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Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

Organisation – Ziele – Probleme des jüdischen Abwehrvereins

Title: Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Annegret Stalder (Author)

History of Germany - Modern History
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Ein unbefangener freier Umgang mit der Geschichte der Juden in Deutschland, losgelöst von Gedanken an Ghetto, Verfolgung, Deportation, an Auschwitz und unendliches Leid, ist heute nicht mehr möglich. Diese Tatsache lässt sich nicht leugnen oder ausblenden. Gleichwohl eröffnet die Beschäftigung mit dem jüdischen Leben in Deutschland vor der systematischen Vernichtung durch das NS-Regime Eindrücke einer sehr bemerkenswerten deutschen Minderheit der damaligen Zeit. Aber ein auf die „Endlösung der Judenfrage“ ausgerichtetes Denken und Betrachten dieser Geschichte verfehlt unweigerlich ihr Ziel. Man darf die Geschichte der Juden in Deutschland nicht als zwangsläufige Vorgeschichte oder Prolog der Gräueltaten des NS-Regimes ansehen. Man sollte dabei stets auch die Phase der gemeinsamen deutschen Geschichte von Juden und Nichtjuden beachten.
Die jüdische Bevölkerung war in der wilhelminischen Ära und der Weimarer Republik ein Bestandteil der gesamtdeutschen Bevölkerung. Sie waren ebenso Akteure und Mitgestalter verschiedener gesellschaftlicher Prozesse und wirtschaftlicher Entwicklungen wie die Bürger christlichen Glaubens. Leider wird diese Tatsache oft verkannt. Die heutige mediale Auseinandersetzung mit der Geschichte der Juden in Deutschland dreht sich häu-fig nur um Antisemitismus und die Judenverfolgung. Dabei wird die Erfolgsgeschichte des sozialen wie wirtschaftlichen jüdischen Aufstiegs zwangsläufig außen vor gelassen.
Wie Trude Maurer schreibt, ist der Forschung über den C.V. problematisch, da das Archiv des Vereins nicht erhalten ist, wenngleich die Ausgaben der Central-Verein-Zeitung. Blätter für Deutschtum und Judentum. Allgemeine Zeitung des Judentums nahezu voll-ständig vorliegen. Dokumente aus Nachlässen von Mitgliedern und Führungspersönlickeiten und aus jüdischen Gemeinden müssen zur Untersuchung herangezogen werden. Nichts desto trotz bewertet Maurer den C.V. als gut erforscht. Historiker wie Arnold Pauker haben dabei Pionierarbeit auf dem Feld der C.V.-Forschung geleistet. Als Leiter des Londoner Leo-Baeck Instituts wirkte er maßgeblich bei der Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte mit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Geschichte jüdischer Emanzipation und den Anfängen jüdischer Abwehr

2. Organisationsstruktur des Central-Vereins

3. Ziele des Central-Vereins

3.1. Durchsetzung staatsbürgerlicher Rechte

3.2. Aufklärung über das Judentum

3.3. Bekämpfung des Antisemitismus

4. Methoden und Arbeitsweisen des Central-Vereins

4.1. C.V.-Pressedienst

4.2. C.V.-Zeitung

5. Probleme und Hindernisse bei der Umsetzung der Ziele des Central-Vereins

5.1. Aufstieg der NSDAP und politischer Antisemitismus

5.2. Gesellschaftlicher Antisemitismus

5.3. Innerjüdische und vereinsinterne Differenzen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.) mit einem Fokus auf dessen Organisationsstruktur, Ziele und Arbeitsweisen während der Weimarer Republik, um zu bewerten, wie der Verein auf den wachsenden Antisemitismus und den Aufstieg des Nationalsozialismus reagierte.

  • Historische Entwicklung der jüdischen Emanzipation und Abwehr
  • Organisatorischer Aufbau und Satzung des C.V.
  • Publizistische Öffentlichkeitsarbeit und die Funktion der C.V.-Zeitung
  • Rechtsschutzmaßnahmen und zivilrechtliche Verteidigung
  • Herausforderungen durch den politischen Antisemitismus und NSDAP
  • Innerjüdische Konflikte und Identitätsdebatten

Auszug aus dem Buch

4.2. C.V.-Zeitung

Der Forderung der Mitglieder nach umfassender Information über die Arbeit des Vereins gegen den Antisemitismus wurde mit der Herausgabe einer eigenen Vereinszeitung nachgekommen. Die erste Ausgabe der C.V.-Zeitung, die Nachfolgerin der Monatsschrift „Im deutschen Reich“, erschien am 4. Mai 1922 unter dem Namen „Central-Verein-Zeitung. Blätter für Deutschtum und Judentum. Allgemeine Zeitung des Judentums.“ Sie diente dem C.V. als Vereinsorgan und als Hauptwerkzeug für seine publizistische Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit. Bernstein beurteilt die C.V.-Zeitung, eine der einflussreichsten jüdischen Zeitungen, als

