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Androgynie und Emanzipation in Friedrich Schlegels "Lucinde"

Título: Androgynie und Emanzipation in Friedrich Schlegels "Lucinde"

Trabajo Escrito , 2008 , 19 Páginas

Autor:in: Jessica Rohrbach (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Roman „Lucinde“ von Friedrich Schlegel. Herausgearbeitet werden sollen vor allem die androgynen und emanzipatorischen Motive des Romans. Während Androgynie heute noch relativ ähnlich definiert wird wie zu Schlegels Zeiten, hat der Begriff der Emanzipation insbesondere der
Frauenemanzipation einen deutlichen Bedeutungswandel erfahren. Das liegt vor allem daran, dass die eigentliche Frauenbewegung nach der Französischen Revolution noch in den Kinderschuhen steckte und sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft im Laufe der Zeit deutlich gewandelt hat. Darum wird im ersten Teil der Hausarbeit vor allem auf
das Frauenbild und -ideal des 18. Jahrhunderts eingegangen.

Anschließend soll das Frauen- und Männerbild in Schlegels Roman mit den gängigen Vorstellungen verglichen werden. Hervorgehoben werden vor allem die Abweichungen von den gesellschaftlichen Konventionen, die das Werk zu einem Skandal werden ließen. Nicht unschuldig an der negativen Rezeption des Werkes ist wohl auch die Ähnlichkeit mit Schlegels eigenem Liebesleben, weshalb dieses in einem eigenen
Kapitel kurz vorgestellt werden soll.

Am Ende der „Lehrjahre der Männlichkeit“ entwirft Schlegel zudem eine für das 18. Jahrhundert außergewöhnliche Form einer Liebesbeziehung, in der Sinnen- und Seelenliebe vereint sind. Diese Beziehung soll ebenfalls kurz vor- und den gängigen Beziehungen gegenübergestellt werden.

Ein weiterer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den androgynen Motiven der „Lucinde“. Es soll vor allem geklärt werden, ob und inwieweit es sich hierbei um echte Androgynität handelt und auf die Funktion dieser Motive eingegangen werden.

Das letzte Kapitel und damit die Schlussbetrachtung enthält die kritischen Frage, ob bei Schlegels „Lucinde“ überhaupt von einem emanzipatorischen Werk die Rede sein kann und wenn ja, inwiefern sich diese Emanzipation durch die im Roman vertretene Androgynie verwirklichen lässt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frau Ende des 18. Jahrhunderts

2.1 Die soziale Stellung der Frau

2.2 Das Frauenideal

2.3 Ehe

2.4 Die Emanzipation der Frau

3. Das Frauenbild in „Lucinde“

3.1 Schlegels Frauenbild

3.2 Das Frauenbild im Roman

3.2.1 Lisette

3.2.2 Louise

3.2.3 Caroline

3.2.4 Lucinde

3.3 Entwurf einer idealen Liebesbeziehung

4. Das androgyne Ideal

5. Emanzipation durch Androgynie?

7. Literatur- und Siglenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Roman „Lucinde“ von Friedrich Schlegel im Hinblick auf seine androgynen und emanzipatorischen Motive. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das Werk gesellschaftliche Konventionen des 18. Jahrhunderts aufbricht und ob die dargestellten Liebeskonzepte tatsächlich als emanzipatorisch gewertet werden können.

  • Analyse des Frauenbildes und der sozialen Stellung der Frau im 18. Jahrhundert.
  • Untersuchung der verschiedenen Frauenfiguren in Schlegels Roman.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Rezeption des Werkes.
  • Deutung der androgynen Motive und deren Funktion für die Vollendung des Menschenbildes.
  • Bewertung des emanzipatorischen Charakters der „Lucinde“ im historischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Louise

Louise ist die erste Frau, die Julius in seinen „Lehrjahren“ begegnet. Sie zeichnet sich vor allem durch ihr edles Gemüt und ihre Kindlichkeit aus, was in Julius das Verlangen weckt, sie zu „besitzen“ (L 37): „Daß sie kaum reif und an der Grenze der Kindheit war, reizte sein Verlangen nur um so unwiderstehlicher.“ (L 37)

Des Weiteren wird sie eigen, sinnig, stolz, fröhlich, leichtfertig, unschuldig verschwiegen und verschlossen beschrieben und Julius erkennt in ihr eine „Anlage zu einer grenzenlosen Leidenschaftlichkeit“ (L 37).

