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Michel Foucault "Surveillir et punir. La naissance de la prison"

Der Strafsystemwandel in Frankreich und seine Bedeutung für die Verurteilten

Título: Michel Foucault  "Surveillir et punir. La naissance de la prison"

Trabajo , 2009 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jenna Wegener (Autor)

Didáctica de la asignatura Francés - Cultura general
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Das 1975 erschienende Werk Surveillir et punir- La naissance de la prison von Michel Foucault beschäftigt sich mit der Entstehung des modernen Strafsystems und somit gleichsam mit der Frühentwicklung der Haftanstalten.
Michel Foucault beschreibt und analysiert in diesem Werk die Entwicklung einer neuen Strafpraxis vorrangig am Beispiel Frankreichs, die im Europa des späten 18. Jahrhunderts beginnend, sukzessiv die öffentlich vollzogene Strafform der Marter durch die Verhängung von Haftstrafen ersetzte.
Die vorliegende Arbeit möchte aber nicht nur den Übergang von der körperlichen Strafe zur Inhaftierungsstrafe anhand von Michel Foucaults Ausführungen erklären, sondern ein besonderes Augenmerk auf die daraus resultierenden Bedingungen für die Verurteilten legen.
Um diesen Aspekt herausstellen zu können, wird im ersten Teil der Arbeit zunächst die Durchführung der Marter am Beispiel der Hinrichtung von Robert François Damiens beschrieben, der 1757 aufgrund eines Anschlages auf den damaligen König in Frankreich öffentlich zu Tode gefoltert wurde. In diesem Zusammenhang werden die Hintergründe und Ziele, die mit dieser Strafform vom damaligen Staatsoberhaupt verfolgt wurden aufgezeigt.
Im weiteren Verlauf der Arbeit soll dann der Ablauf des Strafsystemwandels dargelegt werden, der sich im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert in Europa vollzog und dessen Folgen die Straffrom der Marter immer mehr zurückdrängten. Die Gründe, die dafür verantwortlich waren, dass das Strafschauspiel der peinlichen Strafe zunehmend aus der Öffentlichkeit verschwand und schließlich völlig von der neuen Strafform-der Haftstrafe abgelöst wurde, werden in diesem Kontext näher erläutert: Wie und warum änderte sich die Strafpraxis und was bedeutete die neue Strafform konkret für das Subjekt des Verurteilten? Um diese Fragen beantworten zu können wird im letzten Teil der Arbeit die Form der Haftstrafe und damit einhergehend die neuen Bedingungen für den Verurteilten näher beleuchtet. In einem abschließenden Fazit soll dann noch einmal herausgestellt werden, welche konkreten Unterschiede die beiden Strafformen aufweisen und wie sich diese im Hinblick auf die Faktoren Raum, Öffentlichkeit und Selbstbesinnung auswirkten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Transformation des Strafsystems

2.1 Die Marter

2.2 Der Beginn eines neuen Strafsystemzeitalters

2.3 Weitere Gründe für die Veränderung des Strafsystems

2.4 Die Milderung der Strafen

3. Die Etablierung des neuen Strafsystems

3.1 Die Anfänge der Inhaftierungsanstalten in Frankreich

3.2 Die neue Strafpraxis und ihre Auswirkungen auf den Gefangenen

3.3 Das perfekte Gefängnis

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel des französischen Strafsystems am Ende des 18. Jahrhunderts, ausgehend von Michel Foucaults Werk "Surveillir et punir". Ziel ist es, die Transformation von der öffentlichen körperlichen Bestrafung (Marter) hin zur Haftstrafe zu analysieren und die damit einhergehenden Veränderungen in der Behandlung und den Lebensbedingungen der Verurteilten kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Analyse der Marter als öffentliche Machtdemonstration.
  • Untersuchung der Ursachen für den Übergang zu modernen Inhaftierungsformen.
  • Rolle des kapitalistischen Wandels und der Eigentumsdelikte für die Reform der Strafpraxis.
  • Bedeutung der Gefängnisarchitektur und Überwachung (Panopticon) für die Machtausübung.
  • Kritische Reflexion über die Humanisierung des Strafvollzugs und die Bestrafung der Seele statt des Körpers.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Marter

In Frankreich wurde von der Renaissance bis hin zur französischen Revolution jedes begangene politische Verbrechen als Angriff auf die Souveränität des Staatskörpers gewertet. Dies bedeutete, dass nicht nur das jeweilige Opfer betroffen war, sondern demnach jedes Verbrechen gleichzeitig als Verbrechen auf den Körper des Königs gewertet wurde: „Le crime, outre sa victime immédiate, attaque le souverain; il l’attaque physiquement puisque la force de la loi, c’est la force du prince [...].“ Ein solches Verbrechen wurde damalig üblicherweise mit der Strafform der Marter bestraft.

