Die vorliegende Arbeit zeigt auf wie regionale Unterschiede im Bereich der Innovationstätigkeit gemessen werden können. Zudem werden die regionalen Innovationsunterschiede in der Europäischen Union dargestellt.
Die Arbeit fügt sich damit in den größeren Rahmen der regionalen Innovationsforschung, welcher in den letzten Jahren einen enormen Popularitätszuwachs, sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch auf der gesellschaftspolitischen Ebene verzeichnen konnte. Unter anderem wird argumentiert, dass es sich bei Innovation überhaupt um einen der wichtigsten Faktoren zur Bestimmung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit einer wissensbasierten Wirtschaft handelt. Es sind vor allem Regionen und nicht Staaten, die den (innovativen) Erfolg oder Misserfolg determinieren. Wird nicht gegengelenkt, so werden sich die regionalen Unterschiede und die damit verbundene Kluft zwischen armen und reichen Regionen in Zukunft weiter verstärken. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die EU seit einigen Jahren (vor allem unterentwickelte) Regionen bei ihren Anstrengungen zugunsten einer stärkeren Innovationstätigkeit unterstützt.
Um diesen Prozess gezielt steuern zu können sind aussagekräftige Daten über die Verhältnisse in den jeweiligen Regionen unumgänglich. Wie diese Informationen beschafft werden können und wie die einzelnen Regionen im Bereich der Innovationstätigkeit abschneiden soll hier behandelt werden. Die Fragestellung unterteilt sich somit in zwei Hauptbereiche:
a. Wie können Innovationsunterschiede gemessen werden?
b. Wie sind diese Unterschiede in den europäischen Regionen ausgeprägt?
In ähnlicher Weise ist auch die Arbeit gegliedert. Kapitel zwei behandelt die Datenverfügbarkeit sowie die am häufigsten verwendeten Messmethoden, welche gemeinhin Anwendung finden. In Kapitel drei werden die gebräuchlichsten Indikatoren und deren Ausprägungen in den europääischen Regionen dargestellt und kritisch beleuchtet. Zum Abschluss werden in Kapitel vier die wichtigsten Punkte und Ergebnisse noch einmal übersichtlich zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wie können Innovationsunterschiede gemessen werden?
2.1 Datenverfügbarkeit
2.2 Messmethodik
3 Indikatoren und Ausprägung in Europäischen Regionen
3.1 Innovationsindex
3.2 Humankapital
3.3 Wissensproduktion
3.4 Wissensübertragung und Verbreitung
3.5 Finanzierung, Output und Märkte
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unterschiede in der Innovationstätigkeit zwischen europäischen Regionen methodisch erfasst werden können und stellt dar, wie diese Innovationsunterschiede innerhalb der Europäischen Union konkret ausgeprägt sind.
- Methoden zur Messung regionaler Innovationskraft
- Datenverfügbarkeit und statistische Einordnung (NUTS-Ebenen)
- Indikatoren für Humankapital und Wissensproduktion
- Wissensübertragung, Innovationstätigkeit von Unternehmen und Markterfolge
- Analyse der Innovationsleistung spezifischer europäischer Regionen
Auszug aus dem Buch
2.1 Datenverfügbarkeit
Beinahe sämtliche Daten, die für die Messung regionaler Innovationsunterschiede in Europa infrage kommen, werden vom Europäischen Statistischen Zentralamt (Eurostat) bereitgestellt. Der Umfang dieser Datenreihen ist allerdings stark begrenzt. Die bis vor wenigen Jahren noch national organisierte Datenerhebung und die damit verbundenen Probleme der internationalen Vergleichbarkeit hinterlassen ihre Spuren. Das Problem wird dadurch verschärft, dass ältere nationale Statistiken nur sehr schwer und mit hohem Aufwand umgeformt und damit über Ländergrenzen hinweg vergleichbar gemacht werden können. In den meisten Analysen bleiben diese daher unberücksichtigt. Erst seit einigen Jahren werden die Regionalstatistiken von den nationalen Behörden einheitlich ermittelt und für Sekundärdatenanalysen aufbereitet. Beträchtliche Fortschritte im Aufbau der „Regio-Datenbank“ brachte der Zweite Bericht der Europäischen Kommission zu Forschungs- und Technologieindikatoren (siehe EK 1997). Weitere Verbesserungen können dank der anhaltenden Europäisierung in der Datenerhebung, speziell im Zuge der EU-Osterweiterung erwartet werden.
