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Die Haltung Moskaus

Warum willigte Gorbatschow in die deutsche Einheit ein?

Title: Die Haltung Moskaus

Seminar Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Robert Alexander Steinadler (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die Geschichte des geeinten und des geteilten Deutschland sind eng mit der UDSSR, dem Kalten Krieg und schließlich dem Ende der Sowjetunion und dem Wettrüsten verbunden. Die DDR als einer der Staaten des Warschauer Pakts stand schon vor ihrer Gründung unter dem direkten Einfluss von Stalins Politik und wurde in vielen Punkten aus Moskau bevormundet. Schließlich bildete sich in der DDR eine Führungselite, die sich durch Kaderbildung und Nomenklatur erhielt. Diese Elite berief sich in ihrer Propaganda auf den „Bruderstaat“, die Sowjetunion und stand eng mit ihr in Verbindung, sowohl militärisch, wirtschaftlich und zuweilen auch kulturell.
Es gibt zwei Brüche in der gemeinsamen Geschichte der DDR und der Sowjetunion, zum einen der Bruch zwischen Breschnew und Ulbricht, zu sehr war der erste Mann der DDR darauf bedacht einen eigenen Kurs zum Sozialismus einzuschlagen. Er wurde ersetzt von Erich Honecker, der freilich bei der Absetzung seines Vorgängers nach half. Der zweite Bruch jedoch verlief in entgegen gesetzter Richtung, durch die Reformen in der 80er Jahren von Michail Gorbatschow wurde die politische Symbiose zwischen der DDR und der UdSSR getrennt. Mehr noch die Sowjetunion, die sich international die Führungsrolle unter den sozialistischen Ländern zu sprach, gestand sich und aller Welt die Mängel und Fehler der Vergangenheit ein und versuchte mehr und mehr zum Anfang der 90er Jahre hin die Macht der KPdSU überhaupt erhalten zu können. Der Sowjetapparat war im Begriff zusammenzubrechen. Während man in Moskau versuchte die Risse durch Reformen zu kitten, blieb man in Ost-Berlin unverändert bei dem Jahre lang gepflegten Kurs. Dies hatte schließlich zur Folge das der Staat nicht mehr tragbar war und das Volk mehr und mehr darauf drängte, ihn zu verändern wenn nicht sogar in dieser Form abzuschaffen.
Mit dieser Hausarbeit möchte ich die Umstände erörtern, die dazu führten, dass Michail Gorbatschow schließlich auf den Anspruch auf die DDR und damit auf einen militärischen und generell machtpolitischen Vorteil verzichtete und in die deutsche Einheit einwilligte. Zum einen möchte ich die Umstände, die historisch betrachtet direkt zu dem Ereignis führten, resümieren und zum anderen auch die innenpolitischen und außenpolitischen Verhältnisse der Sowjetunion beleuchten um daraus ein Fazit zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die letzten Schritte zur deutschen Einheit aus Moskauer Sicht (Nov. 89 – März 90)

2.1 Welche Rolle spielten die inneren Verhältnisse der UdSSR?

2.2 Die Politik des Kremls gegenüber den Staaten des Warschauer Pakt

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die historischen Umstände, die Michail Gorbatschow dazu bewogen haben, auf den sowjetischen Anspruch auf die DDR zu verzichten und der deutschen Wiedervereinigung zuzustimmen. Dabei wird analysiert, wie innen- und außenpolitische Faktoren sowie der wirtschaftliche Reformdruck Gorbatschows Kurs maßgeblich beeinflussten.

  • Historische Analyse der sowjetischen Haltung zur deutschen Einheit
  • Die Auswirkungen von Glasnost und Perestroika auf die Stabilität der UdSSR
  • Die Abkehr von der Breschnew-Doktrin hin zur Sinatra-Doktrin
  • Wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Druck durch das Wettrüsten
  • Der Einfluss diplomatischer Treffen auf den Wiedervereinigungsprozess

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Politik des Kremls gegenüber den Staaten des Warschauer Pakts

Die wichtigste Neuerung in der Politik gegenüber den anderen sozialistischen Staaten war die Aufhebung der „Breschnew Doktrin“. Obwohl dieser Name seinen Ursprung im Westen hatte, war es tatsächlich die Regierung unter Leonid Breschnew, die diese Ideologie entwickelte. Konkret verstand man unter dieser Doktrin die Maßgabe der UdSSR, das sie zur militärischen Intervention in allen Staaten des Warschauer Paktes berechtigte und wörtlich die eingeschränkte Souveränität aller Warschauer-Pakt-Staaten feststellte. Im Grunde genommen diente sie Breschnew zur nachträglichen Berechtigung bzw. Begründung für den Einmarsch von fünf Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR im August 1968 zur Beendigung des „Prager Frühlings“.