Auch hier findet sich wieder die Gesellschaftskritik, denn bei der Eroberung der Louise verabscheut Julius „die entfernteste Erinnerung an bürgerliche Verhältnisse, wie jede Art von Zwang.“ (L 37) Doch sein Bestreben wird nicht erwidert, denn in Louise bleibt das kritisierte Gesellschaftsbild bestehen und sie entzieht sich seinen Annäherungsversuchen „vielleicht mehr aus Glauben an ein fremdes Gebot als aus eignem Gefühl von dem, was allenfalls erlaubt sein und von dem, was durchaus nicht.“ (L 38)

Als Louise seinen Verführungskünsten dann dennoch fast erliegt, bricht sie in Tränen aus und „die bitterste Verzweiflung entstellte ihr Gesicht“ (L 38). Julius lässt von seinem Vorhaben ab und tröstet sein „Opfer“ (L 38), um sie danach wieder zu verlassen. Ganz deutlich wird hier die Überlegenheit Julius’ über Louise. Nur durch sein Besinnen kann Louises Unschuld bewahrt und somit ihr Ausschluss aus der Gesellschaft verhindert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Untersuchung von Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“ ein, wobei der Fokus auf den androgynen und emanzipatorischen Motiven sowie der Analyse des gesellschaftlichen Umfelds liegt.

2. Die Frau Ende des 18. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt beleuchtet die prekäre soziale Stellung der Frau, das vorherrschende Frauenideal der Zeit sowie die eingeschränkten Möglichkeiten zur Emanzipation.

3. Das Frauenbild in „Lucinde“: Hier wird Schlegels Frauenbild sowie das Verhalten der weiblichen Romanfiguren analysiert, wobei besonders die Unterschiede zwischen den Charakteren und ihre Funktion für den Protagonisten herausgearbeitet werden.

4. Das androgyne Ideal: Das Kapitel untersucht die androgynen Motive im Werk und hinterfragt, inwieweit diese tatsächlich ein androgynes Ideal verwirklichen oder lediglich Hilfsmittel für die Männlichkeitsentwicklung darstellen.

5. Emanzipation durch Androgynie?: In der Schlussbetrachtung wird kritisch diskutiert, ob „Lucinde“ angesichts der verbleibenden traditionellen Rollenmuster als emanzipatorisches Werk eingestuft werden kann.

7. Literatur- und Siglenverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schlegel, Lucinde, Emanzipation, Androgynie, Frauenbild, Romantik, 18. Jahrhundert, Geschlechterrollen, Liebeskonzept, Gesellschaftskritik, Individuum, Sinnlichkeit, Seelenliebe, Rollenverhalten, Männlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“ im Kontext der gesellschaftlichen Verhältnisse des ausgehenden 18. Jahrhunderts, insbesondere hinsichtlich der dargestellten Geschlechterrollen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die soziale Stellung der Frau, das Ideal der Ehe, das Verhältnis von Sinnen- und Seelenliebe sowie die Bedeutung von Androgynie als literarisches Motiv.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die androgynen und emanzipatorischen Motive im Roman über das damalige gesellschaftliche Ideal hinausgehen und ob Schlegels Werk als emanzipatorisch bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman in den historischen Kontext einbettet und mit zeitgenössischen Vorstellungen sowie der Biografie des Autors vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Frauenbild des 18. Jahrhunderts, die verschiedenen Frauenfiguren in „Lucinde“ und die Funktion der androgynen Motive für die Entwicklung des männlichen Protagonisten Julius.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Emanzipation, Androgynie, Frauenbild, Romantik, Geschlechterrollen und Gesellschaftskritik charakterisiert.

Warum spielt die Figur der Lucinde eine besondere Rolle im Vergleich zu den anderen Frauenfiguren?

Lucinde wird als einzige Frauengestalt dargestellt, die eine individuelle Entwicklung durchmacht und in einer tieferen, fast seelenverwandten Beziehung zu Julius steht, was sie von den anderen, eher als Bildungsobjekte dienenden Frauen abhebt.

Inwiefern beeinflusst das Liebesleben Friedrich Schlegels die Interpretation des Romans?

Da der Roman starke autobiografische Züge aufweist, werden die Romanfiguren in der Rezeption häufig mit realen Personen aus Schlegels Leben (wie Caroline Böhmer oder Dorothea Veit) in Verbindung gebracht, was die Interpretation des Frauenbildes beeinflusst.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Androgynie und Emanzipation in Friedrich Schlegels "Lucinde"
Universidad
University of Bamberg
Autor
Jessica Rohrbach (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
19
No. de catálogo
V151281
ISBN (Ebook)
9783640628926
ISBN (Libro)
9783640629015
Idioma
Alemán
Etiqueta
Androgynie Emanzipation Schlegel Friedrich Schlegel Lucinde
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jessica Rohrbach (Autor), 2008, Androgynie und Emanzipation in Friedrich Schlegels "Lucinde", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151281
Leer eBook
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