Wie grausam diese Form des Strafens praktiziert wurde, schildert Foucault in den ersten beiden Kapiteln seines Werkes Surveillir et punir-La naissance de la prison am Beispiel des am 2. März 1757 zum Tode verurteilten Robert François Damiens. Dieser hatte im Januar 1757 ein Attentat auf den damaligen König Ludwig den XV. verübt, welches aber durch die Leibwächter des Königs vereitelt werden konnte.

Nachdem man ihn überwältigt hatte, wurde Damiens in die Conciergerie gebracht, wo man ihn folterte, um so die Namen etwaiger Komplizen zu erfahren. Damiens wurde vom Gericht aufgrund der Beleidigung des Königs und wegen des versuchten Mordanschlags auf diesen für schuldig befunden und schließlich dazu verurteilt öffentliche Abbitte zu tun: „Damiens avait été condamné à faire amende honorable devant la principale porte de l’Èglise de Paris“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Michel Foucault ein und stellt die Forschungsfrage zur Entwicklung vom öffentlichen Körperstrafrecht zum modernen Gefängnissystem.

2. Die Transformation des Strafsystems: Das Kapitel beleuchtet den Übergang von der Marter zur milderen Strafform, beeinflusst durch gesellschaftliche Proteste, ökonomische Faktoren und eine Verschiebung der Deliktstrukturen.

3. Die Etablierung des neuen Strafsystems: Hier wird der Aufbau des modernen Haftsystems, die Rolle der Gefängnisarchitektur und die Etablierung einer neuen Beobachtungs- und Überwachungspraxis erläutert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reform des Strafsystems zwar den Körper des Verurteilten schont, aber eine neue Form der Machtausübung durch Überwachung und Disziplinierung der Seele etabliert.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Surveillir et punir, Strafsystemwandel, Marter, Gefängnisstrafe, Frankreich, Souveränität, Machtausübung, Inhaftierung, Panopticon, Disziplin, Körperstrafrecht, Justizpraxis, Eigentumsdelikte, Humanisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des französischen Strafsystems vom 18. zum 19. Jahrhundert, basierend auf Michel Foucaults Analyse der Entwicklung von der öffentlichen Marter hin zum modernen Gefängnissystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Strafpraxis, die Rolle der öffentlichen Hinrichtung als Machtdemonstration, der ökonomische Wandel und seine Auswirkungen auf die Justiz sowie die Architektur der Überwachung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Übergang von körperlichen Strafen zu Haftstrafen zu erklären und die damit einhergehenden veränderten Bedingungen für die Verurteilten kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die primär auf Michel Foucaults theoretische Ansätze aus "Surveillir et punir" zurückgreift und diese historisch einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Marter, die Gründe für deren Abschaffung (wie Proteste und wirtschaftliche Veränderungen) und die anschließende Etablierung sowie Architektur moderner Haftanstalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Foucault, Strafsystemwandel, Marter, Gefängnisstrafe, Souveränität, Macht, Panopticon und Disziplinierung.

Warum spielt die Person Robert François Damiens eine Rolle?

Damiens dient im ersten Teil der Arbeit als konkretes Fallbeispiel, um die Grausamkeit und die rituellen Aspekte der damaligen Marter als öffentliche Strafform exemplarisch zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielt das "Panopticon" in der neuen Strafpraxis?

Das Panopticon wird als architektonisches Konzept vorgestellt, das eine ständige, sichtbare Überwachung des Gefangenen ermöglicht und so als "Verstärker" für die Machtausübung im modernen Gefängnis fungiert.

Wie bewertet der Autor den Übergang zur Gefängnisstrafe?

Der Autor stellt fest, dass die Haft zwar die körperliche Qual der Marter beendet, aber die Seele des Gefangenen zum neuen Ziel der Strafe macht, was durch die permanente Überwachung ebenso schmerzhaft sein kann.

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Detalles

Título
Michel Foucault "Surveillir et punir. La naissance de la prison"
Subtítulo
Der Strafsystemwandel in Frankreich und seine Bedeutung für die Verurteilten
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Romanisches Seminar)
Curso
Methoden und Themen einer landesbezogenen Kulturwissenschaft
Calificación
1,0
Autor
Jenna Wegener (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
19
No. de catálogo
V151346
ISBN (Ebook)
9783640949281
ISBN (Libro)
9783640949328
Idioma
Alemán
Etiqueta
michel foucault surveillir strafsystemwandel frankreich bedeutung verurteilten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jenna Wegener (Autor), 2009, Michel Foucault "Surveillir et punir. La naissance de la prison", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151346
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