Seit dieser Zeit galt die Sowjetunion und der von ihr eingeschlagene politische Kurs als Orientierungspunkt für alle sozialistischen Nationen. Auch für die DDR und für den Verlauf der deutschen Einheit war dies sehr relevant. Konnte man sich aus Sicht des DDR Regimes vor Gorbatschow sicher sein im absoluten Zweifelsfall die eigene Macht mit der Roten Armee zu sichern, so war ab dem Zeitpunkt der Aufhebung der Breschnew Doktrin ebenso klar, dass Moskau die Souveränität der Warschauer-Pakt-Staaten nicht nur herstellte, sondern auch militärische Unterstützung nur noch in dem Maße gewährte, die die Belange zur Verteidigung gegen Bedrohungen von Außen betrafen. Somit war der militärische Rückzug aus Ost- und Mitteleuropa eine beschlossene Sache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Verbundenheit zwischen der DDR und der Sowjetunion sowie die zwei wesentlichen Brüche in dieser Beziehung, die schließlich zum Wandel unter Gorbatschow führten.

2. Die letzten Schritte zur deutschen Einheit aus Moskauer Sicht (Nov. 89 – März 90): Dieses Kapitel analysiert die Reaktionen Moskaus auf den Mauerfall und den darauf folgenden diplomatischen Prozess, der in die deutsche Einheit mündete.

2.1 Welche Rolle spielten die inneren Verhältnisse der UdSSR?: Hier werden die Reformen Glasnost und Perestroika als Ursache für die innenpolitische Destabilisierung der Sowjetunion und deren Auswirkungen auf die Machtstellung Gorbatschows untersucht.

2.2 Die Politik des Kremls gegenüber den Staaten des Warschauer Pakt: Dieses Kapitel behandelt die Aufgabe der Breschnew-Doktrin und die neue sowjetische Außenpolitik, die den Warschauer-Pakt-Staaten mehr Souveränität einräumte.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die deutsche Einheit das Ergebnis komplexer internationaler Interessen und der innenpolitischen Zwangslage Gorbatschows war.

Schlüsselwörter

Gorbatschow, Sowjetunion, DDR, deutsche Einheit, Perestroika, Glasnost, Breschnew-Doktrin, Sinatra-Doktrin, Wiedervereinigung, KPdSU, Kalter Krieg, Außenpolitik, Reformpolitik, Warschauer Pakt, Machtverlust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die außen- und innenpolitischen Beweggründe Michail Gorbatschows, die schließlich dazu führten, dass die Sowjetunion die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte und auf ihren machtpolitischen Anspruch auf die DDR verzichtete.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Reformpolitik in der Sowjetunion (Glasnost/Perestroika), der Wandel der sowjetischen Doktrin gegenüber den Satellitenstaaten sowie die wirtschaftliche Abhängigkeit der UdSSR von westlicher Unterstützung in der Wendezeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Umstände zu erörtern, unter denen die sowjetische Führung bereit war, ihre sicherheitspolitische Pufferzone in Osteuropa aufzugeben und einer NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands zuzustimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung von Fachliteratur sowie Dokumenten zur sowjetischen Außen- und Reformpolitik am Ende der 1980er Jahre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der diplomatischen Verhandlungen zwischen November 1989 und März 1990 sowie die Untersuchung der inneren Instabilität der Sowjetunion und der geänderten Politik gegenüber den Warschauer-Pakt-Staaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gorbatschow, Perestroika, Wiedervereinigung, Sinatra-Doktrin, Systemchaos und sowjetische Außenpolitik definieren.

Welche Rolle spielten die Kredite der Bundesrepublik für die Entscheidung Gorbatschows?

Die wirtschaftliche Unterstützung durch die Bundesregierung fungierte als wichtige Entscheidungshilfe, da die Sowjetunion unter den Lasten des Wettrüstens und einer schwachen Binnenwirtschaft litt und dringend auf Kredite angewiesen war.

Was besagt die „Sinatra-Doktrin“ im Kontext der Arbeit?

Die Sinatra-Doktrin war die Abkehr von der Interventionspflicht der UdSSR in den sozialistischen Staaten, womit Moskau den Warschauer-Pakt-Staaten erlaubte, ihre Geschicke souverän und nach eigenen Bedingungen zu bestimmen.

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Details

Title
Die Haltung Moskaus
Subtitle
Warum willigte Gorbatschow in die deutsche Einheit ein?
College
University of Duisburg-Essen  (Geschichte)
Course
9. November 1989 - Der Fall der Mauer
Grade
2,3
Author
Robert Alexander Steinadler (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V151301
ISBN (eBook)
9783640628100
ISBN (Book)
9783640628377
Language
German
Tags
Moskau DDR Einheit 1989 Gorbatschow 9. November Kalter Krieg UDSSR Sowjetunion Ostdeutschland Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Alexander Steinadler (Author), 2010, Die Haltung Moskaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151301
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