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Von Verteilungskämpfen unter Surfern. Macht und Herrschaft bei Pierre Bourdieu

Titel: Von Verteilungskämpfen unter Surfern. Macht und Herrschaft bei Pierre Bourdieu

Hausarbeit , 2022 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lajos Hufnagel (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit untersucht Pierre Bourdieus Konzepte von Macht und Herrschaft am Beispiel von Surfergemeinschaften. Bourdieus Theorie erklärt soziale Strukturen und Machtverhältnisse durch die Begriffe Feld, Kapital und Habitus. Die Studie zeigt, wie Surfer um begehrte Wellen konkurrieren, wobei der Zugang durch verschiedene Kapitalformen bestimmt wird—kulturelles (Surffähigkeiten), ökonomisches (Zugang zu Ressourcen) und symbolisches (soziale Anerkennung). Dominante Surfer sichern ihre Position durch symbolische Gewalt, während weniger mächtige Individuen entweder konform handeln oder Widerstand leisten und manchmal Subfelder mit eigenen Regeln bilden. Die Arbeit betont die Dynamik und Kontextabhängigkeit von Machtverhältnissen in sozialen Feldern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundlegende theoretische Konzepte Pierre Bourdieus

Feld

Kapital

Habitus

Symbolische Gewalt, Macht und Herrschaft

Doxa

Die Bourdieusche Sozialtheorie in der Praxis – Eine Surfing-Studie von Uekusa (2019)

Grundlegende Informationen zur Studie

Die Rolle des Kapitals im Wellen-Verteilungskampf

Ergänzung des Kapitalmodells durch Feld und Habitus

Symbolische Gewalt im Surf-Feld

Deviantes Verhalten kapitalschwacher Surfer und Entstehung neuer (Sub-) Felder

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit hat zum Ziel, die zentralen Konzepte der Macht- und Herrschaftstheorie von Pierre Bourdieu darzustellen und deren Anwendbarkeit auf konkrete soziale Phänomene mittels einer qualitativen Fallstudie über Surfer zu demonstrieren.

  • Grundbegriffe der Bourdieuschen Soziologie (Feld, Kapital, Habitus, Doxa)
  • Dynamiken von Macht- und Verteilungskämpfen in sozialen Feldern
  • Mechanismen der symbolischen Gewalt und Herrschaft
  • Empirische Anwendung soziologischer Modelle auf das Surf-Milieu

Auszug aus dem Buch

Deviantes Verhalten kapitalschwacher Surfer und Entstehung neuer (Sub-) Felder

Keinesfalls war es aber so, dass alle kapitalschwachen Unterlegenen sich einfach fügten. Wie Uekusa beobachten konnte, leisteten manche von ihnen Widerstand, indem sie feldspezifische Regeln bewusst missachteten. Sie sicherten sich Plätze auf Wellen, die eigentlich schon belegt waren, was regelmäßig zu Konflikten unter Anwesenden führte (vgl. S. 551 f.). Dieses deviante Verhalten sahen sie als legitime Möglichkeit „to secure limited resources“ (S. 552). Auch kann es jederzeit passieren, dass sich neue (Sub-) Felder mit eigenem Habitus und eigenem relevantem Kapital ausbilden. Eine Gruppe von acht Brasilianern, die sich auf Portugiesisch unterhielten, dominierten einen Bereich im Wasser allein aufgrund ihrer Gruppengröße. Der Autor und zwei andere Surfer waren überrascht, als sie in diesem Bereich ankamen, versuchten aber trotzdem, Plätze auf den Wellen zu bekommen. Aufgrund der sprachlichen Dominanz der Brasilianer fühlten sie sich ausgegrenzt: „Social exclusion and domination are accomplished by using linguistic capital and, deliberately or otherwise, violating respectful distance with an intent of imposing rules and creating new field and habitus. Lack of linguistic capital meant to me and others that we temporarily ‚wasted‘ our capital, which is why it was difficult to enter the peak“ (S. 554). Aufgrund dieser kontextuellen Änderung in Form der Sprachdifferenz entwickelten die Neulinge dann rasch einen Habitus für dieses neue Subfeld: Uekusa versuchte erfolgreich sich auf Portugiesisch mit den Brasilianern zu unterhalten, die beiden anderen Surfer verließen das Feld, sie sahen keine Möglichkeit ihre unterlegene Position zu erhöhen und fühlten sich sichtbar unwohl. Anhand dieses Beispiels kann man gut erkennen, dass „the value of capital is fluid, meaning that some forms of capital can be ‚well-spent‘ or ‚wasted‘ in certain situations“ (S. 555). In diesem Fall war plötzlich kulturelles Kapital in Form von linguistischem Kapital (in diesem Fall also Portugiesischkenntnisse) so wichtig, dass sein Besitz darüber entschied, wer in diesem neuen Feld von der dominanten Gruppe akzeptiert wurde nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz von Macht- und Herrschaftsfragen ein und skizziert das Ziel, Bourdieus theoretisches Instrumentarium als Analyserahmen zu nutzen.

Grundlegende theoretische Konzepte Pierre Bourdieus: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Feld, Kapital, Habitus, symbolische Gewalt und Doxa als essenzielle Bestandteile von Bourdieus Theorie.