Vereinzelt werden von Eurostat auch eigene europaweit angelegte Umfragen durchgeführt, die für internationale Vergleiche herangezogen werden. Besonders erwähnenswert für die Regionalforschung ist der „Labour Force Survey“, welcher die Bereiche Arbeitskräfte und Unternehmen umfasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der regionalen Innovationsforschung für die Wettbewerbsfähigkeit und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Messbarkeit und Ausprägung regionaler Innovationsunterschiede in der EU.
2 Wie können Innovationsunterschiede gemessen werden?: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von Innovation, der Problematik der Datenbeschaffung durch Eurostat und den gängigen quantitativen Messmethoden sowie deren kritischer Hinterfragung.
3 Indikatoren und Ausprägung in Europäischen Regionen: Hier werden zentrale Leistungsindikatoren wie Humankapital, FuE-Ausgaben, Patentaktivität und Wissensdiffusion analysiert, um die innovativsten Regionen Europas zu identifizieren.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die methodischen Ansätze sowie die Haupterkenntnisse über die ungleiche Verteilung der Innovationskraft in Europa und die Situation österreichischer Regionen zusammen.
Schlüsselwörter
Innovation, Innovationsforschung, Regionale Entwicklung, Europäische Union, NUTS-Ebenen, Eurostat, Innovationsindex, Humankapital, Wissensproduktion, Wissensübertragung, Forschungs- und Entwicklungsaufwand, Patente, Wirtschaftsgeographie, Innovationsdiffusion, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die regionalen Innovationsunterschiede innerhalb der Europäischen Union und untersucht, wie diese wissenschaftlich gemessen und quantifiziert werden können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen umfassen die Verfügbarkeit regionaler statistischer Daten, die Messung durch Indikatoren, die Bedeutung von Humankapital sowie die Rolle von Wissensproduktion und -transfer für die regionale Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über Methoden zur Messung der Innovationstätigkeit zu geben und aufzuzeigen, welche Regionen in Europa bei verschiedenen Innovationsindikatoren führend sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert primär auf einer Sekundärdatenanalyse quantitativer Indikatoren, wie sie etwa im European Innovation Scoreboard (EIS) verwendet werden, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Aggregation dieser Daten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden methodische Ansätze (z.B. Indexbildung) vorgestellt und anschließend verschiedene Kategorien wie Humankapital, FuE-Ausgaben, Patentanmeldungen und Innovationsdiffusion analysiert, um die regionale Performance zu bewerten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Innovationsforschung, Regionale Entwicklung, Wissensproduktion, Humankapital, Patentaktivität und europäische Regionalstatistik.
Welche Rolle spielen die NUTS-Ebenen bei der Analyse?
Die NUTS-Ebenen dienen als standardisiertes System zur regionalen Kategorisierung, welches trotz gewisser Verzerrungseffekte aufgrund unterschiedlicher regionaler Größen die statistische Vergleichbarkeit innerhalb Europas erst ermöglicht.
Wie schneiden österreichische Regionen im Vergleich ab?
Österreichische Regionen befinden sich laut der Analyse im EU-Mittelfeld, wobei Wien als Spitzenreiter hervorsticht und regionale Stärken, wie etwa beim Burgenland in der Wissensübertragung, erkennbar sind.
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- M.Mag Roland Spitzlinger (Author), 2004, Regionale Innovationsunterschiede in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151245