löhnen, nach Möglichkeit immer näher an der Ein-Euro-Grenze“46, schlussendlich kommt es zu einer „Umverteilung des Volkseinkommens von den Arbeits- hin zu den Gewinn- und Vermögenseinkommen.“47

Somit ist auch offensichtlich wer von neoliberaler Politik profitiert, nämlich die Konzerne auf Kosten des Rests der Gesellschaft. Der Rückzug des Staates aus vormaligen Einflussgebieten macht ihn zum schwachen Staat, der keinerlei Kontrolle mehr über die Wirtschaft und transnationale Konzerne ausüben kann48. Dieser Kontrollverlust wird insbesondere im Rahmen der Globalisierung verdeutlicht. Im Gegensatz zu Staaten können Unternehmen ihren Standort verlagern, um dies zu verhindern und international wettbewerbsfähig zu bleiben kommt es zu einem Abbau des Wohlfahrtsstaates.49

Zusammengefasst lässt sich die Kritik am Minimalstaat wie folgt darstellen: der Minimalstaat ist zu schwach, um regulierend in die Märkte einzugreifen, die Wirtschaftssubjekte können die Bedingungen zu ihren Gunsten diktieren. Dies führt zu deren Entlastung, beispielsweise durch Steuersenkungen oder Deregulierungsmaßnahmen, die Einnahmen für den Staatshaushalt sinken jedoch. Dadurch, dass die staatlichen Aktivitäten auf ein Minimum reduziert werden, federt nicht mehr der Wohlfahrtsstaat soziale Risiken ab, sondern der Einzelne muss vermehrt Eigenverantwortung übernehmen, was insbesondere die Schwächsten in der Gemeinschaft am stärksten trifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Neoliberalismus – Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?: Die Einleitung beleuchtet die Wandlung des Begriffs vom Synonym für soziale Marktwirtschaft hin zu einem negativ konnotierten Schlagwort und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

2 Liberale Konzepte in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik: Dieses Kapitel skizziert die Grundlagen des Liberalismus sowie die verschiedenen Ausprägungen wie den klassischen und den neoliberalen Liberalismus.

3 Neoliberalismus als Schlagwort in der aktuellen Diskussion: Hier werden die Positionen verschiedener gesellschaftlicher Akteure zum Neoliberalismus dargestellt und die zentralen Kritikpunkte systematisch erfasst.

4 Ordoliberalismus als Gegenentwurf zum aktuellen Neoliberalismusverständnis: Das Hauptkapitel untersucht das ordoliberale Programm und prüft, inwiefern die gängige Neoliberalismuskritik auf diesen speziellen Ansatz zutrifft.

5 Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Relevanz ordoliberaler Prinzipien für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik.

Schlüsselwörter

Neoliberalismus, Ordoliberalismus, Soziale Marktwirtschaft, Liberalismus, Wirtschaftspolitik, Ordnungspolitik, Marktversagen, Globalisierung, Wohlfahrtsstaat, Wettbewerb, Subsidiarität, Eigenverantwortung, Staatstätigkeit, Institutionenökonomik, Walter Eucken

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen der ursprünglichen ordoliberalen Konzeption und der heutigen Verwendung des Begriffs Neoliberalismus als Synonym für soziale Kälte und Marktversagen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des Liberalismus, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Neoliberalismus, die Kritik gesellschaftlicher Akteure sowie das ordoliberale Konzept als Gegenvorschlag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, warum der Neoliberalismusbegriff heute so negativ belegt ist und ob der Ordoliberalismus als spezifische Ausprägung berechtigterweise in die gleiche Kritik einbezogen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Konzepte, insbesondere den Vergleich ordoliberaler Prinzipien mit aktuellen politischen Forderungen und Kritiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Positionen verschiedener Akteure, die systematische Erfassung von Kritikfeldern und die detaillierte ordoliberale Reaktion auf diese spezifischen Kritikpunkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neoliberalismus, Ordoliberalismus, soziale Marktwirtschaft, Marktversagen und die Rolle des Staates in der Ordnungspolitik definiert.

Inwiefern unterscheidet sich der ordoliberale Staat vom Minimalstaat?

Der Ordoliberalismus lehnt den Minimalstaat ab; er fordert einen starken Staat, der als neutraler Akteur den institutionellen Rahmen und die Spielregeln für fairen Wettbewerb setzt, anstatt sich ganz aus dem Markt zurückzuziehen.

Wie beantwortet der Ordoliberalismus die soziale Frage?

Der Ordoliberalismus sieht soziale Sicherheit nicht als Antipode zum Markt, sondern setzt auf Leistungswettbewerb als Motor für Fortschritt, flankiert durch Prinzipien wie Subsidiarität, Eigenverantwortung und gezielte Korrekturen zur Einkommensgerechtigkeit.

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Details

Title
Neoliberalismus - Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?
College
University of Bayreuth
Grade
1,7
Author
Beate Neubauer (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V151201
ISBN (eBook)
9783640625574
ISBN (Book)
9783640625284
Language
German
Tags
Neoliberalismus Ordoliberalismus soziale Marktwirtschaft Finanz- und Wirtschaftskrise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beate Neubauer (Author), 2008, Neoliberalismus - Reichtum für wenige oder Wohlstand für alle?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151201
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