„infolge ihrer laufenden intensiven Auseinandersetzung mit antidemokratischen Verhaltensweisen (…) ein in ihrer Art einzigartiges Archiv über den politisch organisierten und den gesellschaftlichen Antisemitismus und den Aufstieg der NSDAP in der Weimarer Republik.“

Darüber hinaus war die C.V.-Zeitung, wie sie selbst betonte, ein Spiegelbild der politischen Erregung, der wirtschaftlichen Nöte, der sozialen Verelendung und ihrer Rückwirkung auf das kulturelle Leben. Die Zeitung erschien wöchentlich und wurde im Philo-Verlag in Berlin gedruckt. Im Laufe der Zeit verringerte sich der Umfang der C.V.-Zeitung, zum einen aufgrund rückgängiger Inserate, zum anderen aufgrund der Konzentration der Berichterstattung auf die Nationalsozialisten zum Ende der Weimarer Republik. Die Auflagenstärke schwankte ab 1926. Im Jahr 1923 lag die Auflage noch bei ca. 80.000 Stück pro Woche, 1929 sank sie auf ca. 65.000.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Geschichte jüdischer Emanzipation und den Anfängen jüdischer Abwehr: Dieses Kapitel zeichnet den langen, ungleichmäßigen Weg der rechtlichen Gleichstellung der Juden in Deutschland bis zur Gründung des Central-Vereins im Jahr 1893 nach.

2. Organisationsstruktur des Central-Vereins: Der Abschnitt erläutert die regional gegliederte Struktur, die Satzung von 1928, die Mitgliederwerbung sowie die finanzielle Basis und die Leitungsfunktionen des Vereins.

3. Ziele des Central-Vereins: Hier werden das Ziel der Wahrung staatsbürgerlicher Rechte, das Bekenntnis zum Deutschtum und die Notwendigkeit der Aufklärung und Abwehr gegen den Antisemitismus als Kernaufgaben definiert.

4. Methoden und Arbeitsweisen des Central-Vereins: Das Kapitel beschreibt den Einsatz juristischer Mittel (Rechtsschutz), die Apologetik sowie die publizistische Arbeit über den Pressedienst und die C.V.-Zeitung.

5. Probleme und Hindernisse bei der Umsetzung der Ziele des Central-Vereins: Der Teil analysiert die Schwierigkeiten, die sich aus dem Aufstieg der NSDAP, dem gesellschaftlichen Antisemitismus sowie innerjüdischen und vereinsinternen Differenzen ergaben.

Schlüsselwörter

Central-Verein, Judentum, Weimarer Republik, Antisemitismus, C.V.-Zeitung, Nationalsozialismus, Emanzipation, Abwehrverein, Rechtsschutz, Assimilation, Öffentlichkeitsarbeit, Identität, Diskriminierung, NSDAP, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem "Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" (C.V.) und untersucht dessen Organisation, Ziele und Methoden im Kontext der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Abwehr des Antisemitismus, die rechtliche Gleichstellung jüdischer Bürger, die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins sowie der Umgang mit der wachsenden nationalsozialistischen Bedrohung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die Arbeit des jüdischen Abwehrvereins zu analysieren, seine Erfolge bei der Identitätsstärkung sowie sein Scheitern bei der Eindämmung des politischen Antisemitismus kritisch zu bewerten.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Publikationen (insb. der C.V.-Zeitung) und Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Organisationsstruktur, die inhaltliche Zielsetzung, die Methoden der Abwehr (juristisch und publizistisch) sowie die Analyse der Hindernisse durch NSDAP und innerjüdische Konflikte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Central-Verein, Weimarer Republik, Antisemitismus, C.V.-Zeitung, Abwehrarbeit und Assimilation.

Welche Rolle spielte die C.V.-Zeitung für den Verein?

Die Zeitung war das Hauptwerkzeug für die publizistische Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit und fungierte zudem als Instanz geistiger Führung für die jüdische Gemeinschaft.

Wie bewertet die Autorin die Wirksamkeit der Abwehrarbeit des C.V.?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Vereinstätigkeit bei der Stärkung der jüdischen Identität erfolgreich war, die Wirkung gegen den organisierten politischen Antisemitismus der NSDAP jedoch als eher bescheiden einzustufen ist.

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Details

Title
Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Subtitle
Organisation – Ziele – Probleme des jüdischen Abwehrvereins
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Probleme der Reichsgründungszeit 1850-1880
Grade
2,3
Author
Annegret Stalder (Author)
Publication Year
2009
Pages
27
Catalog Number
V151294
ISBN (eBook)
9783640628780
ISBN (Book)
9783640628681
Language
German
Tags
Juden Abwehrverein Drittes Reich Kaiserreich Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annegret Stalder (Author), 2009, Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151294
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