Angesichts des absehbaren Verschwindens fossiler Brennstoffvorräte ist weltweit ein Ansteigen von Projekten zu beobachten, die sich mit elektrischen Kraftfahrzeugen beschäftigen. Eines der am weitest entwickelten Initiativen ist jenes von Better Place, einem kalifornischen Unternehmen, 2007 vom ehemaligen SAP-Top-Manager Shai Agassi gegründet. "Ich bin das Ende vom Öl" frohlockt der Manager in einem seiner Firmenvideos und ist der Meinung, dass es 2030 keine Autos mehr gibt, die mit Öl fahren.
Für dieses Vorhaben sicherte Agassi sich erst vor ein paar Monaten in einer weiteren Finanzierungsrunde USD 350 Millionen und erhöhte damit sein eingesammeltes Kapital auf USD 700 Millionen, obwohl es bis dato noch kein Geld eingenommen hat. Diese Transaktion ist gleichzeitig bisher einer der größten im Clean Tech Sektor. In den Medien wird dem Unternehmen bereits für seinen Bereich eine so herausragende Rolle wie sie Microsoft oder Google in der IT-Industrie haben nachgesagt.
Was aber verbirgt sich hinter dem Unternehmen, in das Investoren trotz Finanzkrise bereit sind so viel Geld zu investieren? Wie sieht das Geschäftsmodell konkret aus mit dem das Unternehmen den Durchbruch einer kohlenstoffdioxidfreien Mobilität schaffen möchte? Welche Risiken können das Vorhaben gefährden?
Um diese Fragen zu beantworten wird im Rahmen dieser Ausarbeitung zunächst auf die Entstehungsgeschichte eingegangen, das Geschäftsmodell beschrieben und anhand des ersten Testlands Israel die Machbarkeit analysiert. Bei der Analyse wird die Geschäftsentwicklung mittels Studien, Preisentwicklungen der Batterien, Kosten der Infrastruktur und Unternehmensinformationen bis zum Jahr 2016 modelliert. Um Währungsdifferenzen bei der Umrechnung auf Euro zu vermeiden, wurden für alle Berechnungen der US-Dollar zu Grunde gelegt. Es folgt eine Bewertung anhand der SWOT-Analyse, um die Schwächen und Stärken des Geschäftsmodells von Better Place in Relation zu seinem Umfeld und insbesondere auch zur Konkurrenz zu bewerten. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick für das Unternehmen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse des innovativen Geschäftsmodells
2.1 Entstehung des Unternehmens
2.2 Bewertung des Geschäftsmodells am Beispiel Israel
3 SWOT-Analyse
3.1 Interne Analyse (Stärken / Schwächen)
3.2 Externe Analyse (Chancen / Risiken)
Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das innovative Geschäftsmodell des Unternehmens Better Place, das durch eine flächendeckende Infrastruktur für Elektroautos und ein nutzungsbasiertes Gebührenmodell den Übergang zur emissionsfreien Mobilität ermöglichen will. Dabei wird analysiert, inwiefern das Konzept wirtschaftlich tragfähig ist und welche strategischen Faktoren den Erfolg oder das Scheitern beeinflussen können.
- Analyse der Entstehungsgeschichte und der strategischen Vision von Better Place.
- Wirtschaftliche Modellierung der Geschäftsentwicklung am Beispiel des Testmarktes Israel.
- Untersuchung von Erfolgsfaktoren wie Batterietechnologie, Infrastrukturaufbau und Kooperationen.
- Durchführung einer SWOT-Analyse zur Bewertung interner Kompetenzen sowie externer Chancen und Risiken.
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehung des Unternehmens
Auf dem Weltwirtschaftsforum 2005 in Davos, bei dem Themen wie Klimawandel und Frieden im Mittleren Osten im Fokus standen, antwortete der damalige SAP Technologievorstand Shai Agassi auf die Frage “How do you make the world a better place by 2020?” von Klaus Schwab “to free cars from oil, reduce harmful tailpipe emissions, and usher in an era of sustainable transportation”. Diese Idee war der Startschuss für die Entstehung von Better Place.
