Der Autor beschäftigt sich in seiner Master-Thesis mit einem organisatorischen Veränderungsprozess am Beispiel der Hamburger Schulreform. Ziel der Arbeit ist es, die Rollen der beteiligten Akteure am Wandelprozess nachzuzeichnen, um daraus Bedingungsfaktoren für erfolgreichen Organisationswandel in der schulischen Reformpraxis abzuleiten. Zur Beantwortung der Fragestellung erarbeitet der Autor zunächst ein theoretisches Gerüst, das auf zentralen Ansätzen der Organisationstheorie und insbesondere auf dem Ansatz des Change-Managements basiert. Im zweiten Teil der Arbeit führt der Autor eine eigenständige empirische Studie durch. In der qualitativen Untersuchung eines Organisationsentwicklungsprozesses im Rahmen der jüngsten Schulreform in Hamburg verwendet der Autor vornehmlich Daten aus der teilnehmenden Beobachtung, die im Hinblick auf die Implementierung von Veränderungen und den Erfolg des Veränderungsprozesses ausgewertet und interpretiert werden. In der Schlussbetrachtung resümiert der Autor die wesentlichen Ergebnisse seiner Fallanalyse und zeigt zukünftigen Forschungsbedarf auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2. Organisationstheoretische Grundlagen
2.1 Organisatorische Besonderheiten von Schulen
2.2 Organisatorischer Wandel
2.3 Organisationsentwicklung im Schulwesen
2.4 Change Management
2.4.1 Widerstände in organisatorischen Wandelprozessen
2.4.2 Gelingensbedingungen
3. Eine empirische Analyse eines Organisationsentwicklungsprozesses im Rahmen der Hamburger Schulreform
3.1 Untersuchungsplanung/-design
3.1.1 Falldefinition
3.1.2 Wahl der Erhebungsmethode und des Erhebungsdesigns
3.1.3 Wahl des Aufbereitungsverfahrens und des Auswertungsverfahrens
3.2 Datenerhebung und Datenaufarbeitung
3.3 Ergebnisse
3.4 Interpretation
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der verschiedenen Akteure im Wandelprozess der Hamburger Schulreform und analysiert dabei, inwiefern Beteiligungsprozesse innerhalb der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen implementiert werden konnten und ob dies unter Einhaltung erfolgskritischer Faktoren zu einem erfolgreicheren Veränderungsprozess führt.
- Grundlagen der Organisationstheorie mit Fokus auf Schulen als Expertenorganisationen
- Analyse der Dynamik von Wandlungsprozessen und Change Management
- Empirische Untersuchung der Hamburger Schulreform mittels teilnehmender Beobachtung
- Fokussierung auf den Schlüsselfaktor der Beteiligung in schulischen Reformprozessen
- Evaluation von Gelingensbedingungen für Veränderungsprozesse im Bildungswesen
Auszug aus dem Buch
1.2 Problemstellung
Organisationen befinden sich in einem ständigen Wandel. Heraklits Metapher vom Fluss, in dem man nicht zweimal steigen kann, hat seit jeher Bedeutung, da das einzige, was Bestand hat, der Wandel ist. Entscheidend ist jedoch die Art und Weise des Veränderungsprozesses. Es lässt sich in diesem Zusammenhang, insbesondere im Bildungsbereich, von einem Paradigmenwechsel sprechen. Wurden auf bildungspolitischer Ebene bisher Veränderungen ausschließlich „top-down“ entschieden und die Betroffenen waren lediglich Umsetzende der Reform, so sollen in der aktuellen Schulreform in Hamburg aus passiv Betroffenen aktive Veränderer werden. Die Steuerung des Wandels löst sich von den ausschließlich zentralen Vorgaben und bezieht alle Betroffenen mit in einen dialogischen Veränderungsprozess ein. Die förderliche Reaktion auf aufkommende Konflikte und Widerstände, sowie die offene und direkte Kommunikation über den Veränderungsprozess und seine Folgen und Anforderungen führen zu einer konstruktiven und entwicklungsoffenen Situation und legen somit einen ganzheitlichen Systembegriff zugrunde. Dieses erfordert jedoch ausreichenden Zeitraum für den Veränderungsprozess und eine in Abständen stattfindende Dissoziation aller Akteure.
Es stellt sich somit die Frage, inwiefern die Erkenntnisse der Organisationstheorie im Bereich des Change Managements für schulische Veränderungsprozesse nutzbar gemacht werden können. Ich möchte meine Betrachtung in dieser Arbeit im Wesentlichen auf die Dimension der Beteiligung fokussieren. Zum einen, da ein Veränderungsmanagement sehr umfangreich ist und dem Rahmen dieser Arbeit zeitlich, wie auch im Umfang nicht gerecht werden würde. Zum anderen aber habe ich gerade diesen Schlüsselfaktor eines erfolgreichen Veränderungsmanagements für meine empirische Studie gewählt, da dieser Aspekt in schulischer Organisationsentwicklung auf der Ebene der Schulstruktur eines Bundeslandes neu ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Hintergrund der Hamburger Schulreform ein und beschreibt die Problemstellung, die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Organisationstheoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente gelegt, insbesondere die Besonderheiten von Schulen als Expertenorganisationen, der Organisationswandel und zentrale Aspekte des Change Managements.
3. Eine empirische Analyse eines Organisationsentwicklungsprozesses im Rahmen der Hamburger Schulreform: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der qualitativen Einzelfallstudie, die Datenerhebung durch teilnehmende Beobachtung sowie die anschließende Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Schlussfolgerungen sowie ein Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf und die Auswirkungen auf die eigene Berufspraxis.
Schlüsselwörter
Hamburger Schulreform, Organisationsentwicklung, Change Management, Beteiligungsprozess, Expertenorganisationen, Schulentwicklung, Partizipation, Veränderungsmanagement, Organisationswandel, Regionale Schulentwicklungskonferenzen, Schulmanagement, Prozessqualität, Mikropolitik, Widerstandsmanagement, Qualitätsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie organisatorischer Wandel durch Beteiligungsprozesse gestaltet werden kann, am Beispiel der Hamburger Schulreform.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Organisationstheorie, Change Management, schulische Organisationsentwicklung und empirische Analyse von Partizipationsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle die verschiedenen Akteure im Wandelprozess der Hamburger Schulreform spielen und ob eine erfolgreiche Implementierung von Beteiligung die Akzeptanz des Wandels erhöht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Einzelfallstudie durchgeführt, die schwerpunktmäßig auf der Methode der teilnehmenden Beobachtung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Expertenorganisationen und Change Management sowie die empirische Analyse der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hamburger Schulreform, Beteiligungsprozess, Change Management, Expertenorganisationen und Organisationsentwicklung.
Inwiefern beeinflussen Machtsponsoren den Prozess?
Sie dienen als Akteure, die Ressourcen sichern und Orientierung geben; ihre frühzeitige Einbindung ist entscheidend für die Unterstützung des Wandels.
Warum spielt die Kommunikation eine so zentrale Rolle?
Kommunikation ist nicht nur Informationsvermittlung, sondern als Dialog anzusehen, der Vertrauen schafft, Widerstände mindert und die aktive Einbindung der Beteiligten ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- János Lilienthal (Autor:in), 2010, Organisatorischer Wandel als Beteiligungsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151416