Die Komplexität der eigenen Anwendungslandschaft zu beherrschen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Flexibilität der IT und damit des Unternehmens. Nur ein wandlungsfähiges Unternehmen ist in der Lage, sich den ständig ändernden Märkten anzupassen und diese auch aktiv zu beeinflussen. Dies ist aber nur möglich, wenn das Unternehmen weiß, wie seine Anwendungen die Geschäftsstrategie unterstützen.
Um diese Erkenntnisse zu ermöglichen und die mit der Anwendungslandschaft verbundenen Ausgaben und Aufwände mit der Geschäftsstrategie in Verbindung bringen zu können, benötigen IT-Leiter eine klare Kosten-Nutzen-Darstellung für jede Anwendung in ihrem Portfolio. Hier keinen Überblick zu haben macht es schwer, Kosten zu kontrollieren und den ROI zu verbessern, ganz zu schweigen von einer objektiven Begründung von IT-Budgets. Die Realisierung von Kosteneinsparungen durch das Erkennen und Aussondieren von nicht mehr erforderlichen Anwendungen kann daher einen erheblichen Teil des IT-Budgets frei machen.
Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, bedarf es eines Vorgehens, welches die Untersuchung und Bewertung einerseits der vorhandenen Software (Aufnahme Ist-Zustand), andererseits die Aufdeckung von Optimierungspotenzialen (Bewusstsein) und darauf basierend die Schlussfolgerung von Zielen für Veränderungen (Realisierung von Kosteneinsparungen) erlaubt, und dies alles noch vor dem Hintergrund der eigenen Geschäftsstrategie. All diese Anforderungen kann das Anwendungsportfoliomanagement erfüllen, wie in dieser Arbeit aufgezeigt wird. Ergänzend muss jedoch hinzugefügt werden, dass explizites Anwendungsportfoliomanagement i.d.R. nur in größeren Unternehmen sinnvoll ist; bei kleineren Unternehmen fließt diese Disziplin in die generelle IT-Planung und -Governance ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Definitionen
2.1 Portfolio
2.2 (IT-) Portfoliomanagement
2.3 Anwendung
3 Anwendungsportfoliomanagement
3.1 Bedeutung
3.2 Abgrenzung zum Projektportfoliomanagement
3.3 Schnittstellen
3.4 Ansatz / Vorgehensweise
3.5 Nutzen
3.6 Issues / Schwierigkeiten
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Anwendungsportfoliomanagements (APM) in Unternehmen, um die wachsende Komplexität der IT-Landschaft zu bewältigen, IT-Budgets effizienter zu gestalten und eine bessere Unterstützung der Geschäftsstrategie zu gewährleisten.
- Grundlagen des Portfoliomanagements und Anwendungsbegriffs
- Abgrenzung von APM zum Projektportfoliomanagement
- Strukturierte Vorgehensweisen und Ansätze im APM-Prozess
- Nutzenpotenziale hinsichtlich Kosten, Transparenz und Business-IT-Alignment
- Typische Herausforderungen und kritische Erfolgsfaktoren
Auszug aus dem Buch
3.1 Bedeutung
Die Bedeutung eines zielgerichteten Managements von Anwendungsportfolios wird deutlich, wenn man sich einige Zahlen vor Augen führt: in internationalen Unternehmen sind leicht 3000 verschiedene Anwendungen auf mehr als 100 Standorte verteilt. Teilweise sind diese Anwendungen bereits seit über 20 Jahren in Betrieb und werden nach wie vor weiterentwickelt. Komplex an diesen Anwendungslandschaften sind die Beziehungen der Anwendungen untereinander. Meist sind diese auf allen Ebenen der Unternehmensarchitektur auch noch unzureichend dokumentiert, weshalb die IT mit der Dynamik des Geschäfts oft nicht mithalten kann – und das sind nur die internen Treiber. Verschärft wird dieser Zustand noch durch externe Treiber wie Mergers & Acquisitions, steigende Vernetzung der Unternehmen untereinander, Compliance-Anforderungen (bspw. die Einhaltung von Gesetzen und zugehörigen Normen). Anwendungsportfoliomanagement ist dabei nicht nur lästiges Beiwerk, sondern ist auch ein sogenannter „Enabler“: Enterprise Architecture Management wäre ohne APM nicht realisierbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität von Anwendungslandschaften durch Marktdynamik und die Notwendigkeit, diese strategisch zu verwalten, um Kosten zu senken und die Geschäftsfähigkeit zu erhalten.
2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Portfolio, (IT-) Portfoliomanagement und Anwendung definiert, um eine gemeinsame begriffliche Basis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3 Anwendungsportfoliomanagement: Das Kernkapitel erläutert die Bedeutung, die Schnittstellen zum Projektmanagement, methodische Ansätze, den geschäftlichen Nutzen sowie typische Schwierigkeiten bei der Einführung und Umsetzung von APM.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass APM eine unverzichtbare Schlüsselmethodik für Unternehmen ist, um IT-Investitionen mit Geschäftsanforderungen zu synchronisieren und langfristige Wirtschaftlichkeit zu sichern.
Schlüsselwörter
Anwendungsportfoliomanagement, APM, IT-Strategie, Business-IT-Alignment, Anwendungslandschaft, Kosten-Nutzen-Analyse, IT-Governance, Enterprise Architecture Management, Projektportfoliomanagement, Software-Lebenszyklus, IT-Effizienz, Wirtschaftlichkeit, IT-Budget, Konsolidierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Verwaltung von Anwendungslandschaften in Unternehmen, um die IT-Kosten zu optimieren und die Ausrichtung an Unternehmenszielen zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Anwendungsportfolios, deren Abgrenzung gegenüber Projektportfolios, den kontinuierlichen APM-Prozess sowie den Nutzen und die Herausforderungen bei der Implementierung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Mehrwert des Anwendungsportfoliomanagements als Steuerungsinstrument für mittlere und große Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Managementansätzen sowie Modellen, die aus der IT-Strategie und dem IT-Management abgeleitet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung von APM, die Abgrenzung zum Projektportfoliomanagement, die Einbettung in die IT-Unternehmensarchitektur sowie den konkreten Kreislauf des Anwendungsmanagements.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die wichtigsten Schlagworte sind APM, IT-Governance, Business-IT-Alignment, Anwendungslandschaft und Kosteneffizienz.
Warum ist eine Unterscheidung zum Projektportfoliomanagement notwendig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass APM sich auf den Lebenszyklus bestehender Software fokussiert, während das Projektportfoliomanagement primär neue Investitionen und IT-Vorhaben steuert.
Was sind typische Fehler bei der Einführung von APM?
Häufige Fehler sind die Behandlung von APM als einmaliges Projekt anstatt als kontinuierlicher Prozess sowie die Verwechslung mit einer reinen Projektportfolioanalyse.
Welche Rolle spielt das Business-IT-Alignment?
Es ist ein zentraler Aspekt der Arbeit, da ein verwaltetes Anwendungsportfolio sicherstellt, dass IT-Investitionen gezielt die Geschäftsstrategie unterstützen.
Ab welcher Unternehmensgröße ist APM sinnvoll?
Der Autor führt aus, dass explizites APM meist erst in größeren Unternehmen sinnvoll ist, während es in kleineren Organisationen eher unbewusst in die generelle IT-Planung einfließt.
- Citation du texte
- Dipl.-Ing.(BA) Eduard Fuchs (Auteur), 2010, Anwendungsportfoliomanagement - Definition, Funktionsweise und Nutzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151307