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Augustinus von Hippo

Synthese von Präsentismus und Eternalismus?

Titre: Augustinus von Hippo

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 16 Pages , Note: Befriedigend

Autor:in: M.Mag Roland Spitzlinger (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Was wäre der Mensch und seine Entwicklung ohne die Zeit? Mit kaum einem Phänomen fühlen wir uns in derart inniger Weise verbunden. Entsprechend zahlreich waren im Laufe der Geschichte die Versuche das Wesen des Phänomens zu ergründen. In der westlichen Philosophietradition lassen sich entsprechende Überlegungen bis 2.500 Jahre zurückverfolgen.

Dennoch ist es bis heute kaum gelungen die Zeit zu fassen. Weder ist geklärt um was es sich bei Zeitlichkeit exakt handelt, noch konnte bis dato schlüssig dargelegt werden, ob diese als eigenständiges Phänomen, d.h. unabhängig von Veränderung und Materie gefasst werden kann.

Trotz der bescheidenen Ergebnisse erfreut sich die Zeitforschung großer Beliebtheit. Die jüngsten Debatten konzentrieren sich dabei vor allem auf die ontologische Natur der Zeit, sowie auf den Bezug zu anderen philosophischen Problemen, insbesondere zum Leib-Seele-Problem. In diesem Zusammenhang versucht auch die Chronobiologie mittels Methoden der Neurowissenschaften dem subjektiven Zeitgefühl auf den Grund zu gehen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll speziell der Präsentismus-Eternalismus-Streit näher beleuchtet werden, also die Frage, inwiefern vergangene und zukünftige Ereignisse im ontologischen Sinne als existent betrachtet werden können oder sogar müssen. Kern des Textes sind die Überlegungen des spätantiken Philosophen Augustinus von Hippo (354 bis 430 AD), der sich wie kein anderer mit diesem Thema beschäftigte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Definitionen der Zeit

3 Der Präsentismus-Eternalismus-Streit

3.1 Präsentismus

3.2 Eternalismus

3.3 Zusammenfassung

4 Überlegungen des Augustinus von Hippo

4.1 Überblick

4.2 Differenzierung des Zeitbegriffs

5 Schlussfolgerung

6 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den philosophischen Positionen des Präsentismus und Eternalismus hinsichtlich der ontologischen Natur der Zeit. Dabei wird analysiert, wie Augustinus von Hippo durch seine differenzierte Betrachtung der menschlichen Wahrnehmung und der „dreifachen Erstrecktheit der Seele“ einen synthetischen Ansatz anbietet, um die Widersprüche zwischen subjektivem Erleben und objektivem Zeitverständnis zu überbrücken.

  • Ontologischer Status von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
  • Gegenüberstellung der Positionen von Präsentismus und Eternalismus
  • Kritische Analyse zeitphilosophischer Definitionen
  • Die Synthese-Leistung in den Konfessionen des Augustinus von Hippo

Auszug aus dem Buch

3.2 Eternalismus

Für die Vertreter des Eternalismus existieren Vergangenheit und Zukunft ebenso real wie die Gegenwart, wenn auch an einem Punkt auf der Zeitachse. Im Gegensatz zum Präsentismus werden nicht nur Objekte hier und jetzt als existent angenommen, sondern auch Objekte in einer beliebig anderen Zeit, unabhängig davon ob wir diese selbst erfahren oder nicht. Er geht damit von der von vielen Menschen geteilten alltäglichen Annahme aus, dass die Welt weiter existiert auch wenn wir nicht mehr sein sollten um sie zu bewundern. Implizit akzeptiert damit der Eternalismus die Zeit als eigenständige Dimension, ähnlich den drei Dimensionen des Raumes, weshalb gelegentlich auch der Begriff Vierdimensionalismus gebraucht wird. Dieser Auffassung zufolge existiert bzw. existierte Sokrates tatsächlich, auch wenn im alltäglichen Sprachgebrauch Wörter wie damals oder früher gebraucht werden müssen um den Unterschied zu den Dingen und Ereignissen der Gegenwart herauszustreichen.

Die Weltanschauung des Eternalismus basiert auf frühen zum Teil sehr esoterischen Überlegungen von Parmenides von Elea, wonach die wahrgenommene Welt lediglich ein Schein sei, die tatsächliche Wirklichkeit als zeitloses Ganzes jedoch stets unverändert bleibe. Auch für Platon sind die gegenwärtigen Objekte nur ein Abbild der wahren Ideale, während letztere tatsächlich und ewig existierten. Auf der Basis eines solchen zeitlichen Antirealismus schreiben Isaac Barrow und dessen Schüler Isaac Newton im 17. Jahrhundert neben der Mathematik auch der Zeit einen idealistischen, göttlich-ewigen Status zu. Im Gegensatz zur ursprünglich subjektiv-relativistischen Auffassung geht Newton in seinem mechanistischen Weltbild von einer absoluten Zeit aus, die stets gleichmäßig fortschreitet und ähnlich einem unendlich großen Container alle Dinge und Ereignisse umgibt, ohne mit diesen direkt verbunden zu sein. Die Zeit existiert gemäß dieser Vorstellung unabhängig von der Bewegung und geht selbst dem Zeitpunkt der Erschaffung der Materie voraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Dieses Kapitel führt in die philosophische Problematik der Zeit ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des Präsentismus-Eternalismus-Streits im Kontext der Schriften des Augustinus von Hippo dar.