Im Dezember 2006 legte Agassi, der Israeli ist, zum ersten Mal seine Ideen für ein flächendeckendes Netz von Ladestationen für Elektroautos auf einer Konferenz des Saban Center for Middle East Policy in Washington dar. Neben Ex Präsident Bill Clinton, zwei ehemaligen CIA Direktoren war auch der heutige israelische Präsident Schimon Peres unter den Gästen. Im Anschluss äußerte Peres, der ein großes Interesse daran hat dass Israel unabhängig vom Öl und damit autonom gegenüber den verfeindeten arabischen Staaten wird, sein Gefallen an dem Plan und sicherte Agassi sämtliche politische Unterstützung zu, um das Konzept beginnend in Israel umzusetzen. Daraufhin verlies Agassi im April 2007 den Vorstand von SAP und gründete am 29. Oktober 2007 Better Place mit Firmensitz im Silicon Valley Palo Alto, USA.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik fossiler Brennstoffe ein und stellt Better Place als innovativen Akteur vor, dessen Ziel die Etablierung einer emissionsfreien Mobilität mittels eines speziellen Geschäftsmodells ist.
2 Analyse des innovativen Geschäftsmodells: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Unternehmens und analysiert detailliert das Geschäftsmodell am Beispiel Israels, inklusive einer modellhaften Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung bis 2016.
3 SWOT-Analyse: Hier werden mittels der SWOT-Methode die internen Stärken und Schwächen von Better Place sowie externe Chancen und Risiken systematisch gegenübergestellt und bewertet.
Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die strategische Logik des Geschäftsmodells bei Erreichen einer kritischen Masse und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Better Place, Elektromobilität, Geschäftsmodell, Batteriewechselstationen, Infrastruktur, Shai Agassi, SWOT-Analyse, Clean Tech, Elektroautos, Israel, Renault-Nissan, First Mover, Nachhaltigkeit, Energieversorgung, Marktbarrieren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Geschäftsmodell des Unternehmens Better Place, das versucht, den Marktdurchbruch für Elektroautos durch Infrastrukturlösungen und ein spezielles Batterieleasing zu beschleunigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Unternehmensentstehung, die technische Umsetzung der Infrastruktur (Lade- und Wechselstationen), die Finanzierungsstruktur sowie eine strategische SWOT-Analyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bewertung der wirtschaftlichen Machbarkeit und der strategischen Wettbewerbsfähigkeit von Better Place, insbesondere im Kontext des geplanten Markteinstiegs in Israel.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer deskriptiven Analyse der Unternehmensgeschichte wird eine betriebswirtschaftliche Modellierung der Geschäftsentwicklung vorgenommen sowie eine strategische SWOT-Analyse durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Entstehungsgeschichte, die Kosten- und Umsatzplanung in Israel (Break-Even-Analyse) sowie die interne und externe Analyse der Wettbewerbsvorteile und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Elektromobilität, Batteriewechseltechnologie, Infrastrukturaufbau, Geschäftsmodellbewertung und Markteinführungsstrategie.
Warum ist das Beispiel Israel für die Analyse so wichtig?
Israel dient als Testland, da das Land aufgrund seiner geografischen Begrenztheit, hoher Benzinpreise und politischer Unterstützung für die Unabhängigkeit vom Öl ideale Rahmenbedingungen für das Geschäftsmodell bietet.
Welche Rolle spielt Shai Agassi für das Unternehmen?
Shai Agassi ist der Gründer und die treibende Kraft hinter Better Place, dessen unternehmerische Erfahrung und Netzwerk maßgeblich für die Kapitalbeschaffung und die Kooperationen mit Herstellern waren.
Warum ist die Standardisierung für Better Place so entscheidend?
Einheitliche Standards bei Batterien und Ladesteckern sind essenziell, um die Kompatibilität zwischen verschiedenen Fahrzeugmodellen und der Infrastruktur zu gewährleisten und somit das Geschäftsmodell skalierbar zu machen.
- Citar trabajo
- Cornelius Kiermasch (Autor), 2010, Better Place. Bewertung des Geschäftsmodells zur Nutzung der Elektromobilität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151359