Feld: Das Kapitel definiert das soziale Feld als dynamischen Kampfplatz um Ressourcen und Positionen, geprägt von spezifischen Regeln und der Illusion der Beteiligten.

Kapital: Hier werden ökonomisches, kulturelles und symbolisches Kapital als wertvolle Ressourcen definiert, deren Verteilung über die Position innerhalb eines Feldes entscheidet.

Habitus: Es wird erklärt, wie verinnerlichte Denk- und Handlungsmuster das individuelle Verhalten steuern und in Wechselwirkung mit den sozialen Strukturen stehen.

Symbolische Gewalt, Macht und Herrschaft: Das Kapitel beleuchtet, wie soziale Ungleichheit durch die Anerkennung und Normalisierung bestimmter Machtstrukturen legitimiert oder durch „Gewalt der Worte“ aufrechterhalten wird.

Doxa: Doxa beschreibt die als selbstverständlich vorausgesetzten Wahrheiten innerhalb eines Feldes, die sozialen Handlungen zugrunde liegen.

Die Bourdieusche Sozialtheorie in der Praxis – Eine Surfing-Studie von Uekusa (2019): Dieses Kapitel dient der Anwendung der Theorie auf eine Fallstudie, die untersucht, wie Macht und Kapital im Kontext des Wellenreitens distribuiert werden.

Grundlegende Informationen zur Studie: Hier werden Forschungsgegenstand und Methodik der Untersuchung von Uekusa kurz vorgestellt.

Die Rolle des Kapitals im Wellen-Verteilungskampf: Dieser Abschnitt analysiert, wie „surfing skills“ und ökonomisches Kapital den Zugang zu begehrten Wellen steuern.

Ergänzung des Kapitalmodells durch Feld und Habitus: Die Wechselwirkung von Feldstrukturen und dem Habitus der Surfer wird als konstituierend für individuelle Erfolgschancen identifiziert.

Symbolische Gewalt im Surf-Feld: Hier wird aufgezeigt, wie die soziale Ordnung des Surfens von den Akteuren akzeptiert und somit reproduziert wird.

Deviantes Verhalten kapitalschwacher Surfer und Entstehung neuer (Sub-) Felder: Es wird dargestellt, wie Akteure durch Regelbruch oder neue Ressourcen (wie sprachliches Kapital) versuchen, bestehende Hierarchien aufzubrechen.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz Bourdieus für die Analyse aktueller, teils nischenhafter sozialer Praktiken.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Macht, Herrschaft, Feld, Kapital, Habitus, Symbolische Gewalt, Doxa, Soziale Ungleichheit, Soziale Hierarchie, Surf-Kultur, Ressourcenverteilung, Qualitative Forschung, Soziologie, Sozialtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept von Macht und Herrschaft nach dem Soziologen Pierre Bourdieu und wendet diese theoretischen Grundlagen auf ein praktisches Beispiel an.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition sozialer Räume (Felder), verschiedene Kapitalformen, die Bedeutung des Habitus sowie die Funktionsweise symbolischer Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bourdieus komplexe Sozialtheorie genutzt werden kann, um soziale Prozesse und Machtdynamiken in alltäglichen Kontexten zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Sekundärauswertung einer qualitativen empirischen Studie über Surfer von Uekusa (2019).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bourdieu-Begriffe und eine darauffolgende Anwendung auf die informellen Hierarchien in der Surfer-Szene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bourdieus Sozialtheorie, Machtdynamiken, soziale Felder, Kapitalakkumulation und symbolische Gewalt.

Wie beeinflusst der Habitus das Verhalten der Surfer im Wasser?

Der Habitus bildet internalisierte Handlungsmuster, die bestimmen, wie Surfer auf die Gegebenheiten im Feld reagieren und welche Regeln sie unbewusst als gesetzt anerkennen.

Welche Rolle spielt das „linguistische Kapital“ im Fallbeispiel der Brasilianer?

Im Beispiel zeigt sich, dass sprachliche Dominanz als neue Ressource in einem Subfeld fungiert, die darüber entscheidet, wer in einer Gruppe akzeptiert wird und wer nicht.

Inwiefern ist das Kapitalmodell von Bourdieu als „fluide“ zu verstehen?

Der Wert einer bestimmten Kapitalform ist nicht statisch, sondern hängt vom jeweiligen Feld und den spezifischen Bedingungen ab, wodurch diese in manchen Kontexten wertvoll und in anderen nutzlos sein kann.

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Details

Titel
Von Verteilungskämpfen unter Surfern. Macht und Herrschaft bei Pierre Bourdieu
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Max-Weber-Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Macht und Herrschaft
Note
1,0
Autor
Lajos Hufnagel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
17
Katalognummer
V1513294
ISBN (PDF)
9783389082676
ISBN (Buch)
9783389082683
Sprache
Deutsch
Schlagworte
macht herrschaft feld kapital symbolische gewalt bourdieu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lajos Hufnagel (Autor:in), 2022, Von Verteilungskämpfen unter Surfern. Macht und Herrschaft bei Pierre Bourdieu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1513294
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Leseprobe aus  17  Seiten
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