2 Definitionen der Zeit: Hier werden verschiedene historische Ansätze zur Bestimmung von Zeit gesammelt, von antiken Mythen bis hin zu naturwissenschaftlichen und modernen philosophischen Theorien.

3 Der Präsentismus-Eternalismus-Streit: Das Kapitel erläutert die Grundkonflikte zwischen der rein gegenwartsorientierten Sicht des Präsentismus und der vierdimensionalen, zeitlosen Sicht des Eternalismus.

3.1 Präsentismus: Dieses Unterkapitel beschreibt die These, dass nur die Gegenwart real ist und Vergangenheit sowie Zukunft lediglich gedankliche Konstrukte darstellen.

3.2 Eternalismus: Hier wird die entgegengesetzte Auffassung dargestellt, nach der alle Zeitpunkte ontologisch gleichwertig real existieren.

3.3 Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die gegenseitige Exklusivität beider Lehren und deren jeweilige Schwachstellen in der modernen Argumentation.

4 Überlegungen des Augustinus von Hippo: Es wird analysiert, wie Augustinus als Theologe und Philosoph das Zeitphänomen durch die Brille der menschlichen Erfahrung deutet.

4.1 Überblick: Einführung in Augustinus' berühmtes Paradoxon über das Wissen um die Zeit, wenn niemand danach fragt.

4.2 Differenzierung des Zeitbegriffs: Erläuterung der augustinischen Unterscheidung zwischen göttlicher Zeit und der psychologisch erlebten Zeit des menschlichen Bewusstseins.

5 Schlussfolgerung: Zusammenführung der Argumente und Darstellung, wie Augustinus eine Brücke zwischen den konträren Zeitauffassungen schlägt.

6 Ausblick: Eine Reflexion über die Grenzen menschlicher Erkenntnis bei der Definition von Zeit und die Bedeutung kollektiver Empfindungen für die Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Zeitphilosophie, Präsentismus, Eternalismus, Augustinus von Hippo, Ontologie, Konfessionen, Zeitwahrnehmung, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Vierdimensionalismus, Metaphysik, Zeitkontinuum, Subjektivität, Bewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das metaphysische Problem der Existenz von Zeit und vergleicht die zwei gegensätzlichen philosophischen Positionen des Präsentismus und des Eternalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der ontologische Status der Zeit, die Rolle des menschlichen Bewusstseins bei der zeitlichen Wahrnehmung und der historische Bezug auf Augustinus von Hippo.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Augustinus von Hippo eine Synthese zwischen den gegensätzlichen Modellen des Eternalismus und des Präsentismus in seiner Philosophie der Seele entwickeln konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophisch-analytische Methode, die auf der hermeneutischen Auseinandersetzung mit Primärquellen (insbesondere Augustinus' Bekenntnissen) und der sekundären Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Definitionsschau von Zeit, eine detaillierte Gegenüberstellung der Argumente von Präsentisten und Eternalisten sowie die spezifische Auslegung augustinischer Texte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Zeitphilosophie, Präsentismus, Eternalismus, Ontologie und die psychologische Zeitwahrnehmung nach Augustinus.

Wie unterscheidet Augustinus von Hippo die verschiedenen Formen der Zeit?

Er differenziert zwischen einer göttlichen Ewigkeit und der subjektiven, im menschlichen Bewusstsein verankerten Zeit, die er als "dreifache Erstrecktheit der Seele" beschreibt.

Welchen Wert hat die Schlussfolgerung des Autors für die heutige Debatte?

Der Autor schließt, dass Augustinus keine absolute physikalische Theorie aufstellt, aber eine interpersonell-objektive Basis liefert, um das subjektive Zeitempfinden in einen sinnvollen Kontext zu setzen.

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Résumé des informations

Titre
Augustinus von Hippo
Sous-titre
Synthese von Präsentismus und Eternalismus?
Université
University of Vienna  (Philosophie)
Note
Befriedigend
Auteur
M.Mag Roland Spitzlinger (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
16
N° de catalogue
V151244
ISBN (ebook)
9783640628513
ISBN (Livre)
9783640628582
Langue
allemand
mots-clé
hippo augustinus präsentisums eternalismus philosophie zeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.Mag Roland Spitzlinger (Auteur), 2006, Augustinus von Hippo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151244
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Extrait de  16  pages
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